Die Aufnahme eines Hundes in die Familie ist eine wunderbare Bereicherung. Doch was, wenn der neue Freund besondere Bedürfnisse hat, wie beispielsweise Epilepsie? Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Hunden in Pflegestellen, insbesondere im Zusammenhang mit Epilepsie, und gibt Einblicke in die Herausforderungen und Freuden, die diese Aufgabe mit sich bringt.
Die Herausforderung Epilepsie beim Hund
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die bei Hunden Krampfanfälle auslösen kann. Diese Anfälle können unterschiedlich stark sein und treten in unregelmäßigen Abständen auf. Die Diagnose Epilepsie stellt Hundehalter und Pflegestellen vor besondere Herausforderungen.
Rocky: Ein besonderer Fall
Rocky ist ein 65 cm großer und etwa 40 kg schwerer Rüde, der aufgrund seiner Epilepsie auf Medikamente angewiesen ist. Er benötigt zweimal täglich Medikamente, was monatliche Kosten von etwa 80 € verursacht. Trotz seiner Erkrankung ist Rocky ein anhänglicher, menschenbezogener und verschmuster Hund, der gerne überall dabei sein möchte und viel Aufmerksamkeit benötigt. Aktuell hat er noch etwa alle zwei Monate einen epileptischen Anfall, ist jedoch körperlich nicht mehr sehr belastbar. Durch seinen Gesundheitszustand werden nur kleinere Spaziergänge von maximal 30 Minuten Länge gemacht.
Hunde mit besonderen Bedürfnissen in der Pflegestelle
Viele Hunde, die in Pflegestellen aufgenommen werden, haben eine bewegte Vergangenheit. Sie kommen aus schwierigen Verhältnissen, haben Misshandlungen erlebt oder wurden ausgesetzt. Einige von ihnen bringen gesundheitliche Probleme mit, wie beispielsweise Epilepsie.
Edna: Eine sanfte Seele sucht ein Zuhause
Edna wurde gemeinsam mit ihrer Hundefreundin Avis aus einer Sinti und Roma-Siedlung gerettet, wo sie unter schweren Bedingungen leben musste. Sie ist eine sanfte, liebevolle Hündin mit einem ruhigen Wesen. Edna zeigt sich als eine unglaublich sanfte und liebevolle Hündin. Sie hat ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen und begegnet Erwachsenen mit vorsichtiger, aber ehrlicher Zuneigung. Mit anderen Hunden versteht sie sich sehr gut und genießt deren Gesellschaft. Wie sie auf Katzen reagiert, wissen wir noch nicht, können dies aber bei Bedarf gerne testen. Edna ist eine wunderschöne Mischlingshündin mit Cane Corso-Anteil - entsprechend bringt sie nicht nur eine beeindruckende Erscheinung mit, sondern auch eine tiefe Loyalität und ein sensibles Herz. Für sie wünschen wir uns ein Zuhause bei geduldigen, liebevollen Menschen, die ihr Zeit geben, in ihrem eigenen Tempo anzukommen. Menschen, die verstehen, dass Vertrauen wachsen darf und die ihr die schönen Seiten des Lebens zeigen möchten, die sie bisher kaum kennenlernen durfte. Alle 6 Monate brachte sie dort Welpen zur Welt - doch die Kleinen hatten keine Chance, sie wurden einfach in die Kanäle geworfen. Unsere Tierschützer haben einige von ihnen aufgezogen, doch viele konnten sie nie finden. Diese traurigen Erfahrungen haben Spuren bei ihr hinterlassen, vor allem in ihrem Vertrauen gegenüber Kindern, von denen sie leider schlimme Misshandlungen erfahren musste. Edna ist in unserem Tierheim in Sicherheit, jedoch wartet sie geduldig darauf von ihren neuen Menschen entdeckt zu werden.
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Ivy: Schüchtern, aber liebenswert
Ivy ist eine sanfte, freundliche Hündin, die zu Beginn noch etwas schüchtern ist. Ivy ist eine sanfte, zutiefst liebenswerte Cane Corso-Mischlingshündin, die mit ihrer verschmusten und noch schüchternen Art jedes Herz berührt. Sie braucht etwas Zeit, um sich zu entspannen und Vertrauen zu fassen, doch wenn sie erst einmal aufgetaut ist, zeigt sie sich anhänglich und genießt die Nähe ihrer Menschen. Mit anderen Hunden versteht sie sich sehr gut, zu Katzen liegen bisher keine Erfahrungen vor - ein Test kann jedoch jederzeit durchgeführt werden. Da Ivy die Welt erst noch richtig kennenlernen möchte, stehen das Hunde-1×1, die Stubenreinheit, das Laufen an der Leine und viele kleine Abenteuer des Alltags noch vor ihr. Als Ivy gemeinsam mit ihrer Mutter Debby und drei weiteren Welpen auf der Straße gefunden wurde, war sie dünn, verängstigt und völlig auf sich gestellt. Zum Glück konnten unsere Tierschützer die kleine Familie rechtzeitig sichern, aufnehmen und versorgen.
Mars: Vom friedlichen Riesen zum Sorgenkind
Mars kam nicht aus einem Hundelager, sondern wurde von einer Tierschützerin gerettet. Er lebte im Sicheren Hafen und lernte dort einiges. Mars lief sehr entspannt mit anderen Hunden auf Spaziergängen mit und lebte zusammen mit einem ihm vorher nicht bekannten Hund sowie ihm mehr oder weniger fremden Menschen in der Unterkunft des Sicheren Hafens. Er wurde adoptiert, aber die Adoption scheiterte. Aus unserem friedlichen „Riesen“ ist ein orientierungs- und, wie wir vermuten, auch führungsloser Dreijähriger geworden, mit dem Besuch im Haus zu einem mentalen Kraftakt wird und Hundebegegnungen auf Spaziergängen ebenso. Hat sich Besuch angekündigt, wird Mars angeleint und trägt die ganze Zeit über einen Maulkorb. Keiner von beiden fühlt sich in der Lage, sein weiteres Leben mit Mars zu teilen und so verliert er zu allem Unglück auch noch sein Zuhause. Mars ist der liebste und friedlichste Riese der Welt. Er liebt alle Hunde und Menschen. Er will nur spielen und das Leben genießen. Er verträgt sich mit allen Hunden, jung und alt, Jungen und Mädchen, auch wenn er im Tierheim allein schläft, weil er groß und noch ein Teenager ist. Wenn man ihn alleine lässt, liebt er es zu spielen und hat seine „zierliche Statur“ noch nicht im Griff. Mars ist einfach ein erwachsenes Kind, größer als die meisten seiner Tierheimkollegen, aber immer noch ein Kind.
Drift: Ein Pechvogel sucht sein Glück
Drift und sein Brüderchen Dobbie wurden im Alter von gerade drei Monaten ins Hundegefängnis gesperrt. Niemand weiß, wo ihre Mama war, und niemand weiß, woher die beiden kamen…eine traurige Kindheit. Er musste immer wieder mitansehen, wie neue Mitgefangene in seine Zelle kamen und sich nach einiger Zeit aufmachen durften in Richtung neues, richtiges Zuhause. Doch er, Drift, der schwarze Cane Corso Mischling, der sich mit allen Hunden verträgt, der Menschen liebt und gleichermaßen liebevoll wie liebebedürftig und so anhänglich ist, dass er wildfremde Menschen beinahe behandelt, als würde er sie schon ewig kennen…er blieb immer wieder zurück. Keinen Menschen, der ihn liebt, keinen Ort, an den er gehört, konnte er bisher für sich gewinnen. Stattdessen kam recht bald ein neuer Schicksalsschlag: Leishmaniose. Inzwischen hat Drift entsprechende Behandlungen hinter sich und die Tierschützer, die ihn kürzlich besucht haben, berichten voller Freude, dass es unserem kleinen Pechvogel schon wieder richtig gut geht. Drift ist noch immer auf der Suche nach einem Zuhause. Dabei ist er der perfekte Hund. Er ist gesellig, anhänglich und freut sich über jeden Kontakt zu Menschen. An der Leine läuft er gut und andere Hunde sind für ihn kein Problem.
Jake: Ein Wirbelwind auf der Suche nach Ruhe
Jake wurde mit den Resten einer Kette um den Hals auf einer Müllkippe gefunden. Er ist ein Jack Russell… na ja, zumindest auf dem Papier. In Wirklichkeit bin ich eher der ruhige Typ, der lieber auf dem Sofa kuschelt als durch den Garten zu toben. Am liebsten auf dem Sofa. Oder noch besser: bei dir im Bett. Ich liebe Menschen. Echt jetzt - ich bin total menschenbezogen. Wenn du da bist, bin ich glücklich. Ich folge dir am liebsten auf Schritt und Tritt, ohne aufdringlich zu sein. Jake ist ein zuckersüßer und fröhlicher Jungspund. Er liebt Menschen über alles, kuschelt unglaublich gern und ist auch draußen ein toller Begleiter. Ein richtiges Rundum-Paket also. Lange Spaziergänge? Super! Leinenführung? Fast super - sogar an der Schleppleine. Auto fahren? Gar kein Problem! Andere Hunde? Aber Jake ist eben auch ein junger Terrier-Mix, der in seinem bisherigen kurzen Leben noch nicht viel erleben und schon gar keinen festen Rahmen mit Regeln kennenlernen durfte. Trotzdem möchte er einfach nur gefallen und dabei sein, ist absolut lernwillig und sehr intelligent.
Batman: Ein Riesenbaby sucht Familie
Batman ist ein Mischlingsrüde, der Ende 2021 geboren wurde. Hier im Tierheim verhalte ich mich wie ein Riesenbaby, spiele wie ein Weltmeister mit den anderen Hunden, klaue den Pfleger die Mützen vom Kopf oder schnappe mir auch mal die Handschuhe, wenn die irgendwo herumliegen. Alternativ liebe ich Ballspielen und kuscheln mit den Pflegern! Ich bin insgesamt aber wirklich noch ungestüm und mir meiner Körpergröße irgendwie nicht so wirklich bewusst und benötige noch eine konsequente Erziehung. Ich bin über ein anderes Tierheim in das hiesige gekommen und hoffe nun von hier aus schnell ein neues Leben als Familienhund beginnen zu können.
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Cooper der II.: Ein Herzensguter Klapskalli
Cooper der II. ist ein junger erwachsener Mischlingsrüde in einem - für meine Größe - stattlichem Format. Ich trage ein kurzfelliges Trikot in schornsteinfegerschwarz mit einem weißen Ornament auf der Brust. Meine wunderschönen Schlappohren und meine hübschen treuen braunen Augen verleihen mir ein gutmütiges Aussehen, was ich in jeder Minute meines Seins auch aus tiefster Überzeugung so lebe! Denn ich bin ein herzensguter Klapskalli, ein Menschenverehrer (!!!), der einfach nur geliebt werden möchte. Ich vertrage mich sehr gut mit anderen Hunden, springe diese aber im Erstkontakt sehr freudig an, was mir schon die ein oder andere Klatsche bzw. Maßregelung eingebrach…
Die Aufgaben einer Pflegestelle
Eine Pflegestelle übernimmt die vorübergehende Betreuung eines Hundes, bis dieser ein endgültiges Zuhause gefunden hat. Zu den Aufgaben gehören:
- Unterbringung und Versorgung: Dem Hund ein sicheres und liebevolles Umfeld bieten, ihn füttern, tränken und ausreichend Bewegung ermöglichen.
- Gesundheitliche Betreuung: Tierarztbesuche wahrnehmen, Medikamente verabreichen und den Hund bei Bedarf pflegen.
- Erziehung und Sozialisierung: Dem Hund grundlegende Kommandos beibringen, ihn an Alltagsgeräusche und -situationen gewöhnen und den Kontakt zu anderen Hunden und Menschen fördern.
- Beobachtung und Dokumentation: Das Verhalten des Hundes beobachten, Auffälligkeiten dokumentieren und Informationen an das Tierheim oder die Tierschutzorganisation weitergeben.
Epilepsie in der Pflegestelle: Was ist zu beachten?
Wenn ein Hund mit Epilepsie in eine Pflegestelle kommt, sind einige zusätzliche Aspekte zu berücksichtigen:
- Medikamentengabe: Die regelmäßige und korrekte Verabreichung der Medikamente ist essentiell, um die Anfälle zu kontrollieren.
- Anfallsprotokoll: Ein Anfallsprotokoll hilft, die Häufigkeit und Stärke der Anfälle zu dokumentieren und die Medikamenteneinstellung zu optimieren.
- Sichere Umgebung: Während eines Anfalls kann sich der Hund verletzen. Daher ist es wichtig, die Umgebung so sicher wie möglich zu gestalten, beispielsweise indem man scharfe Gegenstände entfernt und den Hund während des Anfalls nicht alleine lässt.
- Umgang mit Anfällen: Es ist wichtig zu wissen, wie man sich während eines Anfalls verhält. In der Regel sollte man den Hund nicht berühren, sondern lediglich darauf achten, dass er sich nicht verletzt. Nach dem Anfall braucht der Hund Ruhe und Geborgenheit.
- Information und Austausch: Der Austausch mit dem Tierarzt, dem Tierheim oder anderen Pflegestellen mit Erfahrung im Umgang mit Epilepsie kann sehr hilfreich sein.
Die Freude an der Hundepflege
Trotz der Herausforderungen, die die Pflege eines Hundes mit besonderen Bedürfnissen mit sich bringt, ist es eine unglaublich lohnende Aufgabe. Die Dankbarkeit und Zuneigung, die man von diesen Hunden erfährt, ist unbezahlbar.
Pacco: Ein Bauch-kraul-Profi
Pacco liebt Nähe. Er ist extrem verschmust, ein Bauch-kraul-Profi und schläft am liebsten in der Nähe seiner Bezugsperson. Er bindet sich schnell und tief - und bleibt dann. Menschen findet er spannend und freundlich, manchmal anfangs kurz vorsichtig. Draußen läuft Pacco sehr schön an der Leine, Jogger, Fahrräder oder Kinderwagen sind kein Problem. Mit anderen Hunden ist er wählerisch: laute, dominante Artgenossen verunsichern ihn noch, mit Ruhe und Führung lässt sich das gut begleiten. Pacco ist klug, sportlich und lernfreudig. Er versteht unglaublich schnell, was man von ihm möchte, liebt Beschäftigung und gemeinsame Abenteuer.
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Kona: Ein liebevoller Schatz
Kona ist ein liebevoller Schatz, welche die Herzen zum schmelzen bringt. Kona vertraut Menschen und ist weder aggressiv noch hat sie Unarten, die man erwähnen sollte. Sie versteht sich wunderbar mit ihren Hundefreunden. Manchmal ist sie ein wenig frech und fordert ihre Freunde zum Spiel auf.. Sie liebt Spaziergänge und würde auch am Fahrrad Spaß haben. Sie drängt sich nie in den Vordergrund, daher wurde Kona noch nicht wirklich gesehen, um adoptiert zu werden.
Bawoo, Leo und Duo: Junge Hunde voller Lebensfreude
Bawoo ist ein lieber, kleiner Hund, der sich, sobald er Vertrauen gefasst hat , gern auf den Rücken rollt und seine weiche Seite zeigt. Kinder mag er sehr, und Katzen lässt er in Ruhe. Leo ist der liebe sanfte freundliche Jindo-Mix-Junghund, verspielt, neugierig und voller Lebensfreude. Er hat bereits liebevolle Grundlagen im Training erhalten und kennt seine Grenzen, die er natürlich immer wieder testen möchten. Leo ist menschenbezogen, genießt jede Form von Zuwendung und freut sich über Streicheleinheiten. Mit liebevoller Konsequenz und etwas Geduld wird Leo zu einem wundervollen Begleiter heranwachsen. Er ist weniger energetisch als sein Bruder Duo, er genießt es rumzutollen, aber er ist auch sehr kuschlig und lässt sich gerne streicheln und genießt es gekrault zu werden. Duo ist der liebe freundliche Jindo-Mix-Junghund, verspielt, neugierig und voller Lebensfreude. Er hat bereits liebevolle Grundlagen im Training erhalten und kennt seine Grenzen, die er natürlich immer wieder testen möchten. Duo ist menschenbezogen, genießt jede Form von Zuwendung und freut sich über Streicheleinheiten. Mit liebevoller Konsequenz und etwas Geduld wird Duo zu einem wundervollen Begleiter heranwachsen. Er ist ein bisschen energetisch, er genießt es rumzutollen, aber auch so liebevoll und kuschlig und lässt sich gerne streicheln und genießt es gekrault zu werden.
Mellow: Auf dem Weg zur Souveränität
Im September durfte Mellow auf eine Pflegestelle in Deutschland reisen. Hier zeigt sie sich grundsätzlich als lebensfrohe, aufgeweckte, agile und lernwillige Hündin, die leider in ihrem Leben noch nicht viel - zumindest nicht viel Positives - kennengelernt hat. Mellow war zu Beginn von allen Außenreizen verunsichert. Andere Tiere, Radfahrer, Straßenverkehr, fremde Menschen - sie konnte ihre Umwelt schlicht nicht einschätzen und reagierte dementsprechend unsicher und mitunter aufgebracht. Sie hat auf ihrer Pflegestelle die meisten ihrer Unsicherheiten abgelegt, kann sich immer besser zurücknehmen und sucht die Unterstützung ihres Menschen. Sie ist eine menschenbezogene, anhängliche, manchmal noch etwas distanzlose, aber liebe Hündin. Klare Strukturen und Verlässlichkeit, Verständnis, und körperliche und geistige Auslastung helfen Ihr, sehr gut zur Ruhe zu kommen. Mellow liebt ausgedehnte Spaziergänge in Wald und Feld. Sie setzt ihre Nase intensiv ein und zeigt dabei auch ausgeprägtes Interesse an Wild. Wer Mellow auf ihrem weiteren Weg zu einer souveränen, besonnenen Hündin begleiten und unterstützen möchte, der bekommt Freude und Zuneigung im Doppelpack dazu!
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