Der Begriff "Hippocampus" birgt eine faszinierende Vielschichtigkeit. Er reicht von antiken Fabelwesen bis hin zu realen, bedrohten Meeresbewohnern und findet sogar in der modernen Psychologie seine Anwendung. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten des Hippocampus, um ein umfassendes Verständnis dieses vielseitigen Begriffs zu vermitteln.
Der Hippocampus in der griechischen Mythologie
In der griechisch-römischen Mythologie ist der Hippocampus (auch Hippokamp oder Hippokampos genannt) ein Fabelwesen, ein Mischwesen aus Pferd und Fisch. Er hat den Vorderkörper eines Pferdes und den Hinterkörper eines Fisches, oft mit einer eingerollten Schwanzflosse, die an eine Schlange erinnert. Manchmal wird der vordere Teil auch mit Flügeln dargestellt.
Bedeutung und Darstellung
Der Hippocampus diente in der Mythologie oft als Zug- oder Reittier für Meeresgötter wie Poseidon. Darstellungen von Hippocampen finden sich auf antiken Münzen und in der Kunst. Auch an venezianischen Gondeln sind oft Hippocampen zu sehen.
Symbolik
Der Hippocampus kann als Symbol für das Unterbewusstsein interpretiert werden. Der Fischkörper repräsentiert das Wasser als Element des Unterbewusstseins, während der Pferdekopf die Verbindung zum Bewusstsein darstellt. In dieser Deutung hilft das Pferd dem Menschen, Inhalte des Unterbewusstseins zugänglich zu machen. Das Unterbewusstsein kann vieles suchen und das Pferd kann dem Menschen letztlich helfen, dass die Inhalte des Unterbewusstseins für den Menschen zugänglich werden.
Der Hippocampus in der Heraldik
In der Heraldik ist der Hippocampus eine stilisierte Form des Seepferdchens und kann als Wappentier verwendet werden.
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Das Seepferdchen (Hippocampus) als reales Tier
Trotz der mythologischen Wurzeln ist der Begriff "Hippocampus" auch die wissenschaftliche Bezeichnung für eine Gattung von Fischen: die Seepferdchen.
Biologische Merkmale
Seepferdchen leben in Seegras- und Tangwiesen in Küstennähe und ernähren sich von tierischem Plankton. Ihr Körperbau ist einzigartig: Der Kopf ist pferdeähnlich geformt, die Schnauze ist röhrenförmig, und der Schwanz dient als Greiforgan. Sie schwimmen aufrecht und bewegen sich durch Schlagen der Rückenflosse fort.
Fortpflanzung
Besonders bemerkenswert ist die Fortpflanzung der Seepferdchen. Das Weibchen legt die Eier in die Bruttasche des Männchens, wo sie befruchtet werden und sich entwickeln. Das Männchen trägt die Jungtiere aus und entlässt sie nach etwa vier Wochen in die Freiheit.
Bedrohung und Schutz
Aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums und des Beifangs in der Fischerei sind viele Seepferdchenarten vom Aussterben bedroht. Von 34 Seepferdchenarten befinden sich 32 Arten auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Die Nachzucht in Aquakultur ist schwierig, da die Fische anfällig für Krankheiten sind und große Mengen an hochwertigem Lebendfutter benötigen.
Erfolge in der Aquakultur
Einem Forscherteam der Justus-von-Liebig-Universität ist es gelungen, die Überlebensrate des Langschnauzen-Seepferdchens (Hippocampus reidi) in Aquakultur zu erhöhen, indem sie die Ernährung der Jungtiere optimierten. Vor allem nach dem Schlüpfen ist der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren groß. Fehlen diese Substanzen, sterben viele Jungtiere oder wachsen nur ganz langsam.
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Arten von Seepferdchen
Es gibt verschiedene Arten von Seepferdchen, darunter:
- Das Langschnauzige Seepferdchen (Hippocampus ramulosus): Es hat eine lange, gerade Schnauze, die mehr als ein Drittel des Kopfes ausmacht. An Kopf und Körper sind meistens lange, fadenförmig ausgezogene Hauttentakel. Die Farbe des Tieres ist gelblich-grün bis braun.
- Das Kurzschnauzige Seepferdchen (Hippocampus hippocampus): Es hat eine kurze, leicht aufwärts gebogene Schnauze, die weniger als ein Drittel des Kopfes ausmacht. Meist ohne Hautlappen. Farbe schwarz-braun.
Funde in Deutschland
In den letzten Tagen wurden am Wangerooger und am Baltrumer Strand junge Seepferdchen gefunden.
Der Hippocampus im Gehirn
Neben den mythologischen und zoologischen Bedeutungen bezeichnet "Hippocampus" auch eine Hirnstruktur im menschlichen und tierischen Gehirn.
Anatomie und Funktion
Der Hippocampus ist eine paarige Struktur im medialen Temporallappen des Gehirns. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Gedächtnisbildung, insbesondere beim räumlichen Gedächtnis und der Überführung von Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis.
Bedeutung für Achtsamkeit
Achtsamkeitsübungen können den Hippocampus wachsen lassen und somit die Gedächtnisleistung verbessern.
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Der "Python-TTouch" und der Hippocampus
Der "Python-TTouch" ist eine spezielle Berührungstechnik im Rahmen der Tellington-Methode, die zur Entspannung und Erdung von Tieren eingesetzt wird. Er wird langsam und achtsam ausgeführt und kann dazu beitragen, Stress abzubauen und das Wohlbefinden des Tieres zu fördern.
Anwendung bei Pferden
Beim Python-TTouch wird das Pferd ruhig angehoben, gehalten, durchgeatmet und mit dem gleichen Druck langsam wieder nach unten gelassen. Diese Technik kann auch bei ängstlichen Pferden angewendet werden, indem sie schneller, aber immer mit der gleichen Aufmerksamkeit ausgeführt wird.
Bedeutung für die Tierkommunikation
Die Tellington-Methode legt großen Wert darauf, Tieren zuzuhören und ihre Signale zu verstehen. Der Python-TTouch kann dazu beitragen, die Verbindung zwischen Mensch und Tier zu stärken und die Kommunikation zu verbessern.
Das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg
Das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg widmet sich der Erforschung und Vermittlung von natur- und kulturgeschichtlichen Themen.
Aktuelle Ausstellungen und Projekte
Das Museum präsentiert regelmäßig Ausstellungen zu verschiedenen Themen, darunter auch solche, die sich mit der Herkunftsgeschichte von Sammlungsobjekten auseinandersetzen. So wurden beispielsweise römische Bronzefunde als mögliches NS-Raubgut identifiziert und temporär im Museum gezeigt.
Das Naturalienkabinett
Das Naturalienkabinett des Museums ist ein Raum, der an die Anfänge des Museums erinnern soll. Es ist jedoch auch ein Raum, der koloniale Denkmuster fortschreibt. Das Museum arbeitet derzeit an einer Neukonzeption des Naturalienkabinetts, um koloniale Kontexte sichtbar zu machen und indigene Perspektiven einzubeziehen.
Veranstaltungen
Das Museum bietet regelmäßig Veranstaltungen an, die sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen, darunter auch der "Día de los Muertos", ein traditionelles mexikanisches Fest, das die Verstorbenen ehrt.
Übergänge und Transformationen in der Kunst
Die Ausstellung "Lost in Transition - Künstlerische Annäherungen an ein Leben im Übergang" im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg präsentierte Arbeiten von Kunststudierenden, die sich mit dem Thema des Wandels und des Dazwischen auseinandersetzen. Die Ausstellung untersuchte Transitionen in unserer Umwelt, in kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten und in persönlichen Lebensrealitäten.
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