Hirnblutung, Handbruch, Fieber – Das Drama der Silvia Mittermüller bei den Olympischen Winterspielen

Die Geschichte der deutschen Snowboarderin Silvia Mittermüller ist eine von unerbittlichem Kampfgeist, außergewöhnlicher Willenskraft und letztendlich von Tragik bei den Olympischen Winterspielen. Trotz schwerwiegender Verletzungen und Krankheit gab sie nicht auf, um ihren Traum von Olympia zu verwirklichen.

Vom Medizinstudium zum Snowboard-Profi

Silvia Mittermüller entschied sich nach dem Abitur gegen ein Medizinstudium in München und für eine Snowboard-Karriere in den USA. Ohne fremde Hilfe, nur unterstützt von Freunden aus der Snowboardszene, schaffte sie es in die Weltspitze der Freestyle-Snowboarderinnen. 2003 gewann sie Silber bei der Junioren-WM in der Halfpipe. Im Jahr 2005 gewann sie als erste Deutsche eine Medaille bei den X-Games in Aspen: Silber im Slopestyle.

Verletzungen und Rückschläge

Im Laufe ihrer Karriere musste Mittermüller viele schwere Verletzungen überwinden, darunter Kreuzbandrisse, Gehirnerschütterungen und Meniskusverletzungen. Auch ein Achillessehnenriss im Jahr 2014 verhinderte ihr Olympiadebüt. Trotz all dieser Rückschläge kämpfte sie sich immer wieder zurück und feierte 2016 ihren ersten Weltcupsieg.

Der folgenschwere Sturz in Neuseeland

Am 23. September 2017 stürzte Mittermüller beim Training in Neuseeland schwer auf den Kopf und blieb bewusstlos liegen. Nach einem epileptischen Anfall wurde im Krankenhaus eine Hirnblutung festgestellt. Trotz der schweren Verletzung erholte sie sich und durfte sechs Wochen später wieder auf das Snowboard steigen.

Olympiaqualifikation unter erschwerten Bedingungen

Nach dem Sturz in Neuseeland fehlten Mittermüller noch einige Punkte für die Olympiaqualifikation. Sie sammelte diese, brach sich aber am 12. Dezember die Hand. Trotz dieser „suboptimalen“ Situation gelang ihr die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang.

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Fieber und Verletzung in Pyeongchang

In Pyeongchang angekommen, lag Mittermüller einen Tag vor dem Slopestyle-Wettbewerb mit Fieber im Bett. Trotzdem wollte sie starten und ihren Traum von Olympia verwirklichen. Doch beim Training stürzte sie und verletzte sich am Knie. So konnte sie am Wettkampf nicht teilnehmen.

Die Hintergründe der Ereignisse in Pyeongchang

Mittermüller lag mit Fieber krank in ihrem Bett und fröstelte unter zwei Decken. Am Montagmorgen entschied sie dann: „Ich bin nicht sicher, wie es geht, aber ich werde es versuchen. Immer noch Fieber, immer noch schwitzen, immer noch keine Kraft.“

Vielleicht war es des Wagemuts zu viel. Andererseits: „Stürze passieren bei uns in jedem Training, du fliegst jeden einzelnen Tag hin“, erzählt Mittermüller.

Vielleicht war sie an diesem Tag in Pyeongchang durch das Fieber zu geschwächt, um ihren Sturz verkraften zu können. Wie schwierig die Bedingungen allerdings waren, zeigte sich dann im Wettkampf, als kaum eine Athletin einwandfrei unten ankam.

Die Reaktion auf das Drama

Die Olympischen Spiele von Pyeongchang entwickelten sich zu einem Drama für Mittermüller. Kurz nach dem vergeblichen Warten auf die 34-jährige Münchnerin dann die Nachricht: Sie war kurz zuvor beim Training gestürzt, hatte sich am Knie verletzt und konnte deshalb nicht antreten. Als die anderen Sportlerinnen versuchten, den Parcours zu besiegen und halbwegs unfallfrei unten anzukommen, war Mittermüller bereits auf dem Weg zum Arzt.

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Die Hoffnung auf Big Air

Mittermüller hofft nun, bis zum Ende der Spiele wieder halbwegs fit zu werden. Dann steht die Olympiapremiere in der Disziplin Big Air an. Die Chancen auf einen Start dort sind zwar gering, da bei den Sprüngen von der Riesenrampe besonders die Knie viel aushalten müssen. Aber Aufgeben war noch nie eine Option, die die 34-Jährige allzu früh in Betracht gezogen hat.

Mittermüllers Philosophie

Mittermüller ist ein Freigeist, der Klavier spielt, Schach spielt, gerne schwimmt und Snowboard lebt. „Ich mochte es noch nie, wenn mir genau gesagt wurde, was ich wie wann machen soll“, erzählt sie gern. „Snowboarden lässt mein Herz schneller schlagen, Snowboarden ist mein Schicksal.“

Kinder- und Jugendchirurgie appelliert an den Bundestag

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) ruft zum klaren Handeln für das Wohl der Jüngsten unserer Gesellschaft auf. Sie fordert die Beibehaltung der Leistungsgruppe 16 „spezielle Kinder- und Jugendchirurgie“ und eine kindgerechte Notfallversorgung an den Kliniken.

Die DGKJCH appeliert an die Politik, die geplanten Reformen so zu gestalten, dass Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinder- und Jugendchirurgie dauerhaft strukturell und finanziell abgesichert werden.

Tag der Gehirnerschütterung

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie e.V. (DGKJCH) weist im Rahmen des Tags der Gehirnerschütterung auf die Bedeutung der Früherkennung und Behandlung von Gehirnerschütterungen bei Kindern und Jugendlichen hin. Laut statistischem Bundesamt werden in Deutschland pro Jahr über 90.000 Kinder und Jugendliche wegen eines Schädel-Hirntraumas (SHT) stationär im Krankenhaus behandelt.

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Welttag der Patientensicherheit

Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit machen sich die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie e.V. (DGKJCH) und der Berufsverband der niedergelassenen Kinderchirurgen Deutschlands e.V. für eine kindgerechte und sichere Behandlungsprozesse stark. Sie betonen die Bedeutung der Einbeziehung der Bezugspersonen der Kinder in die Behandlung und die Notwendigkeit von ausreichend qualifiziertem Personal.

Tipps für Eltern zur Prävention von Gehirnerschütterung

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie e.V. gibt Tipps für Eltern zur Prävention von Gehirnerschütterung bei Kindern und Jugendlichen. Dazu gehören die Vermeidung von Stürzen im häuslichen Umfeld, das Tragen eines Helms bei Aktivitäten wie Radfahren oder Skateboarden und die Verwendung altersgerechter Kindersitze im Auto.

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