Die Diagnose eines Hirntumors ist ein einschneidendes Ereignis. Umso wichtiger ist es, die verschiedenen Untersuchungsmethoden und deren Aussagekraft zu verstehen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) spielt dabei eine zentrale Rolle. Dieser Artikel vergleicht MRT-Bilder eines gesunden Gehirns mit denen eines Gehirns mit Tumor, erläutert die verschiedenen bildgebenden Verfahren und gibt Einblicke in die Diagnose und Behandlung von Hirntumoren.
Von der Operation zur Diagnose
Der Weg zur Diagnose eines Hirntumors kann überraschend verlaufen. Oft steht die Operation, also die Resektion oder Biopsie, am Anfang. Denn erst die genaue Untersuchung des entnommenen Tumorgewebes ermöglicht eine endgültige Diagnose. Dennoch liefern bildgebende Verfahren wie MRT oder CT bereits vor der Operation wichtige Anhaltspunkte. In manchen Fällen kann auch eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) hilfreich sein.
Gehirn-Scan: MRT
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist das wichtigste Verfahren zur Diagnose eines Hirntumors. Sie liefert hochauflösende Bilder, die Aufschluss über die Lage und das Ausmaß der Gewebeschädigung geben. In einer MRT wird ein Magnetfeld erzeugt, aus dem sich Bilder der Gehirnstrukturen ableiten lassen. Die Untersuchung verursacht keine Schmerzen, ist deutlich genauer als eine CT und auch schonender, da sie frei von Röntgenstrahlung ist.
Ablauf einer MRT des Kopfes
Zur Vorbereitung auf die MRT-Untersuchung müssen alle metallischen Gegenstände abgelegt werden. Im Untersuchungsraum wird ein venöser Zugang gelegt, um später ein Kontrastmittel zu verabreichen, das zur besseren Charakterisierung von Tumoren dient. Anschließend legt man sich auf eine Liege und wird mit dem Kopf voran in eine "Röhre" gefahren. Zuerst werden für etwa 10-20 Minuten Scans ohne Kontrastmittel durchgeführt. Dann erfolgt die Gabe des Kontrastmittels über den venösen Zugang, in manchen Fällen wird Kochsalzlösung nachgespült. Es folgen weitere Scans mit Kontrastmittel, teilweise wird dieses auch während eines laufenden Scans gegeben.
Vergleich: MRT-Bild eines gesunden Gehirns ohne Kontrastmittel (links) und mit Kontrastmittel (rechts)
Es ist wichtig, Ängste offen anzusprechen. Bei großer Angst (z. B. ausgeprägter Platzangst) kann ein Medikament zur Beruhigung gegeben werden.
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Gehirn-Scan: CT
Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Röntgenstrahlung Bilder des Körperinneren aufgenommen werden. Das CT-Gerät ist im Vergleich zur MRT-Röhre mit nur etwa 70 cm Tiefe eher ein Ring. Für Menschen mit Platzangst ist die CT daher oft angenehmer als die MRT. Ein Nachteil der CT ist die Strahlenbelastung, das damit verbundene Risiko muss bei der Auswahl des diagnostischen Verfahrens berücksichtigt werden.
Ablauf einer CT des Kopfes
Zur Vorbereitung auf die CT-Untersuchung müssen alle metallischen Gegenstände abgelegt werden. Im Untersuchungsraum legt man sich auf eine Liege und wird mit Kopf und Schultern in das ringförmige CT-Gerät gefahren. Das Untersuchungsteam geht in den Nebenraum, bleibt aber durch eine Glasscheibe und eine Gegensprechanlage in Kontakt. Der Röntgenring bewegt sich kreisförmig um den Kopf und nimmt dabei nacheinander einzelne Bilder des Kopfinneren auf. Es ist wichtig, den Kopf während der wenigen Sekunden, die der Vorgang dauert, still zu halten. In manchen Fällen wird nach den ersten Aufnahmen noch ein Kontrastmittel gegeben, um den Tumor besser charakterisieren zu können. Nach der Kontrastmittelgabe folgen weitere Aufnahmen. Eine CT-Untersuchung nimmt insgesamt nur wenige Minuten in Anspruch und verursacht keine Schmerzen.
Gehirn-Untersuchung: PET
Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist eine spezielle nuklearmedizinische Bildgebung, mit der man Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar machen kann. Dabei wird eine schwach radioaktiv markierte Substanz verabreicht, deren Strahlung nach kurzer Zeit wieder aus dem Körper verschwindet. Im Gehirn und insbesondere bei Hirntumoren wird die Aminosäure Fluorethyltyrosin (FET) verwendet. Tumorzellen nehmen FET häufig stärker auf als gesundes Gewebe, sodass man Hirntumoren und deren Aktivität besonders gut beurteilen kann.
Die PET-Untersuchung kann sinnvoll sein, um zwischen einer Entzündung und einem Tumor im Gehirn zu unterscheiden, da diese in der MRT sehr ähnlich aussehen können. Eine PET kann zudem erste Hinweise über die Bösartigkeit eines Hirntumors liefern und helfen, besonders bösartige Regionen im Tumor zu identifizieren. Im weiteren Therapieverlauf wird eine PET sehr häufig eingesetzt, um zwischen therapiebedingten Veränderungen im Gehirn und Tumorwachstum zu unterscheiden.
Ablauf einer FET-PET des Kopfes
Zur Vorbereitung auf die PET wird zunächst das radioaktiv markierte FET über eine Vene am Arm verabreicht. Die Substanz braucht nun etwa 20 Minuten, um sich im Körper und Gehirn zu verteilen, in dieser Zeit sollte man möglichst still liegen oder sitzen. Für die eigentliche Untersuchung liegt man ca. 20-30 Minuten auf einer Liege, die durch das röhrenförmige PET-Gerät fährt. Auch hierbei ist das Stillhalten wichtig. Im Anschluss an die PET hilft es, viel zu trinken, um die radioaktive Substanz schneller auszuscheiden.
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Klinikwahl
Die Ergebnisse der Operation bilden die Grundlage für weitere Therapien. Daher ist es ratsam, sich schon vor der Operation zu erkundigen, ob die Klinik ausreichend Erfahrung in der Hirntumorbehandlung hat und man von einer Fachperson mit anerkannter Expertise auf dem Gebiet betreut wird. Hinzu kommt das persönliche Gefühl: Die Ärztin oder der Arzt ist nur dann richtig, wenn man sich umfassend informiert und insgesamt gut betreut fühlt.
In der Regel bilden Universitätskliniken das komplette Spektrum aus moderner Diagnostik, erfahrenen Fachpersonen und Zugang zu klinischen Studien ab. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Alternativen können akademische Lehrkrankenhäuser der Unikliniken oder regionale Krankenhäuser sein - sofern diese eine Spezialisierung für die Erkrankung haben. Das Behandlungsteam kann direkt darauf angesprochen werden. Die Krankenkasse kann bei der Suche nach einer passenden Klinik in der Nähe unterstützen - und bezüglich der Kostenübernahme informieren.
Operation: Biopsie oder Resektion
Besteht nach MRT oder CT der Verdacht auf einen Hirntumor, muss in aller Regel die Diagnose durch eine Gewebeuntersuchung bestätigt werden. Das Gewebe wird dann mit histologischen und molekularen Verfahren auf Mutationen getestet. Sofern dies sicher möglich ist, wird in einer Operation versucht, den im MRT/CT sichtbaren Teil des Tumors oder manchmal auch etwas darüber hinaus zu entfernen (Resektion) oder zumindest eine Gewebeprobe aus dem Tumor zu entnehmen (Biopsie). Es kommt nur noch sehr selten vor, dass Biopsie und Resektion in zwei getrennten Schritten erfolgen. Lediglich wenn der Tumor sehr ungünstig liegt und die Resektion zu viele Risiken birgt, kann sich das Behandlungsteam dazu entscheiden, zunächst nur eine Biopsie für die Gewebeentnahme vorzunehmen. Dabei wird eine Nadel durch ein feines Bohrloch im Schädel direkt in das Tumorgebiet geführt. Eine Hirnbiopsie wird unter Vollnarkose durchgeführt, um selbst kleinste Kopfbewegungen zu verhindern und die OP für den Patienten stressfreier zu machen. Der Eingriff erfolgt in der Regel in einer neurochirurgischen Klinik.
Deuten die Bilder aus MRT oder CT bereits darauf hin, dass der Tumor operierbar (resektabel) ist, wird oftmals eine Resektion durchgeführt. In der Operation sichert das OP-Team zunächst die Diagnose mittels einer Schnelluntersuchung des Gewebes. Anschließend ist das Ziel, so viel Tumorgewebe wie möglich zu entfernen. Die Chirurgin oder der Chirurg wird versuchen, große Teile des Tumors (Teilresektion) oder sogar den gesamten Tumor (Totalresektion) zu entfernen. Die Resektion kann z. B. den Druck im Gehirn reduzieren, das weitere Wachstum des Glioms hinauszögern und die Beschwerden lindern.
Diagnose - und dann?
In der Neuropathologie wird die Gewebeprobe genau untersucht, um die Art des Hirntumors festzustellen und den Tumor auf Mutationen oder andere genetische Veränderungen zu prüfen. Das Tumorgewebe wird speziell behandelt, um es haltbar für die Aufbewahrung zu machen - so können auch noch Jahre später weitere Analysen am Gewebe durchgeführt werden. Anschließend wird das Gewebe mikroskopiert und molekularbiologisch für die Genanalysen untersucht. Die Ergebnisse beeinflussen die folgenden Therapieentscheidungen maßgeblich. Bis der endgültige Befund vorliegt, können 3-4 Wochen vergehen. In dieser Zeit kann man sich von der OP erholen. Die Fäden der Operation werden nach ca. 10-14 Tagen entfernt und die Wundheilung sollte vor der Therapie abgeschlossen sein. Daher wird auch frühestens drei Wochen nach OP mit weiteren Maßnahmen begonnen. Das hängt jedoch von der Diagnose und der Wahl der Therapie ab. Die nächsten Schritte werden genau mit dem Arzt abgestimmt.
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Zweitmeinung
Wenn man sich unsicher fühlt in Hinblick auf die Diagnose oder Therapie, hat man immer die Möglichkeit, sich eine Zweitmeinung einzuholen. Möglicherweise wird der Arzt sogar dazu raten. Viele Kliniken bieten unkomplizierte Zweitmeinungen per Befundübersendung oder Terminvereinbarung an. Hilfreich kann z. B. der Kontakt zu einem zertifizierten Krebszentrum sein. Ein solches Zentrum ist ein Verbund bzw. Netzwerk aus allen Fachrichtungen der Krebsbehandlung, das Diagnostik, Therapie und Nachsorge mit standardisierten Behandlungsabläufen koordiniert. Die Krankenkasse kann bei der Suche nach einer geeigneten Klinik und bei der Terminvereinbarung unterstützen.
Familienplanung mit Hirntumor
Wenn man als junger Erwachsener die Diagnose „Hirntumor“ erhält, wird sich mit der Zeit vielleicht auch die Frage nach den Möglichkeiten zur Familienplanung stellen. Sollte ein Kinderwunsch bestehen, sollte dieses Thema möglichst frühzeitig im Arztgespräch angesprochen werden. Es ist ratsam, vor dem Beginn einer Tumortherapie über Maßnahmen zu diskutieren, um die Fertilität bestmöglich zu erhalten.
Hirntumore: Ein Überblick
Hirntumore treten in verschiedenen Formen auf. Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland jährlich zwischen 7.000 und 8.000 Menschen neu an bösartigen Tumoren, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Einen hohen Anteil nehmen bei den malignen Neubildungen die Gliome ein. Die Medizin unterscheidet primäre Tumore, die als Erkrankungen des Gehirns und seiner Strukturen entstehen, von Absiedelungen (Metastasen) anderer Tumorerkrankungen.
Glioblastome
Glioblastome gehören zu den häufigen und aggressiven Tumorerkrankungen des Gehirns. In der Diagnostik setzt die Medizin insbesondere auf bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie. Glioblastome sind eine Variante der Gliome, zu denen auch Astrozytome, Oligodendrogliome und Ependymome gezählt werden. Sie machen etwa 50 Prozent der Gliome aus und entstehen im Stützgewebe des Gehirns. Da es sich um einen diffus infiltrierenden Tumor mit sehr aggressivem Wachstum handelt, ist die Prognose oft ungünstig. Eine frühe Erkennung spielt jedoch eine wichtige Rolle für die Behandlung. Der Häufigkeitsgipfel liegt in der Altersgruppe zwischen 45 und 60 Jahren. Zu den Risikofaktoren gehören verschiedene Mutationen bzw. Erbkrankheiten, wie das Lynch-Syndrom, das Li-Fraumeni-Syndrom, die Neurofibromatose und die Exposition gegenüber Strahlung.
Symptome des Glioblastoms
Aufgrund seines schnellen Wachstums kann sich das Glioblastom innerhalb eines kurzen Zeitraums entwickeln. Typischerweise sind die Tumore ursprünglich im Bereich der Schläfe bzw. der Stirn lokalisiert und infiltrieren von hier aus verschiedene Gewebeschichten des Gehirns. Die Verbreitung mittels Metastasen erfolgt häufig nur innerhalb des ZNS-Gewebes (zentrales Nervensystem). Die Symptome können vielfältig sein und reichen vom Ausfall motorischer Funktionen über Krampfanfälle und Veränderungen der Persönlichkeit bis hin zu Bewusstseinseintrübungen. Da sowohl das Wachstum als auch die Bildung von Ödemen einen erhöhten Hirndruck aufbauen, können körperliche Krankheitszeichen wie Übelkeit oder Erbrechen hinzukommen. Selbst Symptome, welche einen Schlaganfall vermuten lassen, sind beim Wachstum des Tumors möglich.
Diagnose und Behandlung der Glioblastome
Beim Vorliegen des Verdachts auf ein Glioblastom werden bildgebende Verfahren zur Sicherung der Diagnose eingesetzt. Dabei nimmt die Gadolinium-verstärkte Magnetresonanztomographie (MRT) eine wichtige Position ein. Unter anderem können sich ein Ödem und eine ringförmige, irreguläre Kontrastmittelaufnahme in den MRT-Bildern darstellen. Mittels spezieller MRT-Sequenzen, welche beispielsweise den Durchfluss (Perfusion) bestimmen, lassen sich weitere Informationen zum Wachstum, der Abgrenzung des Tumors und dessen Infiltration in umliegendes Gewebe gewinnen. Des Weiteren kann die MRT in Kombination einer PET eingesetzt werden, um eine Verlaufsprognose im Zusammenhang mit der Radiochemotherapie zu ermöglichen. Studien zeigen, dass bestimmte Verteilungsmuster der Radiotracer in dieser Untersuchung auf ein höheres Risiko für Rezidive (Wiederauftreten des Tumors) hindeuten. Aufgrund des aggressiven Wachstums muss nach der Diagnose umgehend mit der Behandlung begonnen werden. Dabei steht derzeit eine Kombination aus Resektion (chirurgischer Entfernung) und Radiochemotherapie im Vordergrund, wobei begleitend zur Strahlentherapie Temozolomid als Therapeutikum eingesetzt wird.
Meningeome
Meningeome sind meist gutartige Raumforderungen, die von den Hirnhäuten ausgehen. Oft werden sie zufällig bei anderen Untersuchungen gefunden. Die Art der Behandlung hängt stark von Faktoren wie Größe und Lage ab. Die Inzidenz liegt bei neun zu 100.000 Menschen. Hinsichtlich der Altersverteilung ist eine Zunahme mit dem Lebensalter - mit einer Häufung ab dem 60. Lebensjahr - zu erkennen. Viele der diagnostizierten benignen Tumore werden innerhalb des Schädels gefunden.
Symptome der Meningeome
Bezüglich der Krankheitszeichen gibt es keine klare Leitsymptomatik. Oft verursachen die Meningeome anfangs kaum oder auch gar keine Symptome. Erst mit dem Erreichen einer gewissen Größe kann es zu neurologischen Beeinträchtigungen kommen. Unter anderem treten Kopfschmerzen in Erscheinung. Aber auch epileptische Anfälle und andere motorische Störungen sind möglich. Entscheidend für die Verteilung der Anzeichen ist die genaue Lokalisation des Tumors. Aus diesem Grund bleiben die Symptome lange unspezifisch. Im Rahmen einer kontrastmittelbasierten Untersuchung zeigen sich bei einem Meningeom in der T1-Sequenz isointense (gleiche Intensität) Signale im Vergleich zur grauen Substanz. In der T2-Sequenz ist eine variable Signalintensität möglich. Auf das Vorliegen eines Meningeom kann das Dura-Schwanz-Zeichen (Dural Tail Sign) hinweisen. Soll abgeklärt werden, ob es sich um ein atypisches Meningeom (maligner Tumor) handelt, kommen weitere Untersuchungen wie die PET zum Einsatz.
Behandlung der Meningeome
Hinsichtlich der Behandlung sind verschiedene Therapiepfade denkbar. Sofern es sich um einen kleinen Tumor handelt, der zufällig entdeckt wird, kommt eine Behandlung nach dem Watch-and-Wait-Ansatz in Betracht - besonders bei Raumforderungen ohne akute Symptome. Treten bereits Krankheitszeichen auf, wird das Meningeom operativ entfernt. Entsprechend der Größe und Lokalisation kann eine Strahlentherapie bzw.
ZNS-Lymphome
ZNS-Lymphome sind eine seltene Form des Non-Hodgkin-Lymphoms, die im Gewebe des ZNS auftritt. Teilweise kann der Tumor auch die Augen in Mitleidenschaft ziehen. Neben bildgebenden Verfahren wird auch die Biopsie in der Diagnostik eingesetzt. Das primäre ZNS-Lymphom ist eine seltene, hochmaligne Form des Non-Hodgkin-Lymphoms, welche im Gewebe des ZNS auftritt. Häufig betroffen ist dabei das Großhirn. Die Erkrankung selbst ist eher selten und zeigt sich bevorzugt bei immunsuppressiven Patienten. Neben dem Gehirn können bei etwa zehn bis 20 Prozent der Patienten auch die Augen betroffen sein. Unter den primären Hirntumoren macht das ZNS-Lymphom einen Anteil von bis zu fünf Prozent aus. Die Entwicklung der Raumforderungen steht mit Störungen in der Differenzierung der B-Zellen in Verbindung. Das Wachstum verläuft vergleichsweise schnell.
Symptome des ZNS-Lymphoms
Beim primären ZNS-Lymphom handelt es sich um eine bösartige Erkrankung, die im klinischen Bild durch verschiedene Symptome gekennzeichnet ist. Bei der Identifizierung der Symptome als solche kommt erschwerend hinzu, dass das ZNS-Lymphom nicht selten einen multilokalen Charakter hat, sich also nicht auf eine Region beschränkt. Dies ist Schätzungen zufolge bei einem Drittel der Patienten der Fall. Die Krankheitszeichen entwickeln sich teilweise innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums und sind eher unspezifisch. Bei vielen Patienten kommt es zu einer Wesensänderung. Aber auch kognitive Defizite oder fokalneurologische Ausfälle (beispielsweise Sprach-, Seh- und Hörprobleme) können im Zusammenhang mit den Tumoren auftreten.
Diagnostik und Behandlung des ZNS-Lymphoms
Die Diagnostik erfolgt unter anderem unter Zuhilfenahme der MRT. In den Scans zeigen sich die Raumforderungen häufig als homogen mit einer hohen Aufnahme des Kontrastmittels. Bei etwa einem Drittel der Patienten werden mehrere Tumore entdeckt. In den Sequenzen der MRT-Bilder sind teilweise wechselnde Intensitäten zu erkennen. Da sich mit der MRT nicht bei allen Patienten die Raumforderungen hinreichend bestimmen lassen, ist im Zusammenhang mit dem ZNS-Lymphom eine histopathologische Sicherung der Diagnose (durch die Analyse einer Gewebeprobe) angezeigt. Die Entnahme kann mittels einer stereotaktischen Serienbiopsie erfolgen. Die Behandlung erfolgt unter Berücksichtigung individueller Faktoren, etwa dem Alter der Patienten. Aktuell gilt die Chemotherapie als wichtige Maßnahme zur Therapie der ZNS-Lymphome. Eine gute Remissionsrate (Zurückgehen des Tumors) erreicht außerdem die Strahlentherapie.
Hirnmetastasen
Viele Krebserkrankungen bilden auch im Gehirn Absiedelungen. Metastasen unterscheiden sich in der feingeweblichen Untersuchung von Primärtumoren des Gehirns. Die Art der Behandlung ist unter anderem stark von der Lokalisation der Metastasen abhängig. Neben den primären Tumoren, die direkt aus dem Gewebe im Gehirn entstehen, kommt es in der medizinischen Praxis regelmäßig zur Diagnose von Raumforderungen, deren Ursprung in bösartigen Erkrankungen anderer Organe (extrakranieller Primärtumor) zu sehen ist. Häufig kommt es zu solchen Absiedelungen in das Gewebe des ZNS zum Beispiel durch Lungenkarzinome, Brustkrebs und Melanome (Schwarzer Hautkrebs).
Symptome bei Metastasen
Hinsichtlich der Krankheitszeichen, welche die Metastasen auslösen, ist die genaue Lokalisation entscheidend. Häufig lassen sich die Symptome auf den steigenden Hirndruck durch das Wachstum und peritumorale Ödeme (Flüssigkeitsansammlung um den Tumor) zurückführen. Patienten klagen unter anderem über zunehmend stärker werdende Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, epileptische Anfälle sowie psychische und kognitive Veränderungen (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen oder Persönlichkeitsveränderungen). Dabei kann die Ausprägung der neurologischen Auffälligkeiten Hinweise auf die Tumorlokalisation liefern. Verhaltensauffälligkeiten oder eine Sprachstörung können für eine Beteiligung des Frontallappens sprechen.
Diagnose und Behandlung der Hirnmetastasen
Im Rahmen der Diagnostik wird auf bildgebende Verfahren gesetzt, von denen die MRT eine zentrale Rolle einnimmt. In den Sequenzen der mit Kontrastmittel durchgeführten radiologischen Untersuchung sind die Raumforderungen an ihrer Intensität zu erkennen. Darüber hinaus lassen sich Ödeme auf den Bildern identifizieren. Neben der MRT liefert bei Hirnmetastasen auch die Computertomographie (CT) wichtige diagnostische Hinweise. Die Absiedelungen des Primärtumors können als isodense oder hyperdense Raumforderung zu erkennen sein. Letzteres wäre beispielsweise ein Indiz auf ein Melanom als extrakranieller Tumor. Zusätzliche Informationen kann die Radiologie auch aus dem Verteilungsmuster des Kontrastmittels gewinnen. Weitere Unterstützung kann die nuklearmedizinische PET-Untersuchung liefern. Mit ihr lassen sich Stoffwechselprozesse im Gewebe feststellen. Unter anderem zeigen Lungen-, Brust- und Darmkrebs (und die damit verbundenen Metastasen) einen erhöhten Glucosestoffwechsel. Nierenzellkarzinome und Lymphome zeigen sich hier dagegen eher variabel. Hinsichtlich der Behandlung ist die Prognose häufig eher ungünstig. Grundsätzlich kann mit der Strahlen- oder Chemotherapie gearbeitet sowie eine Entfernung in Erwägung gezogen werden. Welcher Behandlungsweg den größten Erfolg verspricht, hängt von individuellen Faktoren, wie der Lokalisation und Größe der Metastasen, ab.
Kopf-MRT bei LifeLink
LifeLink bietet hochwertige Untersuchungen aus der Radiologie und Nuklearmedizin an. Um hohe Standards zu erreichen, wird auf eine innovative Ausstattung bei den Geräten zur Durchführung von MRT, CT und PET gesetzt. In der Diagnostik folgen die LifeLink-Standorte modernen Protokollen, um eine hohe Qualität in der Befundung zu erreichen.
Es gibt keine Leitsymptome, anhand derer Betroffene erkennen können, dass sie an einem primären Hirntumor oder Metastasen erkrankt sind. Grundsätzlich sollten anhaltende, sich verschlimmernde Kopfschmerzen, Schwindelgefühle sowie Übelkeit oder Erbrechen ernst genommen werden und Anlass für einen Termin beim Arzt sein. Die Prognose für die Behandlung eines Hirntumors wird maßgeblich von der Variante, seiner Größe und Lage beeinflusst. Besonders bei benignen Raumforderungen kann bereits das Abwarten zu den Therapieoptionen gehören. Nach der operativen Entfernung eines Hirntumors ist eine weitere Behandlung und engmaschige Nachsorge erforderlich, um ein Rezidiv frühzeitig zu erkennen und eine Behandlung umgehend einzuleiten.
Die Rolle der Bildgebung in der Strahlentherapieplanung
Moderne bildgebende Verfahren wie MRT und PET spielen eine entscheidende Rolle bei der Planung und Durchführung der Strahlentherapie von Hirntumoren. Durch die präzise Darstellung des Tumors und seiner Umgebung ermöglichen sie eine individuelle Anpassung der Therapie, um das gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen.
PET zur Prognose und Bestrahlungsplanung
Studien haben gezeigt, dass die PET-Bildgebung einen hohen prognostischen Wert hat und zusätzlich zur MRT-Bildgebung wichtige Informationen über den weiteren Krankheitsverlauf liefert. Insbesondere die Verwendung von radiomarkierten Aminosäuren wie Methionin ermöglicht es, Stoffwechselaktivitäten im Tumorgewebe sichtbar zu machen und so Rückschlüsse auf die Aggressivität des Tumors zu ziehen. Patienten, bei denen sich nach der Operation aber vor Beginn der Radio-Chemo-Therapie eine auffällige Traceranreicherung im Gehirn zeigte, hatten ein höheres Risiko für ein schnelles Wiederauftreten des Tumors. Die zusätzlichen Informationen aus der PET-Untersuchung ermöglichen es zudem, das zu bestrahlende Gebiet vor Beginn der Radiotherapie präziser zu berechnen und die Genauigkeit der Therapie zu erhöhen.
Protonentherapie und ihre Auswirkungen auf das Gehirn
Die Protonentherapie ist eine spezielle Form der Strahlentherapie, die für Hirntumorpatienten aktuell nur an wenigen Zentren deutschlandweit angeboten wird. Im Vergleich zur herkömmlichen Photonenbestrahlung ermöglicht sie eine präzisere Steuerung der Strahlung, wodurch das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Studien haben gezeigt, dass die Protonentherapie zu einer geringeren Belastung des Kleinhirns mit Strahlung führt, was potenziell das Risiko von Nebenwirkungen wie Gedächtnis- und Bewegungsstörungen reduzieren kann.