Peter Hofmann, der einst als strahlender Tenor auf den Wagner-Festspielen brillierte und auch in Rockmusicals Erfolge feierte, verbrachte seine letzten Lebensjahre von einer schweren Krankheit gezeichnet. Seine Karriere war geprägt von einem beeindruckenden Spagat zwischen klassischer und populärer Musik, doch seine letzten Jahre waren von Krankheit und Rückzug geprägt.
Frühe Karriere und Durchbruch
Peter Hofmann wurde am 22. August 1944 im böhmischen Marienbad geboren. Seine Jugend verbrachte er in Darmstadt, wo er sich dem Sport und der Rockmusik widmete. Bereits mit 16 Jahren war er Sänger und Gitarrist einer Rock’n’Roll-Band. Als Zehnkämpfer wurde er hessischer Meister im Stabhochsprung. Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr, wo er Fallschirmspringer war, begann er ein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik in Karlsruhe.
Sein Debüt gab Hofmann 1972 als Tamino in Mozarts „Zauberflöte“ in Lübeck. Engagements an den Bühnen in Wuppertal und Stuttgart folgten. Der Durchbruch gelang ihm 1976 in Bayreuth in Patrice Chéreaus Inszenierung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, wo er den Siegmund sang. Gleichzeitig ging er als jüngster Parsifal in die Festspielgeschichte ein.
Erfolge als Wagner-Tenor und Ausflüge in die Popmusik
Hofmanns Stern stieg schnell auf, und er wurde für seine heldische Tenorstimme und seinen athletischen Körper gefeiert. 14 Jahre lang sang er in Bayreuth den Siegmund, aber auch den Lohengrin, den Tristan und den Walther von Stolzing in den „Meistersingern von Nürnberg“. Die Wagnerschen Heldentenöre waren Hofmanns Markenzeichen, und er sang diese Partien auf den großen Opernbühnen der Welt, wie Paris und New York.
Trotz seiner Erfolge in der klassischen Musik wollte sich Hofmann nicht auf dieses anspruchsvolle Fach festlegen lassen. Seine Jugendliebe, die Rockmusik, reizte ihn weiterhin, und er startete 1982 mit seiner LP „Rock classics“ eine Parallelkarriere als Rock- und Popsänger. Das Album wurde mit Doppel-Platin ausgezeichnet. Er präsentierte seine eigene Show mit dem Titel "Hofmanns Träumereien" und tourte mit internationalen Rock-Hits, Elvis-Presley-Titeln, deutschsprachigen Songs und später auch Country-Musik durch Europa.
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Das "Phantom der Oper" und der Beginn der Krankheit
Nachdem er gegen Ende der 1980er Jahre für stimmliche Schwächen kritisiert wurde, erlebte Hofmann einen erneuten Erfolg als "Phantom der Oper" in der Hamburger Aufführung des Musicals. Über 500 Mal trat er dabei mit der Sopranistin Anna Maria Kaufmann auf.
Doch bereits 1994 zeigten sich erste Anzeichen der Parkinson-Krankheit. 1999 machte Hofmann sein Leiden öffentlich. „Diese Krankheit passt nicht zu mir. Diese Krankheit passt zu niemandem! Sie stört und zerstört. Sie setzt immer enger werdende Grenzen.“
Die letzten Jahre: Krankheit, Rückzug und Tod
In den vergangenen Jahren litt Hofmann immer mehr unter seiner Krankheit. Zuletzt saß er im Rollstuhl und lebte sehr zurückgezogen mit seiner dritten Ehefrau Sabine und seiner Tochter in der Nähe von Wunsiedel im Fichtelgebirge. 2004 gab er das Ende seiner Karriere bekannt.
Peter Hofmann starb in der Nacht zum Dienstag, dem 30. November, im Alter von 66 Jahren in einem Klinikum im oberfränkischen Selb an einer Lungenentzündung. "Er ist ganz friedlich eingeschlafen", sagte ein Freund der Familie. Sein Bruder Fritz Hofmann sagte: "Ich denke, es war eine Erlösung für ihn".
Reaktionen auf seinen Tod
Der Tod von Peter Hofmann löste Bestürzung aus. Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigte ihn als einen Künstler, der wie kaum ein anderer eine Brücke zwischen ernster Musik und Unterhaltungsmusik geschlagen habe. Anna Maria Kaufmann sagte: "Wir standen über 500-mal zusammen auf der Bühne. Ich habe unglaublich viele schöne Erinnerungen. Ich werde ihn sehr vermissen und nie vergessen."
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Familienangehörige, Freunde und Weggefährten nahmen in der Friedhofskirche von Wunsiedel Abschied von Peter Hofmann. Seine frühere Partnerin aus dem Musical "Phantom der Oper", Anna-Maria Kaufmann, sagte, die Welt blicke mit Hochachtung auf sein Lebenswerk: "Wir haben den größten deutschen Tenor des 20. Jahrhunderts verloren."
Ein Leben zwischen Oper und Rock
Peter Hofmann war ein Ausnahmekünstler, der sich nicht in eine Schublade stecken ließ. Er war ein gefeierter Wagner-Tenor, der aber auch die Rockmusik liebte und mit seinen Alben ein Millionenpublikum begeisterte. Sein Mut, neue Wege zu gehen, und seine Vielseitigkeit machten ihn zu einem der populärsten Sänger seiner Zeit.
Das Vermächtnis eines vielseitigen Künstlers
Peter Hofmann hinterlässt ein reiches musikalisches Erbe. Seine Interpretationen der Wagner-Opern sind bis heute unvergessen, und seine Rock- und Popalben haben Maßstäbe gesetzt. Er war ein Künstler, der die Menschen berührte und begeisterte. Trotz seiner schweren Krankheit verlor er nie seinen Lebensmut. Peter Hofmann wird als einer der vielseitigsten und populärsten Sänger des 20. Jahrhunderts in Erinnerung bleiben.
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