Ein Hirntumor, insbesondere ein Meningeom, ist eine Erkrankung, die viele Fragen aufwirft. Dieser Artikel beleuchtet die Risiken, Behandlungsmöglichkeiten und Prognosen im Zusammenhang mit der Entfernung eines Hirntumors, wobei der Fokus auf Meningeomen liegt.
Einführung in Meningeome
Meningeome sind Tumoren, die von den Meningen ausgehen, den Hirnhäuten, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Sie machen etwa 25 Prozent aller Hirntumoren aus und treten am häufigsten bei Erwachsenen im fünften Lebensjahrzehnt auf. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. In den meisten Fällen (etwa 90 Prozent) sind Meningeome gutartig und wachsen langsam. Bösartige Meningeome sind seltener und wachsen schneller.
Klassifizierung von Meningeomen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt Meningeome in drei Grade ein:
- WHO-Grad 1: Gutartige Meningeome, die sich meist vollständig operativ entfernen lassen.
- WHO-Grad 2: Atypische Meningeome, die etwas schneller wachsen und häufiger wiederkehren.
- WHO-Grad 3: Anaplastische Meningeome, die bösartig sind und sich in andere Organe ausbreiten können.
Symptome von Meningeomen
Die Symptome eines Meningeoms können vielfältig sein und hängen von der Größe und Lage des Tumors ab. Da Meningeome oft langsam wachsen, können Symptome erst nach Jahren auftreten. Mögliche Symptome sind:
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Neurologische Störungen (Lähmungen, Seh-, Sprach- oder Riechstörungen)
- Krampfanfälle
- Psychische Veränderungen
- Verhaltensauffälligkeiten
In manchen Fällen werden Meningeome zufällig bei bildgebenden Untersuchungen entdeckt, die aus anderen Gründen durchgeführt werden.
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Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für die Entstehung von Meningeomen sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen eine Rolle spielt. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören:
- Strahleneinwirkung
- Erbkrankheiten wie Neurofibromatose Typ 2
- Hormonelle Einflüsse (Östrogen)
Diagnose von Meningeomen
Zur Diagnose eines Meningeoms werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt:
- Körperliche und neurologische Untersuchung: Überprüfung der Nervenfunktion, des Geruchssinns und der Augen.
- Magnetresonanztomografie (MRT): Detaillierte Darstellung des Tumors und des umliegenden Gewebes.
- Computertomografie (CT): Erkennung von Verkalkungen und Schwellungen im Hirngewebe.
- Angiografie: Röntgenuntersuchung der Blutgefäße, um die Blutversorgung des Tumors zu beurteilen.
Behandlungsmöglichkeiten
Nicht jedes Meningeom muss sofort behandelt werden. Kleine, symptomlose Tumoren können zunächst beobachtet werden. Eine Behandlung ist erforderlich, wenn der Tumor wächst, Symptome verursacht oder bösartig ist. Die wichtigsten Behandlungsoptionen sind:
Operation
Die Operation ist die wichtigste Behandlungsoption für Meningeome. Ziel ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. Die Erfolgsaussichten hängen von der Lage, Größe und Beschaffenheit des Tumors ab. Ist der Tumor von vielen oder größeren Gefäßen versorgt, kann es erforderlich sein, diese vor der Operation zu verschließen (Embolisation).
Risiken der Operation
Eine Meningeom-Operation ist ein komplexer Eingriff, der mit Risiken verbunden sein kann. Dazu gehören:
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- Verletzung von Nerven, Blutgefäßen und anderen Hirnstrukturen
- Bleibende Schäden wie Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen
- Blutungen
- Infektionen
- Nachwirkungen wie Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und verminderte Leistungsfähigkeit
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird eingesetzt, wenn der Tumor nicht vollständig operativ entfernt werden kann oder bösartige Zellen vorhanden sind. Sie kann auch als primäre Behandlungsmethode in Betracht gezogen werden, wenn eine Operation nicht möglich ist.
Radiochirurgie
Die Radiochirurgie ist eine alternative Behandlungsmethode zur Operation oder Strahlentherapie. Dabei wird eine hohe Strahlendosis präzise auf den Tumor gerichtet.
Weitere Therapieansätze
- Chemotherapie: Die Chemotherapie spielt bei der Behandlung von Meningeomen eine untergeordnete Rolle, kann aber in bestimmten Fällen eingesetzt werden.
- Tumor Treating Fields (TTF): TTF sind elektrische Felder, die die Zellteilung der Tumorzellen stören. Über Klebepads auf der Kopfhaut wird ein elektrisches Feld erzeugt. TTF werden meist mit Chemotherapie kombiniert und können nach der Strahlentherapie angewendet werden.
- Palliativmedizin und supportive Therapie: Hierbei geht es um die Linderung von Beschwerden wie Schmerzen, neurologischen Ausfällen oder Hirndrucksymptomen. Palliativmediziner:innen begleiten Patient:innen, Angehörige und das Behandlungsteam, um die Lebensqualität zu erhalten und die Behandlung bestmöglich zu unterstützen.
Prognose
Die Prognose bei Meningeomen hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom WHO-Grad des Tumors und der Möglichkeit einer vollständigen Entfernung.
- Gutartige Meningeome (WHO-Grad 1): Nach vollständiger operativer Entfernung ist die Prognose in der Regel sehr gut. Allerdings kann der Tumor in etwa 20 Prozent der Fälle innerhalb von zehn Jahren wiederkehren.
- Atypische Meningeome (WHO-Grad 2): Diese Tumoren haben eine höhere Rückfallrate als gutartige Meningeome.
- Anaplastische Meningeome (WHO-Grad 3): Diese Tumoren haben eine deutlich schlechtere Prognose und kehren trotz Behandlung häufig zurück.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um ein Rezidiv frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Innovative Therapieansätze
Die Forschung im Bereich der Hirntumortherapie schreitet stetig voran. Neue Therapieansätze wie die Fluoreszenz-gestützte Chirurgie und die Entwicklung von Biomarkern zur besseren Risikoeinschätzung bieten Hoffnung auf verbesserte Behandlungsergebnisse.
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Fluoreszenz-gestützte Chirurgie
Bei der Fluoreszenz-gestützten Chirurgie wird ein fluoreszierender Farbstoff eingesetzt, um Tumorzellen während der Operation besser sichtbar zu machen. Dies kann dazu beitragen, den Tumor vollständiger zu entfernen und das umliegende gesunde Gewebe zu schonen.
Biomarker
Biomarker sind messbare Substanzen im Blut oder Gewebe, die Informationen über den Tumor liefern können. Sie können helfen, das Rückfallrisiko besser einzuschätzen und die Therapie individueller anzupassen.
Leben mit einem Meningeom
Ein Meningeom kann das Leben der Betroffenen stark beeinflussen. Neben den körperlichen Beschwerden können auch psychische Belastungen auftreten. Eine umfassende Betreuung durch ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, Therapeuten und психологами ist wichtig, um die Lebensqualität der Patienten zu erhalten.