Heparin Salbe ist ein topisches Medikament, das zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt wird, darunter auch Schwellungszustände nach stumpfen Verletzungen. Obwohl Heparin in erster Linie für seine gerinnungshemmenden Eigenschaften bekannt ist, wird es auch zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Dieser Artikel untersucht die Verwendung von Heparin Salbe bei Nervenschmerzen, ihre Wirkungsweise, mögliche Nebenwirkungen und wichtige Überlegungen.
Was ist Heparin und wie wirkt es?
Heparin ist ein Antikoagulans, das heißt, es hemmt die Blutgerinnung. Es kommt natürlich im Körper vor und wird von Mastzellen und basophilen Granulozyten gespeichert. Therapeutisch wird Heparin aus tierischen Quellen gewonnen, meist aus Schweinedarmschleimhaut oder Rinderlunge.
Heparin wirkt, indem es die Aktivität von Antithrombin verstärkt, einem körpereigenen Protein, das die Blutgerinnung hemmt. Antithrombin inaktiviert Thrombin, ein Schlüsselenzym in der Gerinnungskaskade, wodurch die Bildung von Fibrin verhindert wird, dem Hauptbestandteil von Blutgerinnseln.
Es gibt zwei Haupttypen von Heparin:
- Unfraktioniertes Heparin (UFH): Dies ist die ursprüngliche Form von Heparin und besteht aus Molekülen unterschiedlicher Größe. Es wirkt schnell, hat aber eine kürzere Halbwertszeit und ein höheres Risiko für Nebenwirkungen.
- Niedermolekulares Heparin (NMH): Dieses Heparin wird aus UFH hergestellt und besteht aus Molekülen einheitlicher Größe. Es hat eine längere Halbwertszeit, wird besser vom Körper aufgenommen und weist ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen auf.
Anwendungsgebiete von Heparin Salbe
Heparin Salbe wird hauptsächlich zur lokalen Behandlung von Beschwerden wie Schwellungen, Blutergüssen und Entzündungen eingesetzt. Zu den spezifischen Anwendungsgebieten gehören:
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- Akute Schwellungszustände nach stumpfen Verletzungen: Prellungen, Blutergüsse, Quetschungen, Verstauchungen und Zerrungen
- Sehnenentzündungen und Sehnenscheidenentzündungen
- Schleimbeutelentzündungen
- Venöse Beinleiden
Es gibt auch Hinweise darauf, dass Heparin Salbe bei Nervenschmerzen (Neuralgien) eingesetzt werden kann, obwohl die Evidenzlage hierzu begrenzt ist.
Heparin Salbe bei Nervenschmerzen
Nervenschmerzen, auch Neuralgien genannt, können durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, darunter Nervenverletzungen, Entzündungen oder Kompressionen. Die Schmerzen können sich als brennend, stechend, bohrend oder elektrisierend äußern.
Obwohl Heparin Salbe nicht als primäre Behandlung für Nervenschmerzen gilt, kann sie in einigen Fällen zur Linderung von Symptomen beitragen. Die Wirkungsweise von Heparin bei Nervenschmerzen ist nicht vollständig geklärt, es wird jedoch vermutet, dass sie auf folgenden Mechanismen beruhen könnte:
- Entzündungshemmende Wirkung: Heparin kann Entzündungen im Bereich der betroffenen Nerven reduzieren, was zur Schmerzlinderung beitragen kann.
- Verbesserung der Mikrozirkulation: Heparin kann die Durchblutung in den kleinen Blutgefäßen verbessern, die die Nerven versorgen. Dies kann dazu beitragen, die Nervenfunktion zu verbessern und Schmerzen zu reduzieren.
- Abbau von Blutergüssen: Bei Nervenschmerzen, die durch Verletzungen verursacht wurden, kann Heparin helfen, Blutergüsse abzubauen und den Heilungsprozess zu beschleunigen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit von Heparin Salbe bei Nervenschmerzen von Person zu Person variieren kann. In einigen Fällen kann sie eine signifikante Schmerzlinderung bewirken, während sie in anderen Fällen möglicherweise keine Wirkung zeigt.
Anwendung von Heparin Salbe
Heparin Salbe wird in der Regel ein- bis zweimal täglich auf die betroffene Hautstelle aufgetragen. Die Salbe sollte dünn aufgetragen und leicht einmassiert werden. Es ist wichtig, die Hände nach der Anwendung gründlich zu waschen, um den Kontakt mit offenen Hautstellen zu vermeiden.
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Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und dem Verlauf der Erkrankung. Ohne ärztlichen Rat sollte die Salbe nicht länger als 10 Tage angewendet werden.
Mögliche Nebenwirkungen von Heparin Salbe
Heparin ist in der Regel gut verträglich, aber wie alle Medikamente kann auch Heparin Salbe Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
- Hautreaktionen: Rötung, Juckreiz, Brennen oder allergische Reaktionen an der Anwendungsstelle
- Erhöhte Blutungsneigung: Bei großflächiger Anwendung oder hoher Dosierung kann es zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen.
In seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen, wie z.B.:
- Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT): Dies ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation, bei der es zu einem Abfall der Thrombozytenzahl kommt. Eine HIT tritt häufiger nach der Gabe von Heparin-Spritzen auf, kann aber auch bei der Anwendung von Heparin Salbe nicht sicher ausgeschlossen werden. Symptome einer HIT können Fieber, Kurzatmigkeit, Herzrasen und Gewebeschäden an der Einstichstelle sein.
Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Vor der Anwendung von Heparin Salbe sollten folgende Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:
- Kontraindikationen: Heparin Salbe darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Heparin oder einen der sonstigen Bestandteile, offenen Wunden oder nässenden Ekzemen.
- Wechselwirkungen: Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die in die Blutgerinnung eingreifen, kann ein erhöhtes Blutungsrisiko nicht ausgeschlossen werden.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Bisherige Erfahrungen mit der lokalen Anwendung von Heparin auf der Haut bei Schwangeren und Stillenden haben keine Anhaltspunkte für schädigende Wirkungen ergeben. Dennoch sollte die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.
- Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT): Beim Auftreten von neuen Symptomen, die auf eine Thrombose oder Lungenembolie hindeuten können, muss das Vorliegen einer HIT ausgeschlossen und unverzüglich die Blutplättchenzahl kontrolliert werden.
- Allergien: Vorsicht ist geboten bei Allergie gegen Schweine-Eiweiß oder bestimmte Schmerzmittel (nichtsteroidale Antirheumatika).
- Sonstige Bestandteile: Einige Heparin Salben enthalten Inhaltsstoffe wie Cetylalkohol, Kaliumsorbat oder Duftstoffe, die bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen können.
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