Hirnhautentzündung beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt, ist eine entzündliche Erkrankung der Hirnhäute, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Sie kann durch Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder andere gesundheitliche Probleme ausgelöst werden. Eine schnelle tierärztliche Behandlung ist wichtig, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Was ist SRMA beim Hund?

SRMA (Steroid-Responsive Meningitis-Arteriitis), auch bekannt als sterile Meningitis, ist eine der häufigsten Formen der Hirnhautentzündung (Meningitis) bei Hunden. Diese Erkrankung führt zu einer Entzündung der Hirnhäute und der Blutgefäße im Gehirn, was bei betroffenen Hunden zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führt. Die Ursache für SRMA beim Hund bleibt oft unklar, aber es wird angenommen, dass die Erkrankung durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst wird, bei der das Immunsystem die eigenen Zellen angreift.

Akute Form der SRMA

Die akute SRMA ist die häufigste und am schnellsten fortschreitende Form dieser Erkrankung. Sie tritt in der Regel plötzlich auf und verursacht schnell sichtbare Symptome, die in der Regel eine starke Entzündung der Hirnhäute und der Blutgefäße im Gehirn beinhalten. Bei der akuten Form kommt es zu einer sofortigen Reaktion des Immunsystems, bei der die körpereigenen Zellen im Gehirn angegriffen werden. Akute SRMA beim Hund ist typischerweise mit Schmerzen, steifem Nacken und hohem Fieber verbunden. Diese Form erfordert oft eine schnelle medizinische Intervention, da sie sich rasch verschlimmern kann, wenn sie unbehandelt bleibt.

Chronische Form der SRMA

Im Gegensatz dazu verläuft die chronische SRMA langsamer und tritt häufig nach einer akut behandelten SRMA auf, die nicht vollständig unter Kontrolle gebracht wurde. Hunde mit chronischer SRMA erleben eine langanhaltende Entzündung, die sich über einen längeren Zeitraum entwickeln kann und zu anhaltenden neurologischen Problemen führt. Diese Form kann zu langfristigen Schäden an den Hirnhäuten und den Blutgefäßen im Gehirn führen und eine dauerhafte Beeinträchtigung des Nervensystems zur Folge haben. Chronische SRMA beim Hund tritt typischerweise bei Hunden auf, die bereits eine akute Episode durchgemacht haben, aber bei denen die Entzündung nicht vollständig abgeklungen ist.

Ursachen der Hirnhautentzündung beim Hund

Die Ursachen für eine Meningitis bei Hunden können verschiedene Ursachen haben. Zu den Auslösern gehören:

Lesen Sie auch: Alles, was Sie über Borreliose-Hirnhautentzündung wissen müssen

  • Viren
  • Bakterien
  • Parasiten
  • Chemische Schadstoffe

So kann ein Zeckenbiss einen Hund mit FSME, eine Hirnhautentzündung beim Hund aufgrund von Viren, infizieren, was eine Hirnhautentzündung zur Folge haben kann. Aber bei manchen Formen der Hirnhautentzündung sind die Auslöser auch gänzlich unbekannt, wie bei der am häufigsten vorkommende SMRA.

Warum es zu einem Erkranken an steril-eitriger Meningitis-Arteriitis kommt, ist bislang noch nicht abschließend geklärt. Man geht allerdings davon aus, dass SRMA bei Hunden durch eine aus unbekannten Gründen auftretende Autoimmunreaktion ausgelöst wird. Bei betroffenen Hunden scheint das Immunsystem fälschlicherweise eigene Körperzellen anzugreifen, was zu Entzündungen in den Arterien und Meningen (Hirnhäuten) führt.

Einige Forschungen deuten darauf hin, dass eine genetische Komponente bei der Entwicklung von SRMA beim Hund eine Rolle spielen könnte. Bestimmte Rassen, wie der Boxer und der Beagle, scheinen anfälliger für diese Krankheit zu sein. Auch Umweltfaktoren und der Lebensstil eines Hundes könnten zur Entstehung von SRMA beim Hund beitragen. Dazu zählen möglicherweise Infektionen, Ernährung und Stress.

SRMA tritt in den meisten Fällen bei relativ jungen Tieren zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat auf. Unabhängig davon ist ein Erkranken an steril-eitriger Meningitis-Arteriitis grundsätzlich bei allen Hunden möglich. Bestimmte mittelgroße bis große Hunderassen sind jedoch besonders häufig betroffen.

Ein vergleichsweise hohes Risiko für SRMA ist unter anderem bei folgenden Hunden bekannt:

Lesen Sie auch: Meningitis-Leitfaden: Von Ursachen bis zur Vorbeugung

  • Deutscher Boxer
  • Whippet
  • Berner Sennenhund
  • Beagle
  • Toller
  • Weimaraner
  • Deutsch Kurzhaar

Symptome der Hirnhautentzündung beim Hund

Die klinischen Symptome einer Hirnhautentzündung können bei jedem Hund anders sein. Deshalb ist eine aufwendige Abklärung aller Symptome und Krankheiten mit ähnlichen Symptomen wichtig!

Die Hirnhautentzündung bei Hunden kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Die häufigsten sind:

  • Fieber
  • Steifer Gang
  • Gesenkte Kopf-Hals-Haltung
  • Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule
  • Fressunlust und Appetitlosigkeit
  • Erhöhte Zahl der weißen Blutkörperchen

SRMA kann bei Hunden sowohl akut als auch chronisch auftreten. Zu den typischen Symptomen der akuten Form zählen insbesondere Fieber und ein steifer Hals sowie Schmerzen. Zudem machen betroffene Tiere in der Regel einen abgeschlagenen Eindruck und lassen sich aufgrund der Schmerzen nur ungern am Hals anfassen.

Eine chronische SRMA äußert sich hingegen vorrangig durch neurologische Störungen, die sich beispielsweise durch Schielen oder eine Beeinträchtigung der Bewegungsabläufe bemerkbar machen können. Bei chronischem Verlauf der Krankheit und bei alten Tieren kann die Meningitis auch zu neurologischen Ausfällen führen, zum Beispiel zu unvollständigen Lähmungen (Paresen), Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), unterschiedlichem Pupillendurchmesser zwischen beiden Augen (Anisokorie) oder Schielen.

Es ist wichtig, gut informiert zu sein und bei Verdacht auf SRMA den Hund von einem Tierarzt untersuchen zu lassen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können dazu beitragen, den Verlauf der Krankheit zu mildern und dem Hund zu helfen, sich schneller zu erholen und ein normales und glückliches Leben zu führen.

Lesen Sie auch: Leben nach Meningitis: Was Sie wissen sollten

Diagnose einer Hirnhautentzündung beim Hund

Der Tierarzt wird bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung beim Hund zuerst eine gründliche Anamnese (Krankengeschichte) erstellen. Anschließend erfolgt eine klinische Untersuchung. Sollte sich bei dieser der Verdacht erhärten, dass eine Erkrankung des Nervensystems bei dem Vierbeiner vorliegt, wird eine gründliche neurologische Untersuchung des Nervensystems durchgeführt. Diese soll zeigen, wo genau das Problem innerhalb des Nervensystems liegt.

Wenn Sie bei Ihrem Hund Anzeichen für ein Erkranken an SRMA beobachten, sollten Sie sich zeitnah an einen Tierarzt wenden. Der Veterinär wird Sie zunächst zu den aufgetretenen Symptomen befragen und eine allgemeine Untersuchung des Vierbeiners vornehmen.

Da diverse andere Erkrankungen bei Ihrem Hund ähnliche Beschwerden auslösen können, müssen diese zunächst einmal ausgeschlossen werden. Das kann unter anderem bildgebende Verfahren sowie Untersuchungen des Urins und des Bluts erforderlich machen. Welche davon sinnvoll ist, wird der Tierarzt von Fall zu Fall entscheiden.

Zumindest bei der akuten Form kann die Blutuntersuchung zudem auch bei der Diagnose der SRMA helfen. Zu diesem Zweck werden bestimmte Blutwerte wie die Anzahl der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) überprüft. Bei Hunden mit chronischer SRMA weisen die Blutwerte allerdings häufig keine Auffälligkeiten auf.

Können andere infrage kommende Erkrankungen ausgeschlossen werden, wird der Tierarzt die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit untersuchen, um Entzündungsprozesse der Hirnhäute nachzuweisen. Für die Probenentnahme ist es selbstverständlich notwendig, den Hund unter Vollnarkose zu setzen. Erhärtet sich der Verdacht, dass der Hund tatsächlich an SRMA leidet, können im nächsten Schritt die erforderlichen Therapiemaßnahmen festgelegt werden.

Um beispielsweise die häufig vorkommende SMRA zu diagnostizieren, ist noch eine weitere Untersuchung notwendig: Eine Punktion des Liquorraums des Rückenmarks. Durch die Entnahme der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit unter Vollnarkose kann diese nach den entsprechenden Erregern untersucht werden.

Da die Symptome bei einer SMRA schubweise auftreten, muss diese Untersuchung zwingend während eines Schubs erfolgen. Ansonsten gibt es kein richtiges Ergebnis.

Die Diagnose der Steroid-responsiven Meningitis-Arteriitis (SRMA) beim Hund erfordert eine gründliche Untersuchung und verschiedene Tests, da die Symptome dieser Erkrankung oft mit denen anderer Krankheiten übereinstimmen können. Zunächst führt der Tierarzt eine umfassende Anamnese durch, bei der der Gesundheitszustand des Hundes, vorherige Erkrankungen und aktuelle Symptome besprochen werden. Eine Blutuntersuchung kann helfen, Entzündungsmarker und Abnormalitäten im Blutbild zu identifizieren. Einer der aussagekräftigsten Tests ist die Liquorpunktion, bei der Gehirnwasser zur Analyse entnommen wird. Manchmal kann auch die Reaktion des Hundes auf eine Steroidtherapie aufschlussreich sein.

Die Diagnose der SRMA beim Hund ist ein umfassender Prozess, der eine genaue Anamnese, klinische Untersuchungen, Bluttests, bildgebende Verfahren und spezifische Tests wie die Liquorpunktion umfasst. Eine sorgfältige Diagnose ist entscheidend, um eine angemessene Behandlung einzuleiten und das Wohlbefinden des Hundes sicherzustellen.

Behandlung von Hunden mit Hirnhautentzündung

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika, um die Entzündung der Hirnhaut einzudämmen und die Erreger (Bakterien) zu bekämpfen. Bei Krampfanfällen können Antiepileptika verabreicht werden. Ist das Immunsystem in den entzündlichen Prozess verwickelt, sind Immunsuppressiva zudem wichtig.

Bei der Behandlung von Hunden mit SRMA kommt häufig Prednisolon zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein synthetisches Glucocorticoid. Zum Teil reicht das, um die Meningitis-Arteriitis in den Griff zu bekommen. Ist das nicht der Fall, kann es allerdings auch sein, dass die Behandlung die zusätzliche Gabe weiterer Immunsuppressiva erfordert. Die Therapie ist recht langwierig und dauert meist ein halbes Jahr oder sogar noch länger.

Die Gabe von Prednisolon ist für Hunde vor allem bei längerfristiger Einnahme mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden. Sie erhöht aufgrund der immunsuppressiven Wirkung unter anderem die Infektanfälligkeit. Zudem sind ein Erkranken an Diabetes sowie Änderungen der Knochenstruktur möglich. Darüber hinaus kann es zu Wassereinlagerungen und einer Gewichtszunahme sowie zu Verdauungsproblemen kommen.

Um die Risiken möglichst gering zu halten, ist es daher wichtig, dass die Behandlung bei Hunden mit SRMA tierärztlich begleitet wird. Präparate wie Prednisolon dürfen keinesfalls eigenständig dosiert werden. Stattdessen muss die Dosierung zwingend von einem Tierarzt individuell an den jeweiligen Hund angepasst werden.

Die Hauptbehandlung von SRMA besteht in der Regel aus Corticosteroiden wie Prednison. Diese Medikamente helfen, die Entzündung zu kontrollieren und die Symptome zu lindern. In einigen Fällen können zusätzlich andere immunsuppressive Medikamente erforderlich sein.

Es ist wichtig, den Behandlungsverlauf regelmäßig zu überprüfen und Anpassungen vorzunehmen, wenn nötig. Manchmal kann Physiotherapie nützlich sein, um Hunden zu helfen, die aufgrund von SRMA unter Muskelverspannungen und -schwäche leiden. Ebenso wichtig ist die liebevolle Unterstützung des Besitzers in Form von Ruhe, guter Ernährung und regelmäßigen tierärztlichen Kontrollen.

Die Behandlung von SRMA beinhaltet in erster Linie die Verwendung von Corticosteroiden und manchmal anderen immunsuppressiven Medikamenten. Schmerzmanagement, regelmäßige Überwachung und unterstützende Pflege spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Genesung des Hundes. Durch konsequente und fürsorgliche Behandlung können viele Hunde mit SRMA ein beschwerdefreies und glückliches Leben führen.

Die meisten Hunde sprechen sehr gut auf eine Therapie mit Corticosteroiden an und zeigen oft eine rasche Besserung der Symptome. Wichtig ist eine sorgfältige und langfristige Überwachung durch den Tierarzt. Einige Hunde können Rückfälle erleiden, vor allem, wenn die Medikation zu früh abgesetzt wird. Mit der richtigen Behandlung und Überwachung können viele Hunde mit SRMA eine hohe Lebensqualität erreichen und ein normales, glückliches Leben führen.

Prognose bei Hirnhautentzündung

Grundsätzlich stehen die Chancen auf eine vollständige Genesung bei Hunden mit SRMA durchaus gut. Genau wie bei vielen anderen Hundekrankheiten gilt allerdings auch bei der steril-eitrigen Meningitis-Arteriitis, dass eine frühzeitige Diagnose und Behandlung einen großen Einfluss auf die Heilungschancen hat.

Unabhängig davon kann es durchaus vorkommen, dass Hunde mit vermeintlich überstandener SRMA einen Rückfall erleiden und erneut behandelt werden müssen. Schätzungen zur Rückfallquote liegen immerhin bei 20 bis 30 Prozent.

Die Prognose von Meningitis bei Hunden variiert je nach Ursache und Schweregrad der Erkrankung. Bakterielle Meningitis kann bei frühzeitiger Diagnose und geeigneter Behandlung eine gute Prognose haben. Virale Meningitis hat eine variablere Prognose, abhängig vom spezifischen Virus und der Immunantwort des Hundes. Autoimmune Formen, wie SRMA, können oft erfolgreich behandelt werden, erfordern jedoch eine langfristige Therapie.

Insgesamt ist die frühzeitige Erkennung und Behandlung entscheidend für eine positive Prognose.

Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich eine Meningitis leider schwer bis gar nicht.

Die Prävention von Meningitis bei Hunden umfasst mehrere Ansätze, die hauptsächlich darauf abzielen, die Exposition gegenüber Infektionserregern zu minimieren und das Immunsystem zu stärken. Regelmäßige Impfungen sind entscheidend, um das Risiko viraler Infektionen, die Meningitis verursachen können, zu verringern. Eine gute Hygiene und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen können helfen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor sie sich auf das zentrale Nervensystem ausbreiten. Die Minimierung von Stress und die Gewährleistung einer ausgewogenen Ernährung können ebenfalls dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken.

tags: #hirnhautentzundung #bei #hunden