Wohnheime für Menschen mit Epilepsie: Ein umfassender Überblick

Für Menschen mit Epilepsie, die nicht mehr selbstständig leben können, bieten Wohnheime eine wichtige und unterstützende Wohnform. Diese Einrichtungen sind speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Epilepsie zugeschnitten und bieten ein sicheres und förderndes Umfeld. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über verschiedene Wohnheimangebote, ihre Besonderheiten und die Aspekte, die bei der Auswahl eines geeigneten Heims zu beachten sind.

Einleitung

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Die Anfälle können unterschiedliche Formen annehmen und das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Für manche Menschen mit Epilepsie ist ein Leben in den eigenen vier Wänden nicht mehr möglich, sei es aufgrund der Schwere der Erkrankung, zusätzlicher Behinderungen oder fehlender Unterstützung. In solchen Fällen können Wohnheime eine wertvolle Alternative darstellen, die ein selbstbestimmtes Leben in einem sicheren und unterstützenden Umfeld ermöglichen.

Wohnformen für Menschen mit Epilepsie

Es gibt verschiedene Wohnformen für Menschen mit Epilepsie, die sich in ihrem Betreuungsangebot und ihrer Selbstständigkeit unterscheiden:

  • Wohnheime mit zeitweiliger oder Rund-um-die-Uhr-Betreuung: Diese Heime bieten eine umfassende Betreuung und sind besonders geeignet für Menschen mit schwerer Epilepsie oder zusätzlichen Behinderungen, die einen hohen Unterstützungsbedarf haben.

  • Wohngruppen: In Wohngruppen leben mehrere Menschen mit Epilepsie zusammen und werden von Fachkräften unterstützt. Diese Wohnform fördert die soziale Interaktion und bietet gleichzeitig individuelle Betreuung.

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  • Ambulant betreutes Wohnen: Diese Wohnform richtet sich an Menschen mit Epilepsie, die in ihrer eigenen Wohnung leben und Unterstützung im Alltag benötigen. Die Betreuung erfolgt durch Fachkräfte, die regelmäßig ins Haus kommen.

Beispiele für Wohnheime und Wohngruppen

Haus An der Zechenstraße, Unna-Königsborn

Das Haus An der Zechenstraße liegt in unmittelbarer Nähe zum Stadtkern Unna-Königsborn, inmitten eines neuen Wohngebietes und ist gut an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Die Einrichtung verfügt über ein Dienstfahrzeug, das auch von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern genutzt werden kann. Im Umfeld des Angebotes ist eine vielfältige Infrastruktur zu finden, wie Arztpraxen, Einkaufsmöglichkeiten, Cafés/Restaurants, Banken u. v. m. Das nahe gelegene Freizeitangebot des Kurparks Unna und die gute Erreichbarkeit der Innenstadt von Unna mit seinen Freizeitangeboten wie Kino, Stadtfest, Lichtkunstausstellung, Kulturveranstaltungen usw. bietet den Bewohnern zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Die Einrichtung bietet 12 Einzelzimmer mit Duschbad im Erdgeschoss und 12 Einzelzimmer mit Duschbad im Obergeschoss. Die Bewohner werden durch Fachpersonal aus pflegerischen und/oder pädagogischen Berufsfeldern unterstützt und begleitet. Die rechtliche Grundlage für die Betreuung bildet § 76 ff. i. V. m. der Epilepsie-Ambulanz am Ev.

Wohngemeinschaft Segenstraße, München

Die Wohngemeinschaft Segenstraße bietet Platz für acht Personen und befindet sich in einem einstöckigen Wohnhaus im Stadtteil Ramersdorf im Osten Münchens. Sie ist gut mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Das Haus bietet ein umfassendes Betreuungsangebot und umfasst acht Zimmer für die Bewohner*innen, ein Wohnzimmer, eine Wohnküche, drei Bäder, einen Wäscheraum und verschiedene Nebenräume. Auf der Terrasse und im großzügigen Garten können die Bewohner ihre Freizeit verbringen. Hier finden auch Grillabende und das alljährliche Sommerfest statt.

In der Wohngruppe profitieren die Bewohner von dem Erfahrungsschatz eines interdisziplinären Teams. Sie werden in Einzelgesprächen und Gruppenaktivitäten unterstützt.

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Integrative Wohngemeinschaft Kegelhof, München

Die Integrative Wohngemeinschaft Kegelhof richtet sich an junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren, die mit Gleichaltrigen und Student*innen in einer WG in der Münchner Au das selbstständige Leben erlernen möchten. Wöchentlich finden Gruppenabende statt.

Ambulant betreutes Wohnen

Das ambulant betreute Wohnen richtet sich an Menschen mit Epilepsie und erlittener Hirnschädigung, die allein oder mit ihremihrer Partnerin oder der Familie in der eigenen Wohnung leben. Sie erhalten Unterstützung im Alltag, beispielsweise bei Arztbesuchen oder beim Ausfüllen von Formularen.

Epilepsiezentrum Kleinwachau gGmbH, Wohn- und Pflegeheim Tannenhaus, Radeberg

Das Epilepsiezentrum Kleinwachau gGmbH, Wohn- und Pflegeheim Tannenhaus in Radeberg bietet eine vollstationäre Pflege speziell für Seniorinnen mit Epilepsie und weiteren Behinderungen an. Das Team begleitet die Bewohnerinnen besonders in ihrem letzten Lebensabschnitt und sorgt für ein wertschätzendes, unterstützendes Umfeld, das individuelle Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt.

Das Tannenhaus bietet darüber hinaus eine Tagespflege, die eine individuelle Unterstützung und Betreuung der Gäste ermöglicht. Die Tagespflege wird von erfahrenem Fachpersonal geleitet, das auf die besonderen Anforderungen bei Epilepsie und weiteren Behinderungen geschult ist. So wird eine ganzheitliche Versorgung garantiert, die medizinische, pflegerische und psychosoziale Aspekte umfasst.

Für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in Radeberg bietet die Stadtverwaltung sowie die Pflegekassen Beratungsstellen an, die zu verschiedenen Pflegeeinrichtungen informieren und bei der Beantragung von Leistungen unterstützen.

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Das Wohn- und Pflegeheim Tannenhaus legt Wert auf individuelle und bedarfsgerechte Betreuung, was darauf schließen lässt, dass unterschiedliche Wohnformen möglich sind. Im Epilepsiezentrum Kleinwachau werden Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Unterstützungsbedarfen betreut, einschließlich Senioren. Die Einrichtung beschäftigt Fachpersonal mit Kompetenzen in der Pflege und Betreuung von Menschen mit komplexem Hilfebedarf, was sich auch auf Demenz bezieht.

Das Epilepsiezentrum Kleinwachau verfügt über eine Fachklinik für Neurologie, die spezialisiert ist auf Epilepsien und verwandte Anfallserkrankungen, wodurch eine umfassende medizinische Versorgung gewährleistet ist. Ärzte verschiedenster Fachrichtungen, Psychologen und Fachkräfte sind vor Ort tätig, was auch die hausärztliche und fachspezifische Betreuung einschließt.

Die Aufnahme erfolgt nach einem persönlichen Aufnahmegespräch mit Ärzten, Pflegepersonal und gegebenenfalls Psychologen, wobei Angehörige oder Betreuer ebenfalls eingebunden sind. Ein Besuch der Einrichtung sowie erste Besprechungen finden im Vorfeld statt, um die individuellen Bedürfnisse und Unterstützungsanforderungen zu klären.

Das Epilepsiezentrum Kleinwachau bietet neben der stationären Pflege auch spezialisierte Programme wie das psychoedukative Programm Epilepsie (PEPE) für Menschen mit Epilepsie und einer zusätzlichen geistigen Behinderung sowie deren Angehörige an. Diese Programme helfen, Wissen und Sicherheit im Alltag zu gewinnen und fördern die persönliche Autonomie.

Das Arbeitsumfeld im Pflegeheim Tannenhaus ist geprägt von einer wertschätzenden und kooperativen Atmosphäre mit flachen Hierarchien und Entwicklungsperspektiven. Die Einrichtung bietet individuelle Unterstützung durch Praxisanleiter und feste Ansprechpartner sowie familienfreundliche Strukturen.

Regens Wagner - Holzhausen Magnusheim

Das Magnusheim von der Regens-Wagner-Stiftung in Holzhausen-Igling bietet ein breites Spektrum an Angeboten für Menschen mit Behinderungen, darunter auch viele mit Epilepsie. Die Einrichtung umfasst Schule, Wohnen, Förderlehrgang, Werkstatt für Behinderte und Förderstätte.

In den Werkstätten arbeiten derzeit 140 Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen in Arbeitsgebieten wie Weberei, Töpferei, Stickerei, Wäscherei, Bioland-Gärtnerei, Verpackungsarbeiten, Metallbearbeitung, Hauswirtschaft oder Landwirtschaft. Jeder ist sozialversichert und bekommt ein Entgeld. Das Arbeitstempo bestimmt jeder selbst.

Die Förderstätte bietet Menschen mit schweren Behinderungen die Möglichkeit, einen zusätzlichen Lebensbereich sinnerfüllt zu erfahren. Hier liegt der Schwerpunkt bei der heilpädagogischen Arbeit, beispielsweise mit Musik, Körperwahrnehmung, Rhythmik, gestützter Kommunikation und lebenspraktischen Hilfestellungen.

Im Wohnheim gibt es 9 Wohngruppen in 8 Wohnhäusern, ausserdem zwei ausgelagerte Wohngruppen in Buchloe und in Landsberg. In jeder Wohngruppe leben 10-12 Bewohner in Einzelzimmern. Hier gibt es eine Nachtbereitschaft. Sollte am Tag jemand nicht zur Werkstätte aus gesundheitlichen Gründen können (z.B. ein Anfallsgeschehen, welches sich nicht gleich beruhigen lässt), so hat er die Möglichkeit in einer dafür ausgerichteten "Krankenbetreuenden Gruppe" den Tag unter pflegerischer Aufsicht zu verbringen. Im Wohnheim erfahren die Betreuten Unterstützung in lebenspraktischen Bereichen. Mit unterschiedlichen Freizeitangeboten werden die Betreuten zur sinnvollen Gestaltung freier Stunden/Tage angeleitet.

Die Zimmer können mit eigenen Möbeln eingerichtet werden. Alle Zimmer sind hell und freundlich. Das Wohnpflegeheim bietet in vier Wohngruppen 7 oder 8 Betreuten Platz, Menschen mit einer schweren Behinderung oder einer Mehrfachbehinderung, die in der Regel die Förderstätte besuchen.

Im Wohnpflegeheim wie auch im Wohnheim ist der Kontakt zum Elternhaus unbedingt gewünscht. Die Mehrzahl der Behinderten fahren alle zwei Wochen zu einem Wochenendbesuch zu ihren Eltern bzw.

Das Magnusheim vermittelt eine helle und freundliche Atmosphäre. Es ist eine grosse Einrichtung, aber durchaus überschaubar. Hier arbeitet fachlich hochqualifiziertes Personal. Regelmässig werden verschiedene Fortbildungen - auch über Epilepsien von einem Neurologen, der diese Einrichtung mit betreut - veranstaltet.

Auswahlkriterien für ein geeignetes Wohnheim

Bei der Auswahl eines geeigneten Wohnheims für Menschen mit Epilepsie sollten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

  • Lage und Erreichbarkeit: Das Wohnheim sollte gut erreichbar sein, sowohl für die Bewohner selbst als auch für Angehörige und Freunde. Die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufsmöglichkeiten und medizinischen Einrichtungen ist von Vorteil.

  • Betreuungsangebot: Das Betreuungsangebot sollte den individuellen Bedürfnissen des Bewohners entsprechen. Wichtig sind eine qualifizierte medizinische Versorgung, pflegerische Unterstützung und pädagogische Angebote.

  • Ausstattung: Die Ausstattung des Wohnheims sollte den Bedürfnissen von Menschen mit Epilepsie gerecht werden. Dazu gehören beispielsweise barrierefreie Zimmer, Sturzhelme und eine sichere Umgebung.

  • Atmosphäre: Die Atmosphäre im Wohnheim sollte freundlich und wertschätzend sein. Ein gutes Verhältnis zwischen Bewohnern und Personal ist wichtig für das Wohlbefinden.

  • Kosten: Die Kosten für einen Wohnheimplatz können je nach Einrichtung und Betreuungsangebot variieren. Es ist wichtig, sich im Vorfeld über die Kosten zu informieren und zu prüfen, welche Leistungen von der Pflegekasse übernommen werden. Die angegebenen Preise sind geschätzte Eigenanteile pro Monat und dienen der Orientierung. Je nach individueller Situation und Pflegekasse kann der tatsächliche Betrag abweichen. Es kann zudem zu Aktualisierungen kommen.

Weitere Einrichtungen und Anlaufstellen

Neben den bereits genannten Einrichtungen gibt es weitere Wohnheime und Wohngruppen für Menschen mit Epilepsie in Deutschland. Eine Übersicht über diese Angebote finden Sie beispielsweise auf den Webseiten von Epilepsie-Selbsthilfeverbänden und Wohlfahrtsorganisationen.

Einige weitere Einrichtungen sind:

  • Diana-Klinik, Hilchenbach
  • VAMED Klinik Geesthacht Fachklinik für Neurologie und Neurolog. Reha-Zentrum f., Geesthacht
  • Landeskrankenhaus Klinik Viktoriastift Rehabilitations- u. Kurkl. Hegau Jugendwerk GmbH Neurolog., Staufen im Breisgau
  • Bethel.regional. Kurzzeitpfl. Bethel., Bad Arolsen
  • Körperbehinderte Allgäu /Abtlg., Kempten
  • Stiftung Liebenau - Haus der Pflege St., Meckenbeuren

Selbstbestimmte Lebensführung und Teilhabe

Eine Behinderung beeinflusst das Leben, aber sie ist nicht immer entscheidend. Mit geeigneter Unterstützung können viele behinderte Menschen ihren Alltag sehr gut meistern. Als Caritas haben wir uns dazu verpflichtet, möglichst viel selbstbestimmte Teilhabe zu ermöglichen. Wir beraten Sie kompetent und vertraulich zu Ihren Fragen zu selbstbestimmter Lebensführung sowie zur Selbsthilfe in den Lebensbereichen Arbeiten, Wohnen, Bildung und Freizeit. Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die unseren Beraterinnen und Beratern immer wieder gestellt werden.

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