Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch starke, pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, oft begleitet von Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Für viele Betroffene bedeutet dies eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Auf der Suche nach Linderung sind einige auf alternative Behandlungsmethoden gestoßen, darunter das sogenannte Migräne-Piercing. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Arten von Ohrpiercings, die im Zusammenhang mit Migräne diskutiert werden, insbesondere das Tragus-Piercing, und untersucht die wissenschaftliche Grundlage sowie die potenziellen Risiken und Vorteile.
Ohrpiercings im Überblick
Es gibt eine Vielzahl von Ohrpiercings, die sich in ihrer Platzierung und dem damit verbundenen Heilungsprozess unterscheiden. Einige der gängigsten Arten sind:
- Conch-Piercing: Dieses Piercing wird in der inneren oder äußeren Ohrmuschel platziert und kann entweder gestochen oder, um die Heilungszeit zu verkürzen, "gepuncht" werden, wobei Gewebe entfernt wird.
- Daith-Piercing: Ein Daith-Piercing wird durch die Knorpelfalte über dem Gehörgang gestochen. Es wird oft als "Migräne-Piercing" beworben, da es auf Akupunkturpunkte abzielen soll, die mit der Linderung von Kopfschmerzen in Verbindung gebracht werden.
- Tragus-Piercing: Dieses Piercing wird durch den Tragus gestochen, die kleine Knorpelmasse direkt vor dem Gehörgang.
- Anti-Tragus-Piercing: Das Anti-Tragus-Piercing wird gegenüber dem Tragus in der unteren Knorpelfalte platziert.
- Industrial-Piercing: Ein Industrial-Piercing, auch Helix-Piercing genannt, verbindet zwei Piercings am oberen und äußeren Rand der Ohrmuschel mit einem Stab.
- Snug-Piercing: Ein Snug-Piercing verläuft durch die innere Ohrknorpelauswölbung zur Ohrkante.
- Helix-Piercing: Das Helix-Piercing wird durch das Knorpelgewebe der oberen Ohrkante gestochen.
Die Heilungszeiten für diese Piercings variieren erheblich. Während das Piercen durch Knorpelgewebe in der Regel länger dauert (3-8 Monate), kann das Punchen die Heilungszeit auf etwa 3-8 Wochen verkürzen.
Das Tragus-Piercing und seine potenzielle Wirkung auf den Appetit
Das Tragus-Piercing wird durch die kleine Knorpelmasse der Ohrmuschel gestochen, die kurz vor dem Gehörgang sitzt. Es gibt Behauptungen, dass das Tragus-Piercing den Appetit zügeln kann, was es für manche zu einer interessanten Option machen könnte. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für diese Behauptung gibt.
Das Daith-Piercing als "Migräne-Piercing"
Das Daith-Piercing hat in den letzten Jahren als potenzielle Behandlungsmethode für Migräne an Popularität gewonnen. Die Idee dahinter basiert auf der Akupunktur, einer traditionellen chinesischen Medizin, bei der feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen werden, um den Energiefluss zu regulieren und Schmerzen zu lindern.
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Befürworter des Daith-Piercings argumentieren, dass das Piercing den gleichen Akupunkturpunkt stimuliert, der auch bei der Behandlung von Migräne eingesetzt wird. Durch die dauerhafte Stimulation dieses Punktes soll das Nervensystem, insbesondere der Vagusnerv, aktiviert werden, der eine Rolle bei der Schmerzweiterleitung spielt.
Wissenschaftliche Evidenz und Expertenmeinungen
Trotz der wachsenden Popularität des Daith-Piercings als Migränemittel gibt es derzeit keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise, um seine Wirksamkeit zu belegen. Studien, die die Wirksamkeit von Akupunktur bei Migräne belegen, können nicht einfach auf das Daith-Piercing übertragen werden, da die Akupunktur eine präzise und individuell angepasste Behandlung ist, die von ausgebildeten Fachkräften durchgeführt wird.
Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) warnt davor, sich aus den falschen Beweggründen piercen zu lassen und betont, dass es keine Garantie dafür gibt, dass ein Piercer ohne Akupunkturkenntnisse die richtigen Punkte trifft. Darüber hinaus argumentiert die DMKG, dass eine dauerhafte Reizung der Akupunkturpunkte durch das Piercing zu einer Abstumpfung des Körpers führen und die Schmerzen nach kurzer Zeit zurückkehren könnten.
Eine für die Studie sucht das ZI Menschen zwischen 18 und 65 Jahren, die unter Migräneattacken leiden und bereit sind, sich ein Daith-Piercing stechen zu lassen. Die deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. rät derzeit von Piercings gegen Migräne ab, da die Gefahr von Entzündungen des Ohrknorpels besteht und derzeit noch keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit vorliegen. Diese Forschungslücke möchten wir schließen und in unserer Studie untersuchen, ob Ohrpiercings die Häufigkeit, Dauer und Stärke von Migräneattacken verringern und die Lebensqualität und Stimmung verbessern können.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem Piercing birgt auch das Daith-Piercing Risiken. Da das Piercing im Knorpelgewebe platziert wird, kann die Heilung bis zu sechs Monate dauern. Aufgrund der schlechten Durchblutung des Knorpels besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen, Entzündungen und verzögerte Wundheilung. In seltenen Fällen kann es zu kosmetischen Folgen wie einer Verformung der Ohrmuschel kommen.
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Alternativen zum Migräne-Piercing
Für Migränepatienten, die nach nicht-medikamentösen Alternativen suchen, gibt es eine Reihe von Optionen, die wissenschaftlich fundierter sind als das Daith-Piercing. Dazu gehören:
- Akupunktur: Studien haben gezeigt, dass Akupunktur bei der Vorbeugung von Migräneattacken wirksam sein kann.
- Biofeedback: Biofeedback ist eine Technik, bei der Patienten lernen, ihre Körperfunktionen wie Herzfrequenz und Muskelspannung zu kontrollieren, um Stress abzubauen und Migräne vorzubeugen.
- Muskelentspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung und autogenes Training können helfen, Muskelverspannungen zu reduzieren, die Migräne auslösen können.
- sinCephalea App: Die App bietet die Gelegenheit die Reaktion deines Blutzuckers auf gewisse Mahlzeiten und Lebensmittel zu testen. Im Anschluß an die Testphase erhältst du individuell auf dich zugeschnittene Ernährungsempfehlungen, mit denen du mit nur wenigen Änderungen (keine Migräne-Diät!!) wirksam Migräneattacken vorbeugen kannst.
Piercingpunktur-Effekte
Bei A Hurricane Ink erwartet dich ein Team aus erfahrenen Piercing-Profis, die bereit sind, auf all deine Fragen einzugehen - kein Thema ist uns zu peinlich. Wir sind hier, um eine angenehme Erfahrung zu gewährleisten und dich durch den gesamten Prozess zu begleiten.
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- Nullpunkt (Migräne-Piercing): Hilft bei Kopfschmerzen, Migräne, Nackenspannungen und verbessert das allgemeine Wohlbefinden.
- Shen Men: Fördert psychischen Ausgleich, wirkt entzündungshemmend und hilft bei Depressionen, Panikattacken und Stress.
- Point de Jerome: Unterstützt bei Schlafstörungen, Muskelverspannungen und Bandscheibenschmerzen.
- Polsterpunkt: Lindert Halswirbelsäulenblockaden, Nackenschmerzen und Kopfschmerzen.
- Allergiepunkt: Hilft bei Allergien wie Tierhaar-, Hausstaub- und Pollenallergien.
- Schilddrüsenpunkt: Unterstützt die Schilddrüsenfunktion und kann die Gewichtsreduktion fördern.
- Depressionspunkt: Wirkt unterstützend bei Depressionen.
- Schulterpunkt: Lindert Schulterschmerzen.
- ISG-Punkt: Reduziert Schmerzen im unteren Rückenbereich.
- Aggressionspunkt: Dämpft Aggressionen.
Piercings als Ausdruck von Individualität und Wohlbefinden
Unabhängig von den potenziellen gesundheitlichen Vorteilen können Piercings für viele Menschen eine Form des Selbstausdrucks und der Körperkunst sein. Ein Piercing kann ein Symbol für einen neuen Lebensabschnitt, ein Ausdruck von Individualität oder einfach ein ästhetisches Schmuckstück sein.
Viele Menschen erleben Piercings als persönlichen Befreiungsschlag oder als Symbol für einen neuen Lebensabschnitt. Als Piercer orientieren wir uns manchmal auch an Akupunkturpunkten. Ein Piercing an diesen Punkten kann ähnlich wie eine Akupunkturnadel dauerhaft Reize setzen. Ein Piercing kann ein toller Schritt sein, um wieder mehr Kontrolle, Stärke und Mut in den eigenen Alltag zu bringen.
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