IPS Parkinson: Ursachen, Kraftlosigkeit und Behandlungsansätze

Morbus Parkinson, oft auch als Schüttellähmung bekannt, ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie ist durch den Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet, was zu einer Vielzahl von motorischen und nicht-motorischen Symptomen führt. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Parkinson, um Betroffenen und Angehörigen ein besseres Verständnis der Erkrankung zu ermöglichen.

Was ist Morbus Parkinson?

Das Parkinson-Syndrom, auch Morbus Parkinson, Parkinson-Krankheit oder umgangssprachlich Schüttel-Lähmung genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Zentralnervensystems. Bei der fortschreitenden, neurodegenerativen Erkrankung sterben bestimmte Nervenzellen ab, die den Nervenbotenstoff Dopamin produzieren. Dies betrifft vor allem die sogenannte schwarze Substanz (Substantia nigra) im Mittelhirn, die wichtig ist für die koordinierte Ausführung von Bewegungen.

Dopaminmangel als Ursache von Bewegungsstörungen

Dopamin ist ein Botenstoff mit vielfältigen Aufgaben. Unter anderem dient er als Signalgeber für die motorischen Reaktionen. Gehen immer mehr Dopamin erzeugende Nervenzellen verloren, tritt ein Dopaminmangel auf. Dann kommt es zunehmend zu den typischen Bewegungsstörungen bei Parkinson, zum Beispiel zu verlangsamten Bewegungen, steifen Muskeln und Muskelzittern.

Durchschnittsalter bei Diagnose

Männer und Frauen sind etwa gleich häufig von der Parkinson-Krankheit betroffen. Das durchschnittliche Alter beträgt zum Zeitpunkt der Diagnose etwa 60 Jahre. Nur etwa zehn Prozent der Betroffenen erkranken vor dem 40. Lebensjahr.

Lebenserwartung bei Parkinson

Betroffene und Angehörige fragen sich nach der Diagnose häufig, wie lange man mit Parkinson lebt, woran man bei Parkinson stirbt oder wie hoch die Lebenserwartung bei Parkinson im Endstadium ist. Laut Statistik hat ein optimal behandelter Mensch mit Parkinson-Syndrom heute fast die gleiche Lebenserwartung wie eine gleichaltrige gesunde Person.

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Wer heute mit 63 Jahren die Diagnose Parkinson bekommt, kann schätzungsweise mit weiteren 20 Lebensjahren rechnen. Zum Vergleich: Mitte des letzten Jahrhunderts lebten Patienten nach dieser Diagnose im Schnitt noch etwas mehr als neun Jahre. Die Parkinson-Krankheit selbst ist also in der Regel nicht tödlich.

Die gestiegene Lebenserwartung beim Parkinson-Syndrom kommt dadurch zustande, dass die modernen Medikamente die wesentlichen Beschwerden der Betroffenen weitgehend beheben. Früher führten solche Beschwerden oft zu Komplikationen und im Verlauf der Parkinson-Krankheit zum vorzeitigen Tod.

Beispielsweise waren Parkinson-Betroffene, denen es nicht mehr möglich war, sich zu bewegen (Akinesie), oft bettlägerig. Diese Bettlägerigkeit lässt das Risiko für gefährliche Erkrankungen wie Thrombose oder Lungenentzündung massiv ansteigen. Die Patienten starben dann nicht an der Parkinson-Erkrankung selbst, sondern an den daraus folgenden Krankheiten.

Geringere Lebenserwartung bei atypischem Parkinson

Die verbesserte Lebenserwartung, wie sie hier beschrieben ist, bezieht sich nur auf das „normale“ Parkinson-Syndrom („klassischer Parkinson“, früher: idiopathisches Parkinson-Syndrom). Atypische Parkinson-Syndrome, bei denen die Betroffenen nicht oder kaum auf eine Behandlung mit L-Dopa ansprechen, schreiten meist rascher voran. Sie haben in der Regel eine deutlich schlechtere Prognose.

Verlauf von Parkinson

Da beim Parkinson-Syndrom im Laufe der Zeit immer mehr Nervenzellen absterben, verläuft die Erkrankung langsam fortschreitend. Ein schneller Verlauf ist für Parkinson untypisch.

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Die Erkrankung ist bis heute nicht heilbar. Alle Therapien lindern zwar die Symptome von Parkinson, können das Absterben der Nervenzellen, die Dopamin produzieren, aber nicht aufhalten.

Verlaufsformen bei Parkinson

Je nach Symptomatik unterscheiden Mediziner bei Morbus Parkinson vier Arten beziehungsweise Verlaufsformen:

  • Akinetisch-rigider Typ: Es treten vor allem Bewegungslosigkeit und Muskelsteife auf, Tremor ist kaum oder gar nicht vorhanden.
  • Tremor-Dominanz-Typ: Das Hauptsymptom ist Zittern (Tremor).
  • Äquivalenz-Typ: Bewegungslosigkeit, Muskelsteife und Zittern sind ungefähr gleich ausgeprägt.
  • Monosymptomatischer Ruhe-Tremor: Das Zittern in Ruhe ist das einzige Symptom (sehr seltene Verlaufsform).

Die günstigste Prognose hat der Tremor-Dominanz-Typ: Zwar sprechen Betroffene relativ schlecht auf eine Therapie mit L-Dopa an, allerdings schreitet diese Form langsamer voran als die anderen.

Im Gegensatz zu anderen neurologischen Erkrankungen - wie Multiple Sklerose - verläuft Parkinson nicht in Schüben. Stattdessen schreitet die Erkrankung langsam und dauerhaft fort. Bei Parkinson gibt es also keinen akuten Schub und auch keine schubweise Verschlechterung.

Neben der Verlaufsform spielt das Erkrankungsalter eine wichtige Rolle bei Parkinson. Der Verlauf und die Prognose hängen davon ab, ob die Erkrankung in verhältnismäßig jungem Lebensalter oder erst im höheren Alter ausbricht.

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Pflege bei Parkinson

Im fortgeschrittenen Verlauf, also im Spätstadium und im Endstadium von Morbus Parkinson, werden die Betroffenen häufig pflegebedürftig. Das ist in der Regel aber erst nach langen Krankheitsverläufen ab etwa 20 Jahren der Fall. Ursache ist in den meisten Fällen eine Demenz, aber auch eine hohe Symptomlast.

Kommt es zu einer Pflegebedürftigkeit, ist es möglich, Pflegegeld zu beantragen. Ihr behandelnder Arzt wird Sie beraten, wo und wie Sie einen entsprechenden Antrag stellen können. Welche pflegerischen Maßnahmen bei Parkinson erforderlich werden, ist vom individuellen Krankheitsverlauf abhängig.

Autofahren mit Parkinson?

Menschen mit Parkinson dürfen nur bei erfolgreicher Parkinson-Therapie oder im frühen Krankheitsstadium selbst ein Auto steuern. Grund sind die zum Teil schweren motorischen Beeinträchtigungen, aber auch andere Symptome wie Demenz, Seh- und Aufmerksamkeitsstörungen.

Außerdem beeinflussen die bei Parkinson eingesetzten Medikamente durch ihre Nebenwirkungen das Fahrvermögen, zum Beispiel durch vermehrte Müdigkeit, Schlafattacken, Verlust der Impulskontrolle und aggressives Verhalten.

Nach einer Operation, bei der Elektroden zur tiefen Hirnstimulation („Hirnschrittmacher“) eingesetzt werden, sollen Parkinson-Patienten drei Monate lang kein Fahrzeug führen.

Es ist notwendig, dass Betroffene ihre Fahrtauglichkeit regelmäßig durch einen Arzt oder Psychologen beurteilen lassen. Bei ausgeprägten motorischen Symptomen ist davon auszugehen, dass der Patient oder die Patientin nicht selbst Auto fahren sollte.

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie nicht mehr sicher Auto fahren können, liegt es in Ihrer Verantwortung, kein Kraftfahrzeug mehr zu führen. Auch wenn es Ihnen nicht offiziell verboten ist, sollten Sie sich im Sinne Ihrer eigenen und der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer regelmäßig kritisch und ehrlich hinterfragen.

Parkinson vorbeugen

Da die Ursachen von Parkinson - insbesondere des Absterbens der Nervenzellen - weitgehend unbekannt sind, gibt es auch keine spezifischen Maßnahmen, um der Erkrankung vorzubeugen. Grundsätzlich ist es jedoch ratsam, sich ausgewogen zu ernähren und sich ausreichend zu bewegen.

Parkinson: Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnose Parkinson zu stellen, ist nicht immer zweifelsfrei möglich. Grund dafür ist, dass viele andere Erkrankungen ähnlich unspezifische Symptome auslösen.

Demenz bei Parkinson

Bei etwa einem Drittel aller Parkinson-Patienten entwickelt sich eine Demenz. Sie tritt durchschnittlich zehn Jahre nach Beginn der Parkinson-Erkrankung auf. Eine Parkinson-Demenz ist nicht heilbar und schreitet langsam voran.

Parkinson-Klinik

Menschen mit Parkinson sollen sich möglichst in einer spezialisierten Fachklinik behandeln lassen. Die Ärzte und Therapeuten in einer Parkinson-Klinik haben die meisten Erfahrungen in der Diagnose und Therapie der Schüttel-Lähmung.

Ursachen von Morbus Parkinson

Die genauen Ursachen des idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS) sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt.

Genetische Faktoren

Obwohl die meisten Fälle von Parkinson nicht direkt vererbt werden, gibt es genetische Formen, die durch Defekte in einzelnen Genen ausgelöst werden. Mehr als 16 Genorte sind für das IPS bzw. für andere neurodegenerative Formen des Parkinson-Syndroms beschrieben worden. Die wichtigsten Mutationen bzw. Risikovarianten sind auf dem α-Synuklein- (SNCA/Park1), PINK1- (Park2), DJ1- (Park7), LRRK2- (Park8) und dem Glukozerebrosidase (GBA)-Gen. GBA Risikovarianten lassen sich bei ca. 10 % der Patienten mit IPS nachweisen. Monogenetische Formen betreffen v. a. die Patienten mit jüngerem Beginn (<40) und dürften weniger als 15 % der Patienten betreffen.

Umweltfaktoren

Verschiedene Umweltfaktoren werden als mögliche Risikofaktoren für Parkinson diskutiert, darunter Pestizide, Lösungsmittel wie Trichlorethan und Luftverschmutzung. Defekte zelluläre Radikalentgiftungsmechanismen und Störungen im mitochondrialen Energiestoffwechsel (Komplex-I-Defekt der mitochondrialen Atmungskette) werden als Auslöser eines pathologischen oxidativen Stresses diskutiert.

Pathophysiologie

Unabhängig von der Ursache ist der Hauptauslöser von Parkinson der Verlust von Nervenzellen in der Substantia nigra, einer Region des Gehirns, die für die Bewegungskontrolle verantwortlich ist. Dies führt zu einem Dopaminmangel im Striatum, der die typischen motorischen Symptome der Erkrankung verursacht. Kennzeichnend für die neuronale Degeneration bei der Parkinson-Krankheit ist das lokalisierte Auftreten von Lewy-Körperchen in der Substantia nigra, in der Substantia innominata, im Locus coeruleus und im dorsalen Vagus-Kern.

Symptome von Morbus Parkinson

Die Symptome von Parkinson sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Sie lassen sich in motorische und nicht-motorische Symptome unterteilen.

Motorische Symptome

Die Kardinalsymptome des Parkinsonismus sind Bradykinese, Rigor, Tremor und Einschränkung der posturalen Reflexe.

  • Bradykinese: Die Bewegungsverlangsamung gilt als Hauptsymptom. Die Bradyhypokinese äußert sich schon in frühen Phasen im Seitenvergleich mit einem Amplitudenabfall und Verlangsamung auf der betroffenen Seite bei repetitiven Bewegungen (z. B. Supinations-Pronations-Bewegungen). Bei Beginn an der oberen Extremität beklagen viele Patienten initial eine Schwäche bzw. einen Geschicklichkeitsverlust der Hand. Sofern die dominante Seite betroffen ist, lässt sich dann eine Mikrografie bei einer Schreibprobe feststellen. Ebenso zeigen sich früh eine Hypomimie und ein vermindertes Mitschwingen eines Armes beim Gehen, wobei dies häufig mit einer Haltungsstörung aus Adduktion im Schultergelenk und leichter Beugung im Ellenbogengelenk verbunden ist. Ein Nachziehen eines Beines mit schlurfendem Gangbild infolge einer unilateralen Bradykinese der unteren Extremität manifestiert sich in der Regel erst nach 1- bis 3-jährigem Krankheitsverlauf.
  • Rigor: Erhöhter Muskeltonus, der zu einer Steifigkeit führt, die auch mit Schmerzen verbunden ist. Es kann zu ruckartigen Bewegungen kommen (sog. Zahnradphänomen). Beim Rigor findet sich ein charakteristischer, zäher und gleichmäßiger Widerstand, wie er etwa beim Biegen eines Bleirohres auftritt. Durch Aufforderung, mit der anderen Extremität spiegelbildliche Bewegungen durchzuführen oder einen Gegenstand wie eine Armlehne fest zu umgreifen, lässt sich der Rigor in der untersuchten Extremität bahnen. Nachdem Rigor häufig zuerst im Bereich der proximalen Muskelgruppen einer oberen Extremität auftritt, werden die subjektiv berichteten ziehenden Schulter-Arm-Schmerzen der Patienten oft als rheumatische Beschwerden fehlgedeutet (sog. Schulter-Arm-Syndrom).
  • (Ruhe-)Tremor: Zittern oder wiederholte Bewegungen, oft in körperlichem Ruhezustand. Typisch sind schnelle Bewegungen der Finger (sog. Pillendrehen). Klassischerweise handelt es sich beim IPS um einen Ruhetremor, der unilateral beginnt und sichtbar ist, wenn die betroffene Extremität nicht bewegt wird, z. B. bei im Stehen herabhängenden Armen oder bei entspannt auf einer Unterlage ruhenden Armen. Bei der klinischen Untersuchung auf einen Ruhetremor ist deshalb besonders auf die vollkommene Entspannung der untersuchten Extremität zu achten. Bei mentaler Belastung (z. B. Rückwärtszählen) kann ein latenter Ruhetremor aufgedeckt oder ein vorhandener Tremor in seiner Amplitude verstärkt werden. Per definitionem sollte ein Ruhetremor bei Bewegungsbeginn der betroffenen Extremität sistieren. Diese Blockade kann durch Anheben und Ausstrecken der zunächst im Sitzen auf den Schoß gelegten Hände geprüft werden. Die klassische Frequenz des Parkinson-Tremors liegt um 5 Hz. Bei der typischen distalen Lokalisation an der oberen Extremität entstehen kennzeichnende Tremormuster, die mit Pillendrehen oder Geldzählen verglichen werden.
  • Posturale Instabilität: Störungen der reflektorischen Ausgleichsbewegungen nach passiver Auslenkung aus dem Gleichgewicht (sog. posturale oder Stellreflexe). In frühen Krankheitsphasen sind Provokationstests erforderlich, um die Störung zu demonstrieren: Beim Zugtest erfolgt eine Gleichgewichtsauslenkung des stehenden Patienten durch plötzliches Rückwärtsziehen an beiden Schultern durch den hinter dem Patienten stehenden Untersucher. Bei Parkinson-Patienten kommt es zur pathologischen Auslenkung nach hinten mit mehreren Stabilisierungsschritten (Retropulsion). Im Spätstadium der Erkrankung fehlt die Stabilisierung, sodass die Betroffenen ohne Hilfe zu Sturz kommen. Als Festination bezeichnet man die Propulsionstendenz im Gang. Während die motorischen Symptome gemeinhin als die klassischen Zeichen („Kardinalsymptome“, Trias Akinese, Rigor, Tremor) des Parkinson-Syndroms gelten, stellen sie vielleicht nur die Spitze des Eisbergs der gesamten Symptomatik dar.

Nicht-motorische Symptome

Die nichtmotorischen Symptome nehmen im Krankheitsverlauf zu und sind für die Lebensqualität bestimmender als die motorischen Symptome.

  • Kognitive Beeinträchtigungen: Bei etwa einem Drittel aller Parkinson-Patienten entwickelt sich eine Demenz. Sie tritt durchschnittlich zehn Jahre nach Beginn der Parkinson-Erkrankung auf. Eine Parkinson-Demenz ist nicht heilbar und schreitet langsam voran. Weiterhin findet sich eine Bradyphrenie (kognitive Verlangsamung).
  • Psychische Veränderungen: Depression und Angst sind häufige Begleiterscheinungen von Parkinson. Etwa 40 % aller Parkinson-Kranken erleben pathologische Angst und 35 % leiden an einer klinisch signifikanten Depression (Reijnders et al. 2008), die unabhängig von der motorischen Beeinträchtigung einen entscheidenden Faktor für die Lebensqualität der Parkinson-Patienten darstellt.
  • ** vegetative Symptome:** Vegetative Symptome wie Schlafstörungen, orthostatische Dysregulation, verzögerte Magenentleerung, Obstipation, Detrusorhyperreflexie (imperativer Harndrang, Dranginkontinenz) und Impotenz kommen regelmäßig bei Patienten mit IPS vor. Sie sind weniger ausgeprägt als bei der Multisystematrophie.
  • Schlafstörungen: Schlafprobleme sind häufig bei Parkinson. Diese können durch die Erkrankung selbst oder die medikamentöse Behandlung entstehen. REM-Schlaf-Verhaltensstörungen (beispielsweise lebhafte Träume und körperliche Aktivität im Schlaf. Betroffene schreien, schlagen oder treten im Schlaf um sich.)
  • Sensorische Symptome: Bei gezielter Anamnese sind bei 40 % der Parkinson-Patienten primäre somatosensorische Symptome zu eruieren.
  • Weitere Symptome: Kurzzeitige Bewegungsstarre (sog. Freezing), Eingeschränkte Mimik (sog. Hypomimie), Sehr starkes Schwitzen (Hyperhidrose), Erektionsschwäche, Verlust der Freude am Essen, Veränderung der Stimme (Hypophonie).

Stadien von Morbus Parkinson

Das IPS beginnt meistens einseitig und breitet sich im Krankheitsverlauf auf die andere Körperseite aus. Die Einteilung in Stadien hilft, den Fortschritt der Erkrankung zu beurteilen:

  • Stadium 1: Einseitige Symptomatik. Betroffen sind vor allem die oberen Gliedmaßen mit Symptomen wie Ruhetremor, Rigor und Akinese.
  • Stadium 2: Übergreifen der Symptome auf die andere Körperseite. Nun sind beide Seiten betroffen, allerdings mit unterschiedlich starker Ausprägung.
  • Stadium 3: Die Krankheit hat sich weiter ausgebreitet und die Patienten zeigen deutliche Gleichgewichtsprobleme. Ein vornübergebeugtes, kleinschrittiges Gangbild ist typisch.
  • Stadium 4: Die motorischen Einschränkungen sind in diesem Stadium so schwerwiegend, dass die Betroffenen auf Unterstützung angewiesen sind. Sie benötigen Hilfe beim Aufstehen, Gehen und bei anderen alltäglichen Verrichtungen.
  • Stadium 5: In diesem Endstadium der Krankheit sind die Patienten in der Regel bettlägerig und auf ständige Hilfe angewiesen.

Es ist jedoch zu beachten, dass der Verlauf der Krankheit individuell stark variieren kann. Einige Patienten leben viele Jahre mit nur geringen Symptomen, während bei anderen die Krankheit schnell fortschreitet.

Diagnose von Morbus Parkinson

Die Diagnose von Parkinson basiert hauptsächlich auf der Beurteilung der klinischen Symptome. Es gibt keinen definitiven Test für die Krankheit. Stattdessen beurteilt ein Arzt die Symptome und den Gesundheitszustand eines Patienten, um die Diagnose zu stellen.

Anamnese und neurologische Untersuchung

Zunächst informiert sich die Ärztin oder der Arzt über die Beschwerden, den Beginn, die Dauer und die Art der Symptome. Weitere Aspekte sind Vorerkrankungen, Medikamenten-Einnahmen und das Auftreten von Parkinson-Syndromen in der Verwandtschaft. Zudem erfolgt eine körperliche und neurologische Untersuchung.

Bildgebende Verfahren

Auch eine Bildgebung des Gehirns findet statt. Zum Beispiel mittels MRT oder CT. Damit können Ärztinnen und Ärzte ein symptomatisches Parkinson-Syndrom ausschließen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 hat ergeben, dass spezifische MRT-Indikatoren der Parkinson-Krankheit, mittels Hochfeld-MRT und fortgeschrittenen MRT-Sequenzen identifiziert, eine verfeinerte strukturelle Bildanalyse und konsekutive diagnostische Evaluation ermöglichen. Um die verschiedenen Arten der Parkinson-Syndrome abzugrenzen, wird der Neurologe oder die Neurologin Ultraschall-Untersuchungen besonders der Hirnregion der Substantia nigra vornehmen. Andere bildgebende Untersuchungen per Computertomographie, Magnetresonanztomographie oder Positronen-Emissions-Tomographie mit einem radioaktiv markierten Zuckermolekül (F-18-Fluorodesoxyglukose (FDG)) sind oft Mittel der Wahl. Damit lässt sich vornehmlich das IPS diagnostizieren.

L-Dopa-Test

Wenn die bisherige Diagnostik auf Parkinson hinweist, findet ein L-Dopa-Test statt. Dabei bekommen Betroffene eine Einzeldosis des Parkinson-Medikaments L-Dopa. Eine Besserung der Symptome nach der Gabe von L-Dopa unterstützt die Diagnose Parkinson.

Immunhistochemischer Nachweis

Eine weitere Diagnostik-Methode ist der immunhistochemische Nachweis von aggregiertem Alpha-Synuklein, den Lewy-Körperchen im Hirn.

Differentialdiagnose

Es ist wichtig, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome wie Parkinson verursachen können. Dazu gehören atypische Parkinson-Syndrome, medikamenteninduzierter Parkinsonismus und andere neurologische Erkrankungen.

Behandlung von Morbus Parkinson

Obwohl es derzeit keine Heilung für Parkinson gibt, können Medikamente und Therapien helfen, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Medikamentöse Therapie

Die wichtigste Therapie bei Parkinson ist die Gabe von Medikamenten. Es gibt drei gängige Medikamentengruppen. Levodopa (L-Dopa) ist ein Medikament, das im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird. Dopaminagonisten ahmen im Gehirn die Wirkung von Dopamin nach und gleichen so den Mangel aus. Vor allem im Frühstadium können Betroffene sehr davon profitieren. Durch die Medikamente nehmen die Beschwerden deutlich ab, einige können sogar ganz verschwinden. Viele Betroffene sind zumindest für einige Jahre weitgehend beschwerdefrei. Allerdings kann die Medikamenteneinnahme mit Nebenwirkungen einhergehen.

  • Levodopa (L-Dopa): Mittel der ersten Wahl bei älteren Patienten (> 70. Muss grundsätzlich mit peripheren Decarboxylasehemmern (Benserazid oder Carbidopa) kombiniert werden, um zu verhindern, dass das Levodopa gleich nach der Einnahme im Darm zu Dopamin umgewandelt wird.
  • Dopaminagonisten: Monotherapie ist Methode der ersten Wahl bei jungen Patienten (< 70.
  • MAO-B-Hemmer: MAO-B-Hemmer, Dopaminagonisten oder Levodopa sollen in der symptomatischen Therapie des frühen Stadiums des idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS) verwendet werden.

Die Auswahl der Wirkstoffe richtet sich nach Alter, Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), individueller Symptomatik und Nebenwirkungsprofil.

Nicht-medikamentöse Therapien

Ergänzend zu den Medikamenten erhalten viele Betroffene Physiotherapie, Logopädie und/oder Ergotherapie. Diese Maßnahmen wirken sich positiv auf die Lebensqualität aus.

  • Physiotherapie: Um die Beweglichkeit, Koordination und das Gleichgewicht zu fördern und zu verbessern, kann Physiotherapie helfen. Bewegung und Physiotherapie können dabei helfen, Gleichgewichtsprobleme zu verbessern und die Mobilität aufrechtzuerhalten. Einige Studien haben gezeigt, dass Tai Chi und Yoga dazu beitragen können, die Flexibilität und das Gleichgewicht zu verbessern und das Sturzrisiko verringern.
  • Ergotherapie: Bei der Ergotherapie trainieren Betroffene ihre feinmotorischen Fähigkeiten, wie zum Beispiel das Schreiben, das An- und Auskleiden, Essen und die Körperpflege. Auch Aufmerksamkeits- und Gedächtnisübungen sind Teil der Ergotherapie.
  • Logopädie: Symptome wie Sprech- und Schluckstörungen lassen sich mit Logopädie oft verbessern.

Tiefe Hirnstimulation

Die sogenannte tiefe Hirnstimulation kann vor allem Zittern, Steifigkeit und Bewegungsverlangsamung lindern. Dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem Elektroden ins Gehirn eingesetzt werden. Lange Zeit kam die tiefe Hirnstimulation nur für Menschen infrage, bei denen Parkinsonmedikamente nicht mehr ausreichend wirken. aus Frankreich zeigt jedoch, dass auch Betroffene in einem früheren Stadium von der tiefen Hirnstimulation in Kombination mit Medikamenten profitieren können.

Ernährung

Mit der richtigen Ernährung kann die Parkinson-Erkrankung zwar nicht geheilt werden, jedoch kann sie einen positiven Effekt auf den Verlauf haben. Vor allem mediterrane Ernährungsweisen rücken dabei immer mehr in den Fokus der Forschung. Die MIND-Diät ist eine Kombination aus der Mittelmeerdiät und der DASH-Diät. Die DASH-Diät soll den Blutdruck senken. aus Kanada wurde untersucht, wie sich die MIND-Diät auf den Krankheitsbeginn von Parkinson auswirkt. Es kam heraus, dass sie den Ausbruch von Parkinson verzögert.

Alternative Therapien

Alternative Therapien wie Omega-3-Fettsäuren (DHA, EPA) können zur Behandlung der Depression bei Patienten mit IPS genutzt werden.

Leben mit Morbus Parkinson

Parkinson verändert das Leben der betroffenen Person und damit auch das der Familie und Freunde. Oft ziehen sich Patienten zurück und geben lange gepflegte Kontakte auf. Es ist wichtig, aktiv zu bleiben, sowohl körperlich als auch geistig. Auch mit fortschreitender Krankheit sollten Alltagsaufgaben wahrgenommen werden.

Unterstützung für Betroffene und Angehörige

Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen ist sinnvoll. Über Behandlungsmöglichkeiten, Krankheitsbewältigungsstrategien und Tipps für den Alltag kann kaum jemand besser informieren als Menschen, die an derselben Krankheit leiden. Angehörige sollten darauf achten, dass sie ihr eigenes Leben weiterpflegen. Das Verhalten im Alltag hat durchaus einen therapeutischen Einfluss auf die Erkrankung. Deswegen ist es für Angehörige wichtig, sich so gut wie möglich über Parkinson zu informieren.

Forschung und Ausblick

Die Parkinson-Forschung ist ein sehr aktives Feld, und es gibt viele laufende Studien, die neue Behandlungsansätze und Therapien untersuchen. Vor allem auf dem Gebiet der Ursachenforschung beim IPS gibt es viel Bewegung, auch erste Erfolge mit neuen molekularen und genetischen Methoden wurden bereits verzeichnet. Eine aktuelle Studie mit dem Titel „Neue therapeutische Ziele bei der Parkinson-Krankheit“ von Autor Dr. Schwarz, S. T., Afzal, M., Morgan, P. S., Bajaj, N., Gowland, P. A., & Auer, D. P. (2021).

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