Schlaf ist essentiell für die Erholung und Regeneration des Körpers. Er ist nicht nur wichtig für unsere Leistungsfähigkeit, sondern auch, um frühzeitigen körperlichen und geistigen Alterungsprozessen vorzubeugen und Erkrankungen entgegenzuwirken. Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem und können in Ein- und Durchschlafstörungen unterteilt werden. Auch wenn sie meist vorübergehend sind, können sie sehr belastend sein und die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Was ist Hoggar® Night?
Hoggar® Night ist ein rezeptfreies Arzneimittel zur Kurzzeitbehandlung von akuten Schlafstörungen. Es enthält den Wirkstoff Doxylaminsuccinat, ein Antihistaminikum der ersten Generation. Doxylamin blockiert die Wirkung von Histamin, einer körpereigenen Substanz, die unter anderem an der Regulation des Wachzustands beteiligt ist. Durch die Blockade der Histamin-Rezeptoren wirkt Hoggar® Night beruhigend und fördert den Schlaf.
Wie wirkt Doxylamin?
Doxylamin ist ein Ethanolaminderivat, das an den H1-Histaminrezeptor bindet und dessen Stimulation vermindert. Diese Stimulation führt unter anderem zu Gefäßerweiterung, erhöhter Durchlässigkeit der Kapillarwände und Sensibilisierung von Schmerzrezeptoren. Neben der Blockierung der H1-Rezeptor-vermittelten Wirkung hat Doxylamin sedierende (beruhigende) Wirkungen. Es beschleunigt den natürlichen Einschlafprozess, verkürzt die Einschlafzeit, ohne den physiologischen Schlafrhythmus zu beeinflussen.
Anwendungsgebiete von Hoggar® Night
Hoggar® Night wird zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Es kann bei Schlaflosigkeit bei Bedarf punktuell eingesetzt werden und muss nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, um eine Wirkung hervorzurufen.
Wann sollte man Hoggar® Night nicht anwenden?
Hoggar® Night darf nicht eingenommen werden bei:
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- Überempfindlichkeit gegen Doxylamin oder einen der sonstigen Bestandteile
- Akutem Asthma-Anfall
- Engwinkelglaukom
- Phäochromozytom (Adrenalin produzierender Tumor)
- Prostatavergrößerung mit Restharnbildung
- Akuter Vergiftung durch Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmittel sowie Psychopharmaka (Neuroleptika, Tranquilizer, Antidepressiva, Lithium)
- Anfallsleiden
- Gleichzeitiger Behandlung mit Hemmstoffen der Monoaminoxidase
Unter Umständen ist Vorsicht geboten und ein Arzt oder Apotheker zu konsultieren bei:
- Eingeschränkter Leberfunktion
- Herzschwäche
- Bluthochdruck
- Chronischen Atembeschwerden
- Asthma bronchiale
- Refluxösophagitis (Refluxkrankheit mit Entzündung der Speiseröhre)
- Neigung zu Krampfanfällen
- Hirnschäden
- Abweichung im EKG (Verlängerung der QT-Dauer)
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten Hoggar® Night in der Regel nicht anwenden.
Anwendung und Dosierung
Erwachsene nehmen in der Regel 1 Tablette (25 mg Doxylaminsuccinat) etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen mit ausreichend Flüssigkeit ein. Bei stärkeren Schlafstörungen können maximal 2 Tabletten (50 mg Doxylaminsuccinat) eingenommen werden. Es ist darauf zu achten, dass nach der Einnahme von Hoggar® Night für eine ausreichende Schlafdauer gesorgt wird, um eine Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens am folgenden Morgen zu vermeiden.
Dauer der Anwendung
Ohne ärztlichen Rat sollte Hoggar® Night nicht länger als 2 Wochen angewendet werden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Nach längerfristiger täglicher Anwendung können durch plötzliches Absetzen der Therapie Schlafstörungen wieder verstärkt auftreten. Um dies zu vermeiden, sollte die Dosis schrittweise reduziert werden.
Was tun bei Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Schläfrigkeit, Verwirrtheit, verminderter Atmung sowie zu Störungen der Herz-Kreislauffunktion kommen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden.
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Mögliche Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Hoggar® Night Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
- Schläfrigkeit
- Schwindelgefühl
- Mundtrockenheit
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:
- Nervosität
- Schlaflosigkeit
- Kopfschmerzen
- Verschwommenes Sehen
- Drehschwindel
- Vermehrte Schleimbildung der Bronchien
- Schmerzen im Oberbauch
- Verstopfung
- Unvollständige Entleerung der Blase
- Müdigkeit
- Alpträume
- Doppeltsehen
- Tinnitus (Ohrgeräusche)
- Blutdruckabfall durch Aufstehen (orthostatische Hypotonie)
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
- Durchfälle
- Verdauungsbeschwerden
- Erbrechen
- Übelkeit
- Hautausschlag
- Gefühl der Entspannung
- Wassereinlagerung in Beinen und/oder Armen
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
Sollten Nebenwirkungen auftreten, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, ist ein Arzt oder Apotheker zu informieren.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bei gleichzeitiger Anwendung anderer zentral wirksamer Arzneimittel (wie Psychopharmaka, Schlafmittel, Schmerzmittel, Narkosemittel, Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden) kann es zu einer wechselseitigen Verstärkung der Wirkung kommen. Dies gilt insbesondere auch für gleichzeitigen Alkoholgenuss, durch den die Wirkungen von Hoggar® Night in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt werden können.
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Die anticholinerge Wirkung von Hoggar® Night kann durch die gleichzeitige Gabe von anderen Substanzen mit anticholinergen Wirkungen (z.B. Biperiden, einem Arzneimittel zur Behandlung der Parkinsonschen Krankheit; tricyclische Antidepressiva) verstärkt werden. Durch gleichzeitige Einnahme von Hemmstoffen der Monoaminoxidase, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, kann die anticholinerge Wirkung von Hoggar Night ebenfalls verstärkt werden, was sich durch eine lebensbedrohliche Darmlähmung, Harnverhalten oder eine akute Erhöhung des Augeninnendruckes äußern kann.
Wichtige Hinweise
- Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen: Hoggar® Night kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Daher ist Vorsicht geboten beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen. Dies gilt besonders in Kombination mit Alkohol.
- Alkohol: Während der Einnahme von Hoggar® Night sollte Alkohol vermieden werden.
- Engwinkelglaukom: Patienten mit Engwinkelglaukom haben ein erhöhtes Risiko für einen akuten Anfall.
- Lactose-Intoleranz: Hoggar® Night enthält Lactose. Bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose sollte vor der Einnahme ein Arzt konsultiert werden.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Hoggar® Night sollte während der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes eingenommen werden. Da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, sollte während der Behandlung nicht gestillt werden.
Die Bedeutung von gesundem Schlaf
Schlaf ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis und spielt eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Während des Schlafs finden wichtige Regenerationsprozesse im Körper statt, die für die Aufrechterhaltung unserer körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit unerlässlich sind.
Regeneration für Körper und Geist
Schlaf dient als Erholungs- und Regenerationsphase für den gesamten Körper. Guter Schlaf ist nicht nur wichtig, um unsere Leistungsfähigkeit zu bewahren, sondern auch, um frühzeitige körperliche und geistige Alterungsprozesse zu vermeiden und Erkrankungen vorzubeugen.
Während des Schlafs sinken Blutdruck und Herzfrequenz, wodurch der Körper herunterfährt und sich erholen kann. Gleichzeitig werden Wachstumshormone ausgeschüttet, die die Zellen von Knochen, Muskeln und Organen erneuern. Auch das Immunsystem arbeitet nachts auf Hochtouren und produziert vermehrt Abwehrzellen.
Unser Gehirn nutzt den Schlaf, um Eindrücke, Informationen und Bilder des Tages zu verarbeiten und im Gedächtnis zu speichern. Guter Schlaf fördert die emotionale Stabilität und kann Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit reduzieren.
Auswirkungen von Schlafmangel
Schlafmangel kann weitreichende negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Er steht im Verdacht, Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Demenz zu begünstigen. Zudem kann Schlafmangel die Psyche beeinträchtigen und zu Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen führen.
Tipps für einen besseren Schlaf
Um einen gesunden und erholsamen Schlaf zu fördern, können folgende Tipps hilfreich sein:
- Regelmäßiger Schlafrhythmus: Jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen, auch am Wochenende.
- Angenehme Schlafumgebung: Ein dunkles, ruhiges und kühles Schlafzimmer.
- Entspannungsrituale: Vor dem Schlafengehen entspannende Aktivitäten wie Lesen, ein warmes Bad oder Meditation.
- Vermeidung von Stimulanzien: Koffein und Alkohol sollten vor dem Schlafengehen vermieden werden.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann den Schlaf verbessern, sollte aber nicht kurz vor dem Schlafengehen erfolgen.