Die Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine Entzündung der Schutzschichten (Hirnhäute) um Gehirn und Rückenmark, die durch verschiedene Erreger wie Bakterien, Viren und Pilze verursacht werden kann. Eine Meningokokken-Meningitis ist eine schwere und gefährliche Form der Hirnhautentzündung. Auslöser dieser schweren Hirnhautentzündung sind Bakterien der Gattung Neisseria meningitidis, kurz Meningokokken. Sie kann in wenigen Stunden tödlich enden, und selbst bei schneller intensivmedizinischer Therapie sterben etwa 5 bis 10 Prozent der Menschen mit Meningokokken-Infektion. Die Erkrankung wird durch Bakterien der Gattung Neisseria meningitidis, kurz Meningokokken, verursacht. Etwa 10 Prozent der Bevölkerung tragen diese Erreger, ohne dass sie Symptome verursachen. Die Bakterien siedeln vorzugsweise im Nasen-Rachen-Raum. Daher können Keimträger die Meningokokken per Tröpfcheninfektion, beispielsweise durch Husten oder Niesen, übertragen und andere Menschen anstecken.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den möglichen Spätfolgen, insbesondere Lernschwierigkeiten, die bei Betroffenen auftreten können. Es ist wichtig zu wissen, dass bei Verdacht auf Meningitis sofort ein Arzt aufgesucht werden muss, da jede Verzögerung in der Behandlung das Risiko von Komplikationen und langfristigen Schäden erhöhen kann.
Meningokokken-Erkrankungen: Ursachen, Symptome und Verlauf
Meningokokken sind Bakterien, die ausschließlich beim Menschen auftreten. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen (in der Regel drei bis vier Tage) kommt es zunächst zu grippeähnlichen Symptomen und allgemeinen Krankheitsbeschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, körperliche Schwäche. Kaum zu lindernde Kopfschmerzen, hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Übelkeit und Erbrechen sind die nächsten rasch folgenden Symptome. Die Erkrankten fühlen sich sehr schwer krank. Die Ansteckungsgefahr besteht bereits etwa sieben Tage vor Beginn der Symptome und dauert bis zu einem Tag nach dem erfolgreichen Beginn einer Antibiotika-Therapie an. Derzeit sind 13 Untergruppen der Erreger bekannt.
Die Symptome einer Meningitis können sich je nach Alter und Art des Erregers unterscheiden. Allgemeine Symptome können Kopfschmerzen, Fieber, steifer Nacken, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und geistige Verwirrung sein. Einige Formen der Meningitis können auch Hautveränderungen wie Ausschlag oder Flecken verursachen. Dieser Meningitis-Ausschlag kann durch das sogenannte „Glas-Test“ geprüft werden. Es ist wichtig zu beachten, dass Meningitis in einigen Fällen auch ohne Fieber auftreten kann.
Eine Meningitis äußert sich durch eine Reihe von Symptomen, die plötzlich auftreten können. Die Symptome können Kopfschmerzen, Fieber, steifen Nacken, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und in schweren Fällen Verwirrung oder Bewusstseinsverlust umfassen. Bei manchen Patienten kann auch ein Ausschlag auftreten. Dieser Meningitis-Hautausschlag ist charakteristisch rötlich oder lila und verblasst nicht beim Druck - ein Indikator, der das sogenannte „Glas-Test“ genannt wird.
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Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome häufig weniger stark ausgeprägt. Die Nackensteifigkeit kann sogar ganz fehlen. Charakteristisch ist bei Kindern hingegen eine stark vorgewölbte und gespannte Fontanelle. Weitere charakteristische Symptome bei Säuglingen und Kleinkindern sind Bauchschmerzen, Verweigerung jedweder Nahrung, anhaltendes hohes und schrilles Schreien sowie eine ausgeprägte Teilnahmslosigkeit.
Bei einer Meningitis entzünden sich die Hirnhäute - die schützende Hülle um das Gehirn und das Rückenmark. Dies kann durch verschiedene Erreger verursacht werden, darunter Bakterien, Viren und seltener Pilze oder Parasiten. Die Erreger können in den Körper eindringen und sich über die Blutbahn in das zentrale Nervensystem ausbreiten, wo sie eine Entzündungsreaktion hervorrufen.
Invasive Meningokokken-Erkrankungen verlaufen vor allem als Meningitis und/oder Sepsis. Septische Verläufe werden bei über zwei Drittel der in Deutschland gemeldeten Erkrankungen berichtet. Diese gehen in 10 bis 15% der Fälle mit einer besonders schweren Form des septischen Schocks, als Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, einher, gekennzeichnet durch Einblutungen in die Nebennieren und eine sehr hohe Letalität (s.u.). Mischformen können ebenfalls auftreten. Seltener treten im Rahmen von invasiven Erkrankungen auch Pneumonien, Myokarditis, Endokarditis, Perikarditis, Arthritis oder Osteomyelitis auf.
Bei invasiven Meningokokken-Infektionen kommt es häufig nach einem kurzen Prodromalstadium mit Symptomen eines Infekts der oberen Atemwege zu plötzlich auftretenden allgemeinen Krankheitszeichen wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Schwindel mit schwerstem Krankheitsgefühl. Innerhalb weniger Stunden kann sich ein schweres, lebensbedrohliches Krankheitsbild entwickeln. Petechiale Exantheme oder großflächigere Hauteinblutungen sind charakteristisch und vor allem bei septischen Verläufen ausgeprägt. Zusätzlich kann ein makulopapulöses Exanthem auftreten.
Diagnose und Behandlung der Meningitis
Für eine Meningitis-Diagnostik stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Eine davon ist die Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes. Zusätzlich kann eine Lumbalpunktion durchgeführt werden, bei der Rückenmarksflüssigkeit zur Untersuchung entnommen wird.
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Schon der geringste Verdacht auf Meningokokken-Meningitis oder eine andere Form der Hirnhautentzündung rechtfertigt die stationäre Aufnahme im Krankenhaus. Nur hier lassen sich Komplikationen auf einer Intensivstation vermeiden. Optimalerweise wird dort bei der Meningokokken-Meningitis sofort mit der Antibiotikatherapie begonnen. Geeignete Wirkstoffe sind Penicilline (insbesondere Penicillin G) und Cephalosporine der 3. Generation (zum Beispiel Cefotaxim oder Ceftriaxon).
Die Behandlung von Meningitis hängt von der Ursache der Erkrankung ab. Bei bakterieller Meningitis, die lebensbedrohlich sein kann, werden sofort hochdosierte Antibiotika verabreicht. Zusätzlich können Kortikosteroide zur Linderung der Schwellung des Gehirns und Analgetika zur Linderung der Symptome eingesetzt werden. Manche Formen von Meningitis, insbesondere einige Arten der viralen Meningitis, können sich ohne spezifische Behandlung selbst heilen. Allerdings kann dies mehrere Wochen dauern und während dieser Zeit können ernste Komplikationen auftreten. Bakterielle Meningitis hingegen kann nicht von selbst heilen und erfordert sofortige medizinische Intervention.
Bei bakterieller Meningitis sind Antibiotika die Erstlinientherapie und sollten so schnell wie möglich verabreicht werden, um das Risiko von Komplikationen oder Tod zu minimieren. Die genaue Wahl des Antibiotikums hängt von dem vermuteten oder nachgewiesenen Erreger ab. Viren können nicht mit Antibiotika behandelt werden, daher ist die virale Meningitis in der Regel selbstlimitierend und erfordert nur unterstützende Pflege, einschließlich Schmerzmanagement und Hydratation. Trotzdem wird immer aufgrund der Gefährlichkeit und relativen Häufigkeit einer HSV- oder VZV-Meningitis mindestens bis zum Nachweis des Erregers mit Aciclovir, einem Virostatikum, intravenös behandelt.
Beim Auftreten von Komplikationen sind weitere therapeutische Maßnahmen unter intensivmedizinischen Bedingungen erforderlich, wie z.B.
Spätfolgen der Meningitis: Lernschwierigkeiten und andere Komplikationen
Leider kann Meningitis Spätfolgen haben und zu einer Reihe von Komplikationen führen, einschließlich einem Hirnödem, Sepsis, ARDS, Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, Hörverlust, Gedächtnisproblemen, Lernschwierigkeiten, Epilepsie, Nierenversagen und sogar Tod. Einige dieser Komplikationen können dauerhaft sein, auch nach erfolgreicher Behandlung der Krankheit.
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In etwa 10 bis 20 Prozent bleiben Hirnnervenausfälle, halbseitige Lähmungen, Lernschwierigkeiten oder Konzentrationsschwäche. In einigen Fällen entwickelt sich eine Epilepsie. Nicht selten sind zudem Schädigungen des Innenohrs mit Schwerhörigkeit oder komplettem Hörverlust sowie Sehschwäche bis hin zum Sehverlust.
Die von Dir genannten Probleme KÖNNEN von der Meningitis herrühren. Eine Hirnhautentzündung (Meningitis), die eine Schwerhörigkeit verursacht, ist meist keine reine Meningitis, sondern eine Meningo-Encephalitis - also mit einer Beteiligung auch des angrenzenden Gehirns. Das kann sonst - außer der Hörschädigung - folgenlos bleiben, aber auch eine dauernde Hirnschädigung verursachen. Ob das bei Deinem Sohn vorliegt, kann vielleicht ein Kinderneurologe feststellen - etwa mit Hilfe einer EEG-Ableitung, eines Kernspintomogramms des Gehirns, einer eingehenden neurolog. Untersuchung, auch auf z. B. die angesprochene sensomot. Integrationsstörung.
Bei bakterieller Meningitis ist trotz Behandlung die Sterblichkeitsrate noch immer hoch, mit Schätzungen von 10-15%. Die Prognose für virale Meningitis ist im Allgemeinen besser, mit den meisten Patienten, die eine vollständige Genesung ohne spezifische Behandlung erfahren.
Oft treten, wenn es überlebt wird Taubheit, Lernschwierigkeiten (überhaupt Verhaltensauffälligkeiten), Epilepsie, Sprach/Seh/Hörprobleme, Vernarbungen, Lämungen auf und es kann zu Amputationen führen. Folgeschäden treten meist nur dann auf, wenn die Entzündung nicht oder zu spät erkannt wird!!
Prävention durch Impfung
Impfstoffe sind gegen einige der häufigsten bakteriellen Ursachen von Meningitis verfügbar, einschließlich Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis und Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Eine Studie hat 2013 die Wirkung der Meningitis Impfung in Tschad untersucht und stellte hierbei fest, dass die Impfung dazu beitrug, die Verbreitung der Krankheit erheblich zu reduzieren.
Gegen Meningokokken werden Impfungen empfohlen, die Meningokokken-B-Impfung bis zum 5. Geburtstag, voll erstattet durch die Krankenkasse. Für ältere Kinder empfiehlt die STIKO eine Nachholimpfung gegen Meningokokken B bis zum 5. Geburtstag bzw. gegen Meningokokken C bis zum 18.
Da Meningokokken in unterschiedlichen Subgruppen (z. B. A, B, C, W, Y) vorkommen, gibt es verschiedene zugelassene Impfstoffe, die auf unterschiedliche Subgruppen abzielen. Die Meningokokken-Impfung kann problemlos mit anderen Schutzimpfungen kombiniert werden. Es müssen keine zeitlichen Abstände zu anderen Impfungen eingehalten werden. In Deutschland sind derzeit Konjugatimpfstoffe gegen die Gruppen C sowie ACWY und ein Adsorbatimpfstoff gegen Gruppe B erhältlich. Polysaccharid-Impfstoffe spielen heute keine Rolle mehr in der regulären Anwendung.
Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) hat die Empfehlungen für die Meningokokken-Schutzimpfung aktualisiert. Seit November 2025 sollen Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren demnach mit dem quadrivalenten Konjugatimpfstoff gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y (MenACWY) geimpft werden. Nachholimpfungen sollen bis zum 25. Geburtstag erfolgen. Gleichzeitig hat die STIKO die Empfehlung gestrichen, Kinder im zweiten Lebensjahr einmalig mit einem Meningokokken-C-Konjugatimpfstoff zu impfen.
Der MenACWY-Konjugatimpfstoff kann ab dem ersten Lebensjahr verabreicht werden und eignet sich auch für Auffrischimpfungen. Er wird für bestimmte Risikogruppen empfohlen.
Die Impfung mit einem quadrivalenten Meningokokken-Konjugatimpfstoff (ACWY) wird empfohlen für:
- Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, insbesondere bei fehlender oder funktionsloser Milz
- Laborpersonal mit Kontakt zu Meningokokken
- Enge Kontaktpersonen eines Erkrankten (z. B. Haushaltsangehörige), zusätzlich zur postexpositionellen Chemoprophylaxe
- Reisende in Länder mit hoher Krankheitslast oder verpflichtender Impfvorgabe (z. B. bei Pilgerreisen nach Mekka)
- Schüler und Studierende vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit allgemeiner Meningokokken-Impfpflicht
- Personen im Umfeld von regionalen Ausbrüchen (nach behördlicher Einschätzung)
Die MenB-Impfung wird ebenfalls für bestimmte Risikogruppen empfohlen, z. B. für:
- Haushaltskontaktpersonen von Erkrankten
- Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, insbesondere ohne Milz
- Laborpersonal mit Exposition gegenüber MenB
Weitere Präventionsmaßnahmen und Umgang mit Kontaktpersonen
In Situationen, in denen eine Person einem hohen Risiko ausgesetzt war, mit Meningitis infiziert zu werden, wie z.B. nach engem Kontakt mit einer Person, die an bakterieller Meningitis erkrankt ist, kann eine prophylaktische Antibiotikabehandlung verabreicht werden.
Was können ungeimpfte Menschen tun, die mit gutem Grund glauben, sich mit Meningokokken infiziert zu haben? Das ist beispielsweise der Fall, wenn man Kontakt zu infektiösem Speichel hatte. In diesem Fall kann eine medikamentöse Chemoprophylaxe, die sogenannte postexpositionelle Prophylaxe, das Erkrankungsrisiko deutlich senken.
Die postexpositionelle Prophylaxe muss spätestens 10 Tage nach dem letzten Kontakt zu einem Erkrankten beginnen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist die postexpositionelle Prophylaxe sinnlos. Bei Kontaktpersonen im gleichen Haushalt sowie enger Nähe in Gemeinschaften mit haushaltsähnlichem Charakter sollte - sofern es sich um eine Untergruppe handelt, gegen die Impfstoffe zur Verfügung stehen - zusätzlich zur Chemoprophylaxe eine Meningokokken-Impfung erfolgen.
Für Kinder ist Rifampicin das Mittel der Wahl. Für Erwachsene ist außerdem Ciprofloxacin für die Chemoprophylaxe zugelassen. Weiterhin ist eine Prophylaxe mit Ceftriaxon bei Kindern unter 12 Jahren und bei Kontaktpersonen über 12 Jahren möglich. Bei Schwangeren ist Ceftriaxon das Mittel der Wahl.
Bei im Krankenhaus liegenden Patienten mit einer Meningokokken-Infektion, die eine Therapie mit Penicillin G erhalten haben, wird ebenfalls eine Chemoprophylaxe vor der Entlassung aus der Klinik empfohlen. Das ist sinnvoll, weil Penicillin G nicht die Meningokokken erfasst, die im Nasen-Rachen-Raum siedeln.
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