Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Menschen betrifft. Es gibt jedoch verschiedene Arten von Kopfschmerzen, darunter Spannungskopfschmerzen und Migräne. Migräne unterscheidet sich von normalen Kopfschmerzen in Bezug auf Symptome, Ursachen und Behandlungsmethoden. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen Migräne-Tabletten und normalen Kopfschmerztabletten, um Betroffenen eine bessere Orientierung zu bieten.
Was ist Migräne?
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartige, pulsierende Kopfschmerzen auszeichnet, die meist einseitig auftreten. Sie geht oft mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit einher. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass genetische Faktoren, hormonelle Veränderungen und Umweltfaktoren eine Rolle spielen.
Petra Scheurer, eine 54-jährige Migränepatientin, beschreibt ihren Schmerz wie einen "Presslufthammer, der das Auge herausdrückt". Sie leidet seit ihrem 20. Lebensjahr unter Migräneanfällen, die von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet werden.
Unterschiede zwischen Migräne und Spannungskopfschmerzen
| Merkmal | Spannungskopfschmerzen | Migräne |
|---|---|---|
| Schmerzcharakter | Dumpf, drückend, wie ein Schraubstock um den Kopf | Pulsierend, pochend, stechend, wie ein Presslufthammer |
| Schmerzlokalisation | Meist beidseitig, über den gesamten Schädel verteilt | Meist einseitig, kann aber im Verlauf wandern |
| Begleitsymptome | Keine oder geringe | Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Aura |
| Einfluss von Bewegung | Besserung durch Bewegung | Verschlechterung durch Bewegung |
| Dauer | 30 Minuten bis 7 Tage | 4 bis 72 Stunden |
Medikamente zur Behandlung von Kopfschmerzen
Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten zur Behandlung von Kopfschmerzen, die je nach Art und Schwere der Kopfschmerzen eingesetzt werden.
Normale Kopfschmerztabletten
Normale Kopfschmerztabletten, auch Analgetika genannt, sind rezeptfrei erhältlich und werden zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Kopfschmerzen eingesetzt. Zu den gängigsten Wirkstoffen gehören:
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- Acetylsalicylsäure (ASS): Wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.
- Paracetamol: Wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend, aber kaum entzündungshemmend.
- Ibuprofen: Gehört zu den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.
Diese Medikamente wirken, indem sie die Bildung von Prostaglandinen hemmen, Gewebshormone, die an der Entstehung von Schmerzen und Entzündungen beteiligt sind.
Migräne-Tabletten
Migräne-Tabletten sind speziell für die Behandlung von Migräneanfällen entwickelt worden. Es gibt zwei Hauptgruppen von Migräne-Tabletten:
- Triptane: Diese Medikamente wirken gezielt auf die Mechanismen, die bei der Entstehung von Migräne eine Rolle spielen. Sie verengen die Blutgefäße im Gehirn, hemmen die Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen und lindern so die Schmerzen und Begleitsymptome.
- Lasmiditan: Ein neuerer Wirkstoff aus der Gruppe der "Ditane", der als Serotonin-HT1F-Rezeptoragonist wirkt und keine gefäßverengende Wirkung hat. Er ist auch für Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko zugelassen.
Triptane im Detail
Triptane sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Nasensprays und Injektionslösungen. Sie sollten so früh wie möglich zu Beginn eines Migräneanfalls eingenommen werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
Zu den in Deutschland erhältlichen Triptanen gehören:
- Sumatriptan: War das erste zugelassene Triptan und ist in verschiedenen Dosierungen und Darreichungsformen erhältlich.
- Almotriptan: Wirkt schnell und ist gut verträglich.
- Naratriptan: Hat eine längere Wirkdauer und ist daher gut geeignet für Patienten mit längeren Migräneattacken.
- Rizatriptan: Wirkt besonders schnell.
- Eletriptan: Zeigt ein ausgewogenes Wirkprofil.
- Frovatriptan: Wirkt eher verzögert, hat aber eine lange Halbwertszeit.
- Zolmitriptan: Kann auch als Nasenspray verabreicht werden.
Einige Triptane, wie Almotriptan, Naratriptan und Sumatriptan, sind in Deutschland in kleinen Packungsgrößen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Andere Triptane, wie Eletriptan, Frovatriptan, Rizatriptan und Zolmitriptan, sind verschreibungspflichtig.
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Wirkungsweise der Triptane
Triptane wirken, indem sie an Serotonin-Rezeptoren (5-HT1B/1D) in den Blutgefäßen und Nervenzellen im Gehirn binden. Dies führt zu einer Verengung der erweiterten Blutgefäße, einer Hemmung der Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen und einer Reduktion der Schmerzübertragung.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Triptanen
Triptane sind im Allgemeinen gut verträglich, können aber auch Nebenwirkungen verursachen, wie z.B.:
- Schwindel
- Schläfrigkeit
- Übelkeit
- Müdigkeit
- Missempfindungen
- Engegefühl in der Brust
Triptane sind kontraindiziert bei Patienten mit:
- Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte
- Koronarer Herzkrankheit
- Peripherer arterieller Verschlusskrankheit
- Unkontrolliertem Bluthochdruck
- Schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung
- Gleichzeitiger Einnahme von Ergotaminen, SSRI oder MAO-Hemmern
Lasmiditan im Detail
Lasmiditan ist ein neuerer Wirkstoff zur Akutbehandlung von Migräne, der als Serotonin-HT1F-Rezeptoragonist wirkt. Im Gegensatz zu Triptanen hat Lasmiditan keine gefäßverengende Wirkung und ist daher auch für Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko zugelassen.
Allerdings kann Lasmiditan auch Nebenwirkungen verursachen, wie z.B. Schwindel und Müdigkeit. Nach der Einnahme sollte daher mindestens acht Stunden lang auf das Führen von Kraftfahrzeugen verzichtet werden.
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Antiemetika
Bei Migräneanfällen, die mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen, können Antiemetika eingesetzt werden. Diese Medikamente wirken, indem sie die Bewegungen der Magenmuskulatur anregen und so die Aufnahme von Schmerzmitteln verbessern. Gängige Antiemetika sind Metoclopramid und Domperidon.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
- Die Kopfschmerzen neuartig oder ungewöhnlich stark sind.
- Die Kopfschmerzen plötzlich und heftig auftreten.
- Die Kopfschmerzen von Begleitsymptomen wie Fieber, Nackensteifigkeit, Sehstörungen, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen begleitet werden.
- Die Kopfschmerzen trotz Einnahme von Schmerzmitteln nicht besser werden.
- Die Kopfschmerzen häufig auftreten oder den Alltag beeinträchtigen.
- Man mehr als zehnmal pro Monat Schmerzmittel oder Triptane einnehmen muss.
Selbstmedikation bei Migräne
Bei leichten bis mittelschweren Migräneanfällen kann eine Selbstmedikation mit rezeptfreien Schmerzmitteln oder Triptanen versucht werden. Es ist jedoch wichtig, die Dosierungsanweisungen zu beachten und die Medikamente nicht zu häufig einzunehmen, um einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu vermeiden.
Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) empfiehlt für die Selbstmedikation die fixe Kombination aus ASS (250 bis 265 mg), Paracetamol (200 bis 265 mg) und Koffein (50 bis 65 mg).
Migräneprophylaxe
Bei häufigen Migräneanfällen kann eine prophylaktische Behandlung sinnvoll sein. Ziel der Prophylaxe ist es, die Häufigkeit und Intensität der Attacken zu verringern.
Zur Migräneprophylaxe werden verschiedene Medikamente eingesetzt, darunter:
- Betablocker: Propranolol, Metoprolol
- Kalziumkanalblocker: Flunarizin
- Antiepileptika: Valproat, Topiramat
- CGRP-Antikörper: Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab
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