Homöopathie bei Nervenentzündung im Nacken: Eine umfassende Betrachtung

Nervenschmerzen können im wahrsten Sinne des Wortes richtig „nervig“ werden und die Nerven schnell „blank liegen“ lassen. Dieser Artikel beleuchtet die Möglichkeiten der Homöopathie bei der Behandlung von Nervenentzündungen im Nacken, wobei auf Ursachen, Symptome und verschiedene homöopathische Ansätze eingegangen wird.

Kopfschmerzen und Nackenbeschwerden: Einleitung

Kopfschmerzen signalisieren nur selten eine Grunderkrankung, meistens gehen sie auf Reizzustände von Blutgefäßen, Nerven und Hirnhäuten zurück. Spannungskopfschmerzen, die häufigste Form, steigen meistens vom Nacken beidseitig zu Stirn und Schläfen auf, sind dumpf-drückend und nehmen langsam an Intensität zu. Migräne hingegen ist nicht gleich Kopfschmerz, obwohl sie manchmal vom starken Spannungskopfschmerz kaum zu unterscheiden ist. Der eher pulsierende Schmerz beginnt typischerweise in einer Kopfhälfte, kann die Seite wechseln oder beidseitig werden. Eine Migräne dauert Stunden oder Tage und tritt im Schnitt zwei- bis achtmal im Monat auf.

Ursachen und Symptome von Nervenentzündungen im Nacken

Nacken- und Schulterschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Dazu gehören Wirbelsäulensyndrome wie Bandscheibenerkrankungen, Wirbelblockaden oder Muskelverspannungen. Auch Neuralgien können eine Rolle spielen. Es ist wichtig, Beschwerden zeitnah ärztlich abklären zu lassen.

Mögliche Ursachen:

  • Stress, Übermüdung und Leistungsdruck
  • Psychische Belastung
  • Vermehrte Anspannung der Nackenmuskulatur
  • Medikamente und Flüssigkeitsmangel
  • Unfälle, Fehl- oder Überlastungen
  • Wetterwechsel von Wärme zu Kälte, kühler Zug oder Feuchtigkeit

Typische Symptome:

  • Konstante Schmerzen, die stechend oder schneidend einschießen können
  • Verschlimmerung der Schmerzen bei Kälte
  • Ausbreitung der Schmerzen über den Hinterkopf bis zur Stirn
  • Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit
  • Bewegungseinschränkungen

Homöopathische Behandlung von Nervenentzündungen im Nacken

Auch homöopathische Arzneimittel können eine hilfreiche Unterstützung bei der Behandlung von Nervenschmerzen sein. Homöopathische Mittel wirken sanft und direkt an der erkrankten Stelle und lindern Schmerzen und Beschwerden. Dabei kommen verschiedene Mittel, je nach Auslöser, Ursache, Schmerzart und vielen weiteren Kriterien, in Betracht. Homöopathische Komplexmittel (Mischung aus mehreren homöopathischen Einzelmitteln) bieten einen leichteren Einstieg in die Homöopathie. Beispielsweise bietet die Firma Pflüger mit Pflügerplex Neuralgie L 189 H ein homöopathisches Komplexmittel an, welches zur Besserung von Nervenschmerzen infrage kommen kann.

Einreibungen mit Zusätzen von ätherischen Ölen wie Pfefferminzöl oder Johanniskrautöl können ebenfalls einen positiven Effekt bei Nervenschmerzen haben. Die Firma WALA bietet z.B. Das Aconit Schmerzöl an. Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Dazu gehören: Anregung des Wärmeorganismus und Integration von Stoffwechselprozessen bei schmerzhaften entzündlichen Erkrankungen, die vom Nerven-Sinnes-System ausgehen, z.B. Nervenschmerzen (Neuralgien), Nervenentzündungen (Neuritiden), Gürtelrose (Herpes zoster), rheumatische Gelenkerkrankungen.

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Wichtige Homöopathische Mittel

Einige der in Frage kommenden Mittel sind:

  • Aconitum napellus (Blauer Eisenhut): Bei plötzlichem, dramatischem Beginn, meist abends nach Einwirkung von trockener, kalter Luft oder sehr heißem Wetter. Verkühlung und Versteifung von Nacken und Lendenwirbelsäule.
  • Arnica: Generell direkt nach der Verletzung. Optimal wäre es auch, Arnica als Salbe aufzutragen und zusätzlich die Arnica-Globuli einzunehmen.
  • Bryonia: Bei stechenden Schmerzen, die sich bei Bewegung verschlimmern
  • Calcium phosphoricum: Für die Stärkung von Knochen und Zähne
  • Hekla lava: Wird häufig bei Knochenverletzungen sowie knöchernen und schmerzhaften Auswüchsen wie Fersensporn angewendet. Anwendungsgebiete im Überblick: kariesbefallene Zähne, Zahnfleischgeschwüre, Knochenkaries, Knochenentzündung (Ostitis), Knochenhautentzündung (Periostitis), knöcherne Auswüchse (Exostosen) wie Fersensporn, Knochennekrose, auch mit Fistel, Entzündung der Achillessehne, Arthrose, Zahnfleischabszesse, Nervenschmerzen im Gesicht (Gesichtsneuralgien) bei kariösen Zähnen oder nach Zahnextraktion, Nacken- und Schulterschmerzen, Morbus Osgood-Schlatter (Schlattersche Krankheit)
  • Hypericum: Gegen Nervenschmerzen wirkt im homöopathischen Bereich „Hypericum“ besonders gut, gegen Muskelschmerzen „Rhus Toxicon“.
  • Kalium phosphoricum: Für die Nerven
  • Magnesium phosphoricum: Hilft bei Schmerzen und Krämpfen und ist als Funktionsmittel am Aufbau von Knochen, Muskeln und Nerven beteiligt. Der Schmerz kann direkt durch das Salz gedämpft werden.
  • Rhus toxicodendron (Giftsumach): Auf dem Giftsumach Rhus toxicodendron basiert eines der am häufigsten gebrauchten Mittel in der Homöopathie. Es wird vor allem bei Erkrankungen der Sehnen und Bänder, im psychischen Bereich sowie bei Nervenleiden eingesetzt. Der Patient will sich (trotz der Schmerzen!) ständig bewegen. Vor allem nachts findet der Patient in keiner Position Ruhe. Der Patient hat eine empfindliche, belegte Zunge mit roter Zungenspitze. Die kranke Person hat Durst und Verlangen nach kalter Milch. Es kommt zu trockenem Husten, wenn die Person friert, besonders nachts. Die Beschwerden werden besser durch: fortgesetzte Bewegungen, warme und heiße Anwendungen, warmes Baden oder Reiben. Die Beschwerden werden schlimmer durch: Nässe und Kälte, kaltes Baden, Zugluft, Frühjahr und Herbst, zu Beginn der Bewegung, Ruhe, längeres Liegen oder Stehen, körperliche Anstrengung, nachts, nach Mitternacht.

Dosierung und Anwendung

Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Aktualität der Beschwerden. Bei sehr akuten Beschwerden kann das passende Arzneimittel zunächst stündlich eingenommen werden, am zweiten Tag alle zwei Stunden, anschließend 2 - 4 x täglich. Bei weniger heftigen Symptomen reicht meist die 2 - 4 x tägliche Einnahme. Zwischen der Einnahme der homöopathischen Arznei und einer Mahlzeit sollte ein Abstand von ca.

Komplexmittel

Ein bekanntes homöpatisches Komplexmittel, das bei Problemen mit Muskeln, Sehnen und Gelenken genutzt wird, ist Traumeel. Das Präparat enthält unter anderen homöopathische Zubereitungen aus Arnika, Calendula, Echinacea und Beinwell.

Ergänzende Maßnahmen

Neben der homöopathischen Behandlung können folgende Maßnahmen unterstützend wirken:

  • PECH-Regel: Bei akuten Beschwerden durch Verletzungen oder Überanstrengung sind die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen nach der PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern) ruhigstellen, Kühlen, abschwellende Umschläge z.B. mit Quark, Essig oder Weißkohlblättern und das Hochlegen der betroffenen Extremität.
  • Ernährung: Eine gesunde Ernährung spielt auch bei der Behandlung einer Neuralgie eine nicht unbedeutende Rolle. Zudem ist der Organismus für die Regeneration geschädigter Nervenstrukturen und deren Funktionen auf bestimmte Nährstoffe angewiesen. Dazu gehören z.B.
  • Bewegung: Um diese Kreisläufe zu durchbrechen, ist es wichtig, zunächst etwas gegen die Schmerzen zu tun: Zur natürlichen Schmerzlinderung hat sich der potenzierte Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) bewährt, ein wichtiger Bestandteil unseres Aconit Schmerzöls*. In der akuten Phase tut Wärme gut: Wolle auf der Haut, warme Kirschkernkissen, Saunagänge, warme Bäder oder Wärmebehandlungen mit Fango fördern die Entspannung und lösen erste Verspannungen. Nach der Wärme kommt Bewegung! Denn so wichtig wie die Entspannung ist auch eine moderate Anspannung. Wenn Sie spazieren oder tanzen gehen, verbinden Sie Bewegung mit Lebensfreude und wärmen nicht nur Ihre Muskeln, sondern auch Ihre Seele.
  • Entspannung: Wichtig ist, dass sich Muskeln und Geist nach der Anspannung wieder entspannen dürfen. Auch die Psyche sollte nicht vergessen werden und bestmöglichst unterstützt werden.
  • Mineralstoffe: Beschwerden und Erkrankungen im Muskulatur-Bereich treten oft durch einen Mangel an Mineralstoffen auf, die dem Organismus durch Schüßler Salze wieder zurückgegeben werden können.
  • Physiotherapie: Bei Bänder- und Muskelbeschwerden sind gezielter Muskelaufbau zur Gelenkentlastung und Training der Fußmuskulatur durch Physiotherapie enorm wichtig. Ebenso ist eine gut ausgebildete, stabilisierende Rumpf- und Rückenmuskulatur ein nicht zu vernachlässigender Aspekt zur Sturzprophylaxe - gerade bei älteren Menschen.
  • Wärme: In der akuten Phase tut Wärme gut: Wolle auf der Haut, warme Kirschkernkissen, Saunagänge, warme Bäder oder Wärmebehandlungen mit Fango fördern die Entspannung und lösen erste Verspannungen.

Die Bedeutung der Selbsthilfe und Prävention

„Jeder Patient muss auch selbst aktiv werden und etwas für seinen Rücken tun! Dazu zählt zum Beispiel die Ergonomie am Arbeitsplatz. Auch ein ausgleichendes Bewegungsprogramm spielt bei der Therapie des Beschwerdebildes eine wichtige Rolle. Auch im Alltag können Sie kurze Pausen zur aktiven Entspannung nutzen. Die Anthroposophische Medizin kennt weitere Bewegungsangebote, die sich auch bei Verspannungen empfehlen: rhythmische Massagen und Heileurythmie.

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Schulmedizinische Alternativen

Im Gegensatz zur Schulmedizin, in der Kopfschmerzen und Nackenverspannungen meist mit Medikamenten wie z.B. Aspirin®, Paracetamol® oder Ibuprofen® gedämpft werden, werden in der Homöopathie unter anderem arzneiliche Globuli verwendet.

Fazit

Die Homöopathie bietet eine sanfte und individuelle Möglichkeit zur Behandlung von Nervenentzündungen im Nacken. Durch die Berücksichtigung der individuellen Symptome und Ursachen kann ein passendes Mittel gefunden werden, das die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Ergänzende Maßnahmen wie Bewegung, Entspannung und eine gesunde Ernährung können den Heilungsprozess unterstützen. Es ist jedoch wichtig, bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden einen Arzt oder Heilpraktiker zu konsultieren, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Therapie zu finden.

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