Die Echinokokkose ist eine Infektionskrankheit, die durch Parasiten der Gattung Echinococcus verursacht wird. Insbesondere der Fuchsbandwurm (E. multilocularis) und der Hundebandwurm (E. granulosus) können beim Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen. Diese Bandwürmer können sich in der Lunge und Leber ansiedeln und die lebensbedrohliche Krankheit Echinokokkose auslösen. Während der Hundebandwurm weltweit vorkommt, ist der Fuchsbandwurm hauptsächlich auf der Nordhalbkugel verbreitet, insbesondere in Russland, China und Teilen Europas wie Süddeutschland, der Nordschweiz und Westösterreich.
Was sind Hundebandwürmer und Fuchsbandwürmer?
Fuchsbandwurm und Hundebandwurm gehören zu den Echinokokken, einer Gattung von Bandwürmern. Diese Art von Würmern ist deutlich kleiner als andere Bandwürmer wie die teilweise meterlangen Schweine- oder Rinderbandwürmer.Eine Gemeinsamkeit dieser Parasiten ist ihr abgeflachter Körper, der aus einer Kette einzelner Bandwurmglieder besteht, den sogenannten Proglottiden. Am Vorderende der Gliederkette sitzt der Kopf bzw.
Wie erfolgt die Ansteckung?
Der Mensch ist ein Fehlwirt für diese Parasiten. Sie können in uns nicht zum Wurm heranwachsen, bilden aber Wucherungen oder Zysten, die lebensgefährlich sein können. Die Ansteckung mit dem Hundebandwurm erfolgt meist durch infizierte Hunde oder seltener Katzen, die die Eier in ihrem Fell tragen oder mit dem Kot ausscheiden. Dabei werden die Hunde durch verunreinigte Nahrung angesteckt, z. B. durch infizierte Schlachtabfälle vom Schaf.
Übertragungswege
Als Übertragungswege des Parasiten über die mit dem Kot des Hauptwirtes ausgeschiedenen Eier kommen für den Menschen direkte Kontakte (Fell des Hauptwirtes), Schmierinfektionen, der Umgang mit kontaminierter Erde oder die Aufnahme kontaminierter Nahrungsmittel in Betracht.
Risikofaktoren
- Verzehr von ungewaschenen Beeren, Fallobst oder Früchten
- Enge Kontakt zu Hunden oder Füchsen
- Berufliche Tätigkeit in der Land- und Forstwirtschaft
Symptome eines Befalls
Ein Befall mit Bandwürmern verläuft oft symptomlos ab, obwohl die Parasiten mehrere Meter lang werden können. Lange Zeit verläuft die alveoläre Echinokokkose zunächst unbemerkt - es kann über zehn Jahre dauern, bis der Befall mit dem Fuchsbandwurm Symptome beim Menschen auslöst. Die Infektion bleibt oft für 10-15 Jahre asymptomatisch.
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Symptome des Hundebandwurms
Viele Patient*innen zeigen keine Symptome und auch Spontanheilungen sind möglich. Große Zysten in der Leber können die normale Leberleistung stören und zu Bauchschmerzen, einer Entzündung der Gallengänge und Gelbfärbung der Haut (Ikterus) führen. Wird die Lunge befallen, können Husten, blutiger Auswurf, Brustschmerzen, Brustfellentzündung (Pleuritis) oder Atembeschwerden auftreten.
Symptome des Fuchsbandwurms
Der Fuchsbandwurm ist für den Menschen deutlich gefährlicher, da der Wurm sich von der Leber aus im ganzen Körper ausbreiten und zu einer tumorähnlichen Erkrankung führen kann (alveoläre Echinokokkose). Die Larven verursachen langsam wachsende, geschwulstähnliche, zystische, infiltrierende Veränderungen von geleeartiger Struktur, die sich sowohl kontinuierlich, als auch metastasenähnlich ausbreiten können, v. a. in Lunge und Gehirn. Danach treten unspezifische Symptome wie Druckgefühl im Oberbauch, Schmerzen, Übelkeit, Fieber und je nach Lage der Zysten Gelbsucht oder eine Entzündung der Gallengänge auf. Die Leber ist dabei üblicherweise vergrößert.
Seltene Fälle: Befall des Gehirns
Manchmal blockieren die Metazestoden ab einem gewissen Punkt Blutgefäße und breiten sich in andere Organe, unter anderem in Lunge und Gehirn, aus. In sehr seltenen Fällen befallen die Wurmlarven das Gehirn oder die Knochen.
Diagnose
Die Diagnose einer Echinokokkose kann schwierig sein, da die Symptome oft unspezifisch sind und die Erkrankung lange Zeit unbemerkt verläuft. Während sich andere Bandwurmarten durch Wurmglieder oder Wurmeier im Stuhl verraten, werden die Echnikokken oft nur zufällig bei Ultraschalluntersuchungen entdeckt.
Diagnostische Verfahren
- Ultraschall: Die wichtigste Untersuchung zur Abklärung symptomatischer Patient*innen.
- Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT): Können die Leber und die Auswirkungen von Veränderungen auf wichtige Strukturen noch genauer darstellen.
- Bluttests: Können Antikörper gegen Echinokokken nachweisen, aber nicht immer eine aktive Erkrankung bestätigen.
Behandlung
Die Behandlung eines Befalls mit Hunde- und Fuchsbandwürmern wird auf ähnliche Weise therapiert. Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm muss immer so schnell wie möglich behandelt werden, um die Ausbreitung des Parasiten zu verhindern.
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Therapieansätze
- Operation: Manchmal ist eine Operation nicht möglich, weil die Bandwurm-Larven sich zu weit ausgebreitet haben.
- Chemotherapie: Lassen Sie Ihren Hund regelmäßig entwurmen und achten Sie darauf, dass er keine Mäuse und andere Nagetiere frisst.
Medikamentöse Behandlung
Hauptsächlich kommt es zum Einsatz der folgenden Medikamente:
- Niclosamid: Niclosamid ist das am häufigsten verschriebene Medikament zur Behandlung von Bandwurminfektionen.
- Prazinquantel: Prazinquantel kommt bei einer Infektion mit erwachsenen Bandwürmern zum Einsatz.
- Mebendazol: Mebendazol ist ein alternatives Medikament.
Vorbeugung
Um einem Hundebandwurm-Befall vorzubeugen, gelten ähnliche Empfehlungen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt außerdem, wegen möglichem Hundebandwurm-Befall keine Hunde aus südlichen Ländern mitzubringen.
Empfehlungen zur Vorbeugung
- Lassen Sie Ihren Hund regelmäßig entwurmen und achten Sie darauf, dass er keine Mäuse und andere Nagetiere frisst.
- Waren Sie mit dem Hund in einem Risikogebiet unterwegs, duschen sie ihn gut ab.
- Berühren Sie niemals einen toten Fuchs!
- Waschen Sie Lebensmittel, die nahe am Boden wachsen, immer gründlich. Dazu gehören zum Beispiel Beeren, Salate und Pilze.
Prognose
Eine Infektion mit E. granulosus verläuft häufig ein Leben lang asymptomatisch. Die Sterblichkeit nach einer Infektion mit E. granulosus ist insgesamt niedrig und liegt wahrscheinlich unter den 2-4 %, die die WHO 2001 angab. Die Infektion mit E. multilocularis hat in der Regel eine initial symptomfreie Periode von 10-15 Jahren. Ohne Behandlung liegt die Sterblichkeit nach einer Infektion mit E. multilocularis bei 90 %.
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