Homöopathie bei Kopfschmerzen, Migräne und Beschwerden durch Sonneneinstrahlung

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die viele Menschen in unterschiedlicher Intensität erleben. Dumpfer Druck im Hinterkopf, Pochen in den Schläfen oder dröhnende Schmerzen hinter der Stirn können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Auch die Sonne kann durch Hitze und UV-Strahlung zu verschiedenen Beschwerden führen, darunter Kopfschmerzen, Sonnenstich und Sonnenbrand. Im Kampf gegen diese Schmerzen und Beschwerden haben sich auch Homöopathika bewährt. Viele Patienten berichten in der Apotheke, dass ihre gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen einen bestimmten Auslöser haben oder ganz typisch verlaufen. Dieser Artikel beleuchtet die homöopathische Behandlung von Kopfschmerzen, Migräne und sonnenbedingten Beschwerden und gibt einen Überblick über bewährte Mittel und ihre Anwendungsbereiche.

Homöopathische Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne

Die Homöopathie bietet eine sanfte und natürliche Alternative oder Ergänzung zur konventionellen Schmerztherapie. Bei der Auswahl des geeigneten homöopathischen Mittels ist es wichtig, die individuellen Symptome, Auslöser und Begleiterscheinungen der Kopfschmerzen oder Migräne zu berücksichtigen. Ein Homöopath richtet sich nach der individuellen Erscheinungsform und dem Auslöser der Beschwerden. Darüber hinaus sind die weiteren Begleiterscheinungen für die Behandlung wichtig. Bei der Einschätzung der Kopfschmerzen soll man auch darauf achten, welche Modalitäten der Besserung oder Verschlechterung auftreten, und bei Migräne werden meist auch die Triggerfaktoren abgefragt. Auch die genaue Schmerzregion ist wichtig.

Es sollte der Patient am besten schon bei den ersten Anzeichen des Schmerzes einnehmen und nicht warten, bis die Pein unerträglich wird. Als Einzeldosis gelten fünf Tropfen (alkoholhaltig!) oder Globuli oder eine Tablette. Wichtig ist, dass Betroffene den Arzt um Rat fragen, wenn sie wiederholt an Kopfschmerzen oder Migräne leiden, wenn die Schmerzen nach einer Kopfverletzung, zum Beispiel einem Sturz, auftreten oder von heftigem Fieber, Übelkeit und Sehstörungen begleitet werden. Nach ärztlichem Rat können Schmerzmittel und Homöopathika zur gleichen Zeit genutzt werden.

Bewährte Homöopathische Mittel bei Kopfschmerzen

Im Folgenden werden einige bewährte homöopathische Mittel bei Kopfschmerzen und Migräne vorgestellt:

  • Belladonna D6 (Atropa belladonna): Dieses Mittel ist geeignet, wenn Kopfschmerzen plötzlich und heftig beginnen, in Schläfen und Stirn pulsieren und das Gesicht heiß und rot anläuft. Der Kopf scheint vor Hitze zu platzen, während Arme und Beine meist kalt sind. Die genannten Symptome können nach intensiver Sonneneinstrahlung auftreten, aber auch Folge von Angst und Schreck sein. Dann sind alle Sinne überempfindlich; jede Erschütterung, Bewegung, vor allem Bücken, Licht und Geräusche verschlechtern das Befinden. Drückt der Patient mit den Händen fest gegen den Kopf oder beugt ihn zurück, kann ihm dies etwas Erleichterung bringen. Anders als Glonoinum wird dieser Wirkstoff bei Erkrankungen mit sehr starken Symptomen verabreicht, wie zum Beispiel grippale Infekte mit hohem Fieber oder entzündlichen Atemwegserkrankungen. Jedoch kann Belladonna, genauso wie Glonoinum, bei Sonnenbrand und Sonnenstich Abhilfe verschaffen.
  • Nux vomica D12: Als typisches »Kater-Mittel« nach einer durchzechten Nacht hat sich Nux vomica D12 bewährt. Die Betroffenen haben zu üppig gegessen, reichlich Alkohol und Kaffee getrunken und viel geraucht. Am schlimmsten ist es morgens nach dem Erwachen: Der Kopf brummt, das Gesicht ist verquollen, Magen und Darm rebellieren. Das Konstitutionsmittel Nux vomica eignet sich vor allem für Menschen mit reizbarem, aufbrausendem, jähzornigem Temperament und für sogenannte »Managertypen«, die ständig unter Hochspannung stehen und überarbeitet sind. Nux vomica hilft auch gut bei Stress- und Spannungskopfschmerzen nach Arbeitsüberlastung.
  • Gelsemium sempervirens D6 oder D12: Beginnen dumpfe, drückende Schmerzen im Nacken, ziehen sich »wie ein Band« um den Kopf herum und setzen sich über den Augen fest, hilft Gelsemium sempervirens D6 oder D12. Das Mittel hilft auch bei Migräne mit dumpfem Schmerz, Schwindelgefühl und verschwommenem Sehen. Typisch ist, dass der Patient sich schwach, benommen und sehr erschöpft fühlt. Patienten, die auf Gelsemium ansprechen, sind in der Regel sensibel, schüchtern und furchtsam. Gemütserregungen wie Angst, Aufregung und Kummer, aber auch Lampenfieber, haben das körperliche Leiden ausgelöst. Gelsemium sempervirens gilt als wichtiges homöopathisches Mittel bei fieberhaften Infekten, die sich langsam entwickeln. Es soll die typischen Begleiterscheinungen wie Gliederschmerzen, Kopfweh und Zerschlagenheitsgefühl lindern und das Allgemeinbefinden bessern. Auch bei seelischem Stress wie Lampenfieber soll sich dieses homöopathische Mittel bewährt haben. Das homöopathische Mittel basiert, vielfach verdünnt, auf den Wurzelstöcken des Gelben Jasmins. Die aus der Familie der Loganiaceae stammende und mehrere Meter hohe Schlingpflanze ist in Nord- und Mittelamerika heimisch. Sie wächst an Flussufern und ist giftig. Gelsemium gilt schon seit dem 17. Jahrhundert als Heilpflanze und wird vor allem als Fiebermittel in der Naturheilkunde verwendet. Das homöopathische Mittel wurde von amerikanischen Experten geprüft und in die Therapie eingeführt. Schnell verbreitete sich der Gebrauch des Gelben Jasmins auch in Deutschland. Die wesentlichen Inhaltsstoffe der Pflanze sind verschiedene Alkaloide (wie Gelsemicin, Gelsemin und Sempervirin) sowie das Cumarin Scopoletin. Bei Überdosierung kommt es zu einer allgemeinen Erschöpfung und einer Lähmung aller willkürlichen Muskeln (Skelettmuskeln), während der Geist klar bleibt. Bei fortgeschrittener Vergiftung wird auch die unwillkürliche Muskulatur gelähmt, erst die Schließmuskeln und später auch die Atem- und zuletzt die Herzmuskulatur. Es kann dann zum Tod kommen. Die homöopathischen Tropfen und Globuli sind zwar so verdünnt, dass sie auch bei hoher Dosierung nicht tödlich sind. Jedoch werden höhere Potenzen nur von Ärzten und Therapeutinnen verschrieben. Homöopathen wenden das Mittel Gelsemium an, wenn die Hauptbeschwerde des Patienten Schwäche ist oder mit Schwäche einhergeht. Sie kann auch die Psyche betreffen und auf der geistigen, emotionalen und/oder körperlichen Ebene vorliegen. Für die Wirkung von Gelsemium auf die Psyche gilt: Die charakteristische Schwäche drückt sich beim Gelsemium-Typ im emotionalen Bereich durch die Unfähigkeit aus, sich Herausforderungen jeglicher Art zu stellen. In alten Lehrbüchern wird Gelsemium als Mittel beschrieben, das die Feigheit auf dem Schlachtfeld bekämpfen soll. In heutiger Zeit lässt sich Gelsemium aber im alltäglichen Sinne als Hauptmittel bei Lampenfieber bezeichnen. Im Gemütsbereich wird der Gelsemium-Typ als schwach, vergesslich und mit einer Abneigung gegen geistige Arbeit beschrieben. In schweren, chronischen Fällen soll der Patient kaum in der Lage sein, ein aktives Leben zu führen oder gar einen Beruf auszuüben.
  • Spigelia anthelmia D6: Klagt der Patient über halbseitige, meist linksseitige neuralgische Schmerzen in und um die Augen, im Gesicht und an den Zähnen, kann ihm Spigelia anthelmia D6 helfen. Typisch ist, dass der heftig einschießende Schmerz im Hinterkopf beginnt, einseitig zur Schläfe zieht und zum Auge ausstrahlt. Schon kleine Berührungen, Bewegung, Luftzug und alle Geräusche verschlimmern die Beschwerden, die tagsüber ohnehin stärker sind. Homöopathen sagen: Sie steigen und sinken »mit dem Lauf der Sonne«.
  • Sanguinaria canadensis D6: Beginnt der Migräneanfall früh am Morgen, steigert sich bis Mittag/Nachmittag und lässt abends nach, das heißt, die Beschwerden »nehmen mit der Sonne zu« und betreffen typischerweise die rechte Seite, spricht die Migräne gut auf Sanguinaria canadensis D6 an. Typischerweise beginnt der Schmerz am Hinterkopf, zieht nach vorne und setzt sich über dem rechten Auge fest. Die Patienten haben ein hochrotes Gesicht, klagen über Übelkeit und galliges Erbrechen und sind sehr empfindlich gegenüber Licht, Lärm, Erschütterung und Bewegung.
  • Iris versicolor D6: Ein bewährtes Mittel bei Kopfschmerzen und Migräne, die nach großer geistiger Anstrengung und nahezu immer bei Entspannung und an arbeitsfreien Tagen auftreten, ist Iris versicolor D6. Die Betroffenen nennen ihre Beschwerden »Wochenend- oder Sonntagsmigräne«. Diese beginnen mit Sehstörungen und werden begleitet von ausgeprägten Säurebeschwerden, zum Beispiel saurem Aufstoßen, Sodbrennen, andauernder Übelkeit und saurem Erbrechen, das aber keine Linderung verschafft. Stete leichte Bewegung wird als wohltuend empfunden; in Ruhe, abends und nachts werden die Beschwerden stärker.
  • Cyclamen europaeum D6: Bei Kopfschmerzen und Migräne, die schon morgens beginnen, sich bis zum Erbrechen steigern und von Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen oder Doppeltsehen begleitet sind, lohnt sich der Einsatz von Cyclamen europaeum D6. Das Mittel eignet sich für Patienten, die sich niedergeschlagen, schwindlig und matt fühlen, am liebsten alleine sein wollen und denen Wärme und Bewegung gut tut. Bei betroffenen Frauen ist die monatliche Blutung meist unregelmäßig.
  • Glonoinum: Für die Auswahl von Glonoinum ist die Wärme der entscheidende Auslöser. Glonoinum ist eine chemische Verbindung aus Schwefel- und Salpetersäure sowie dem Zuckeralkohol Glycerin. Der Wirkstoff ist hierzulande auch unter dem Namen Nitroglycerin bekannt. Das Gemisch kann seinen Aggregatzustand in kürzester Zeit von flüssig zu gasförmig ändern und ist auf Grund dieser Eigenschaft hochexplosiv. Beim Menschen bewirkt Nitroglycerin eine Erweiterung der Gefäße (Vasodilatation). Bei Einnahme schon geringer Mengen, kann es dadurch, bedingt durch erweiterte Hirnarterien, zu heftigen Kopfschmerzen kommen. Die Medizin macht sich die gefäßerweiternde Wirkung von Nitroglycerin vor allem als Notfallmittel zunutze. Es kommt beispielsweise bei hypertensiven Krisen, sprich einem plötzlichen Anstieg des Blutdrucks über 230/130 mmHg, oder bei krampfhaften Brustschmerzen (Angina pectoris) zum Einsatz. Als homöopathisches Mittel wird Glonoinum in gereinigtem Wasser gelöst und verschüttelt. Bei dieser Verschüttelungsmethode wird ein Teil der Urtinktur mit einem bestimmten Anteil von Lösungsmittel mit einer festgelegten Anzahl von Schlagen geschüttelt. Der Wirkstoff wird dann bevorzugt bei Kopfschmerzen und Migräne, Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems und Schwindel eingesetzt. Aber auch bei Sonnenstich und Hitzschlag kann die Verabreichung von Glonoinum eine Besserung der Symptomatik erzielen. Glonoinum kann zur Selbstbehandlung genutzt werden, es ist jedoch wegen seiner Toxizität bis einschließlich Potenz D3 verschreibungspflichtig. Es sollten daher immer die Dosierungs- und Einnahmeempfehlungen der Packungsbeilage beachtet werden oder im Zweifelsfall Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker genommen werden. Glonoinum-Patienten zeichnen sich vor allem durch starke Reizbarkeit aus. Schon durch geringsten Widerspruch werden sie in höchste Erregung versetzt und explodieren förmlich, was oft zu plötzlichen Blutdrucksteigerungen, sowie Blutwallungen zum Kopf und zum Herzen führt. Das wallende Blut verursacht bisweilen Gesichtsröte und Brusthitze. Der Wirkstoff wirkt sowohl auf das zentrale Nervensystem (Gehirn), als auch auf vegetative Nervenbahnen, vor allem an den Nerven der Arterien. Nicht zuletzt wegen der Symptomkonstellation ist Glonoinum eher für Erwachsene mittleren Alters gedacht. Da der Wirkstoff in bestimmten Mengen sehr toxisch sein kann, sollte er Kindern auf keinen Fall eigenmächtig verabreicht werden. Besondere Vorsicht besteht hier bei Kindern unter einem Jahr. Da zur Verabreichung bei Säuglingen keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, sollte die Wirkstoffgabe hier unterlassen werden. Die Leitsymptome bei Glonoinum-Patienten sind Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen und Migräne, sowie Wechseljahrbeschwerden. Die Kreislaufbeschwerden äußern sich in anfallartigen Bluthochdruckintervallen mit pulsierenden Halsschlagadern (Karotiden) und einschießender Gesichtsrötung. Kopfschmerzen werden meist als pulsierend oder stechend wahrgenommen und können sich bis in den Nacken erstrecken. Eine Verbesserung der Symptome tritt bei Kälte oder kalten Anwendungen auf. Verschlechtert werden die Symptome in der Regel durch jegliche Form von Hitze und Wärme, also auch durch Sonneneinstrahlung. Erschütterungen, wie Kopfschütteln können ebenfalls zur Verschlimmerung führen. Meist reicht auch schon das Beugen des Kopfes oder sich zu bücken. Glonoinum-Patienten zeichnen sich durch eine explosive Reizbarkeit aus, auf Grund derer sie sich schon durch den kleinsten Widerspruch in größter Erregung befinden. Bisweilen kann es auch zu Ohnmachtsanfällen und Benommenheit, sowie zu Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit kommen. Auch Panikattacken sind keine Seltenheit. Diese können unter Umständen so stark sein, dass sich der Patient nicht mehr unter Leute wagt. Generell lässt sich eine große Unruhe im Verhalten des Glonoinum-Patienten feststellen. Er neigt dazu, immerzu umher- oder sogar wegzulaufen. Darüberhinaus kann das Gefühl entstehen, von den bisweilen beinah unerträglich starken Kopfschmerzen in den Wahnsinn getrieben zu werden. Typische Beschwerden des Kopfes sind einschießende Röte im Gesicht, die durch Blutwallungen zum Kopf hin bedingt ist, sowie pulsierende Karotiden am Hals. Ebenso kommt es vermehrt zu heftigen Kopfschmerzen, die als stechend, klopfend oder pulsierend wahrgenommen werden. Diese können auch durch Hitzeeinwirkung auf den Kopf verursacht werden (Sonnenstich). So kommt es auch vor, dass die Intensität des Kopfschmerzes mit dem Sonnenverlauf zu- und abnimmt. Der Kopfschmerz wird meist von einem Vergrößerungsgefühl begleitet. Der Schädel fühlt sich dann an, als sei er zu klein für das Gehirn. Der pulssynchrone Schmerz, den man quasi mit jedem Pulsschlag fühlen kann, verschlimmert sich meist durch Bewegung oder Erschütterungen. Auch Druck auf den Kopf, zum Beispiel durch einen Hut oder ähnliches, verschlimmert den Kopfschmerz meist. Das Gesicht ist meist heiß und gerötet. Vor allem bei Aufregung schießt das Blut durch Blutwallungen vermehrt in das Gesicht. Meist sind auch die Adern an den Schläfen etwas angeschwollen und durch die dünne Gesichtshaut deutlich erkennbar. Die Augen können gerötet oder trüb sein und bisweilen schmerzen. Gesichtsschmerz und Schmerzen in der Nasenwurzel mit Fließschnupfen können sich ebenfalls manifestieren. Die Brust kann sich, bedingt durch krampfartige Schmerzen in der Herzregion (Angina pectoris), bisweilen wie zugeschnürt anfühlen. Meist kommt es hier auch zum Gefühl der Hals würde anschwellen. Dies wiederum kann das Gefühl der Luftnot hervorrufen. Die Schmerzen strahlen meist auch in andere Körperregionen aus, vor allem in die oberen Extremitäten. Glonoinum-Patienten berichten außerdem über starkes Herzklopfen und spürbares Herzstolpern. Die Verdauungsorgane werden bei Glonoinum-Patienten weniger in Mitleidenschaft gezogen. Es kann bisweilen jedoch zu Völlegefühl und Schmerzen in der Magengegend (Epigastricum) kommen. Auch Durchfälle und Verstopfung können bisweilen auftreten. Die Patienten leiden unter vermehrtem Harndrang, vor allem in der Nacht. Der Harn selbst ist dunkel gefärbt, oft eiweißhaltig und kann rötlich gelbes Sediment enthalten. Teilweise verspüren Glonoinum-Patienten auch ein Brennen während des Urinierens. Bei Frauen kann die Menstruation ausbleiben (Amenorrhö). Stattdessen kommt es zu vermehrter Durchblutung im Kopfbereich (Kopfkongestion). Auch hier tritt das typische Klopfen und Pulsieren der Kopfschmerzen wieder auf. Beine und Knie fühlen sich meist schwach und unsicher an. Ebenso ist der Gang an sich wackelig. Auch Schmerzen im Bereich des Ischiasnervs sind des Öfteren zu beobachten, ebenso wie Hitze und Brennen zwischen den Schulterblättern und den Rücken hinunter. Die Nackenregion ist von den ausstrahlenden Kopfschmerzen unter Umständen mitbetroffen und kann sich bisweilen steif anfühlen. Die Haut ist vor allem im Gesicht zeitweise gerötet und unter Umständen berührungsempfindlich. Bei Sonnenbrand und Sonnenstich können an verschiedenen Körperregionen starke Rötungen auftreten, die mit einem Pulsieren unter der Haut einhergehen. Fieber und Schüttelfrost können im Rahmen eines Sonnenstiches nach langer Sonnenexposition auftreten. Vor allem bei Frauen in den Wechseljahren kann es vermehrt zu Hitzewallungen und Schweißausbrüchen kommen. Die Patienten sind meist schläfrig und gähnen viel.
  • Natrium carbonicum: Natrium carbonicum ist charakterisiert durch die übergroße Empfindlichkeit des gesamten Organismus. Es ist das wichtigste Mittel für den Sonnenstich (allgemeine Reaktion des Organismus auf Sonne und Hitze). Es entsteht eine Stumpfheit des Geistes und Verwirrung.

Dosierung und Anwendung

Die Patienten nehmen bei akuten Beschwerden stündlich, bei Besserung dreimal täglich eine Dosis. Klagt der Patient über halbseitige, meist linksseitige neuralgische Schmerzen in und um die Augen, im Gesicht und an den Zähnen, kann ihm Spigelia anthelmia D6 helfen.

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Akute Verschreibungen können mit unterschiedlichsten Potenzen durchgeführt werden. Für homöopathisch weniger erfahrene Kollegeninnen bietet sich eine D12-Potenz an, am ersten Tag drei Globuli ca. alle zwei Stunden bis zu einer eindeutigen Besserungstendenz. Wenn das Mittel richtig gewählt wurde, sollte diese spätestens am Folgetag erkennbar sein. Dann kann der Patientin die nächsten zwei bis drei Tage immer dann eine weitere Dosis einnehmen, wenn die Besserungstendenz stagniert. Dabei sollten nicht mehr als drei bis vier Einzelgaben pro Tag erforderlich sein. Bei hartnäckigen Beschwerden und höchstwahrscheinlich passender Arznei können auch ein bis drei Globuli in einem Wasserglas aufgelöst werden, der Patient kann dann durch jeweiliges ordentliches Umrühren vor jeder Einnahme (=ein Schluck) die Potenz erhöhen. Ein Schluck ersetzt dann in diesem Falle die o.g. wiederholte Einnahme von drei Globuli.

Alle in diesem Beitrag über Sommerbeschwerden genannten homöopathischen Mittel können - sofern nicht anders verordnet - wie folgt eingenommen werden: 3-mal täglich 5 Globuli.

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 - D12. Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen. Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Treten allerdings starke und plötzliche Schmerzen auf, sollten Sie zur Abklärung Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen. Besonders wichtig ist das, wenn Sie die Ursache nicht ausmachen können oder zusätzliche Symptome auftreten.

Wichtig ist, dass Betroffene den Arzt um Rat fragen, wenn sie wiederholt an Kopfschmerzen oder Migräne leiden, wenn die Schmerzen nach einer Kopfverletzung, zum Beispiel einem Sturz, auftreten oder von heftigem Fieber, Übelkeit und Sehstörungen begleitet werden.

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Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden.

Homöopathie bei Sommerbeschwerden durch Sonneneinstrahlung

Der Sommer mit seinen warmen Temperaturen, dem vielen Sonnenlicht und den langen Tagen verändert nicht nur die Natur, auch die Menschen scheinen in den warmen Sommermonaten wie ausgewechselt. Der Sommer gilt als eine Jahreszeit der Lebensfreude und als Zeit, um sich zu erholen und um neue Kraft zu schöpfen. Wer den Sommer und die Sonne richtig genießen will, der sollte auf die typischen Beschwerden, die dieser mit sich bringt, vorbereitet sein und sich entsprechend davor schützen. Um auch im Urlaub schnell auf homöopathische Mittel zurückgreifen zu können, empfiehlt sich die Mitnahme einer homöopathischen Reiseapotheke. Sommerbeschwerden kommen immer dann, wenn der Sommer am schönsten ist.

Neben Kopfschmerzen und Migräne können auch andere Beschwerden durch Sonneneinstrahlung entstehen:

  • Sonnenstich (Insolation): Trifft die direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf oder Nacken kann es zu einer Reizung der Hirnhäute und damit zum Sonnenstich (Insolation) kommen. Besonders gefährdet sind Personen mit wenig oder keinem Kopfhaar wie zum Beispiel kleine Kinder oder ältere Personen. Der Betroffene sollte sofort in den Schatten gebracht und wenn möglich mit kalten Getränken oder kalten Tüchern abgekühlt werden. Nach diesen Maßnahmen sollte ein Arztbesuch erfolgen. Symptome sind rotes Gesicht und pochende Schmerzen, Empfindlichkeit gegenüber Sinneseindrücken.
  • Hitzschlag: Beim Hitzschlag kommt es zu einer akuten und lebensgefährlichen Überhitzung, die Körpertemperatur kann über 40 Grad Celsius steigen. Vor allem anstrengende Tätigkeiten in feuchter Hitze und der Aufenthalt in überhitzten Räumen können dazu führen.
  • Kreislaufbeschwerden: Hohe Außentemperaturen können bei vielen Menschen zu Kreislaufbeschwerden führen. Durch die Hitze weiten sich die Blutgefäße, und das Herz muss mehr leisten, um den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten.
  • Sonnenbrand (Dermatitis solaris): Die Haut ist ein sehr sensibles Organ. Infolge von Sonnenlicht und der darin enthaltenen Ultraviolettstrahlung kann es zu Schädigungen oder krankhaften Reaktionen der Haut kommen. Beim Sonnenbrand (Dermatitis solaris) kommt es zu einer Verbrennung exponierter Hautareale mit den typischen Symptomen Rötung, Hitzegefühl, Juckreiz, Schmerzen und gelegentlich Blasenbildung.
  • Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose): Rote Flecken, Juckreiz, Knötchen oder Bläschen auf der Haut nach intensiver Sonnenbestrahlung sprechen für eine Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose). Die typischen Symptome einer Sonnenallergie sprechen für die Arznei Acidum hydrofluoricum.

Homöopathische Mittel bei sonnenbedingten Beschwerden

  • Belladonna: Ähnliche Symptome wie Belladonna, jedoch mit rascherem Beginn.
  • Glonoinum: Rotes Gesicht und pochende Schmerzen. Pulsierende Schmerzen mit rasantem Beginn, Übelkeit und Sehstörungen, der Kopf des Patienten fühlt sich heiß und schwer an. Am Kopf wird keine Hitze vertragen.
  • Natrium carbonicum: Es entsteht eine Stumpfheit des Geistes und Verwirrung.

Wichtiger Hinweis

Globuli bieten keinen Schutz vor den schädigenden Wirkung der Ultraviolettstrahlung und bieten keine Garantie, dass entstandene Verletzungen keine bleibenden Schäden hinterlassen.

Weitere Sommerbeschwerden und homöopathische Behandlung

Auch Insektenstiche und Tierbisse können zu Sommerbeschwerden zählen.

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  • Insektenstiche mit auffallender Kälte der betroffenen Stelle, bisweilen auch Hautverfärbung.
  • Insektenstiche mit heißer, blassroter Schwellung und stechenden Schmerzen.

Der oft schmerzhafte Kontakt mit Insekten lässt sich im Sommer schwer vermeiden.

Die Wahl des richtigen Mittels

Um das passende homöopathische Mittel zu finden, ist es ratsam, einen erfahrenen Homöopathen zu konsultieren. Dieser kann die individuellen Symptome und Begleitumstände berücksichtigen und das am besten geeignete Mittel auswählen.

Fazit

Die Homöopathie kann eine wertvolle Unterstützung bei der Behandlung von Kopfschmerzen, Migräne und sonnenbedingten Beschwerden sein. Die Wahl des richtigen Mittels ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Bei schweren oder unklaren Beschwerden sollte jedoch immer ein Arzt konsultiert werden.

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