Innere Unruhe, oft begleitet von Symptomen wie Krämpfen, Gewichtsverlust und Taubheitsgefühl, kann viele Ursachen haben. Es ist wichtig, die zugrunde liegenden Faktoren zu verstehen, um geeignete Maßnahmen zur Linderung und Bewältigung zu ergreifen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen und bietet umfassende Informationen und Strategien zur Bewältigung dieser belastenden Zustände.
Was ist innere Unruhe?
Innerliches Zittern ist ein Phänomen, bei dem im Körperinneren ein Zittern wahrgenommen wird, ohne dass ein äußerliches Muskelzittern zu sehen ist. Es handelt sich um eine Form der inneren Unruhe, die sowohl körperliche als auch seelische Ursachen haben kann. Oftmals ist das innerliche Zittern eine körperliche Reaktion auf Angst und Stress. Betroffene beschreiben ein innerliches Zittern auch als Kribbeln, Summen, Vibrieren, Brummen, Beben oder Flattern und sie verspüren es - selbst im absoluten Ruhezustand - entweder in bestimmten Körperteilen oder am ganzen Körper. Häufig kommt das innerliche Zittern in den Beinen, in den Armen und im Rumpf vor. Die Vibrationen treten kurzzeitig auf oder halten über einen längeren Zeitraum an.
Die Unruheempfindung ist an sich nicht gefährlich, sie kann aber auf eine vorliegende Grunderkrankung (z.B. der Schilddrüse oder der Psyche) hinweisen, insbesondere dann, wenn sie mit weiteren körperlichen oder seelischen Beschwerden einhergeht. Innerliches Zittern quält die Betroffenen; für sie ist der Zustand meist unangenehm oder beunruhigend. Bleibt das Problem über einen längeren Zeitraum bestehen, kann sich der Leidensdruck stark steigern und das die Lebensqualität einer Person stark beeinträchtigen. Die Beschwerden beschränken sich häufig nicht nur auf das innerliche Zittern im Körper, sondern stellen die Betroffenen vor viele weitere alltägliche Herausforderungen. Einige Patienten etwa erfahren die innere Unruhe weniger als Zittern, sondern eher als lautes Dröhnen oder Rauschen in ihrem Kopf. Und das direkt morgens nach dem Aufwachen. Bei anderen vibriert der Körper, mal mit mal ohne erkennbaren Auslöser, tagsüber eine Zeit lang und abends legen sich die Beschwerden wieder.
Symptome innerer Unruhe
Die Symptome innerer Unruhe können vielfältig sein und sich in körperliche, mentale und emotionale Bereiche aufteilen:
- Körperliche Symptome: Innerliche Vibration, Nervosität, Herzklopfen, Kribbeln im Körper, wacklige Beine oder ein Schwächegefühl, Muskelkrämpfe und -Verspannungen, Zuckungen, Taubheit.
- Mentale Symptome: Gedankenkarussell, Konzentrationsstörungen.
- Emotionale Symptome: Ängstlichkeit, Gefühl der Anspannung, Reizbarkeit.
- Weitere Symptome: Schlafprobleme, Ein- und Durchschlafstörungen, Müdigkeit, Leistungsabfall.
Ursachen innerer Unruhe, Krämpfe, Gewichtsverlust und Taubheitsgefühl
Die Ursachen für innere Unruhe, oft in Verbindung mit Krämpfen, Gewichtsverlust und Taubheitsgefühl, sind vielfältig und können sowohl psychischer als auch physischer Natur sein.
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Psychische Ursachen
Psychische Belastung ist die häufigste Ursache für innerliches Zittern. Stehen Sie ständig unter Strom und finden keine ausreichende Entspannung, ist Ihr Körper permanent hohem Stress ausgesetzt und das dauernd gereizte Nervensystem kann in der Folge mit Überaktivierung und überschießenden Impulsen antworten. Intensiver Stress kann sich gefährlich auf Ihre Lebensqualität auswirken. Wenn Sie unter chronischem Stress leiden, sind Sie weniger leistungsfähig, reizbarer, werden schneller krank und haben ein erhöhtes Risiko für diverse psychische Erkrankungen.
Innerliches Zittern im Körper kann außerdem ein Symptom psychischer Erkrankungen sein. Dazu gehören vor allem Angststörungen und Depressionen, aber auch Schizophrenie, Demenz und bipolare Störungen.
Angst und Depressionen
Innere Unruhe und Angst sind eng miteinander verbunden. Eine Angststörung kann sich durch anhaltende innere Unruhe äußern. Die Unruhe kann dabei ein Vorbote oder Begleitsymptom von Angst- und Panikattacken sein. Betroffene berichten häufig von einem Gefühl der Nervosität und Anspannung, welche Hauptmerkmale einer inneren Unruhe sind. Bei Depressionen ist eine innere Unruhe nicht ungewöhnlich. Die Unruhe zeigt sich häufig in einer Form von Rastlosigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten. Innere Unruhe tritt nicht selten mit anderen depressiven Symptomen auf, wie Antriebslosigkeit, Energielosigkeit oder Schlafstörungen.
Somatoforme Störungen
Deutliche gesundheitliche Beschwerden können auch psychosomatisch (d.h. durch seelische Vorgänge) entstehen. Die somatoforme autonome Funktionsstörung gehört zur Gruppe der somatoformen Störungen (zu denen z.B. auch die hypochondrische Störung zählt). Als mögliche Ursache für die somatoforme autonome Funktionsstörung gilt eine Wechselwirkung zwischen verschiedenen Faktoren (z.B. Veranlagung und belastende Erlebnisse). Viele Betroffene geben auch seelische Belastungen an, die einen Bezug zu der Störung zu haben scheinen - wie beispielsweise Konflikte in Beruf, Familie und Haushalt oder finanzielle Sorgen.
Für die somatoforme autonome Funktionsstörung können als Ursachen auch biologische Auffälligkeiten eine Rolle spielen: Sie tragen möglicherweise dazu bei, dass die somatoforme autonome Funktionsstörung aufrechterhalten bleibt. Bei Menschen, die eine somatoforme autonome Funktionsstörung oder eine andere somatoforme Störung haben, sind schwierigeLebensbedingungen und Belastungen in der Kindheit und Jugend - vor allem Erfahrungen von körperlichem und/oder sexuellem Missbrauch - besonders häufig zu finden. Dies weist auf einen möglichen Zusammenhang zwischen solchen Erlebnissen und der somatoformen autonomen Funktionsstörung hin.
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Körperliche Ursachen
Rührt das Zittern im Inneren nicht von einer seelischen Dysbalance her, stecken körperliche Unzulänglichkeiten bzw. Eine weit verbreitete neurologische Störung ist das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Hier spüren Betroffene Missempfindungen in den Beinen (vereinzelnd auch in anderen Körperregionen). Die Missempfindungen werden als ein Kribbeln, ein Ziehen oder ein Brennen beschrieben und lösen einen starken Bewegungsdrang aus.
Hormonelle Veränderungen
Die hormonellen Veränderungen während den Wechseljahren, insbesondere die Abnahme von Östrogen und Progesteron, können zu Unruhe führen. Der Körper durchläuft in dieser Lebensphase deutliche Schwankungen im Hormonhaushalt, was ein Ungleichgewicht verursachen und nervöse Unruhe auslösen kann. Die Schwangerschaft ist eine Phase, in der körperlich und seelisch viele Veränderungen vonstattengehen. Während der Schwangerschaft, besonders im ersten Trimester, können hormonelle Umstellungen zu innerer Unruhe führen. Hormone wie Östrogen, Progesteron und HCG, bringen das Gleichgewicht im Körper durcheinander. Dabei kann es zu Symptomen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit kommen. Hinzu kommt, dass eine Schwangerschaft auch Ängste und Sorgen erzeugen kann. Während des Menstruationszyklus kann es zu innerer Unruhe kommen. Hormonelle Schwankungen, besonders vor und während der Menstruation, können Unruhe auslösen. PMS - Prämenstruelles Syndrom kann mit Symptomen wie innerer Unruhe, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen einhergehen.
Schilddrüsenüberfunktion
Die Schilddrüse spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel und beeinflusst zahlreiche Körperfunktionen. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann innere Unruhe verursachen, da dabei zu viele Hormone produziert werden. Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Dadurch geraten viele Körperfunktionen in ein Ungleichgewicht und insbesondere das Herz arbeitet unnötig viel.
Mangelzustände
Magnesium ist ein wichtiger Mineralstoff, der unter anderem eine große Rolle bei der Nerven- und Muskeltätigkeit spielt. Ein Mangel äußert sich durch Müdigkeit, erhöhte Reizbarkeit sowie psychische und körperliche Unruhe. Typisch sind insbesondere neuromuskuläre Symptome: Betroffene leiden an Muskelkrämpfen und -Verspannungen, Zuckungen, innerlichem Zittern und Taubheit. Ein Kribbeln macht sich zuallererst in den Fingern und Füßen bemerkbar. Bei einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) enthält das Blut zu wenig Glukose. Unter anderem das Gehirn ist auf Zucker als Energiequelle angewiesen. Es reagiert schon auf leichte Unterzuckerung mit der Ausschüttung von Adrenalin, was neben vielen weiteren Nervosität, innerliches und äußeres Zittern, Schwitzen und Hunger auslöst.
Neurologische Erkrankungen
Eine weit verbreitete neurologische Störung ist das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Hier spüren Betroffene Missempfindungen in den Beinen (vereinzelnd auch in anderen Körperregionen). Die Missempfindungen werden als ein Kribbeln, ein Ziehen oder ein Brennen beschrieben und lösen einen starken Bewegungsdrang aus.
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Weitere körperliche Ursachen
- Muskuläre Verspannungen: Längeres Sitzen fördert muskuläre Verspannungen. Diese beeinträchtigen wiederum die Nerven, die mit den Armen und Beinen verbunden sind. Zu den Folgen gehören Taubheitsgefühle und Kribbeln. Bei muskulären Verspannungen leiden Betroffene häufig zusätzlich unter Kopfschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Übelkeit und Schwindel. Die Verspannungen treten meist im Nacken oder im Rücken auf. Ein schlechte Haltung und ungünstige ergonomische Faktoren verstärken die Problematik.
- Bewegungsmangel: Bewegungsmangel hat auch einen negativen Einfluss auf die Psyche.
- Infektionen und Viruserkrankungen: Innerliches Zittern kann eine Langzeitfolge verschiedener Infektions- und Viruserkrankungen sein, bei denen das Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen wird. Zu nennen ist hier beispielsweise Lyme-Borreliose, wenn sie eine Entzündung der Nervenknoten auslöst.
Medikamente und Substanzen
Bei manchen Medikamenten gehören innerliches Zittern und Unruhe zu den Nebenwirkungen. Werfen Sie einen Blick in den Beipackzettel, wenn Sie Medikamente einnehmen und unter Zitterzuständen leiden. Möglicherweise ist es unter Absprache mit einem Arzt nötig, die Dosierung zu verringern. Genau wie Medikamente stimuliert auch Koffein das Nervensystem. Ein übermäßiger Konsum führt zu körperlichem Stress und verursacht so unter anderem innerliches Zittern, Unruhe, Nervosität und Angstgefühle. Genussmittel wie Kaffee, Energy-Drinks, Zigaretten und Alkohol bedeuten für den Körper großen Stress.
Fibromyalgie als mögliche Ursache
Eine Fibromyalgie (FMS), auch Faser-Muskel-Schmerz genannt, verursacht Symptome wie chronische Muskelschmerzen und Erschöpfung - vor allem bei Frauen. Fibromyalgie oder das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine chronische Schmerzerkrankung, die nicht heilbar ist. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie leiden in Deutschland etwa 1,5 Million Erwachsene an Fibromyalgie. Frauen sind demnach bis zu achtmal häufiger betroffen als Männer. Fibromyalgie bedeutet übersetzt Faser-Muskel-Schmerz. Die Schmerzen treten hauptsächlich in Muskeln und in der Nähe von Gelenken auf. Sie können sich wie Muskelkater oder ein gezerrter Muskel anfühlen und treten dauerhaft oder in Schüben im ganzen Körper auf. Patienten leiden auch unter gestörtem Schlaf und totaler Erschöpfung. Sie reagieren empfindlich auf äußere Reize und klagen über Verdauungsprobleme. Mitunter wird Fibromyalgie auch als Weichteilrheuma bezeichnet. FMS ist jedoch keine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Vielmehr besteht bei Betroffenen eine Störung der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung. Einige neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine chronische, niedriggradige Entzündung im Nervensystem zu der erhöhten Schmerzempfindung beitragen könnte.
Symptome der Fibromyalgie
Die Symptome einer Fibromyalgie sind unspezifisch. Sie entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum. Die Diagnose ist komplex. Die Krankheit wird wegen der Vielzahl der Symptome und häufig unspezifischer Beschwerden oft sehr spät erkannt. Die Schmerzen können phasenweise und in unterschiedlicher Intensität auftreten. Sie variieren abhängig von Wetter, Tageszeit, Stress und gerade ausgeübter Tätigkeit. Bei der Bewertung helfen spezielle Fragebögen und Schmerzskalen. Eine Untersuchung von Schmerzdruckpunkten am Körper (Tender Points) gilt als veraltet, weil daraus keine zuverlässige Bewertung abgeleitet werden kann. Wer eine Fibromyalgie vermutet, kann einen der online verfügbaren Selbsttests machen. Dabei werden Fragen zu Schmerzregionen, Intensität der Beschwerden und weiteren Symptomen beantwortet, die die Wahrscheinlichkeit einer vorliegenden FMS bewerten sollen.
Kernsymptome
Die deutsche Ärzteleitlinie zum Fibromyalgiesyndrom nennt folgende Beschwerden als Kernsymptome:
- Chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen
- Schlafstörungen, nicht erholsamer Schlaf
- Körperliche und geistige Erschöpfung (Fatigue)
Die Beschwerden bestehen seit mindestens drei Monaten. Es können zahlreiche weitere Symptome auftreten. Der Schmerz tritt häufig an beiden Armen und Beinen, am Brustkorb, im Bauch, am oberen und unteren Rücken, an Wirbelsäule und Nacken, sowie seltener auch am Kopf auf. Patientinnen und Patienten beschreiben den Schmerz typischerweise als tiefsitzend, wandernd, drückend, stechend, brennend, ähnlich wie bei Muskelkater oder Gliderschmerzen, die man während einer Erkältung hat. Der Schmerz kann die Muskeln betreffen, die Gelenke und die Sehnen. Die Körperstellen reagieren zum Teil sehr empfindlich auf Druck. Muskeln und Gelenke fühlen sich oft steif an. Neben dem "Muskelschmerz" berichten Betroffene auch von einem "Nervenschmerz", einem Kribbeln, Brennen, Ameisenlaufen, Taubheitsgefühl. Kopfschmerzen können ebenfalls auftreten und bohrend, stechend, drückend sein.
Weitere Beschwerden
Kognitive Probleme ("Brainfog" oder "Fibrofog"): Wer das Fibromyalgiesyndrom hat, berichtet häufig von Konzentrationsproblemen, ist vergesslich, hat Wortfindungsstörungen. Verminderte Belastbarkeit: Körperliche und geistige Tätigkeiten strengen mehr an als vor der Krankheit, man braucht längere Erholungsphasen, ist nicht mehr so leistungsfähig. Betroffene reagieren auf Hitze, Kälte, Geräusche, Licht, Gerüche, Berührungen empfindlich. Magen-Darm-Beschwerden: Reizdarm, Reizblase, Reizmagen, Bauchschmerzen, Unterleibsschmerzen, Sodbrennen treten häufig auf. Probleme bei aufrechter Körperhaltung, wie Benommenheit, Herzklopfen, Herzrasen, Schwindel, Schwächegefühl. Ohrensausen (Tinnitus) und Sehstörungen. Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gewebe. Studien zufolge treten bei 30 bis 50 Prozent der Betroffenen parallel psychische Beschwerden auf, wie eine Depression oder Angststörung.
Diagnose der Fibromyalgie
Die Beschwerden, die bei einem FMS vorkommen, sind nicht spezifisch für diese Krankheit. Zahlreiche Ursachen können ähnliche Symptome auslösen. Der Arzt oder die Ärztin geht mit der Patientin oder dem Patienten die Krankheitszeichen durch und fragt detailliert nach der Art der Schmerzen, wo sie auftreten, wie häufig sie sind. Dann findet normalerweise eine körperliche Untersuchung statt und es wird Blut abgenommen. Dies dient in erster Linie dazu, mögliche andere Krankheiten auszuschließen.
Lässt sich keine andere Ursache finden, kann eine erfahrene Ärztin anhand des typischen Beschwerdekomplexes die Verdachtsdiagnose Fibromyalgiesyndrom stellen. Es gibt derzeit verschiedene Diagnosekriterien. Laut den ACR-Kriterien von 2016 lässt sich ein FMS vermuten, wenn:
- großflächige Schmerzen und weitere typische Symptome einer bestimmten Intensität vorliegen
- die Symptome seit mindestens drei Monaten bestehen
- der Schmerz (beim Abtasten) in mindestens vier von fünf Körperregionen in der oberen und unteren Körperhälfte auftritt. Schmerzen in Kiefer, Brustkorb und Bauch gehören nicht zu dieser Definition.
Therapie der Fibromyalgie
Eine Fibromyalgie ist nicht heilbar. Jedoch berichten Über-60-Jährige mitunter über nachlassende Schmerzen. Die Behandlung ist auf die Linderung der Beschwerden ausgerichtet. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Gezielte Bewegung ist ein wichtiger Baustein der Behandlung. Vor allem leichtes Ausdauertraining hat sich als effektiv erwiesen. Auch die Bewegungseinheiten können Schmerzen verursachen. Wenn Betroffene dies akzeptieren und innere Widerstände überwinden, geht es ihnen anschließend meist besser.
Medikamentöse Therapie
In Deutschland gibt es kein speziell für Fibromyalgie zugelassenes Medikament und auch keine medikamentöse Standardtherapie. Ärzte können niedrig dosierte Antidepressiva, zum Beispiel Amitriptylin, verschreiben, wenn eine Depression als Begleitsymptom vorliegt. Antidepressiva können für besseren Schlaf sorgen und Verspannungen lösen, mitunter lindern sie auch Schmerzen. Allerdings können Antidepressiva auch individuell ausgeprägte Nebenwirkungen haben. Nicht empfohlen werden reine Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Kortison-Präparate und Cannabinoide.
Nicht-medikamentöse Therapie
Neben einer sanften Bewegungstherapie empfehlen Mediziner auch eine aktivierende Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie), die die Schmerzwahrnehmung verändern soll. Unter Umständen kann eine mehrwöchige Therapie in einer psychosomatischen Klinik sinnvoll sein, die sich auf die Behandlung von Fibromyalgie spezialisiert hat. Auch teilstationäre Maßnahmen können helfen, wenn eine ambulante Therapie nicht ausreicht. Viele Patienten finden so wieder zurück in einen geregelten Alltag und können ihren Beruf weiter ausüben.
Was tun gegen innere Unruhe, Krämpfe, Gewichtsverlust und Taubheitsgefühl?
In vielen Fällen hängt die innerliche Unruhe mit Stress oder einer ungesunden Lebensweise zusammen. Um das innerliche Zittern im Körper zu reduzieren oder verschwinden zu lassen, müssen Sie diese Faktoren unbedingt als mögliche Auslöser für Ihr Leiden in Betracht ziehen und aktiv dagegen vorgehen.
Anpassung des Lebensstils
- Stressmanagement: Ständige Anstrengung und Anspannung sind Gift für Ihren Körper. Daher sollten Sie sich Strategien überlegen, um Stress im Alltag zu reduzieren. Durch diese oder andere Übungen lernen Sie, Ihren Körper bewusst wahrzunehmen, Ihre Muskulatur zu entspannen und Nervosität abzulegen. Probieren Sie verschiedene Methoden aus, um herauszufinden, mit welcher Sie am besten zurechtkommen. Vielleicht hilft es Ihnen auch, zunächst an professionellen Entspannungskursen teilzunehmen.
- Entspannungstechniken: So kann es beispielsweise schon helfen, wenn Sie lernen, bewusst zu entspannen, gesünder essen und mehr Bewegung in Ihren Alltag integrieren. Nicht zuletzt gibt es auch pflanzliche Wirkstoffe, die die Nerven beruhigen und Entspannung fördern können.
- Bewegung: Gerade gegen die Bewältigung von Stress ist körperliche Aktivität eine sehr hilfreiche Methode. Dabei setzt Ihr Gehirn nämlich Endorphine frei, die zu den sogenannten „Glückshormonen“ gehören und Stress effektiv abbauen. Außerdem bekommen Sie durch die Endorphin-Ausschüttung eine bessere Stimmung, sind ausgeglichener und glücklicher. Das Durchführen von sehr anstrengenden Sportarten ist dafür weder nötig noch nützlich. Wählen Sie stattdessen die Ausdauer fördernde Aktivitäten wie Schwimmen, Laufen oder Radfahren aus.
- Ernährung: Eine ausgewogene und vitalstoffreiche Ernährung bildet die Grundlage für den reibungslosen Ablauf aller körperlichen Prozesse. Dazu gehört, dass Sie hochwertige Eiweiße, Vitamine, komplexe Kohlenhydrate und Mineralstoffe zu sich nehmen. Die Vitamine B1, B2, B6, B12 und Niacin (z.B. Vitamin C (z.B. Magnesium und Kalium (z.B. Jod (in Jodsalz und Meeresfrüchten) und Kupfer (z.B. Eiweiß (z.B. Vermeiden Sie Lebensmittel, die innere Unruhe begünstigen. Dazu gehören Produkte mit Einfachzucker (viele Süßigkeiten) und Speisen mit schnellen Kohlenhydraten wie Weißbrot und Weißmehl-Pasta. Diese Speisen lassen den Blutzuckergehalt schnell ansteigen und ihn kurze Zeit später ebenso schnell wieder abfallen. Die Folge ist ein plötzlicher Energieabfall, der mit Unruhe, Nervosität und innerlichem Zittern im Körper einhergeht.
- Zeitmanagement: Eine häufige Quelle für Stress und innere Unruhe ist das Gefühl der Überforderung. Effektives Zeitmanagement und die Priorisierung von Aufgaben helfen Ihnen dabei, dieses Gefühl zu reduzieren. Setzen Sie sich realistische Ziele und treten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe auch mal einen Schritt zurück.
- Schlafhygiene: Chronischer Schlafmangel wirkt sich auf vielen Ebenen negativ auf die Lebensqualität und die körperliche sowie geistige Gesundheit aus. Studien haben festgestellt, dass Schlafmangel auch die Nervenfunktion beeinträchtigen kann, wodurch sich koordinative Fähigkeiten und Feinmotorik verschlechtern. Darüber hinaus können die Nerven nicht mehr ausreichend regenerieren, weil dieser Prozess im Schlaf stattfindet. Das führt zu einer Überempfindlichkeit der Nerven, wodurch die betroffenen Personen Reize schneller als unangenehm und schmerzhaft wahrnehmen.
- Vermeidung von Stimulanzien: Genau wie Medikamente stimuliert auch Koffein das Nervensystem. Ein übermäßiger Konsum führt zu körperlichem Stress und verursacht so unter anderem innerliches Zittern, Unruhe, Nervosität und Angstgefühle. Genussmittel wie Kaffee, Energy-Drinks, Zigaretten und Alkohol bedeuten für den Körper großen Stress.
Pflanzliche Beruhigungsmittel
Bestimmte Wirkstoffe dienen der Nervenberuhigung und der Entspannung. Setzen Sie sie bei nervöser Unruhe und innerlichem Zittern ein, um besser entspannen zu können und leichter in den Schlaf zu finden. Pflanzliche Beruhigungsmittel kommen häufig ohne Nebenwirkungen aus. Trotzdem sollten Sie sie nicht dauerhaft einnehmen, sondern mit der Zeit lernen, auch ohne medizinische Hilfsmittel Wege zu finden, Ihre Unruhe zu reduzieren. Prüfen Sie stets eventuell vorhandene Warnhinweise der Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel und sprechen die Einnahme sicherheitshalber mit Ihrem Arzt ab. Mittel mit diesen und weiteren Wirkstoffen gibt es als Tabletten, Kapseln, Öl oder Teemischungen. Beruhigungsmittel wie Baldrian.
Professionelle Hilfe
Wichtig: Hält Ihr innerliches Zittern länger an und zeigen die in diesem Ratgeber vorgeschlagenen Maßnahmen zur Selbsthilfe keine zufriedenstellende Wirkung, konsultieren Sie bitte einen Arzt. Innere Unruhe kann sehr belastend sein, aber es gibt verschiedene Strategien und Maßnahmen, die helfen können, sie zu lindern. Ist die innere Unruhe sehr belastend oder hält sie länger an, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Erste Ansprechpersonen zur Behandlung funktioneller Körperbeschwerden sind Hausärztinnen und -ärzte. Viele haben die Zusatzqualifikation „Psychosomatische Grundversorgung“ und sind für den Umgang mit Patientinnen und Patienten mit anhaltenden Beschwerden geschult.
Psychotherapie
Die gegen eine somatoforme autonome Funktionsstörung eingesetzte Therapie kann auch kognitive Behandlungsansätze umfassen (kognitiv = die Erkenntnis betreffend). Die psychotherapeutische Behandlung soll Ihnen helfen, trotz Ihrer körperlichen Beschwerden wieder ins normale aktive Leben zurückzufinden. Dieser Behandlungsansatz ist besonders dann geeignet, wenn die somatoforme autonome Funktionsstörung bei Ihnen zusätzlich zu den körperlichen Beschwerden eine Depression und/oder Ängste auslöst. Eine psychotherapeutische Behandlung, auch eine Gruppentherapie, kann die wesentlichen Symptome von somatoformen Störungen lindern. Ist die somatoforme autonome Funktionsstörung mit Erkrankungen wie Depression und Angststörung verbunden, ist eine psychotherapeutische Behandlung ebenfalls hilfreich.
Auswirkungen anhaltender innerer Unruhe
Länger anhaltende innere Unruhe kann verschiedene negative Folgen haben, die sich auf unterschiedliche Lebensbereiche auswirken. Ein häufig auftretendes Problem sind Schlafstörungen: Die ständige Anspannung kann zu Ein- und Durchschlafstörungen führen, die wiederum die Tagesmüdigkeit und Reizbarkeit erhöhen. Chronische innere Unruhe kann zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Dauerstress schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko für Infektionskrankheiten. Langfristig kann innere Unruhe zu ernsthaften körperlichen und psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen führen. Die beruflichen und sozialen Folgen können schwerer ausfallen, als Betroffene vielleicht annehmen. Verminderte Konzentrationsfähigkeit und erhöhte Reizbarkeit können zu Konflikten im beruflichen und privaten Umfeld führen. Innere Unruhe kann also weitreichende Folgen haben, die das gesamte Leben negativ beeinflussen.
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