Hirntumoren stellen eine große Herausforderung für Patienten und Ärzte dar. Das Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt hat sich auf die Behandlung von Hirntumoren spezialisiert und bietet ein umfassendes Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten an.
Neurochirurgische Klinik im Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt
Die Neurochirurgische Klinik im Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt ist eine eigenständige Fachabteilung mit exzellenter technischer Ausstattung. In zwei Operationssälen werden komplexe Eingriffe mikrochirurgisch und minimalinvasiv mit hoher Präzision und Sicherheit durchgeführt.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Durch die enge Zusammenarbeit mit benachbarten Kliniken und Instituten werden integrierte Behandlungskonzepte ermöglicht, insbesondere in den Bereichen Neuroonkologie (Therapie von Hirntumoren), Wirbelsäulenbehandlung, Kinderheilkunde und Schmerztherapie. In regelmäßigen interdisziplinären Konferenzen werden mit der Neurologischen, der Strahlentherapeutischen und der Pädiatrischen Klinik sowie mit den Instituten für Radiologie und Anästhesiologie für jeden Patienten maßgeschneiderte Lösungen erarbeitet. Die Neurochirurgische Klinik ist deshalb in die fachübergreifenden Zentren des Leopoldina-Krankenhauses Schweinfurt eingebunden (Tumorzentrum, Traumazentrum, Perinatalzentrum).
Schwerpunkte der Neurologischen Klinik
Die Neurologische Klinik bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen an, darunter:
- Stroke Unit (Schlaganfall-Station): Eine der leistungsstärksten Schlaganfallstationen Bayerns, die jährlich mehr als 1000 Patienten betreut.
- Neurologische Intensivstation und Intermediate Care Station (IMC): Eine eigenständig geführte neurologische Intensivstation mit modernster Ausstattung, die Schwerpunkte in der Behandlung und Überwachung von Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen hat.
- Neurosonographie (Ultraschall): Eine nichtinvasive Untersuchungsmethode zur Erfassung von Veränderungen an den Blutgefäßen am Hals und im Kopf.
- Behandlung von Parkinsonerkrankungen: Spezialisiert auf die Untersuchung von Patienten in frühen Stadien und die Behandlung von Therapie- und Krankheitskomplikationen.
- Behandlung von Epilepsie: Langjährige Erfahrung und Kompetenz in der Diagnostik und Behandlung von Epilepsiepatienten, insbesondere bei älteren Menschen.
Innovative Therapieansätze und Forschung
Das Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt setzt auf innovative Therapieansätze und engagiert sich in der Forschung, um die Behandlung von Hirntumoren kontinuierlich zu verbessern.
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Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)
Eine neue Version eines KI-Tools verdoppelt die Zahl erkennbarer Tumortypen. Die KI „Heidelberg Brain Tumor Classifier“ hat molekulare Daten von mehr als 100.000 Hirntumoren analysiert. Die KI-basierte Auswertung medizinischer Bilddaten erfordert üblicherweise für jede Fragestellung einen speziell entwickelten Algorithmus.
Personalisierte Therapieansätze
Ein internationales Team entwickelt an der Universität Marburg personalisierte Therapieansätze gegen das aggressive Glioblastom. Mit Tumor-Organoiden aus pluripotenten Stammzellen ist es Wissenschaftlern gelungen, personalisierte Hirntumoren nachzubilden.
Theranostik
Diagnostik und Therapie näher zusammenbringen - das ist die Grundidee hinter Theranostik. Mit der Weiterentwicklung seiner PET/MR-Scanner will Siemens Healthineers diesen Ansatz voranbringen. Siemens Healthineers stellt auf dem RSNA den PET/MR-Scanner Biograph One vor.
Neuartige Bildgebungstechniken
Ein neuartiges bildgebendes Messgerät wurde in der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg in Betrieb genommen. Das sogenannte Magnetic Particle Imaging-System (MPI) macht sich die magnetischen Eigenschaften winziger, nur wenige Nanometer großer Eisenoxidpartikel zunutze.
Medikamentenentwicklung und -forschung
Fokussierte Ultraschallwellen helfen Forschenden an der ETH Zürich, Medikamente im Gehirn punktgenau zu platzieren.
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Immuntherapie
Glioblastome, extrem aggressive Hirntumoren, sprechen sehr häufig nicht auf Immuntherapien an. Wissenschaftler von der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) konnten bei Mäusen nun einen Resistenzmechanismus identifizieren, der es Glioblastomen ermöglicht, einer Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren zu entkommen.
Rolle der Epigenetik
Glioblastome sind Hirntumore mit verheerender Prognose. Sie werden von vielfältigen Gendefekten ausgelöst, wodurch sie schwer behandelbar werden. Außerdem spielt die Epigenetik eine wesentliche und oft unterschätzte Rolle: Sie beeinflusst das Fortschreiten des Tumors unabhängig von der genetischen DNA-Sequenz.
Forschung zu Zelltypen
Es kommt nicht oft vor, dass Forscher noch einen neuen Zelltyp entdecken. Einem Team um Prof. Dr. Rainer Glaß von der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik des LMU Klinikums Großhadern ist dies nun gelungen. Diese TAMEP genannten Zellen treiben das schnelle Wachstum des Glioblastoms voran. Die Forscher wollen ihre Entdeckung für neue Therapien gegen die oft tödliche Erkrankung nutzen.
Bedeutung von Biomarkern
Hirntumoren sprechen sehr unterschiedlich auf die Behandlung an. Das Therapieansprechen möglichst früh einschätzen zu können, ist jedoch essentiell, um für den Patienten die bestmögliche Behandlungsform zu wählen.
Neuro-Onkologie am Universitätsklinikum Regensburg
Am Universitätsklinikum Regensburg besteht mit dem Zentrum für Hirntumoren (ZHT) und der angeschlossenen Wilhelm-Sander-Therapieeinheit NeuroOnkologie eine der größten und modernsten Einrichtungen für die Behandlung von Hirntumoren in Deutschland.
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Studien zu Glioblastomen
Krebsforscher der Universität Bonn vermelden einen bedeutenden Fortschritt bei der Behandlung des Glioblastoms. Rund ein Drittel aller Patienten leiden unter einer bestimmten Variante dieses häufigsten und aggressivsten Hirntumors. Nur drei verschiedene Erbgutveränderungen treiben die frühe Entwicklung bösartiger Glioblastome an, fanden Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in einer aktuellen Untersuchung. Bei allen untersuchten Tumoren lag mindestens einer dieser drei Krebstreiber vor. Doch erst eine Aktivierung der Telomerase sorgt schließlich für rasantes Größenwachstum.
Protonentherapie
Die Protonentherapie von Tumoren könnte von den Eigenschaften nanometergroßer Goldpartikel profitieren. Diesem Zusammenhang sind derzeit Forscher der Universität Duisburg-Essen (UDE) auf der Spur. Werden Tumoren gezielt mit Protonen bestrahlt, kann umliegendes gesundes Gewebe geschont werden.
Besonderheiten bei Kindern
Wissenschaftler des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ) und des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) präsentieren die bisher umfangreichsten Analysen an einer Gruppe besonders aggressiv wachsender Hirntumoren bei Kindern in der Fachzeitschrift „Nature". Sie helfen, die Entwicklung dieser Krebsart besser zu verstehen und geben Hinweise auf neue Therapieoptionen. Ein Forscherteam unter Leitung des UKE in Hamburg entwickelt ein schonenderes Verfahren, um Hirntumore bei Kindern zu bestimmen.
Bedeutung der Misteltherapie
Auch eine heilende Wirkung wird der Mistel nachgesagt: Sogar gegen Krebs sollen Arzneien aus der Mistel helfen.
Wolfgang Wick: Forschungsschwerpunkte
Wolfgang Wick beschäftigt sich mit grundlegenden, translationalen und klinischen Fragestellungen zu hirneigenen Tumoren und Krebsmetastasen im zentralen Nervensystem. Seine Hauptarbeitsgebiete sind Therapieresistenzmechanismen sowie die Präzisierung der Hirntumortherapie durch Biomarker und Immuntherapie. Im Bereich „Cancer Neuroscience“ erforscht Wick Steuerungsmechanismen des Nervensystems bei Tumorerkrankungen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung ist die Entwicklung regionaler und überregionaler neurologischer Therapienetzwerke.
Unterstützung und Hoffnung für Betroffene
Die Diagnose eines Hirntumors ist für viele Patienten und ihre Angehörigen ein Schock. Es ist wichtig zu wissen, dass es viele Möglichkeiten der Unterstützung und Behandlung gibt. Das Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt und andere spezialisierte Einrichtungen bieten umfassende Informationen, Beratung und Betreuung an.
Erfahrungen von Betroffenen
Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein. In Foren und Selbsthilfegruppen können Patienten und Angehörige ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen.
Langzeitüberlebende
Es gibt auch Patienten, die trotz eines Glioblastoms lange Zeit überleben. Diese "Langzeitüberlebenden" machen Mut und geben Hoffnung.
Léopold Griffuel Award für Stefan Pfister
Michael Taylor und Stefan Pfister gelten als weltweit führende Spezialisten für kindliche Hirntumoren. Mit dem Léopold Griffuel Preis wurde Stefan Pfister für seine Forschung in der pädiatrischen Onkologie ausgezeichnet, die zu einem besseren Verständnis der Biologie von Hirntumoren bei Kindern geführt und dazu beigetragen hat, die klinische Behandlung und die Lebenserwartung dieser jungen Patienten zu verbessern. Das Preisgeld möchte Stefan Pfister für eine familiengerechte Patientenkommunikation zum Thema Krebs und Kinder einsetzen. In Kooperation mit dem TV-Arzt und Moderator Dr. Johannes Wimmer wird das KiTZ eine Videoserie produzieren, mit der sich betroffene Eltern und junge Patienten Schritt für Schritt über die Krebserkrankung und alle Untersuchungen und Behandlungen, die auf sie zukommen, informieren können.