Hyperhidrosis facialis: Behandlungsmöglichkeiten für übermäßiges Schwitzen im Gesicht

Schwitzen im Gesicht ist ein natürlicher Vorgang, der eine wichtige Rolle bei der Temperaturregulierung des Körpers spielt. Betroffen sind vor allem Stellen wie die Stirn, die Wangen und die Haut über der Oberlippe. Durch innere und äußere Faktoren kann sich die Schweißproduktion allerdings erhöhen. Wenn das Schwitzen im Gesicht jedoch übermäßig stark auftritt und Betroffene in alltäglichen Situationen belastet, kann eine Hyperhidrosis facialis vorliegen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und Symptome der Hyperhidrosis facialis sowie verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Ursachen und Auslöser für Schwitzen im Gesicht

Schwitzen im Gesicht kann von verschiedenen Ursachen ausgelöst werden, die in physiologische und pathologische Faktoren unterteilt werden können.

Physiologische Ursachen

  • Körperliche Anstrengung: Wer viel Sport macht oder sich körperlich anstrengt, beginnt häufig auch im Gesicht zu schwitzen. Hierbei werden die Schweißdrüsen aktiv, um der durch Bewegung und Anstrengung entstehenden Hitze entgegenzuwirken.
  • Hitze: Das sogenannte thermische Schwitzen entsteht durch erhöhte Temperaturen - z. B. im Sommer oder in der Sauna. Der Körper aktiviert die Schweißdrüsen im Gesicht, um durch Schwitzen für eine natürliche Abkühlung zu sorgen.
  • Ernährung: Zu dem gustatorischen Schwitzen im Gesicht kommt es vor allem nach dem Verzehr von scharfen oder stark gewürzten Speisen. Denn diese regen häufig den Stoffwechsel an und wirken dadurch auch auf die Schweißdrüsen.
  • Gefühle und Stress: In Momenten intensiver Emotionen wie Angst, Nervosität oder Stress reagiert unser Körper mit einer Aktivierung des sympathischen Nervensystems. Das führt zur Ausschüttung von Stresshormonen und der Aktivierung der Schweißdrüsen.
  • Hormonelle Veränderungen: Schwitzen im Gesicht aufgrund hormoneller Veränderungen betrifft insbesondere Frauen während hormoneller Umstellungen, vor allem in der Pubertät, Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Diese Veränderungen können den Hormonhaushalt durcheinander bringen und das autonome Nervensystem beeinflussen, das für die Regulierung der Körpertemperatur und damit auch für das Schwitzen verantwortlich ist.

Pathologische Ursachen

  • Primäre Hyperhidrose: Kommt es zu übermäßigem Schwitzen im Gesicht ohne erkennbaren Grund, kann eine Hyperhidrosis facialis für die Beschwerden verantwortlich sein. Diese übermäßige Schweißproduktion kann unabhängig von äußeren Bedingungen auftreten und Betroffene in alltäglichen Situationen belasten. In einigen Fällen kann das starke Schwitzen im Gesicht zu Hautirritationen und -reizungen führen. Die Ursachen der Hyperhidrose im Gesicht sind vielfältig und reichen von genetischer Veranlagung bis hin zu hormonellen Ungleichgewichten. In den meisten Fällen handelt es sich bei der Hyperhidrosis facialis um die primäre Form der Hyperhidrose.
  • Sekundäre Hyperhidrose: Übermäßiges Schwitzen im Gesicht kann auch das Symptom einer Erkrankung oder Infektion sein. Bei dieser auftretenden sekundären Hyperhidrose tritt anders als bei der primären Form nächtliches Schwitzen auf. Die sekundäre Hyperhidrose ist die Folge von zentralen oder peripheren neuronalen Schädigungen. So können unterschiedliche Erkrankungen, wie z.B. Diabetes oder neurologische Störungen, wie beim Parkinsonsyndrom, schuld an der übermäßigen Schweißproduktion sein. Auch die Einnahme von Medikamenten, wie z.B. Antidepressiva oder die Hormonumstellung in der Schwangerschaft oder in der Menopause können Auslöser sein.

Was tun gegen Schwitzen im Gesicht? - Allgemeine Maßnahmen

Obwohl es sich um eine natürliche Funktion des Körpers handelt, kann das Schwitzen im Gesicht als unangenehm oder störend empfunden werden. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, das Schwitzen im Gesicht zu reduzieren:

  • Auf die Wassertemperatur achten: Obwohl es im ersten Moment erfrischend ist, an einem heißen Sommertag das Gesicht mit kaltem Wasser zu reinigen oder kalt zu duschen, kann das den gegenteiligen Effekt haben. Denn kalte Duschen - aber auch zu kalte Getränke - wirken sich auf die Temperaturregulierung des Körpers aus und können sie durcheinanderbringen. Als Folge kann der Körper mit vermehrtem Schwitzen reagieren.
  • Gesicht regelmäßig reinigen: Auf verschwitzter Haut bleiben vermehrt Verschmutzungen wie Feinstaub oder Pollen haften. Dadurch können die Hautporen verstopfen und die Haut wird zusätzlich belastet. Bei (starkem) Schwitzen im Gesicht sollte man deshalb darauf achten, die Gesichtshaut regelmäßig zu reinigen.
  • Leichte Pflegeprodukte verwenden: Leichte, ölfreie Cremes und Pflegeprodukte können dabei helfen, Schwitzen im Gesicht zu lindern. Empfehlenswert sind vor allem nicht komedogene Produkte, da sie die Poren nicht verstopfen und dadurch Schwitzen lindern und Unreinheiten vorbeugen können.
  • Hausmittel nutzen: Salbei- und Kamillentee gelten als hilfreiche Hausmittel gegen Schwitzen im Gesicht und am Körper. Dazu das Gesicht morgens mit abgekühltem, frischem Salbei- bzw.
  • Gesunden Lebensstil pflegen: Ein gesunder Lebensstil trägt dazu bei, Gesichtsschweiß zu reduzieren. Besonders eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können dazu beitragen, Beschwerden zu lindern. Um eine primäre Hyperhidrose anzugehen, sollten Betroffene zunächst auf Genussstoffe verzichten, die die Schweißproduktion anregen. Dazu gehören Kaffee, Alkohol, Zigaretten und scharfe Gewürze. Entspannungstechniken oder atmungsaktive Kleidung aus Naturfasern können ebenfalls helfen, übermäßiges Schwitzen zu reduzieren.

Hautreinigung und -pflege bei Schwitzen im Gesicht

Ist das Gesicht von starkem Schwitzen betroffen, ist die Hautreinigung besonders wichtig. Ein geeignetes Produkt für eine milde Reinigung ist beispielsweise die Eucerin DermatoClean [Hyaluron] Reinigungsmilch. Sie entfernt effektiv Verschmutzungen, Make-up und überschüssigen Talg. Gleichzeitig unterstützt sie das natürliche Feuchtigkeitsgleichgewicht der Haut. Bei unreiner, zu Akne neigender Haut kann das Eucerin DermoPure Reinigungsgel verwendet werden. Das Gel reinigt unreine Haut sanft von überschüssigem Talg. Auch Make-up und Schmutzpartikel werden effektiv entfernt.

Um sonnenbedingten Hautschäden vorzubeugen, ist die Verwendung eines Sonnenschutzes auch im Alltag wichtig. Bei Schwitzen im Gesicht eignen sich vor allem leichte Sonnenschutzprodukte wie das Eucerin Hydro Protect Ultraleichte Face Sun Fluid LSF 50+. Die schnell einziehende, nicht fettende Formel schützt mit Lichtschutzfaktor 50 effektiv vor UV-bedingten Hautschäden. Mit dem innovativen Hydro-Technology-Komplex wird der Haut außerdem intensiv Feuchtigkeit gespendet. Auch bei Unreinheiten sollte auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden. Um die Haut vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen, kann die Eucerin Oil Control Face Sun Gel-Creme LSF 50+ verwendet werden. Die Gel-Creme besitzt eine angenehm leichte, schnell einziehende Textur, die nicht fettet oder klebt. Außerdem wirkt sie mit der sebumregulierenden Oil Control-Technologie und absorbierenden Partikeln unerwünschtem Glanz entgegen.

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Medizinische Behandlungsmöglichkeiten bei Hyperhidrosis facialis

Starkes Schwitzen im Gesicht kann das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität von Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Die Behandlungsmöglichkeiten einer Hyperhidrosis facialis sind abhängig von dem Schweregrad und den individuellen Bedürfnissen der Patientin oder des Patienten. Wichtig: Bevor eine Behandlung durchgeführt wird, ist es wichtig, mit medizinischem Fachpersonal zu sprechen, um die beste Option basierend auf der individuellen Situation zu bestimmen. Jede Behandlung einer Hyperhidrosis facialis hat potenzielle Risiken und Nebenwirkungen.

Konservative Therapieoptionen

Zu den konservative Therapieoptionen zählen die lokale Applikation von Aluminiumchlorid sowie die die Leitungswasser-Iontophorese. Konservative Behandlungen zielen darauf ab, die Symptome zu lindern, ohne chirurgische Eingriffe vorzunehmen.

  • Deos und Cremes mit Aluminiumsalzen: Diese Produkte werden häufig als erste Behandlungsoption eingesetzt. Aluminiumsalze wirken, indem sie die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen temporär blockieren, was zu einer reduzierten Schweißproduktion führt. Diese Aluminiumsalze werden in Deorollern und Cremes angeboten. Die Substanz unterdrückt durch das Verschließen der Drüsenausführungsgänge die Schweißbildung. Sie wird in Konzentrationen zwischen zehn und 30 Prozent auf die betroffenen Areale aufgetragen. Allerdings reagiert gerade sensible Haut oft mit Juckreiz und Irritationen auf die häufige Anwendung, außerdem kann ein zu starker Auftrag die Kleidung verfärben. Viele betroffene Menschen schwitzen vermehrt gerade im Gesicht. Die Behandlung mit einer Aluminiumchlorid-Creme ist dann gerade hier wegen der Größe der betroffenen Fläche und der generell größeren Empfindlichkeit der Gesichtshaut im Allgemeinen nicht möglich.

  • Gerbsäurehaltige Cremes, Pulver oder Lotionen: Gerbstoffe denaturieren die Proteine im Schweiß und blockieren dadurch die Schweißbildung. Die Wirkung der Gerbstoffe ist geringer als die des Aluminium-Hexahydrats.

  • Leitungswasser-Iontophorese: Bei dieser Anwendung wird ein schwacher Gleich- oder Pulsstrom durch die betroffenen Areale geleitet. Dies normalisiert die Schweißdrüsenaktivität. Für eine Anwendung im Gesicht wird der Strom mit der Hilfe spezieller Schwämme auf die Haut appliziert. Die Behandlung ist schmerzfrei und ohne Nebenwirkungen. Es braucht etwa 20 Behandlungen. Diese dauern je 15 Minuten und müssen zwei- bis dreimal die Woche durchgeführt werden. Nach dem Behandlungszeitraum setzt eine Normalisierung der Schweißproduktion ein.

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  • Botox-Injektionen: Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das bei der Behandlung der Hyperhidrose eingesetzt wird, indem es die Signalübertragung von den Nerven zu den Schweißdrüsen blockiert. Die Schweißdrüsenbehandlung durch Injektion mit Botulinumtoxin A (Botox®). Botulinumtoxin A, kurz auch Botox® genannt, wird in der Plastischen Chirurgie zur Hautstraffung von Mimikfalten eingesetzt. Das Nervengift lähmt bestimmte Muskelfasern, die für die Faltenbildung verantwortlich sind. Bei der Hyperhidrose wird ebenfalls die lähmende Wirkung von Botulinumtoxin genutzt: Das Gift wird in die Muskelfasern um die Schweißdrüsen injiziert. Dort hemmt es die Neurotransmitter; eine Schweißabsonderung durch die Drüsen kann nicht mehr ausgelöst werden. Die vollständige Wirkung tritt innerhalb von drei bis 14 Tagen ein. Da Botulinumtoxin vom Körper abgebaut wird, lässt die schweißhemmende Wirkung nach ca. sechs Monaten nach. Daher muss die Behandlung regelmäßig wiederholt werden. Die Methode reduziert die Schweißproduktion sehr effektiv. Die Behandlung der von einer fokalen Hyperhidrose betroffenen Hautareale mit Botox in der PraxisClinic Jadore stellt hier eine nicht-operative und zugleich hautschonende Alternative dar. Mit gezielten Botox-Injektionen an den betroffenen Stellen verhilft Dr. Christoph Jethon Menschen, die an Hyperhidrose im Gesicht leiden, aber auch an anderen Stellen des Körpers und dem damit einhergehenden starken Schweißgeruch, zu einer deutlichen Reduzierung des Schwitzens an diesen Hautarealen. Die Botox-Behandlung bei übermäßigem Schwitzen lässt sich somit nicht nur in den Achselhöhlen, sondern auch an allen anderen von Hyperhidrose betroffenen Stellen wie den Handinnenflächen, Fußsohlen oder am Kopf und im Gesicht mit Erfolg durchführen. Bei einer korrekten Verabreichung, wie sie in der PraxisClinic Jadore gegeben ist, sind keine langfristigen Nebenwirkungen durch Botox bekannt. Zudem sorgt die genau abgestimmte Anästhesie und die präzise Technik von Dr. Christoph Jethon bei der Injektion dafür, dass die Behandlung so schonend wie möglich abläuft. In vielen Fällen von Hyperhidrosis kann dadurch auf eine Operation verzichtet werden. Gelegentlich können sich Blutergüsse zeigen, die jedoch harmlos sind und nach einiger Zeit wieder abklingen.

  • Salbeiextrakte: Salbei kann als Tee eingenommen werden.

  • Antihidrotika: Substanzen wie Methantheliniumbromid sind dem körpereigenen Botenträgerstoff Acetylcholin unseres Nervensystems ähnlich. Sie unterbinden den Impuls, den der Nerv an die Schweißdrüsen sendet und der diese übermäßig erregt.

Operative Therapieoptionen

Eine Hyperhidroseoperation ist eine Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten, bei denen konservative und medikamentöse Therapien keine ausreichende Linderung bringen. Bevor man sich jedoch für einen operativer Eingriff entscheidet, sollten bereits sämtliche konservativen und minimal-invasiven Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sein. Zusätzlich sollte ein intensives Gespräch mit dem Betroffenen geführt werden, sowie eine ausführliche Familienanamnese durchgeführt werden.

  • Absaugung der Schweißdrüsen mittels Kürette: Dauerhafte hilft bei übermäßigem Schwitzen nur die Absaugung der Schweißdrüsen. Speziell für die Achseln eignet sich eine operative Entfernung der Schweißdrüsen durch eine Saugkürette. Ausgehend von der Weiterentwicklung der Technik der Fettabsaugung kann man heute über 1-2 kleine Schnitte im Achselbereich die Schweißdrüsen mit einer sehr feinen Kanüle (Durchmesser 2,4 mm) absaugen. Der Eingriff dauert ca. eine Stunde und kann je nach Wunsch des Patienten in Lokalanästhesie oder in einer kurzen Narkose ambulant durchgeführt werden. In das zuvor definierte Areal wird eine dünne Kanüle durch kleinste Inzisionen unter die Haut geführt. Das Unterhautfettgewebe wird abgesaugt.
  • Laserlipolyse: Die millimeterdünne Laserfaser wird unter die Haut in direkten Kontakt zu den Fettzellen in der Achselhöhle geführt. Der Laserstrahl löst die Fettzellen auf. Danach können sie sanft abgesaugt werden. Durch die Laserenergie werden die Schweißdrüsen aufgebrochen und degeneriert. Laserlipolyse und subkutane Saugkürettage werden auch kombiniert eingesetzt.
  • Endoskopische Sympathektomie (ETS): Zu den weiteren operativen Behandlungsmethoden zählt bei extremer Hyperhidrosis die endoskopische Sympathektomie oder auch endoskopische Sympathikusblockade genannt. In minimal-invasiver Technik, man spricht auch von Schlüsselloch Technik, erfolgt über eine Spiegelung der Brusthöhle (Thorakoskopie) mithilfe eines Endoskops die Darstellung der Sympathicus-Nerven. Bei dieser Operation werden die Nervenbahnen sowie die zu- und ableitenden Nervenfasern, die die Schweißdrüsenaktivität in bestimmten Körperregionen regulieren, durchtrennt oder mittels des Clippings unterbrochen. Hierzu führen wir unter Vollnarkose über kleine Schnitte im Brustraum spezielle Instrumente und eine Kamera ein. Mithilfe dieser Instrumente werden bestimmte Teile des Sympathikus-Nervs, der für die Steuerung der Schweißproduktion verantwortlich ist, durchtrennt oder verödet. Die initiale Behandlung der Hyperhidrose erfolgt meist beim Hausarzt oder einem Internisten. Bleibt die Therapie ohne Erfolg, werden die Patienten häufig zu Spezialisten wie Dermatologen oder Neurologen überwiesen. Bei einer chirurgischen Behandlung der Hyperhidrose wird der Teil des sympathischen Nervensystems, der für die Regulation der Schweißdrüsen des Armes bzw. der Hand zuständig ist, entfernt. Dieser Teil des Sympathikus-Grenzstrangs liegt innerhalb des Brustkorbs, auf Höhe des dritten und vierten Rippenköpfchens, unmittelbar unter dem Rippenfell. Das sympathische Nervensystem bildet im Brustkorb eine lange Kette von Ganglien, von denen die Nerven für die Steuerung der Schweißsekretion an Gesicht, Händen und Achselhöhlen ausgehen. Um eine palmare Hyperhidrose zu behandeln, ist es notwendig, den Sympathikus auf Höhe des dritten Rippenköpfchens zu durchtrennen. Für die Behandlung der axillären Hyperhidrose durchtrennen wir den Nerv auf Höhe des vierten Rippenköpfchens, bei kombinierter palmarer und axillärer Hyperhidrose dann entsprechend an beiden Stellen. Während diese Operation in der Vergangenheit über eine Thorakotomie durchgeführt werden musste, wird die Sympathektomie heute minimalinvasiv, als sogenannte videoassistierte Operation („schlüssellochchirurgische Operation“) durchgeführt. Dabei wird in einer Vollnarkose eine kleine Kamera über einen etwa 0,5 cm langen Schnitt in den Brustkorb des Patienten eingeführt. Operiert wird mit speziellen Instrumenten, die über einen weiteren ebenso kleinen Schnitt in den Brustkorb eingebracht werden. Über einen Monitor kann der Chirurg das Operationsgebiet einsehen und die entsprechenden Abschnitte des sympathischen Nervenstrangs aufsuchen und elektrochirurgisch behandeln. Etwa zwei Stunden nach der Operation wird eine Röntgenkontrolle durchgeführt, um einen Pneumothorax auszuschließen, der als Folge des Eingriffs entstehen kann. Liegt ein relevanter Pneumothorax vor, so muss eine Drainagenanlage erfolgen und der Krankenhausaufenthalt verlängert sich entsprechend um ein bis zwei Tage. Dies ist jedoch nur sehr selten der Fall. In der Regel erfolgt die Entlassung am Tag nach der Operation. Auch wenn die Schmerzen nach der Operation im Allgemeinen als gering empfunden werden, ist in vielen Fällen die Einnahme von Schmerzmitteln für etwa eine Woche nach der Operation notwendig.

Risiken und Erfolgsaussichten operativer Eingriffe

Die Erfolgsaussichten der thorakoskopischen Sympathektomie hängen mit der anatomischen Lokalisation des übermäßigen Schwitzens zusammen. Wie bei allen chirurgischen Eingriffen existieren auch hier einige Risiken - dazu zählen allergische Reaktionen auf bestimmte Medikamente oder Narkosemittel, sowie mögliche Infektionen. Weiterhin kann es zu Schäden im Bereich der Blutgefäße oder der Nerven in der Nähe der Rippe kommen, an welcher die Operationsinstrumente vorbeigeführt werden müssen, Folge davon sind Blutungen oder Nervenentzündungen. Bei älteren Patienten bestehen zudem Risiken in Form von Herzproblemen, Lungenentzündungen oder Embolien. Es ist jedoch anzumerken, dass die Häufigkeit dieser Komplikationen sehr gering ist.

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Die häufigste Nebenwirkung einer thorakoskopischen Sympathektomie ist das sogenannte kompensatorische Schwitzen. 50 bis 60 % der Patienten sind davon betroffen. Das kompensatorische Schwitzen kann in allen Bereichen des Körpers vorkommen (Gesicht, Bauch, Rücken, Arme und Füße). Möglicherweise wird durch dieses vermehrte Schwitzen der Verlust der Schweißabsonderung im Bereich der Arme und Hände kompensiert. Obgleich es von einer Vielzahl der Patienten als nicht unangenehm empfunden wird, kommt es bei etwa 5 bis 10 % der Patienten zu schwereren Schweißausbrüchen, die im täglichen Leben Probleme machen können. Sowohl das kompensatorische Schwitzen als auch das gustatorische Schwitzen bessern sich oft nach einigen Wochen.

Vom sogenannten Horner-Syndrom sind nur ca. 1 % der Patienten betroffen. Die Symptome treten auf der operierten Seite auf: eine Augenlidsenkung, eine enge Pupille, ein Zurückziehen des Augapfels oder gelegentlich auch eine erschwerte Tränenbildung. Zu einem Horner-Syndrom kommt es, wenn das höchste Brustganglion des sympathischen Nervensystems bei der Operation geschädigt wird. Die Symptome bessern sich jedoch häufig nach einigen Wochen.

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