Hippocampus-Journal: Einflussfaktoren und aktuelle Entwicklungen

Der Hippocampus, eine Hirnstruktur, die eine entscheidende Rolle für das Gedächtnis, die räumliche Orientierung und die Emotionsregulation spielt, ist ein intensiv beforschtes Gebiet in der Neurowissenschaft und Psychiatrie. Die hohe Anfälligkeit der Hippocampusregion für Strahlenschäden ist wahrscheinlich die Ursache für neurokognitive Dysfunktionen nach Exposition gegenüber ionisierender Strahlung. Die Bedeutung dieser Forschung spiegelt sich in der hohen Zahl von Publikationen und dem damit verbundenen Einfluss der Fachzeitschriften wider, in denen diese Arbeiten veröffentlicht werden. Der sogenannte "Impact Factor" (IF) dient als ein Maß für den relativen Einfluss und die Bedeutung einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift. Dieser Artikel beleuchtet die Relevanz des Hippocampus in der Forschung, die Bedeutung des "Impact Factors" von Fachzeitschriften und gibt einen Überblick über aktuelle Studien und Entwicklungen in diesem Bereich.

Bedeutung des Hippocampus in der Forschung

Der Hippocampus ist aufgrund seiner zentralen Funktion bei Lern- und Gedächtnisprozessen von großem Interesse für Forscher verschiedener Disziplinen. Seine Rolle bei der Entstehung und dem Abruf von Erinnerungen, insbesondere im Zusammenhang mit räumlicher Orientierung und Navigation, ist gut dokumentiert. Darüber hinaus wird der Hippocampus mit der Verarbeitung von Emotionen und der Stressregulation in Verbindung gebracht.

Hippocampus und psychische Erkrankungen

Studien haben Veränderungen in der Struktur und Funktion des Hippocampus bei verschiedenen psychischen Erkrankungen festgestellt, darunter Depressionen, Schizophrenie,ADHS und die Borderline-Persönlichkeitsstörung.

  • Depressionen: MacQueen G, Frodl T (2011) zeigten in "The hippocampus in major depression: evidence for the convergence of the bench and bedside in psychiatric research?", dass der Hippocampus bei Depressionen eine entscheidende Rolle spielt. Frodl T (2010) untersuchte in "Hippocampus changes and remission: Relevance for depression" die Relevanz von Hippocampusveränderungen für die Remission bei Depressionen.
  • Schizophrenie: Trost et al. (2013) fanden in einer VBM-Studie (Voxel-Based Morphometry) eine Assoziation zwischen DISC1 (disrupted-in-schizophrenia 1) und den kortikalen Grauen Substanzvolumina im menschlichen Gehirn.
  • ADHS: Frodl T (2010) beleuchtete in "Comorbidity of ADHD and Substance Use Disorder (SUD): A Neuroimaging Perspective" die Neurobildgebungsperspektiven der Komorbidität von ADHS und Substanzkonsumstörung.
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung: O'Neill A, Frodl T (2012) untersuchten in "Brain structure and function in borderline personality disorder" die Hirnstruktur und -funktion bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung des Hippocampus als Zielstruktur für die Entwicklung neuer Therapieansätze.

Einfluss von Stress auf den Hippocampus

Frodl T, O’Keane V (2013) untersuchten in "How does the brain deal with cumulative stress? A review with focus on developmental stress, HPA axis function and hippocampal structure in humans" die Auswirkungen von kumulativem Stress auf das Gehirn, wobei der Fokus auf Entwicklungsstress, der Funktion der HPA-Achse und der Hippocampusstruktur beim Menschen lag. O’Keane V, Frodl T, Dinan T (2012) gaben in "A review of Atypical Depression in relation to the course of depression and changes in HPA axis organization" einen Überblick über atypische Depressionen im Zusammenhang mit dem Verlauf der Depression und Veränderungen in der Organisation der HPA-Achse.

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Neuroinflammation und Hippocampus

Die hohe Anfälligkeit der Hippocampusregion für Strahlenschäden ist wahrscheinlich die Ursache für neurokognitive Dysfunktionen nach Exposition gegenüber ionisierender Strahlung.

Der Impact Factor: Ein Maß für wissenschaftlichen Einfluss

Der Impact Factor (IF) ist ein Maß, das den durchschnittlichen Zitierhäufigkeit von Artikeln einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift angibt. Er wird jährlich vom Clarivate Analytics im Journal Citation Reports (JCR) veröffentlicht. Der IF einer Zeitschrift wird berechnet, indem die Anzahl der Zitationen, die Artikel dieser Zeitschrift in den letzten zwei Jahren erhalten haben, durch die Gesamtzahl der in dieser Zeitschrift veröffentlichten Artikel in diesen zwei Jahren geteilt wird.

Bedeutung des Impact Factors

Der Impact Factor wird oft als Indikator für die Bedeutung einer Zeitschrift innerhalb ihres Fachgebiets angesehen. Zeitschriften mit einem hohen IF gelten in der Regel als einflussreicher und prestigeträchtiger. Für Forscher ist der IF ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl einer Zeitschrift für die Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse. Er kann auch bei der Bewertung der wissenschaftlichen Leistung von Forschern und Institutionen eine Rolle spielen.

Kritik am Impact Factor

Trotz seiner weiten Verbreitung ist der Impact Factor nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass der IF:

  • Fachgebietsabhängig ist: Der IF variiert stark zwischen verschiedenen Fachgebieten. Ein hoher IF in einem Fachgebiet kann in einem anderen Fachgebiet als niedrig angesehen werden.
  • Kurzfristige Auswirkungen misst: Der IF berücksichtigt nur Zitationen innerhalb von zwei Jahren nach der Veröffentlichung. Dies kann die Bedeutung von Artikeln, die langfristig relevant sind, unterschätzen.
  • Durch Manipulation beeinflussbar ist: Zeitschriften können versuchen, ihren IF durch bestimmte Praktiken, wie z.B. Zitationskartelle, zu erhöhen.
  • Nicht die Qualität einzelner Artikel widerspiegelt: Der IF bezieht sich auf die Zeitschrift als Ganzes und sagt nichts über die Qualität einzelner Artikel aus.

Trotz dieser Kritik bleibt der Impact Factor ein weit verbreitetes und einflussreiches Maß in der wissenschaftlichen Gemeinschaft.

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Aktuelle Entwicklungen in der Hippocampus-Forschung und relevante Impact Factors

Die Hippocampus-Forschung ist ein dynamisches Feld, das ständig neue Erkenntnisse liefert. Aktuelle Studien untersuchen unter anderem:

  • Die Rolle des Hippocampus bei der Pathophysiologie psychischer Erkrankungen: Hierzu gehören Studien zur Neurobildgebung, Genetik und Epigenetik.
  • Die Auswirkungen von Stress, Traumata und neuroinflammation auf den Hippocampus: Diese Forschungen zielen darauf ab, die Mechanismen zu verstehen, die zu strukturellen und funktionellen Veränderungen im Hippocampus führen können.
  • Die Entwicklung neuer Therapieansätze zur Behandlung von Hippocampus-bezogenen Erkrankungen: Dies umfasst pharmakologische Interventionen, Psychotherapie und Neurostimulationstechniken.
  • Die Auswirkungen von Strahlung auf den Hippocampus: Für Karzinome im Kopf- und Halsbereich lag die Dosisexposition der Hippocampusregion für eine einzelne Fraktion im Bereich von 37,4 bis 154,8 mGy, mit Maximalwerten für Nasopharynxkarzinome. Dies reicht aus, um neurokognitive Funktionen zu reduzieren.

Auswahl relevanter Fachzeitschriften und deren Impact Factors

Die Hippocampus-Forschung wird in einer Vielzahl von Fachzeitschriften veröffentlicht, die unterschiedliche Schwerpunkte und Impact Factors aufweisen. Einige Beispiele sind:

  • Lancet Psychiatry: Diese renommierte Zeitschrift veröffentlicht hochrangige Forschungsergebnisse aus dem gesamten Bereich der Psychiatrie. Im Jahr 2020 veröffentlichte sie eine Studie zum Thema "Autoimmune psychosis: an international consensus on an approach to the diagnosis and management of psychosis of suspected autoimmune origin" (Pollak TA et al.) mit einem Impact Factor von 18.329.
  • Molecular Psychiatry: Diese Zeitschrift konzentriert sich auf die molekularen und zellulären Mechanismen psychischer Erkrankungen. MacQueen G, Frodl T (2011) veröffentlichten hier "The hippocampus in major depression: evidence for the convergence of the bench and bedside in psychiatric research?" mit einem Impact Factor von 13.204. Schmaal L et al. (2016) veröffentlichten "Response to Dr Fried & Dr Kievit, and Dr Malhi et al." mit einem Impact Factor von 13.204.
  • JAMA Psychiatry: Diese Zeitschrift veröffentlicht Originalarbeiten, Rezensionen und Kommentare zu allen Bereichen der Psychiatrie. McCarthy H, Skokauskas, N, Frodl T veröffentlichten 2014 "Attention Network Hypoconnectivity With Default and Affective Network Hyperconnectivity in Adults Diagnosed With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Childhood. Response" mit einem Impact Factor von 15.307.
  • Biological Psychiatry: Diese Zeitschrift veröffentlicht Forschungsergebnisse zu den biologischen Grundlagen psychischer Erkrankungen. Frodl T, Skokauskas N veröffentlichten 2014 "Neuroimaging of externalizing behaviors and borderline traits" mit einem Impact Factor von 11.412.
  • Translational Psychiatry: Diese Zeitschrift konzentriert sich auf die translationale Forschung in der Psychiatrie, d.h. die Übertragung von Forschungsergebnissen aus dem Labor in die klinische Praxis. Thompson PM et al. veröffentlichten 2020 "ENIGMA and global neuroscience: A decade of large-scale studies of the brain in health and disease across more than 40 countries" mit einem Impact Factor von 5.182.
  • Neurobiology of Disease: Diese Zeitschrift veröffentlicht Forschungsergebnisse zu den neurobiologischen Mechanismen von Krankheiten des Nervensystems. Frodl T, O’Keane V veröffentlichten 2013 "How does the brain deal with cumulative stress? A review with focus on developmental stress, HPA axis function and hippocampal structure in humans" mit einem Impact Factor von 5.020.
  • Journal of Neurology, Neurosurgery, and Psychiatry: Diese Zeitschrift veröffentlicht Forschungsergebnisse und klinische Übersichten aus den Bereichen Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie. Keynejad RC, Frodl T et al. veröffentlichten 2019 "Stress and functional neurological disorders: mechanistic insights" mit einem Impact Factor von 8.327.
  • Brain Structure and Function: Diese Zeitschrift veröffentlicht Forschungsergebnisse zur Struktur und Funktion des Gehirns. O'Neill A, Frodl T veröffentlichten 2012 "Brain structure and function in borderline personality disorder" mit einem Impact Factor von 4.698.
  • European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience (EAPCN): Diese Zeitschrift hat einen Impact Factor von 3.494 und belegt Positionen in den Bereichen klinische Neurologie (Rang 40 von 191 Zeitschriften) und Psychiatrie (Rang 33 von 129 Zeitschriften).
  • World Journal of Biological Psychiatry: Steiner J, Prüss H, Köhler S, Frodl T et al. veröffentlichten 2018 "Autoimmune encephalitis with psychosis: Warning signs, step-by-step diagnostics and treatment" mit einem Impact Factor von 4.040. Paul R, Schaaff N, Padberg F, Möller H-J, Frodl T veröffentlichten 2009 "Comparison of racemic ketamine and S-ketamine in treatment-resistant major depression: Report of two cases" mit einem Impact Factor von 3.658.
  • Frontiers in Psychiatry: Gescher DM, Kahl KG, Hillemacher T, Frieling H, Kuhn J, Frodl T veröffentlichten 2018 "Epigenetics in Personality Disorders: Today's Insights" mit einem Impact Factor von New.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Impact Factor nur ein Kriterium bei der Bewertung der Qualität einer Zeitschrift ist. Andere Faktoren, wie z.B. die Reputation der Herausgeber, die Qualität der Peer-Review und die Relevanz der Zeitschrift für das eigene Forschungsgebiet, sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

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