Hypnosetherapie in der Schlaganfall-Rehabilitation: Neue Wege zur Aktivierung von Selbstheilungskräften

Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis, das oft mit langwierigen Folgen verbunden ist. Neben motorischen Einschränkungen können auch Sprachstörungen, Gedächtnisprobleme und andere neurologische Defizite auftreten. Die Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist ein komplexer Prozess, der darauf abzielt, verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen und die Selbstständigkeit der Betroffenen zu fördern. In den letzten Jahren hat sich die Hypnosetherapie als vielversprechende Ergänzung zu den etablierten Rehabilitationsmaßnahmen etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die Möglichkeiten undPotenziale der Hypnosetherapie in der Schlaganfall-Rehabilitation.

Neurologische Rehabilitation nach einem Schlaganfall

Die neurologische Rehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung nach einem Schlaganfall. Ziel ist es, die durch die Hirnschädigung verursachten Funktionsstörungen zu minimieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Rehabilitation umfasst verschiedene Therapiebereiche, die individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden.

Diagnostik und Therapie im Rahmen der neurologischen Reha

Im Fachbereich Neurologie werden vielfältige neurologische Erkrankungen diagnostiziert und behandelt. Dazu gehören Lähmungen, Gefühlsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Gedächtnisprobleme und Störungen anderer Gehirnfunktionen wie Sehverarbeitung, Sprache, Bewusstsein und Schlaf. Zu den häufigen Krankheitsbildern zählen Schlaganfall, Hirnblutung, Schädel-Hirn-Trauma, Multiple Sklerose, Parkinson- und Alzheimer-Erkrankung sowie seltene Störungen von Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskulatur. Auch Kopfschmerzen und Schwindel werden behandelt, wenn eine neurologische Ursache vorliegt.

Auf Basis eines ausführlichen Anamnesegesprächs und einer gründlichen Funktionsdiagnostik wird ein individuelles Therapieprogramm erstellt, das regelmäßig überprüft und angepasst wird. Die neurologische Reha unterstützt Patienten dabei, Fähigkeiten neu zu erlernen und ihre Selbstständigkeit zu fördern.

Behandlungsschwerpunkte in der neurologischen Reha

Die neurologische Reha-Klinik behandelt Patienten mit unterschiedlichen Hirnschädigungen, beispielsweise nach einem Schlaganfall oder einer Hirnblutung. Weitere Behandlungsschwerpunkte sind:

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  • Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems, z. B. Multiple Sklerose
  • Neuro-orthopädische Krankheitsbilder, z. B. nach Bandscheibenoperationen
  • Extrapyramidalmotorische Bewegungsstörungen, z. B. Parkinson-Syndrome, Dystonien, Ataxien
  • Traumatische Schädigungen des Nervensystems und seiner Hüllen, z. B. Unfallfolgen
  • Polyneuropathien, z. B. Diabetesfolgeerkrankungen oder nach einer Chemotherapie
  • Radikuläre Erkrankungen, z. B. durch Bandscheibenvorfall
  • Muskelerkrankungen unterschiedlicher Herkunft
  • Degenerative und hereditäre Erkrankungen
  • Nachsorge tumoröser Erkrankungen des Nervensystems
  • Epilepsie

Diagnostische Methoden in der neurologischen Reha

Zur umfassenden Untersuchung und Diagnosestellung werden verschiedene diagnostische Methoden eingesetzt:

  • Elektromyographie (EMG) zur Messung der elektrischen Aktivität der Muskeln
  • Elektroneurographie (ENG) zur Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit
  • Messung evozierter Potenziale zur Messung der Nervenleitungsbahnen
  • Magnetfeldstimulation zur Diagnostik und Therapie von zentral-motorischen Störungen
  • Langzeit-EKG und Langzeit-RR
  • Endoskopische und radiologische Schluckdiagnostik
  • Intra- und extrakranielle Farbduplexuntersuchungen der Hirnblutgefäße
  • Neuropsychologische Tests
  • Fahrtauglichkeitsprüfung
  • Gesichtsfelddiagnostik
  • Umfangreiche Labordiagnostik
  • Ultraschall der Bauchorgane, Schilddrüse und Blutgefäße
  • Echokardiographie
  • Lungenfunktionsdiagnostik
  • Röntgenanlage mit Durchleuchtungsmöglichkeit
  • Umfangreiche Assessments zur Beurteilung von Funktionsstörungen und Behinderungen
  • Standardisierte neuropsychologische Testverfahren zur Beurteilung kognitiver Störungen

In Kooperation mit anderen Abteilungen werden auch Belastungs-EKGs, Herzschrittmacherkontrollen und Schlafapnoescreenings durchgeführt.

Therapie-Methoden in der neurologischen Reha

Die neurologische Reha umfasst ein breites Spektrum an Therapie-Methoden, die individuell auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden.

Physiotherapie

Die Physiotherapie dient der Verbesserung des Bewegungssystems und -verhaltens, der Regulierung von Funktionsstörungen innerer Organe, der Verbesserung der Eigen- und Fremdwahrnehmung, der Sozialkompetenz und der psychischen Leistungsfähigkeit. Sie hilft, Schmerzen zu lindern, die Eigenständigkeit zu fördern und die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren. Angehörige werden in die Therapie mit einbezogen.

Zu den eingesetzten Methoden gehören:

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  • Funktionelle Behandlung auf neurophysiologischer Grundlage
  • Gleichgewichts- und Koordinationstraining
  • Sicherheitstraining, Rollstuhltraining
  • Kontrakturprophylaxe
  • Gangschule
  • Motomedtherapie
  • Stehtisch
  • Einzelgymnastik im Wasser
  • Laufbandtraining
  • Repetitive Magnetstimulation

Physikalische Therapie

Physikalische Anwendungen werden im späteren Verlauf der Reha häufiger eingesetzt. In der Phase B können Lymphdrainage oder Massagen bei der Kontrakturprophylaxe und -therapie unterstützen. Weitere Anwendungen sind:

  • Wärmetherapie mit Peloiden und Packungen, Heißluft, Heiße Rolle
  • Kryo-Therapie (Kältetherapie)
  • Elektrotherapie, Gesamtes Spektrum von Niederfrequenz bis zur Hochfrequenz, Interferenzstrom, Ultraschall
  • Massagen, klassische Massagen, Bindegewebsmassage, manuelle Lymphdrainagen, Unterwasserdruckstrahlmassagen, Akupressur, Colonmassage bei Obstipation, Extensions- und Schlüsselzonenmassagen
  • Inhalationen

Ergotherapie

Die Ergotherapie behandelt motorische/sensible Funktionseinschränkungen und kognitive Störungen. Sie zielt darauf ab, Muskelfunktionen anzubahnen, um ein selbstbestimmtes Leben im Alltag und Beruf wieder zu erlangen. Hierzu zählen primär die Körperpflege, das Ankleiden, der Toilettengang und die Hantierfunktion. Bei jungen Menschen wird die Wiedereingliederung in das Berufsleben angestrebt.

Zu den eingesetzten Methoden gehören:

  • Alltagsbezogene funktionelle Therapie
  • ADL-Training (Training der Aktivitäten des täglichen Lebens)
  • Wasch- und Anziehtraining
  • Wahrnehmung und Sensibilitätstraining
  • Hilfsmittelberatung
  • Funktionelle Übungsbehandlung der oberen Extremität und des Rumpfes
  • Kognitives Training
  • Koordinationsübungen
  • Sandbox
  • Schienenversorgung/Anpassung von Gipsschienen
  • Sensibilitätstraining und Wahrnehmungsschulung
  • Angehörigenberatung und -schulung

Neuropsychologie

Die klinische Neuropsychologie beschäftigt sich mit den Auswirkungen einer Hirnverletzung auf kognitive, visuelle, emotionale und Verhaltensfunktionen. In den Phasen C und D der neurologischen Rehabilitation werden die Rehabilitanden gezielt auf die Wiedereingliederung in ihren häuslichen und beruflichen Alltag vorbereitet.

Die Aufgaben der Neuropsychologie umfassen:

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  • Hypothesengeleitete neuropsychologische Diagnostik mit ausführlicher Befunderstellung und Formulierung sozialmedizinischer Empfehlungen
  • Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sowie der psychophysischen Belastbarkeit
  • Moderne computergestützte kognitive Funktionstherapie
  • Psychotherapeutisch orientierte Gespräche in Form von Einzelberatungen sowie Hilfe bei der Krankheitsverarbeitung
  • Angehörigenberatung
  • Psychoedukation zu den Themen psychische Gesundheit im Alltag und am Arbeitsplatz, Stressprävention, Raucherentwöhnung und Post-Covid Langzeitfolgen
  • Beurteilung der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr
  • Entspannungsverfahren (progressive Muskelrelaxation, achtsamkeitsbasierte Meditationen u.a.)

Logopädie

Schädigungen des zentralen und peripheren Nervensystems können zu Störungen der Sprache, des Sprechens und/oder des Schluckens führen. Notwendige therapeutische Maßnahmen sollten so früh wie möglich eingeleitet werden, um Komplikationen und Fehlanpassungen zu vermeiden.

Die Logopädie behandelt Patienten mit:

  • Sprachstörung (Aphasie)
  • Sprechstörung (Anarthrie, Dysarthrie, Sprechapraxie)
  • Stimmstörungen (Aphonie, Dysphonie)
  • Schluckstörungen (Dysphagie)

Ziele der Logopädie sind:

  • Die sprachliche Symptomatik vermindern
  • Kommunikative Kompetenz verbessern oder eine elementare Kommunikationsstruktur aufbauen
  • Schluckstörungen vermindern (Esstraining)
  • Eine PEG-Anlage (Ernährungssonde) vermeiden
  • Komplikationslose, ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme ermöglichen und ggf. eine Ernährungsstrategie festlegen
  • (Wieder-) Aufbau von Sprachverständnis, Wortfindung, Satzbau, Kommunikationsverhalten
  • Verbesserung der Artikulation und Sprechflüssigkeit
  • Anbahnung von Stimmgebung in Koordination mit der Atmung
  • Verbesserung von Heiserkeit
  • Erwerb einer belastungsfähigen Stimme
  • Verhinderung einer lebensgefährlichen Pneumonie

Ernährungsberatung

Die Ernährungsberatung ist speziell auf Patienten mit Schluckstörungen abgestimmt. Neben der logopädischen Schluckdiagnostik und -therapie werden Patienten und Angehörige ausführlich beraten, welche Nahrungskonsistenzen geeignet sind. Es werden vielfältige Gerichte in geeigneten Kostformen (z.B. Breikost, mit festen Bestandteilen oder ohne, angedickte Kost, angedickte Flüssigkeiten) bereitgehalten, die genau auf die Schluckstörung angepasst sind.

Weitere Angebote der Ernährungsberatung sind:

  • Ernährung bei Diabetes mellitus
  • Ernährung bei Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Körpergewichtsreduktion
  • Ernährung bei Hypercholesterinämie
  • Mediterrane Diät

Sozialberatung

Die Sozialberatung unterstützt bei:

  • Fragen der beruflichen Wiedereingliederung
  • Vorbereitung und Anregung zu berufsfördernden Leistungen
  • Lösung von Problemen im häuslichen Umfeld (häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfen)
  • Vermittlung von Pflegeplätzen und ambulanter Pflegehilfe
  • Interpretation des Schwerbehindertenrechts und diesbezüglicher individueller Beratung

Tiergestützte Therapie

Die tiergestützte Therapie ist mit einem Therapiehund möglich.

Berufliche Rehabilitation (MBOR)

Im Rahmen der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) werden Patienten unterstützt, nach neurologischen Erkrankungen wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzufinden. Bei Problemen im Beruf wird die Behandlung entsprechend angepasst.

Für Arbeitnehmer aus Industrie und Handwerk steht ein Work Park zur Verfügung. Für Angestellte aus dem IT- und Verwaltungsbereich stehen Computerarbeitsplätze bereit. Rehabilitanden mit pflegerischen Berufen üben in einem Patientenzimmer mit Pflegebett und Badezimmer, Rehabilitanden aus der Gastronomie und Hauswirtschaft in einer Übungsküche. Der Sozialdienst berät zu Wiedereingliederungsmaßnahmen, Hilfen am Arbeitsplatz und Therapien nach der Rehabilitation. Er informiert außerdem über das Schwerbehindertenrecht und die Berentung.

Hypnosetherapie in der Neurorehabilitation

Die Hypnosetherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das sich die Kraft der Suggestion und der Imagination zunutze macht, um Veränderungen im Erleben und Verhalten zu bewirken. Im Kontext der Neurorehabilitation, insbesondere nach einem Schlaganfall, kann die Hypnosetherapie dazu beitragen, verloren gegangene Funktionen wiederzuerlangen, Schmerzen zu lindern und die psychische Gesundheit der Betroffenen zu stärken.

Grundlagen der Hypnosetherapie

Die Hypnosetherapie basiert auf der Annahme, dass unser Unterbewusstsein einen großen Einfluss auf unser Denken, Fühlen und Handeln hat. Durch die Einleitung eines hypnotischen Trancezustands wird der Zugang zum Unterbewusstsein erleichtert, wodurch positive Veränderungen angestoßen werden können. Im Trancezustand ist die Aufmerksamkeit des Patienten nach innen gerichtet, während die äußere Umgebung in den Hintergrund tritt. Dies ermöglicht es, Suggestionen und Imaginationen besonders intensiv zu erleben und zu verarbeiten.

Hypnosetherapie nach Schlaganfall: Aktivierung von Körpererinnerungen

Astrid Dümler, Sprachheilpädagogin und Hypnotherapeutin, setzt die Hypnosetherapie gezielt in der Neurorehabilitation ein. Ihr Ansatz basiert auf der Erkenntnis, dass das Unterbewusste auch nach einer Hirnschädigung wie einem Schlaganfall unbeschädigt bleibt. Mithilfe der hypnotherapeutischen Trance können Betroffene, selbst bei fehlendem Sprachverständnis, in die Lage versetzt werden, imaginativ Körpererinnerungen abzurufen und dadurch real zu aktivieren.

Anwendungsbereiche der Hypnosetherapie in der Schlaganfall-Rehabilitation

Die Hypnosetherapie kann in verschiedenen Bereichen der Schlaganfall-Rehabilitation eingesetzt werden:

  • Motorische Rehabilitation: Durch die imaginative Aktivierung von Körpererinnerungen können gelähmte Muskeln wieder funktionstüchtig gemacht werden.
  • Sprachtherapie: Die Hypnosetherapie kann dazu beitragen, Sprachstörungen wie Aphasie zu verbessern, indem sie den Zugang zu sprachlichen Ressourcen im Unterbewusstsein erleichtert.
  • Schmerztherapie: Hypnose ist ein uraltes Verfahren zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen. Sie hilft dem Patienten, Schmerzen auszublenden und die Schmerzwahrnehmung positiv zu beeinflussen.
  • PsychischeStabilisierung: Ein Schlaganfall ist ein traumatisches Erlebnis, das oft mit Angst,Depression undTrauer verbunden ist. Die Hypnosetherapie kann helfen, diese negativen Emotionen zu verarbeiten und das Selbstvertrauen und die Lebensfreude der Betroffenen zu stärken.

Milton H. Erickson: Ein Pionier der Hypnosetherapie in der Rehabilitation

Der amerikanische Psychiater Milton H. Erickson (1901-1980) gilt als einer der Begründer der modernen Hypnosetherapie. Seine persönlichen Erfahrungen mit einer Polio-Erkrankung, die ihn im Alter von 17 Jahren vollständig lähmte, prägten seinen Therapieansatz maßgeblich. Durch die Kraft der Bewegungsimagination und die Reaktivierung seiner Körpererinnerungen gelang es Erickson, seine Lähmung zu überwinden und wieder gesund zu werden. Diese Erfahrungen inspirierten ihn,Hypnosetechniken für die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten und Menschen mit ähnlichen Problemen zu entwickeln.

Erickson revolutionierte die Auffassung von Hypnose und betonte die Individualität jedes Patienten. Er war überzeugt, dass therapeutische Verfahren und Techniken auf die Besonderheiten des Klienten/Patienten auszurichten seien. Sein Ansatz zielte darauf ab, starre Denkmuster aufzulösen, indem der Hypnotherapeut es dem Unbewussten durch spezielle Techniken ermöglicht, eine führende Rolle einzunehmen.

Hypnose bei körperlichen Erkrankungen: Beeinflussung körperlicher Prozesse

Die Beeinflussbarkeit des autonomen Nervensystems über Vorstellungen und Gefühle ist eine bekannte Tatsache. Die Hypnose nutzt diese Erkenntnis, um eine Vielzahl körperlicher Prozesse positiv zu beeinflussen. Sie kann in folgenden Bereichen eingesetzt werden:

  • Zahnbehandlungsphobien und Behandlungsängste: Hypnose hilft, Negativ-Erfahrungen zu bearbeiten und Ängste abzubauen.
  • Operationsvorbereitung: Hypnose kann Ängste reduzieren, die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen verringern und Heilungsprozesse fördern.
  • Unerfüllter Kinderwunsch und Geburtsvorbereitung: Hypnose kann Verspannungen lösen, die Empfängnis erleichtern und Geburtsschmerzen reduzieren.
  • Unterstützung bei der Rehabilitation: Hypnotherapie und mentale Trainingsmethoden können den Reha-Prozess zur Wiedererlangung verloren gegangener Fähigkeiten unterstützen.
  • Unterstützung von Heilungsprozessen bei schweren Krankheiten: Hypnose kann positive innere Haltungen und Vorstellungen fördern, die Selbstheilungskräfte aktivieren und den Körper in seinen Fähigkeiten, sich selbst zu heilen, unterstützen.
  • Psychoonkologie: Hypnose kann die unangenehmen Begleiterscheinungen medizinischer Behandlungen reduzieren, das Immunsystem aktivieren und Konflikte auflösen.

Weitere Therapieansätze und Technologien

Neben der Hypnosetherapie gibt es weitere innovative Therapieansätze und Technologien, die in der Schlaganfall-Rehabilitation eingesetzt werden:

  • Transkranielle Magnetstimulation (TMS): Die TMS ist eine schmerzfreie Behandlungsmethode, bei der bestimmte Bereiche des Gehirns mithilfe starker Magnetfelder stimuliert werden. Sie kann die Funktionsfähigkeit von Armen und Händen verbessern.
  • Sprach-Entrainment: Bei dieser Technik wird das Sprechen anderer Menschen nachgeahmt, um die Sprachfähigkeit von Patienten mit Broca-Aphasie zu verbessern.

Die Broca-Aphasie und das Sprach-Entrainment

Die Broca-Aphasie ist eine Sprachstörung, bei der das Sprechzentrum im Frontallappen des Gehirns geschädigt ist. Sie zeichnet sich durch langsame und zögerliche Sprechweise mit Wortfindungsstörungen und einer eingeschränkten Grammatik aus. Das Sprachverständnis bleibt jedoch oft weitgehend erhalten.

Bei der Sprach-Entrainment-Technik ahmen die Patienten einen Sprecher nach, dessen Mund sie auf einem Bildschirm sehen und dessen Stimme sie über Kopfhörer hören. Durch dieses Training können deutliche Verbesserungen der Sprachfähigkeit erzielt werden.

Kombination von Hypnose und Sprach-Entrainment

Die Kombination von Hypnose und Sprach-Entrainment könnte einen vielversprechenden Therapieansatz darstellen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Kombination:

  • Klassisches Sprachtraining mit Hypnose und Sprach-Entrainment werden parallel und unabhängig voneinander durchgeführt.
  • Das Sprach-Entrainment wird mit Hypnose kombiniert: Vor dem Training mit dem Bildschirm / den Kopfhörern wird eine Hypnose eingeleitet, und der Patient führt das Training in einem fraktionierten Zustand aus.
  • Die Hypnose wird mit Sprach-Entrainment unterstützt: Zuerst wird ein normales hypnotisches Sprachtraining durchgeführt, direkt anschließend wird das Sprach-Entrainment absolviert.
  • Das Sprach-Entrainment wird rein virtuell durchgeführt: Der Patient imaginiert das Entrainment-Setting, unterstützt von entsprechenden Suggestionen.

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