Zufriedenheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit sind keine Selbstverständlichkeit, besonders in Phasen hoher Beanspruchung oder mit zunehmendem Alter. Der Körper signalisiert deutlich, dass er besondere Aufmerksamkeit und Pflege benötigt. Erholsamer Schlaf, ausreichend Bewegung, essenzielle Vitalstoffe und effektives Stressmanagement bilden die Grundlage für eine gut funktionierende Regulations- und Regenerationsfähigkeit des gesamten Körpers.
Die Doppelfunktion des Gehirns
Das menschliche Gehirn erfüllt zwei Hauptfunktionen:
- Informationsspeicherung: In der Großhirnrinde werden wichtige Informationen gespeichert, um möglichst präzise Vorhersagen treffen zu können.
- Steuerzentrale: Das Gehirn dient als Steuerzentrale für alle Körpersysteme, wie Atmung, Herz-Kreislauf und Immunsystem.
Gerät das Gehirn aus dem Gleichgewicht, können Störungen entstehen, die sich in Symptomen wie Überforderung, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Reizbarkeit bis hin zu Angststörungen oder Depressionen äußern können. Eine gestörte Regulation des Gehirns kann auch körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Muskelschmerzen, chronische Entzündungsprozesse, Burnout, Herzinfarkt, Schlaganfall und Hörsturz zur Folge haben.
Was verstehen wir unter Hochleistungsphasen des Gehirns?
Ob im Büro oder vor Ort - wir alle brauchen unser Gehirn, um gut arbeiten zu können. Es ist unsere wichtigste Ressource und zuständig für geistige Tätigkeiten sowie die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts aller ineinandergreifenden Regulationssysteme des Organismus, wie Atmung, Herz-Kreislauf, Hormon- und Immunsystem sowie Stoffwechsel.
Ist die "Software unseres Regulationscomputers“ gestört, können viele Systeme ihre Arbeit nicht mehr korrekt verrichten. Erste Anzeichen für ein Ungleichgewicht können Unzufriedenheit, innere Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Merkfähigkeitsstörungen sein. Mentale Gesundheit umfasst daher nicht nur kognitive Leistungsfähigkeit und psychische Stabilität, sondern auch eine stabile ganzheitliche Gesundheit, allgemeines Wohlbefinden, eine ausgeglichene Emotionswelt sowie das Erleben von Motivation und Sinn.
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Förderung der mentalen Gesundheit
Ganzheitliche Gesundheit durch Bewegung und gute Ernährung zu fördern, ist bereits weit verbreitet. Doch wie kann man die mentale Gesundheit fördern? Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert - von einer körperlich geprägten Industriekultur hin zu einer Technologiekultur. Die meisten Menschen nutzen ihr Gehirn als größte Ressource, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zukünftig werden noch mehr und höhere geistige Fähigkeiten gefordert sein.
Experten schätzen, dass in etwa 20-30 Jahren rund 50% unserer Arbeitsplätze durch Roboter und künstliche Intelligenz ersetzt werden. Neben digitalen Kompetenzen werden daher Future Work Skills wie Selbstmanagement, Selbstreflexion, Kreativität sowie emotionale Intelligenz, Empathie und Resilienz immer wichtiger. Für Arbeitgeber ist es daher eine gute Investition, Mitarbeiter bei der Gesunderhaltung oder Verbesserung ihrer mentalen Leistungsfähigkeit zu unterstützen. Dies trägt nicht nur zu einer besseren ganzheitlichen Gesundheit und damit geringeren Krankentagen bei, sondern auch zu einer gelebten Wertschätzung, höherer Motivation und einer gesteigerten Arbeitgeberattraktivität.
Umgang mit Prüfungsangst in Hochleistungsphasen
Prüfungen sind für viele Menschen purer Stress, Leistungsdruck und Angst. Hier sind einige konkrete Tipps, was man tun kann:
- Blackout: Ein Blackout dauert meist nur wenige Minuten. Ruhe bewahren!
- Unangenehme Gefühle und Gedanken aktiv bearbeiten: Ängste nicht verdrängen, sondern bewusst wahrnehmen. Vor der Prüfung aufschreiben, wovor man Angst hat, um den Kopf freier zu bekommen.
- Gute Vorbereitung: Frühzeitig mit den Vorbereitungen beginnen, einen Plan erstellen, Informationen sammeln, Schwerpunkte identifizieren, Lücken schließen und ausreichend Wiederholungszeiten einplanen.
- Prüfung als Sondersituation definieren: Aufregung und Anspannung können auch die Konzentration und Leistungsfähigkeit steigern.
- Zuversicht und Selbstvertrauen trainieren: Gedanken, die Mängel und Defizite betonen, verstärken Prüfungsangst. Glaubenssätze zur Prüfungsangst bewusst machen.
- Gute Selbstfürsorge: Regelmäßige Pausen und ausreichend Schlaf sind besonders wichtig. Pausen abseits des Schreibtisches und des Smartphones sind besonders wirkungsvoll.
- Blackout-Tipps in der Prüfung:
- Tiefe Bauchatmung trainieren.
- Mutmacher-Botschaften visualisieren.
- Negative Gedanken loswerden, indem man die Umgebung detailliert beschreibt.
- Professionelle Hilfe: Bei belastender Prüfungsangst kann ein Prüfungscoaching helfen, die Ursachen zu analysieren, Erinnerungen zu neutralisieren und Blockaden abzubauen.
Effektivität und Effizienz in Hochleistungsphasen
Effizient und effektiv Aufgaben erledigen und Ziele erreichen - was ist der Unterschied?
- Effektivität: Die richtigen Ziele setzen und diese erreichen.
- Effizienz: Eine Aufgabe oder Ziele mit wenig Aufwand erledigen bzw. erreichen.
Wer Effektivität und Effizienz richtig kombiniert, erfüllt schneller seine Unternehmensziele und sortiert ineffektive Maßnahmen aus.
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Methoden zur Steigerung der Effektivität
- Selbstmanagement-Methoden anwenden, um Ziele zu definieren, Aufgaben abzuleiten und einen Tagesplan zu erstellen.
- Das OKR-Modell verwenden, um die Vision in messbare Ziele herunterzubrechen.
- Die SMART-Methode verwenden, um Ziele spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch erreichbar und terminiert zu formulieren.
- Die ABC-Methode verwenden, um Aufgaben zu priorisieren.
- Mit der Alpen-Methode schnell einen Tagesplan erstellen.
- Die Getting-Things-Done-Methode verwenden, um Aufgaben in Listen zu erfassen, sie systematisch zu erledigen oder zu delegieren.
Methoden zur Steigerung der Effizienz
- Das Pareto-Prinzip (80-20-Regel) nutzen, um mit 20 Prozent Aufwand 80 Prozent des Ergebnisses zu erzielen.
- Bestehende Prozesse hinterfragen und vereinfachen.
- Aufgaben digitalisieren.
- Kürzere Absprachen treffen.
- Regelmäßige Pausen einlegen.
- Die Pomodoro-Technik anwenden (25 Minuten konzentriert arbeiten, 5 Minuten Pause).
- Zeitmanagement-Apps verwenden, um den Zeitaufwand für Aufgaben zu überwachen.
- Den Arbeitsrhythmus hinterfragen und schwierige Aufgaben in produktive Phasen einplanen.
Schüßler-Salze zur Unterstützung in Hochleistungsphasen
Schüßler Salz Nummer 5 Kalium phosphoricum übernimmt traditionell vielfältige und zentrale Aufgaben im menschlichen Organismus. Es gilt als wichtiges Energiemittel, unterstützt das Nervensystem und die Zellfunktion.
- Energiehaushalt: Kalium phosphoricum ist ein unentbehrlicher Energieträger und spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Zellen. Es kann das Verlangen nach schnellen Energielieferanten wie Zucker dämpfen und bei Erschöpfungszuständen helfen, die Energiereserven wieder aufzufüllen.
- Nervensystem: Kalium phosphoricum ist von zentraler Bedeutung für das gesamte Nervensystem. Es unterstützt die Impulsweitergabe zwischen Nerven- und Muskelzellen, fördert die mentale Leistungsfähigkeit und kann bei nervlicher Überlastung oder Stress helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen.
- Zellstoffwechsel: Kalium phosphoricum spielt eine wichtige Rolle im Zellstoffwechsel. Es unterstützt den Aufbau neuer Zellen und Gewebe, trägt zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts innerhalb und außerhalb der Zellen bei und kann zur allgemeinen Gesundheit der Zellen beitragen.
- Infektabwehr: Kalium phosphoricum soll verhindern, dass Krankheitserreger in die Zellen eindringen können und unterstützt den Körper dabei, hohe Fiebertemperaturen zu erreichen, die notwendig sind, um Krankheitserreger effektiv zu bekämpfen.
- Herz und Muskulatur: Kalium phosphoricum ist für die Funktion von Herz und Muskulatur von großer Bedeutung. Es unterstützt die rhythmische Tätigkeit des Herzens und kann helfen, die Muskelkraft zu unterstützen und die Belastbarkeit zu fördern.
Neurodiversität und Hochleistungsphasen
Die Welt ist nicht für Menschen mit ADHS gemacht. Sie verlangt lineares Denken, konstante Konzentration und ein geordnetes Leben - alles Dinge, die für neurospicy Gehirne oft schlicht nicht funktionieren. Stattdessen sprühen sie vor Ideen, denken blitzschnell, verknüpfen unlogische Zusammenhänge zu brillanten Lösungen und haben eine Energie, die sich weder in starre Zeitpläne noch in Schubladen zwängen lässt.
ADHS: Zwei Dimensionen
- Körperliche Hyperaktivität: Ausgeprägter Bewegungsdrang, innere Unruhe, impulsives Handeln und Schwierigkeiten, stillzusitzen oder sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren.
- Geistige Hyperaktivität: Ein permanent sprudelnder Gedankenfluss, unaufhörliche Ideenproduktion, assoziatives Denken und eine enorme innere Betriebsamkeit.
Drei Arten von ADHS
- Der Sprinter: Extrem fokussiert, aber nur für kurze Zeit. Lösung: Flow statt Zwang.
- Der Rotierer: Der Geist dreht sich unaufhörlich im Kreis. Lösung: Struktur ohne Druck.
- Der Streuner: Zieht von Interesse zu Interesse, ohne festen Fokus. Lösung: Verknüpfung statt Verzettelung.
Strategien für einen produktiven Start in den Arbeitstag
Wie du den Arbeitstag beginnst, so wird er sich auch gestalten: Starte mit einer organisierten Planung, klaren Prioritäten und der richtigen Einstellung, um erfolgreich und effizient zu arbeiten.
- Aufgabenliste überprüfen: Die wichtigsten und dringendsten Aufgaben identifizieren.
- Tag planen und Zeitplan erstellen: Nur 60 % der Zeit verplanen, 40 % als Puffer für unvorhergesehene Ereignisse.
- Ablenkungen vermeiden: Konzentriert auf eine Sache konzentrieren.
- Aufgaben delegieren: Nicht alles selbst erledigen.
- Kurzer Austausch im Team: Aktuellen Projektstatus absprechen, Ziele und Prioritäten klären.
- Biorhythmus nutzen: Hochleistungsphasen für konzentriertes Arbeiten reservieren.
- Regelmäßige Pausen: Gehirn entspannen, bewegen und etwas anderes machen.
- Plan überprüfen: Hat der Plan funktioniert? Falls nicht - warum nicht?
Rufbereitschaft meistern
- Erreichbar bleiben: Zuhause verlassen ist möglich, solange man erreichbar bleibt.
- Schnelle Reaktionsfähigkeit: An einem Ort bleiben, an dem man schnell ein Problem lösen kann.
- Spaziergänge: In Ordnung, solange man in einem Gebiet mit gutem Empfang ist.
- Fitnessstudio: Es kommt darauf an, ob man Empfang hat und schnell reagieren kann.
- Reisen: Kann schwierig sein, aber es kommt auf das Benachrichtigungssystem an.
- Schlaf: Bereitschaftsdienst bedeutet im Allgemeinen nicht, dass man die ganze Zeit wach sein muss.
- Alkohol: Es ist besser, während des Bereitschaftsdienstes nüchtern zu bleiben.
- Verpasste Benachrichtigungen: Die meisten Systeme haben Redundanzen.
- Eskalationsprozess: Wenn man das Problem nicht sofort lösen kann, dem Eskalationsprozess folgen.
- Ruhe bewahren: Das Problem systematisch analysieren.
- Notwendige Werkzeuge: Telefon, Laptop und alle Arbeitswerkzeuge oder Software sind unerlässlich.
- Schlechter Empfang: Situationen vermeiden, in denen man vollständig auf Benachrichtigungen über das Handy angewiesen ist.
- Organisation: Organisiert bleiben, Vorlagen verwenden und ein detailliertes Protokoll führen.
- Zugänge einrichten: Vorab alle Zugänge wie VPN und Monitoring-Tools einrichten.
- Klare Grenzen setzen: Stunden im Bereitschaftsdienst begrenzen, regelmäßige Pausen einlegen.
- Gerechte Verteilung: Alle im Team sollten sich abwechseln.
- Klare Vergütung: Bedingungen klar regeln und vor dem ersten Einsatz besprechen.
Intensiv-Coaching in Hochleistungsphasen
Intensiv-Coaching kann helfen, echte und nachhaltige Veränderungen innerhalb kürzester Zeit zu erreichen. Dabei werden die neuesten neurobiologischen Erkenntnisse aus Hirn- und Stressforschung konsequent in die Coaching-Arbeit integriert.
- Rahmen des Intensiv-Coachings: Ein Time-Out an einem Ort der Ruhe, ohne Ablenkung und Reizflut.
- Voraussetzungen: Zeitspanne, in der sich der Klient an einen Ort der Ruhe zurückziehen kann.
- Typische Coaching-Anliegen:
- Persönliche Standortbestimmung in Hochleistungsphasen.
- Auszeit zur Regeneration nach Hochleistungsphase und Entstressung.
- Erkennen und Verändern von verfestigten Verhaltensmustern.
- Analyse von persönlichen und betrieblichen Themen und Strategieentwicklung.
- Coaching-Methode Neuroimagination®: Ermöglicht eine Aufmerksamkeitsfokussierung, kombiniert mit einer Atemtechnik bei gleichzeitiger Stimulation der beiden Hirnhälften.
Hochsensibilität und Hochleistungsphasen
Hochsensibilität ist eine Temperamentsveranlagung, die angeboren ist. Hochsensible Menschen zeigen eine Vielzahl von Eigenschaften, die ihre erhöhte Sensibilität in verschiedenen Lebensbereichen offenbaren.
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Die 4 Hauptmerkmale von Hochsensiblen
- Tiefe Verarbeitung: Informationen werden gründlicher und intensiver verarbeitet.
- Überstimulation: Schnellere Reizüberflutung und Notwendigkeit, sich zurückzuziehen.
- Emotionale Reaktivität und Empathie: Starkes Empfinden von Emotionen und Mitgefühl für andere.
- Sensibilität für Subtilitäten: Feinere Wahrnehmung von Details und Nuancen.
Hochsensibilität und andere Phänomene
- ADHS: ADS (ohne Hyperaktivität) hat viele Überschneidungen mit dem Phänomen der Hochsensibilität.
- Trauma: Frühkindliche Traumatisierungen können zu emotionalen Achterbahnen führen.
- Beziehungsprobleme: Bindungsprägungen in der Kindheit können Beziehungsprobleme verursachen.
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