Epilepsie beim Siberian Husky: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Krampfanfall beim geliebten Hund kann ein erschreckendes Erlebnis sein. Viele Hundehalter sind verunsichert, wenn ihr Hund plötzlich zuckend und bewusstlos auf dem Boden liegt. Dieser Artikel soll helfen, die Angst vor Krampfanfällen zu nehmen und das nötige Wissen zu vermitteln, um den Vierbeiner bestmöglich zu unterstützen.

Was ist ein Krampfanfall?

Ein Krampfanfall ist eine plötzliche, unkontrollierte Aktivität des Gehirns. Dabei feuern die Nervenzellen im Gehirn unkontrolliert Signale ab, was zu Muskelverkrampfungen und unkontrollierten Zuckungen des Körpers führt. Es ist wichtig zu wissen, dass ein einzelner Krampfanfall nicht automatisch Epilepsie bedeutet.

Ursachen von Krampfanfällen beim Hund

Es gibt viele mögliche Ursachen für Krampfanfälle bei Hunden, oft ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren.

  • Sauerstoff- oder Nährstoffmangel im Gehirn: Ein Mangel an Sauerstoff oder wichtigen Nährstoffen im Gehirn kann zu Krampfanfällen führen.
  • Funktionsstörungen nach Schädigungen des Gehirns oder Nervensystems: Funktionsstörungen nach Schädigungen des Gehirns oder Nervensystems können ebenfalls Krampfanfälle auslösen.
  • Epilepsie: Epilepsie ist eine häufige neurologische Erkrankung bei Hunden, die zu wiederkehrenden Krampfanfällen führt.

Sogenannte epileptiforme Anfälle können also verschiedene Ursachen haben. Bestimmte Stoffwechselstörungen können ebenfalls eine entsprechende Symptomatik auslösen, und auch beim gesunden Tier kann durch ein Trauma im Kopfbereich (z. B. Unfall) ein Anfall ausgelöst werden.

Formen der Epilepsie

Veterinärmediziner unterscheiden grundsätzlich drei Formen der Epilepsie:

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  • Primäre (idiopathische) Epilepsie: Die genaue Ursache ist unbekannt, aber es gibt oft eine genetische Komponente. Bestimmte Rassen wie Labrador Retriever, Deutscher Schäferhund, Beagle und Golden Retriever sind häufiger betroffen. Die Anfälle treten meist zwischen dem 1. und 5. Lebensjahr auf. Die Diagnose Epilepsie wird meist gestellt, wenn andere Ursachen ausgeschlossen wurden und der Hund wiederholt Anfälle hat. Hunde mit Epilepsie können oft ein weitgehend normales Leben führen, benötigen aber meist eine dauerhafte medikamentöse Behandlung, um die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren. Nach heutigem Wissensstand wird eine vererbbare genetische Ursache vermutet, was dazu geführt hat, dass diese Art auch genetische Epilepsie genannt wird. Bei einigen Rassen wurde bereits eine genetische Disposition nachgewiesen. Beispiel Rhodesian Ridgeback: Erst 2017 hat ein internationales Forscherteam einen Gendefekt identifiziert, der für eine Epilepsieform verantwortlich ist, an der bis zu zwei Prozent der Rassehunde leiden. In diesem Fall wird die Krankheit autosomal-rezessiv vererbt. Das heißt, so lange nur ein Elternteil den Gendefekt trägt, werden die Nachkommen nicht erkranken. Erst wenn beide, Rüde und Hündin, mit dem Merkmal belastet sind, können sie, ohne selbst krank zu sein, die Epilepsie weitervererben.
  • Sekundäre (erworbene) Epilepsie: Sie entsteht durch morphologische Veränderungen im Gehirn, wie sie etwa nach einem Unfall, durch einen Tumor oder im Rahmen einer Infektionserkrankung (z. B. Staupe) auftreten können.
  • Reaktive oder symptomatische Epilepsie: Eine reaktive oder symptomatische Epilepsie liegt vor, wenn eine zugrunde liegende (Vor-)Erkrankung die Epilepsie Anfälle beim Hund verursacht.

Gerade bei älteren Hunden treten manche dieser Ursachen häufiger auf, da sie oft krankheitsanfälliger und körperlich schwächer sind. Um dem Hund helfen zu können und zukünftige Anfälle zu vermeiden, ist es wichtig, die genaue Ursache zu finden.

Epilepsie beim Siberian Husky

Auch Siberian Huskys können von Epilepsie betroffen sein. Wie bei anderen Rassen auch, kann es sich um eine primäre (idiopathische) oder sekundäre (erworbene) Epilepsie handeln. Da die idiopathische Epilepsie genetisch bedingt sein kann, ist es wichtig, bei der Zucht von Siberian Huskys auf eine sorgfältige Auswahl der Elterntiere zu achten.

Weitere mögliche Auslöser

Nicht nur eine Epilepsie kann Krampfanfälle auslösen. Unter anderem kann ein Krampfanfall auch durch Nährstoff- oder Sauerstoffmangel im Gehirn zum Beispiel durch einen Gehirninfarkt, eine Unterzuckerung oder Herzerkrankungen ausgelöst werden. Aber auch ein akuter Kalziummangel und Vitamin B1 Mangel Erkrankungen können als Ursache für einen Krampfanfall in Frage kommen. Von vielen Tierärzten noch belächelt, ist die These, dass auch Parasiten für eine Epilepsie in Frage kommen. Das ist eigentlich auch vollkommen logisch und nachvollziehbar. Denn Parasiten sind anaerobe Einzeller, die einen Wirt brauchen, um zu überleben.

Symptome von Krampfanfällen

Krampfanfälle können bei Hunden sehr unterschiedlich aussehen. Manche Anfälle sind kaum zu übersehen, während andere nur schwer zu erkennen sind. Oft gibt es schon vor dem eigentlichen Anfall Anzeichen, dass etwas nicht stimmt. Die meisten Anfälle dauern weniger als 2 Minuten. Es kann einige Minuten bis Stunden dauern, bis der Hund wieder ganz der Alte ist.

Typische Anzeichen für einen epileptischen Anfall beim Hund sind:

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  • Unkontrolliertes Zittern am ganzen Körper
  • Verkrampfen der Muskeln
  • Bewusstlosigkeit
  • Unkontrollierter Urin- oder Kotabgang
  • Leichtes Zucken (z. B. im Gesicht)
  • Verhaltensstörungen bzw. Desorientierung
  • Bewusstseinsbeeinträchtigung bzw. Starren

Nach einem Anfall sind die Tiere häufig sehr erschöpft. Sie versuchen, aufzustehen, zeigen jedoch oftmals noch eine gestörte Bewegungskoordination. Hunger, Aggressivität und vorübergehende Blindheit kommen ebenfalls vor.

Es ist wichtig, den Hund genau zu beobachten und sich alle Symptome und Auffälligkeiten zu notieren. Hilfreich für den behandelnden Tierarzt ist dabei ein dabei genaues Beschreiben des Anfalls. Wichtige Punkte sind u. a.:

  • Beginn und Dauer des Anfalls
  • Art der Bewegungen (z. B. Zuckungen, Krämpfe)
  • Verlust des Bewusstseins
  • Ausscheidung von Urin oder Kot
  • Verhalten des Hundes vor und nach dem Anfall

Was tun bei einem Krampfanfall?

Wenn der Hund einen Krampfanfall hat, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und überlegt zu handeln.

  • Ruhe bewahren: Panik hilft weder dem Hund noch dem Halter.
  • Sichere Umgebung schaffen: Gegenstände entfernen, an denen sich der Hund verletzen könnte.
  • Hund nicht festhalten: Den Hund nicht festhalten oder versuchen, die Bewegungen zu unterdrücken.
  • Zeit stoppen: Die Dauer des Anfalls notieren.
  • Nach dem Anfall: Dem Hund Ruhe und Geborgenheit geben.
  • Tierarzt kontaktieren: Nach dem Anfall sollte der Tierarzt kontaktiert werden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Erleidet ein Hund das erste Mal einen epileptiformen Anfall, so sollte er möglichst sofort zu einem Tierarzt gebracht werden. Dieser kann Notfallmaßnahmen einleiten, die den Anfall beenden.

Ja, nicht jedes Zittern beim Hund deutet auf einen epileptischen Anfall hin. Harmlose Ursachen können Aufregung, Stress, Angst oder Kälte sein. Auch bestimmte Medikamente oder eine Unterzuckerung können Zittern auslösen.

Diagnose von Epilepsie

Um die Ursache der Krampfanfälle bei dem Hund herauszufinden, wird der Tierarzt eine gründliche Untersuchung durchführen. Oft ist es nicht einfach, die genaue Ursache eines Krampfanfalls zu finden. Manchmal bleiben trotz aller Untersuchungen Fragen offen.

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Der Allgemeinuntersuchung, die einen ersten Eindruck vom Gesundheitszustand des Hundes vermittelt, folgen weiterführende Untersuchungen; unter anderem des Nervensystems. In bestimmten Fällen können auch Blutuntersuchungen, eine Untersuchung des Liquors (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, „Nervenwasser“), Röntgenaufnahmen und/oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) bzw. Computertomographie (CT) notwendig werden.

Bevor der Tierarzt die Diagnose stellen kann, muss er einige Tests durchführen, um eine symptomatische Epilepsie auszuschließen. Mögliche Ursachen können u. a. sein:

  • Kopfverletzungen
  • Gehirntumore
  • Leber- oder Nierenprobleme
  • Infektionen
  • Über die Nahrung aufgenommene Gifte (Toxine wie z. B. Pestizide)

Leider gibt es keinen Test, mit dem sich eindeutig feststellen lässt, ob der Hund von idiopathischer Epilepsie betroffen ist. Die meisten Hunde haben ihren ersten Anfall zwischen dem ersten und dem fünften Lebensjahr. Auch wenn die idiopathische Epilepsie grundsätzlich jeden Hund betreffen kann, gibt es einige Rassen, die das Krankheitsbild wesentlich häufiger entwickeln.

Kosten der Diagnostik

Die Kosten für die Diagnostik von Krampfanfällen bzw. Epilepsie beim Hund können stark variieren, je nachdem welche Untersuchungen nötig sind und welchen Gebührensatz der Tierarzt oder die Klinik berechnet. Viele Hundehalter haben eine Krankenversicherung für ihren Hund abgeschlossen, die zumindest einen Teil der Kosten übernimmt.

Die Medikamente schlagen dann mit 80-150 Euro monatlich zu Buche. Hinzu kommt, dass auch das Futter etwas teurer ist. Einen Auslöser zu finden kann unter Umständen ein Fass ohne Boden sein.

Behandlung von Epilepsie

Wenn bei dem Hund Krampfanfälle diagnostiziert wurden, wird der Tierarzt einen Behandlungsplan erstellen. Dieser richtet sich nach der Ursache der Anfälle und der individuellen Situation des Hundes.

Während bei erworbenen Epilepsieformen teilweise die Ursache behandelt bzw. beseitigt werden kann, zielt die Therapie bei der idiopathischen Epilepsie darauf ab, die Anfälle zu kontrollieren und ihre Häufigkeit zu reduzieren. In den meisten Fällen erhält der Hund in der Folge eine Langzeitbehandlung mit einem sogenannten Antiepileptikum. Mittel der Wahl ist nach wie vor der Wirkstoff Phenobarbital, wenngleich sich bereits Alternativen in der Erprobungsphase befinden. Auch bei Hunden unter Dauerbehandlung sollte stets ein zusätzliches Notfallmedikament in Zäpfchen- oder Klistierform mitgeführt werden, um einen eventuell auftretenden Anfall behandeln zu können. Dauert der Anfall sehr lange bzw. treten mehrere Anfälle kurz hintereinander auf (Status epilepticus), so ist dies ein lebensbedrohlicher Zustand, der umgehend tierärztlich behandelt werden muss.

Epileptische Anfälle beim Hund werden in der Regel mit Antiepileptika wie Phenobarbital, Kaliumbromid oder Imepitoin behandelt. Diese Medikamente helfen, die Anfälle zu kontrollieren und ihre Häufigkeit zu reduzieren.

Wichtig sind regelmäßige Folge- und Kontrolluntersuchungen. Sehr wichtig ist die korrekte und rechtzeitige Gabe des Medikamentes. Dennoch kann nur in etwa 60% aller Fälle durch die Behandlung eine völlige Anfallsfreiheit gewährleistet werden. Die in der Regel notwendige Dauerbehandlung erfordert regelmäßige Blutuntersuchungen, um zu überprüfen, ob die Dosierung noch korrekt ist oder angepasst werden muss.

Ein Antiepileptika zu verabreichen ist kein Hexenwerk, jedoch die richtige Einstellung schon. Arbeiten Sie hier bestenfalls mit einem Tierarzt zusammen, welcher sich mit Epilepsie bei Hunden auskennt.

Medikamente und ihre Nebenwirkungen

Zu den meist verabreichten Medikamenten bzw. Wirkstoffen gehören Phenobarbital, Primidon und Kaliumbromid. Allerdings sind hier wie bei jeder pharmazeutischen Medikamentengabe diverse Nebenwirkungen wie beispielsweise Apathie, Polyphagie (krankhaft gesteigerter Appetit), Leberprobleme, Anämie (zu wenig rote Blutkörperchen), Leukopenie (zu wenig weiße Blutkörperchen) uvm. zu bedenken.

Alternative Behandlungsmethoden

Die Homöopathie kann auch bei Epilepsie wahre Wunder bewirken. Nicht nur Bachblüten, Globuli und Akupunktur gehören in diesen Bereich. Auch die Bioresonanz zur Austestung und Therapie sowie die Magnetfeldtherapie werden mittlerweile nicht nur von Heilpraktikern, sondern auch von der Schulmedizin erfolgreich bei Epilepsie eingesetzt. Die regelmäßige Gabe von CBD Öl kann bei Hunden mit Epilepsie wahre Wunder bewirken. Wichtig ist hier die Zusammenarbeit mit eine erfahrenen Tierarzt.

Ernährung und Epilepsie

Bei einer Epilepsie beim Hund sind einige wichtige und grundlegende Dinge wie die richtige Ernährung, die Stärkung des Immunsystems und Stressvermeidung zu beachten. Aber genauso sollten auch Umweltgifte, chemische Mittel insbesondere Anti Parasiten Produkte, Spot Ons usw. vermieden werden. Wichtig, Tierarzt fragen! Wenn ein Hund an Epilepsie leidet, sollte auf jeden Fall jede Art von Stress vermieden werden. Das bedeutet nicht nur körperlicher Stress, sondern auch psychischer! Ganz besonders Allergien bedeuten ständigen Stress für den Körper. Hinzu kommt die passende und vor allem gesunde Ernährung ohne Getreide.

Insbesondere Hunde, die unter Epilepsie leiden, sollten auf Getreide in all seinen Varianten verzichten, da Getreide bzw. Gluten ist der Kleberbestandteil des Getreides. Heute weiß man, dass Gluten die Blut-Hirn Schranke im Gehirn überwinden kann und sich hier auch an die gleichen Rezeptoren wie Opium andockt. Somit kann es zu neurologischen Störungen wie Epilepsie und auch Schilddrüsenproblemen kommen. (Kresser, 2010; Hyman, 2013). Aber auch Casein (in Milch und Milchprodukten enthalten) sollte bei Hunden mit Epilepsie vermieden werden. Bereits seit 1960 gibt es diesbezüglich starke Hinweise auf Zusammenhänge.

Hunde, die zu epileptischen Anfällen neigen sollten keine Nahrung bzw. kein Hundefutter mit Kohlenhydraten (insbesondere Trockenfutter), die einen hohen glykämischen Index enthalten, bekommen. Denn dieser umgewandelte Zucker kann den Stoffwechsel des Hundes beträchtlich stören und so auch zu Anfällen führen. (Wilson, 2013). Aspartat (Asparaginsäure) und Glutamat (Glutaminsäure) sind nicht essentielle Aminosäuren (Stafstrom, 2004; Wilson, 2013) und sollten bei Hunden mit epileptischen Anfällen vermieden werden. Weiterhin sollte Monosodiumglutamat (MSG) vermieden werden, was sich im Hundefutter oftmals hinter der Bezeichnung „hydrolisiertes Pflanzenprotein“, „vegetarische Soße“ oder ähnlichem versteckt. (Wilson, 2013). Oftmals wird Rosmarin als Antioxidanz im Hundefutter verwendet, was für gesunde Hunde sehr vorteilhaft, allerdings für Hunde mit Epilepsie ungeeignet ist.

Merke: Der Verdauungsapparat und das Gehirn sind sehr eng miteinander verbunden! Barfen wenn es richtig gemacht wird, ist sicherlich eine gute Wahl, Hunde mit Epilepsie zu ernähren und mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Allerdings sollten die Barf Rationen immer individuell auf den jeweiligen Hund abgestimmt sein. Das kann manchmal ziemlich anstrengend sein. Mit Anifit Easybarf und den passenden Ergänzungen sind Sie auf der sicheren Seite.

Liegt beim Hund ein Mangel an Kalium, Kalzium, Zink und/oder Magnesium vor, kann dies ebenfalls epileptische Anfälle auslösen (Schachter, 2006). Denn hierbei handelt es sich um sedative Mineralien, die ( ausreichend im Körper vorhanden ) das Nervensystem beruhigen (Wilson, 2013). Auch Antioxidantien wie Vitamin A, C und E unterstützen das Immunsystem und können dabei helfen die Anfälle zu vermeiden. Tipp: Bierhefe & Chlorella ist die reichste natürliche Quelle an B-Vitaminen, Aminosäuren und Spurenelementen. In mehreren Studien wurde bereits bestätigt, dass Taurin bei der Behandlung gegen Epilepsie helfen kann. Häufig liegt bei Epilepsie Hunden eine Störung des Taurin- und des Glutaminsäurestoffwechsels vor.

Abschließend lässt sich sagen, dass eine primäre Epilepsie im Prinzip nicht vollständig heilbar ist, jedoch kann eine ausgewogene Ernährung dabei helfen, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren und in den Griff zu bekommen, auch ohne Medikamente.

Stress vermeiden

Wenn ein Hund an Epilepsie leidet, sollte auf jeden Fall jede Art von Stress vermieden werden. Das bedeutet nicht nur körperlicher Stress, sondern auch psychischer!

Vorbeugung von Epilepsie

Eine Prophylaxe der erworbenen Epilepsie ist kaum möglich (abgesehen vom Fernhalten des Hundes von möglichen Vergiftungsquellen). Allerdings können einige Maßnahmen dazu beitragen, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren. Dazu gehören eine stressarme Umgebung, ein geregelter Tagesablauf, ausreichend Ruhe und eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

Eine gezielte Vorbeugung von epileptischen Anfällen ist oft nicht möglich, da die Ursachen vielfältig und nicht immer beeinflussbar sind.

Genetische Prädisposition und rassespezifische Erkrankungen

Ja, einige Hunderassen haben eine genetische Prädisposition für Epilepsie. Dazu gehören unter anderem Labrador Retriever, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Beagle, Border Collie, Australian Shepherd und Berner Sennenhund.

Aufgrund der wachsenden Beliebtheit der Hunde finden immer mehr unkontrollierte Vermehrungen statt.

Einige genetische Erkrankungen, die bei Hunden auftreten können, sind:

  • Multidrug-Resistenz 1 (MDR1): Auch Ivermectin-Sensitivität genannt, ist ein Defekt in der Blut-Hirn-Schranke, der eine unerwünschte Reaktion auf bestimmte Medikamente verursachen kann.
  • Hereditäre Katarakte (HC): Sind definiert als die Trübung der Augenlinse.
  • Collie-Augenanomalie (CEA): Ist eine Entwicklungsstörung des Auges, die bei Collie-verwandten Hunden wie dem Collie, dem Border Collie, dem Australian Shepherd und dem Shetland Sheepdog auftritt.
  • Canine Multifokale Retinopathie (CMR): Ist eine okuläre Erkrankung (autosomal-rezessiv), die durch mehrere Bereiche der Netzhautdegeneration bei mehreren Hunderassen gekennzeichnet ist.
  • Degenerative Myelopathie (DM): Ist eine unheilbare, fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des Rückenmarks.
  • Progressive degenerative Myeloenzephalopathie: Ist eine Form der erblichen Ataxie, einer schweren neuronalen Erkrankung, die zu Koordinationsverlust, Muskelschwäche und sensorischen Problemen führt.
  • Hyperurikosurie und Hyperurikämie (HUU): Ist ein autosomal-rezessives Variante, die bei allen Dalmatinern homozygot mutiert vorliegt.
  • Maligne Hyperthermie (MH): Ist eine pharmakogenetische Erkrankung der Skelettmuskulatur, die durch Exposition mit bestimmten Inhalationsanästhetika und depolarisierenden Muskelrelaxantien hervorgerufen wird.
  • Neuronale Ceroid-Lipofuszinose (NCL): Bezieht sich auf ein breites Spektrum degenerativer neurologischer Erkrankungen, die zu fortschreitenden Nervenschäden führen, die zum Verlust der Mobilität und des Sehvermögens und schließlich zum Tod führen.
  • Progressive Stäbchen-Zapfen-Degeneration (PRCD): Ist eine der vielen Erkrankungen, die mit einer progressiven Netzhautatrophie (PRA) einhergehen.
  • Achromatopsie: Ist eine Augenerkrankung, die zu Tagblindheit, Lichtempfindlichkeit und einem Verlust des Farbsehvermögens führen kann.
  • Methämoglobinämie: Ist eine Erkrankung, die durch einen Überschuss an Methämoglobin im Blut verursacht wird, was Lethargie, flache Atmung und erhöhte Herzfrequenz verursachen kann.
  • Ehlers-Danlos-Syndrome (EDS): Sind eine Gruppe von Bindegewebserkrankungen, die lose Haut und Gelenkhypermobilität verursachen.
  • Elliptozytose: Ist eine leichte Erkrankung, die dazu führt, dass rote Blutkörperchen oval (Elliptozyten) statt in der typischen runden “bikonkaven” Form gebildet werden.
  • Epidermolysis bullosa (EB): Ist eine schwere Gewebeerkrankung, die zu Haarausfall und extrem empfindlicher Haut führt.
  • Sensorische Neuropathie: Ist eine schwere neurologische Erkrankung, die durch eine rezessive Mutation im FAM134B-Gen verursacht wird.
  • Xanthinurie: Ist eine seltene Stoffwechselstörung, die einen Überschuss an Xanthin im Urin verursacht, was zur Bildung von Harnsteinen und damit verbundenen Komplikationen führt.
  • Von Willebrand-Krankheit (vWd) Typ I: Wird im VWF-Gen verursacht. Die von-Willebrand-Krankheit ist eine Blutungsstörung, während der Erkrankung wird der “von Willebrand-Faktor” im Plasma beeinflusst, dieser Faktor ist wichtig für die Blutgerinnung.

Leben mit einem Hund mit Epilepsie

Das Leben mit einem Hund, der zu Krampfanfällen neigt, kann herausfordernd sein. Ein Krampfanfall bei Hunden kann zwar beängstigend sein, ist aber durchaus behandelbar. Das erfordert zwar Geduld, Ausdauer und finanzielle Mittel, lohnt sich aber, um dem Hund ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

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