Die Notaufnahme eines Krankenhauses ist ein Ort, an dem Menschen in Extremsituationen aufeinandertreffen. Hier prallen Schicksale aufeinander, hier wird über Leben und Tod entschieden, und hier arbeiten Menschen, die tagtäglich mit Leid, Schmerz und manchmal auch mit dem Tod konfrontiert werden. Eine NDR-Dokumentation wirft einen Blick hinter die Kulissen einer solchen Notaufnahme und zeigt, was es bedeutet, in diesem Umfeld zu arbeiten.
Einblick in den Alltag einer Notaufnahme
Die Dokumentation begleitet ein Filmteam eine Woche lang in der Notaufnahme des Marienkrankenhauses in Hamburg. Sie erleben mit, wie Pfleger und Ärzte an ihre Grenzen gehen und unter hohem Zeitdruck versuchen, dringende von weniger dringenden Fällen zu unterscheiden. Dabei wird ein spezielles System genutzt, das ursprünglich aus der Militärmedizin stammt.
Die Zuschauer erhalten einen ungeschönten Einblick in den Alltag der Notaufnahme. Sie sehen, wie das Klinikpersonal mit schweren Verletzungen, akuten Erkrankungen und psychischen Ausnahmesituationen umgeht. Sie erleben mit, wie sie trösten, beruhigen, behandeln und manchmal auch Abschied nehmen müssen.
Herausforderungen und Belastungen des Klinikpersonals
Die Arbeit in der Notaufnahme ist körperlich und emotional sehr belastend. Das Klinikpersonal ist ständig mit Leid und Tod konfrontiert. Sie müssen unter hohem Zeitdruck arbeiten und oft schwierige Entscheidungen treffen. Hinzu kommt die ständige Gefahr von Aggressionen und Gewalt durch Patienten oder Angehörige.
Die Dokumentation zeigt, wie das Klinikpersonal mit diesen Herausforderungen umgeht. Sie zeigt, wie sie sich gegenseitig unterstützen, wie sie ihre eigenen Grenzen erkennen und wie sie sich immer wieder neu motivieren, um ihren Beruf auszuüben.
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Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel aus der Dokumentation zeigt den Fall von Abadi. Abadi wird in ein Behandlungszimmer gebracht, nachdem ihm zuvor von einem Polizisten die Handschellen geöffnet wurden. Er erhält eine Tetanusimpfung und eine Betäubungsspritze, wobei er sich vor Schmerzen windet. Ein Arzt näht ihm anschließend die Wunde zu. Währenddessen spricht der Polizist den Patienten an und rät ihm, sich eine andere Geschichte auszudenken, falls jemand nach der Ursache der Narbe fragt.
Weitere Themen der Dokumentation
Neben dem Alltag in der Notaufnahme und den Herausforderungen des Klinikpersonals werden in der Dokumentation auch weitere Themen behandelt:
- Die Bedeutung einer guten Ausbildung und Weiterbildung für das Klinikpersonal
- Die Notwendigkeit einer ausreichenden Personalausstattung, um eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten zu gewährleisten
- Die Rolle der Notaufnahme im Gesundheitssystem und die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen
- Die ethischen Fragen, die sich bei der Behandlung von Notfallpatienten stellen
Depressionen und Ernährung: Ein wichtiger Zusammenhang
Ein weiterer Aspekt, der in der Dokumentation angeschnitten wird, ist der Zusammenhang zwischen Depressionen und Ernährung. Wohlbefinden, Essen und Gewicht hängen eng zusammen. Menschen mit Depressionen beobachten oft Gewichtsveränderungen. Wer in eine Depression gerät, kann den Alltag nicht mehr bewältigen wie zuvor, auch Essen und Trinken geraten oftmals aus dem Takt. Gemeinsam ist fast allen depressiven Menschen, dass ihnen oft der Antrieb und die Kraft fehlen, ihre Mahlzeiten regelmäßig einzunehmen und sich ausgewogen zu ernähren. Hinzu kommt, dass viele Medikamente gegen Depression Gewichtsveränderungen begünstigen: indirekt durch ihre dämpfende Wirkung oder auch direkt durch Arzneistoffe, die in die Appetitregulierung oder in den Zuckerstoffwechsel eingreifen. Eine Gewichtsabnahme kann besonders bei älteren Menschen zu gefährlichem Untergewicht führen. Betroffene, die mit einer medikamentösen Therapie beginnen, sollten deshalb ihr Körpergewicht in den ersten Wochen beobachten und den Arzt über unerwünschte Veränderungen informieren. Dieser kann dann rechtzeitig gegensteuern - notfalls mit anderer Medikation. Dabei ist zu beachten, dass man Antidepressiva nicht von heute auf morgen absetzen oder tauschen darf.
Entzündungen und Darmgesundheit
Wie Forscher herausfanden, spielen bei einem Teil der Erkrankten unterschwellige Entzündungen bei Entstehung und Fortbestand von Depressionen eine Rolle. Daher scheint vielfach eine antientzündliche, zuckerarme Ernährungsweise unterstützend gegen das Leiden zu wirken. Ein offenbar sehr wirksamer Schritt ist, eventuelles Übergewicht zu reduzieren, denn das Bauchfett produziert entzündungsfördernde Hormone. Erwiesen ist, dass bei Menschen mit starkem - insbesondere bauchbetontem - Übergewicht bestimmte Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) erhöht sind, ebenso bei Menschen mit Depressionen. Die höchsten Konzentrationen bestimmter Zytokine zeigten depressive Patienten, die zusätzlich adipös waren.
Darüber hinaus vermuten Wissenschaftler einen Einfluss des bakteriellen Darmmikrobioms: Eine ungünstige Bakterienzusammensetzung sowie Entzündungen im Darm könnten das Gehirn und die Psyche beeinflussen, wie 2019 eine Studie zeigte. Denn über bestimmte Nervenbahnen, die sogenannte Darm-Hirn-Achse, kommunizieren unser Bauch und unser Gehirn. Bestimmte Arten von Darmbakterien, genauer gesagt ihre Stoffwechselprodukte, scheinen das seelische Gleichgewicht positiv verändern zu können. Manche Forschende sprechen hier von "psychobiotischen Darmbakterien".
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Ernährungstipps bei Depressionen
Die Umstellung auf eine gesündere Ernährung ist bei Depression ein ergänzender Behandlungsversuch und ersetzt nicht die Behandlung bei einem Psychiater oder einer Psychotherapeutin.
- Mahlzeitenstruktur einhalten: Achten Sie möglichst auf drei regelmäßige Hauptmahlzeiten. Lassen Sie keine Mahlzeit aus, naschen Sie aber auch nicht zwischendurch. Gute Helfer für mehr Struktur sind Wochenpläne und Einkaufslisten.
- Achtsamkeit üben: Essen Sie achtsam, mit Genuss, ohne negative Gefühle. Seien Sie gut zu sich. Geben Sie Ihrem Körper, was er braucht.
- Entzündungshemmend essen: Reduzieren Sie "leere" Kohlenhydrate (süße Getränke, helle Backwaren, zuckerreiche Speisen), wählen Sie stattdessen bevorzugt ballaststoffreiche Vollkornprodukte. Die sättigen und unterstützen eine gesunde Darmflora. Erhöhen Sie schrittweise die Eiweiß- und Gemüsezufuhr. Zu empfehlen ist pflanzliches Eiweiß aus Nüssen, Kernen, Hülsenfrüchten und Pilzen. Gemüse, Obst und Kräuter liefern entzündungshemmende sekundäre Pflanzenstoffe.
- Ausreichend trinken: Trinken Sie schon, bevor das Durstgefühl einsetzt - insgesamt zwei Liter am Tag oder mehr.
Fazit
"Notaufnahme - ein Ort für starke Nerven" ist eine eindringliche Dokumentation, die einen realistischen Einblick in den Alltag einer Notaufnahme gibt. Sie zeigt die Herausforderungen und Belastungen des Klinikpersonals, aber auch ihre Stärke und ihr Engagement. Die Dokumentation regt zum Nachdenken über die Bedeutung einer guten Gesundheitsversorgung und die Notwendigkeit einer ausreichenden Unterstützung des Klinikpersonals an.
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