Herr Parkinson Bielefeld: Umfassende Versorgung und innovative Therapieansätze im Sankt Elisabeth Hospital Gütersloh

Einführung

Das Sankt Elisabeth Hospital in Gütersloh bietet als einzige neurologische Akutklinik für den Kreis Gütersloh eine umfassende Diagnostik und Behandlung neurologischer Erkrankungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit der Parkinson-Krankheit sowie anderen neurodegenerativen Erkrankungen. In enger Kooperation mit verschiedenen Fachabteilungen und externen Partnern wird eine qualitativ hochwertige und menschlich zugewandte Behandlung gewährleistet.

Neurologische Akutversorgung und Stroke Unit

Die Klinik verfügt über zwei Bettenstationen für die Diagnostik und Behandlung akuter neurologischer Erkrankungen. In Kooperation mit der Medizinischen Klinik sowie der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie und Neuroradiologie werden Schlaganfallpatienten auf der speziellen, neurologisch geleiteten Schlaganfallstation (Stroke Unit) versorgt. Bei Bedarf stehen Betten auf der Intensivstation des Sankt Elisabeth Hospitals zur Verfügung, beispielsweise bei einem Status epilepticus.

Schlaganfallzentrum Gütersloh

Das Schlaganfallzentrum, auch Stroke Unit genannt, der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen gGmbH befindet sich im Sankt Elisabeth Hospital in Gütersloh. Jährlich werden über 1000 akute Schlaganfallpatientinnen und -patienten auf dieser Spezialstation behandelt. Das Sankt Elisabeth Hospital ist das einzige Krankenhaus im Kreis Gütersloh, welches Patientinnen und Patienten mit einem Schlaganfall auf der Spezialstation behandelt. Die Stroke Unit ist als Regionale Stroke Unit durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe & Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) mit 10 Betten und einem Intermediate Care Bettplatz (IMC) zertifiziert.

Für die Akutversorgung werden Patientinnen und Patienten bereits durch den Rettungsdienst in der zentralen Notaufnahme angekündigt, um die Planung der Diagnostik und Akuttherapie einzuleiten. Nach einem kurzen Patientengespräch, der körperlichen Untersuchung sowie einer Blutabnahme und der Bildgebung des Gehirns mittels Computertomographie oder MR-Tomographie werden weitere Maßnahmen geplant und ggf. eine Akuttherapie, wie die medikamentöse Thrombolysetherapie (gerinnungsaktives Medikament) eingeleitet. Bei größeren Gefäßverschlüssen erfolgt anschließend eine intrakranielle Thrombektomie (Absaugen von Blutgerinnseln aus einem größeren hirnversorgenden Gefäß).

Auf der Stroke Unit versorgt ein multiprofessionelles Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik für Neurologie, der Medizinischen Klinik, der Neuroradiologie sowie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Sozialdienst und speziell weitergebildeten Pflegefachkräften Schlaganfallpatientinnen und -patienten. Jeder Überwachungsplatz ist mit einem Monitor ausgestattet, der es ermöglicht, kontinuierlich das EKG, den Blutdruck und die Sauerstoffversorgung aufzuzeichnen. Ziel der Behandlung auf der Stroke Unit ist die optimale Abklärung, Überwachung und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einem akuten Schlaganfall. Häufig bestehen Schluckstörungen, die zu einer Gefährdung bei selbstständigem Essen führen und teilweise eine vorübergehende Versorgung mittels Ernährungssonde erfordern.

Lesen Sie auch: Parkinson: Ottfried Fischer gibt Einblicke

Das Ärzteteam besteht aus erfahrenen Neurologinnen und Neurologen mit Expertise in vaskulärer Neurologie. Es besteht zertifizierte Kompetenz für die spezialisierte Schluckuntersuchung mittels Kamera (FEES-Zertifikat; FEES: fiberendoskopische Untersuchung des Schluckaktes) sowie spezielle Ausbildung für die neurovaskuläre Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße (Ultraschall-Zertifikat DEGUM-Stufe I).

Im Rahmen eines „Neurovaskulären Netzwerks“ besteht eine enge Kooperation mit der Universitätsklinik für Neurologie, der Universitätsklinik für Neurochirurgie sowie dem Institut für Neuroradiologie des Evangelischen Klinikums Bethel in Bielefeld. Des Weiteren wird eng mit der Klinik für Gefäßchirurgie im Klinikum Gütersloh kooperiert.

Herr Dr. med. Frédéric Zuhorn, Leitender Oberarzt der Klinik, übernimmt als neurovaskulär erfahrener Neurologe die Behandlungsleitung auf der Stroke Unit. Sowohl er als auch der Chefarzt der Klinik für Neurologie, Herr Priv.-Doz. Dr. med. habil. Andreas Rogalewski, sind Mitglieder der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der European Stroke Organisation (ESO). Mit der in Gütersloh ansässigen Stiftung Deutsche-Schlaganfallhilfe ist die Klinikleitung ebenfalls in engem Kontakt und betreut gemeinsame Projekte.

Die Besuchszeiten auf der Stroke Unit sind täglich von 14:00 bis 19:00 Uhr und nach Vereinbarung mit maximal zwei Personen pro Patient. Zusätzliche Besuchszeiten sind in Ausnahmesituationen möglich. Dies kann in Abhängigkeit des aktuellen Krankheitszustandes in Absprache mit dem Stationsteam besprochen werden.

Schwerpunkte der Neurologischen Klinik

Die Neurologische Klinik des Sankt Elisabeth Hospitals deckt ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen ab. Zu den Schwerpunkten gehören:

Lesen Sie auch: Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie bei Herrn Steuer

  • Akute Schlaganfallbehandlung auf der Stroke Unit
  • Neurodegenerative Erkrankungen (z.B. Parkinson-Krankheit, Demenzen einschließlich Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz, Dystonien)
  • Multiple Sklerose und andere chronisch entzündliche ZNS-Erkrankungen
  • Epilepsien und epileptische Anfälle, Status epilepticus
  • Kopfschmerzen (Akute Kopfschmerzsyndrome)
  • Schwindelsyndrome
  • Neuromuskuläre Erkrankungen (z.B. Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Myasthenie und myasthene Syndrome, Muskelerkrankungen)
  • Neuropathien (Polyneuropathie, Guillain-Barré-Syndrom (GBS), Plexusneuritis)
  • Entzündliche Erkrankungen (z.B. Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung wie Autoimmun-Enzephalitis oder Herpes-Enzephalitis, Herpes Zoster mit Nerven-/Gehirnbeteiligung)
  • Akute Schmerzsyndrome (Rückenschmerzen, akute neuropathische Schmerzsyndrome)
  • Hirntumoren (Primärdiagnostik)

Parkinson-Komplexbehandlung im Fokus

Die Parkinson-Krankheit ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Weltweit sind rund vier Millionen Menschen betroffen, allein in Deutschland etwa 280.000 Personen. Aufgrund des demographischen Wandels und des medizinischen Fortschritts wird von einer weltweiten Verdoppelung der Zahl der Betroffenen bis 2030 ausgegangen. Die meisten von ihnen sind über 60 Jahre alt, etwa 10% sind 40 Jahre oder jünger.

Die Klinik bietet eine spezialisierte Parkinson-Komplexbehandlung an, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnitten ist.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die häufigsten und bekanntesten Symptome der Parkinson-Krankheit sind Zittern (Tremor), verlangsamte und verminderte Bewegungen oder Schwierigkeiten beim Gehen. Es gibt verschiedene Stadien der Erkrankung. Im Verlauf können Schwankungen der Leistungsfähigkeit (Fluktuationen) zu Verschlechterungen von Beschwerden führen, die zum Teil plötzlich oder unvorhersehbar auftreten. Diese müssen nicht nur die Beweglichkeit betreffen (motorische Fluktuationen), sondern auch nicht-motorische Symptome wie z.B. Schmerzen, Stimmung, Magen-/Darm-/Basenprobleme, Halluzinationen u.a. Schluck- und Sprechstörungen sind darüber hinaus relevante und häufige Probleme.

Behandlungsspektrum

In der Klinik werden Patientinnen und Patienten mit idiopathischem und atypischen Parkinson-Syndromen (Multisystematrophie (MSA), progressive supranukleäre Blickparese (PSP), corticobasale Degeneration (CBD), Lewy-Körper-Demenz (DLB) behandelt. Darüber hinaus ist die Klinik spezialisiert auf wichtige Differentialdiagnosen wie verschiedene Tremor-Syndrome, Gangstörungen (wie z.B. vaskulär, Normaldruckhydrozephalus) u.a.

Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Andreas Rogalewski ist Mitglied im Kompetenznetz Parkinson e.V.. Das Kompetenznetz Parkinson ist ein Zusammenschluss von Ärzten und Forschern, die klinisch oder wissenschaftlich auf dem Gebiet der Parkinson-Krankheit arbeiten. Ziel des Kompetenznetzes ist es, die medizinische Versorgung von Parkinson-Patienten zu verbessern und langfristig die frühzeitige Diagnose, die Prävention oder gar die Heilung dieser Krankheit zu ermöglichen. Im Rahmen des Kompetenznetzes erfolgt ein Austausch zwischen Ärzten mit Schwerpunkt von Patientinnen und Patienten mit Parkinsonkrankheit, um jederzeit eine moderne Behandlung nach dem besten wissenschaftlichen Standard zu gewährleisten.

Lesen Sie auch: Diagnose und Behandlung von Parkinson

Elemente der Parkinson-Komplexbehandlung

Die Parkinson-Komplexbehandlung umfasst:

  • Ein erfahrenes und speziell geschultes multiprofessionelles Team bestehend aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, klinischen Linguisten, Pflegepersonal und Ärzten.
  • Fachliche und menschliche Kompetenz mit Blick auf die Patientinnen und Patienten, eingebunden in die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten eines Krankenhauses der Schwerpunktversorgung. Bei interdisziplinären Fragestellungen kann auf die Expertise anderer Fachabteilungen zurückgegriffen werden (Gastroenterologie, Kardiologie, etc.).
  • Intensive Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Medikamentenoptimierung
  • Klinische Linguistik zur Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen (ggf. endoskopische Schluckdiagnostik)
  • Therapie beginnender Parkinson-Syndrome sowie Therapieoptimierung in fortgeschrittenen Krankheitsstadien
  • Einleitung und Nachsorge erweiterter Therapieverfahren wie z.B. Pumpentherapien (Apomorphinpumpe, intestinale Levodopa/Carbidopa(/Entacapon)-Pumpentherapie, subkutane Foslevodopa/Foscarbidopa-Pumpentherapie)
  • Etablierte Zusammenarbeit mit einem in der tiefen Hirnstimulation erfahrenen Neurochirurgen zur Implantation
  • Sozialmedizinische Beratung

Die Empfehlung zur Parkinson-Komplexbehandlung erfolgt in der Regel durch den niedergelassenen Neurologen/Neurologin. Mit einer stationären Einweisung kann ein Termin über das Sekretariat vereinbart werden. Die Dauer der Behandlung beträgt mindestens 2 Wochen und kann bei Bedarf verlängert werden. Während der Behandlung erhalten die Patientinnen und Patienten hochfrequent Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie (mindestens 15 Einheiten à 30 Minuten Therapie pro Woche). Die Therapiefortschritte und der Plan für die weiteren Therapieeinheiten werden regelmäßig im Team besprochen.

Anmeldung

Das neurologische Sekretariat ist unter der Telefonnummer 05241/507-7610 erreichbar (Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr; am Montag, Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 14:00 bis 15:30 Uhr).

Neurologische Funktionsabteilung und Diagnostik

Die Klinik verfügt über eine Neurologische Funktionsabteilung in unmittelbarer Nähe zur Zentralen Notaufnahme, um eine Diagnostik mittels neurovaskulärem Ultraschall, elektrophysiologischen Untersuchungen (Elektroneurographie [NLG], Elektromyographie [EMG], evozierten Potentialen, EEG) zu ermöglichen.

PingPongParkinson im Sankt Elisabeth Hospital

Seit Februar wird in Zusammenarbeit mit dem PingPongParkinson e.V. ein spezielles Trainingsprogramm für Parkinson-Erkrankte angeboten. Dieses Programm beginnt mit Übungen, die die Bewegung und Koordination fördern. Die Trainer haben an speziellen Schulungen bezüglich der Parkinson-Erkrankung teilgenommen. Durch das Spiel werden die Motorik, die Beweglichkeit und das Reaktionsvermögen positiv beeinflusst. Studien, u.a. in Japan, haben ergeben, dass schon einmal wöchentliches Training nach rund 6 Monaten positive Auswirkungen zeigt. Bei den Teilnehmenden kam es zu signifikanten Effekten.

PingPongParkinson bietet vom Anfänger bis zum Weltmeister jedem Teilnehmenden die Sicherheit, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der Solidarität zählt. Der sportliche Wettkampf ist kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Durch die regelmäßigen Treffen entsteht ein starker Zusammenhalt, der von geteilten Freuden, gegenseitigem Austausch und gemeinsamen Fortschritten lebt.

Weitere Angebote und Informationen

  • Zentrale Notaufnahme: Rund um die Uhr werden Patienten mit akuten neurologischen Erkrankungen in der Zentralen Notaufnahme des Sankt Elisabeth Hospitals durch den diensthabenden Neurologen behandelt.
  • Privatambulanz: Herr Priv.-Doz. Dr. med. habil. Rogalewski behandelt in seiner Privatambulanz die gesamte Bandbreite neurologischer Erkrankungen.
  • Ausbildung: Studierende können unter enger Betreuung auf den Stationen und in der Zentralen Notaufnahme das Spektrum neurologischer Erkrankungen kennenlernen und unter enger Supervision Patienten mitbetreuen. Herr PD Dr. med. habil. Andreas Rogalewski verfügt über die Lehrbefugnis (Venia legendi) an der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld und unterrichtet regelmäßig Studierende.
  • Weiterbildung: Der Chefarzt verfügt über die volle Weiterbildungsbefugnis für das Fach Neurologie (48 Monate).

tags: #herr #parkinson #bielefeld