Hoggar Night: Wirkung, Nebenwirkungen und Auswirkungen auf das Gehirn

Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Oftmals greifen Betroffene zu rezeptfreien Schlafmitteln wie Hoggar Night, um die Schlafqualität zu verbessern. Hoggar Night enthält den Wirkstoff Doxylamin, ein Antihistaminikum, das müde macht und so das Einschlafen erleichtern soll. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise von Doxylamin, seine Anwendungsgebiete, möglichen Nebenwirkungen und die Auswirkungen auf das Gehirn.

Was ist Doxylamin?

Doxylamin ist ein H1-Antihistaminikum der ersten Generation mit sedierenden Eigenschaften und anticholinerger Wirkung. Ursprünglich wurde es zur Behandlung von allergischen Reaktionen eingesetzt, insbesondere bei Heuschnupfen, Bronchialkrämpfen, Krampfhusten sowie allergisch bedingtem Juckreiz oder Ausschlag. Aufgrund seiner stark ermüdenden Wirkung wird Doxylamin heute hauptsächlich als schlafförderndes Medikament verwendet. Es ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Sirup, Brausetabletten und Lösungen.

Anwendungsgebiete von Doxylamin

Doxylamin wird hauptsächlich zur Beruhigung bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

  • Schlafstörungen
  • Unruhe und Nervosität

Es wird auch als Bestandteil von Kombinationspräparaten zur Linderung von Erkältungssymptomen und in Kombination mit Pyridoxin (Vitamin B6) gegen Schwangerschaftsübelkeit verwendet.

Wirkweise von Doxylamin

Doxylamin wirkt, indem es die Bindungsstellen für Histamin blockiert. Histamin ist eine körpereigene Substanz, die eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen und der Regulation des Wachzustands spielt. Durch die Blockade der Histamin-Rezeptoren werden allergische Symptome reduziert und gleichzeitig eine beruhigende und ermüdende Wirkung erzielt. Diese Wirkung tritt ein, weil Doxylamin auch auf die Histamin-Bindungsstellen im Gehirn wirkt.

Lesen Sie auch: Hoggar® Night: Ihre Lösung für besseren Schlaf

Im Gegensatz zu modernen Antihistaminika wirkt Doxylamin nicht selektiv, sondern zentral dämpfend. Nach oraler Einnahme wird der Wirkstoff rasch und nahezu vollständig resorbiert. Der Wirkungseintritt erfolgt innerhalb von 30 Minuten, wobei die maximale Serumkonzentration etwa 2 Stunden nach der Einnahme erreicht wird. Die Wirkungsdauer beträgt etwa 3 bis 6 Stunden. Die Metabolisierung erfolgt vorrangig in der Leber, und die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 10 Stunden.

Was ist vor der Anwendung von Doxylamin zu beachten?

Vor der Anwendung von Doxylamin sollte in bestimmten Fällen Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker gehalten werden, insbesondere bei:

  • Nierenfunktionsstörungen
  • Eingeschränkter Leberfunktion
  • Herzerkrankungen
  • Asthma
  • Chronischem Sodbrennen

Wann darf Doxylamin nicht eingenommen werden?

Doxylamin darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Doxylamin
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Akute Asthmaanfälle
  • Engwinkelglaukom
  • Porphyrie
  • Epilepsie oder Hirnschäden in der Großhirnrinde
  • Tumoren im Nebennierenmark
  • Gleichzeitige Behandlung von Depressionen mit MAO-Hemmern

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Doxylamin kann zu extremer Müdigkeit führen, was besonders bei älteren Patienten das Sturzrisiko erhöht. Die Reaktionsfähigkeit kann beeinträchtigt sein, sodass vom Lenken eines Fahrzeugs oder der Inbetriebnahme von Maschinen abzuraten ist. Des Weiteren kann Doxylamin Krampfanfälle auslösen.

Doxylamin bei Kindern

Säuglinge und Kleinkinder können durch Doxylamin einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sein, an einer unregelmäßigen Atmung oder gar an einem Atemstillstand zu leiden. Der Wirkstoff ist bei Babys und Kleinkindern nicht zu empfehlen. Die meisten Hersteller erlauben eine Anwendung ab 16 Jahren. Genaue Hinweise sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Lesen Sie auch: NightWatch: Was kostet das?

Doxylamin in Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Doxylamin ist während des ersten Drittels der Schwangerschaft nicht erlaubt, da das ungeborene Kind schwere Folgen davontragen könnte. Danach sollte der Risiko-Nutzen-Faktor unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden. Selbiges gilt für die Stillzeit, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergehen und so eventuell Schäden für den Säugling bedeuten kann.

Dosierung und Anwendung von Doxylamin

Die Dosierung von Doxylamin sollte genau wie in der Packungsbeilage oder nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Doxylamin ist in Form von Tabletten, Brausetabletten, Sirup und Lösung erhältlich.

Dosierung von Doxylamin-Tabletten

Erwachsene nehmen in der Regel 1 bis 2 Tabletten etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen ein.

Dosierung von Doxylamin-Brausetabletten

Erwachsene nehmen in der Regel 1 Brausetablette etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen ein.

Nebenwirkungen von Doxylamin

Wie bei den meisten Medikamenten können auch bei Doxylamin Nebenwirkungen auftreten. Häufige Nebenwirkungen sind:

Lesen Sie auch: Synaptische Auswirkungen von Strychnin

  • Müdigkeit und Schläfrigkeit während des Tages
  • Mundtrockenheit
  • Verstopfung
  • Verschwommenes Sehen
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Verwirrtheit (insbesondere bei älteren Menschen)
  • Erhöhtes Sturzrisiko (insbesondere bei älteren Menschen)

In seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenderen Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, allergischen Reaktionen oder Krampfanfällen kommen.

Wechselwirkungen von Doxylamin

Doxylamin kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen. Besonders vorsichtig sollte man sein bei der gleichzeitigen Einnahme von:

  • Alkohol: Verstärkung der sedierenden Wirkung
  • Andere zentraldämpfende Substanzen (z.B. Neuroleptika, Tranquilizer, Antidepressiva, Hypnotika, Schmerzmittel, Narkosemittel, Antiepileptika): Verstärkung der Wirkung
  • Phenytoin (Antiepileptikum): Abschwächung der Phenytoin-Wirkung
  • Wirkstoffe, die das parasympathische Nervensystem hemmen (z.B. Biperiden, MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva): Erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Darmlähmungen, Harnverhalten und Erhöhung des Augeninnendrucks
  • MAO-Hemmer: Niedriger Blutdruck und Unterdrückung der Gehirn- und Atemfunktion
  • Blutdrucksenker (Guanabenz, Clonidin, Alpha-Methyldopa): Verstärkte Müdigkeit und Mattigkeit
  • Epinephrin: Möglicher Blutdruckabfall

Doxylamin und Alkohol

Während der Einnahme von Doxylamin sollte auf alkoholische Getränke und Speisen verzichtet werden, da Alkohol die Wirkung von Doxylamin in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken kann.

Auswirkungen auf das Gehirn

Doxylamin wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem, indem es die Histamin-Rezeptoren im Gehirn blockiert. Dies führt zu einer Verringerung der Wachheit und einer Zunahme der Schläfrigkeit. Die anticholinerge Wirkung von Doxylamin kann jedoch auch zu kognitiven Beeinträchtigungen wie Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit führen, insbesondere bei älteren Menschen.

Einige Studien deuten darauf hin, dass die langfristige Einnahme von Anticholinergika wie Doxylamin das Risiko für Demenz erhöhen könnte. Es ist jedoch schwer zu sagen, ob die Medikamente tatsächlich die Ursache für den geistigen Abbau sind oder ob die Schlafprobleme, deretwegen sie genommen wurden, nicht schon Symptom einer beginnenden Demenz waren.

Abhängigkeit und Entzug

Obwohl Doxylamin als nicht stark abhängig machend gilt, kann es bei längerfristiger täglicher Anwendung zu einer Gewöhnung kommen. Bei plötzlichem Absetzen des Medikaments können die Schlafstörungen wieder verstärkt auftreten. Es ist daher ratsam, Doxylamin nicht über einen längeren Zeitraum einzunehmen und die Dosis bei Bedarf schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden.

Alternativen zu Doxylamin

Bei leichten bis mittleren Schlafstörungen gibt es verschiedene Alternativen zu Doxylamin:

  • Pflanzliche Schlafmittel: Präparate mit Baldrian, Hopfen, Melisse oder Passionsblume können eine beruhigende Wirkung haben und das Einschlafen erleichtern.
  • Melatonin: Das Hormon Melatonin kann bei Schlafstörungen, insbesondere bei älteren Menschen, helfen, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu regulieren.
  • Schlafhygiene: Regelmäßige Schlafzeiten, eine entspannende Abendroutine, eine angenehme Schlafumgebung und der Verzicht auf Koffein und Alkohol vor dem Schlafengehen können die Schlafqualität verbessern.
  • Kognitive Verhaltenstherapie: Eine Verhaltenstherapie kann helfen, negative Gedanken und Verhaltensweisen, die den Schlaf stören, zu identifizieren und zu verändern.

tags: #hoggar #night #wirkung #aufs #gehirn