Migräne ist eine weit verbreitete Erkrankung, von der in Deutschland fast 10 Millionen Menschen betroffen sind. Frauen sind etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer. Die naturheilkundliche Therapie und Prophylaxe zielt darauf ab, die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen zu reduzieren, den Leidensdruck zu mindern und die Lebensqualität zu verbessern. Homöopathische Arzneimittel wie Dolfin® und Antimigren® Tropfen sowie Einzelmittel wie Iris versicolor können hier eine Rolle spielen.
Was ist Migräne?
Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Sie ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartige, meist einseitige Kopfschmerzen äußert. Diese Kopfschmerzen können von einer Reihe weiterer Symptome begleitet sein, darunter:
- Übelkeit und Erbrechen
- Licht- und Geräuschempfindlichkeit
- Appetitlosigkeit
- Sehstörungen (Aura)
- Sensibilitätsstörungen
- Gleichgewichtsstörungen
- Sprachstörungen
Migräneanfälle können einige Stunden bis zu drei Tage dauern und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.
Phasen eines Migräneanfalls
Ein Migräneanfall kann in verschiedene Phasen unterteilt werden:
- Vorbotenphase (Prodromalphase): Bei etwa einem Drittel der Patienten kündigt sich ein Migräneanfall Stunden oder Tage im Voraus an. Symptome können Geräuschempfindlichkeit, Müdigkeit, Heißhungerattacken oder Magen-Darm-Störungen sein.
- Auraphase: Bei etwa 20 % der Patienten tritt eine Auraphase auf. Diese ist meist durch visuelle Störungen, Sensibilitäts-, Gleichgewichts- und Sprachstörungen gekennzeichnet, die bis zu einer Stunde andauern können.
- Kopfschmerzphase: Dies ist die belastendste Phase, die von meist halbseitigen Kopfschmerzen geprägt ist. Begleitende Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Licht- bzw. Geräuschempfindlichkeit sind häufig.
- Rückbildungsphase (Postdromalphase): Nach der Kopfschmerzphase folgt eine Phase der Erholung, in der sich die Symptome allmählich zurückbilden.
Homöopathie bei Migräne
Die Homöopathie ist eine alternative Behandlungsmethode, die auf dem Prinzip "Ähnliches mit Ähnlichem heilen" basiert. Das bedeutet, dass ein homöopathisches Mittel in der Lage sein soll, Symptome zu lindern, die es in hoher Dosis bei einem gesunden Menschen auslösen würde. Viele Menschen mit Migräne suchen nach alternativen Behandlungsmethoden, da herkömmliche Schmerzmittel den Körper belasten und bei häufigem Gebrauch sogar Kopfschmerzen auslösen können.
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Homöopathische Komplexmittel
Homöopathische Komplexmittel enthalten eine Kombination verschiedener Einzelmittel, die sich in ihrer Wirkung ergänzen sollen. Ein Beispiel hierfür ist Dolfin®, das die folgenden Einzelmittel enthält:
- Cyclamen purpurascens (Alpenveilchen): Wird in der Homöopathie bei Migräne mit vorausgehenden Sehstörungen (Aura) sowie bei Kopfschmerzen geschätzt. Es soll auch helfen, den Menstruationszyklus zu normalisieren und ist daher besonders für Frauen geeignet.
- Iris versicolor (Buntfarbige Schwertlilie): Wird bei Migräne mit Verdauungsstörungen, insbesondere Säurebeschwerden des Magens, großer Übelkeit und Erbrechen sowie bei der "Sonntags-Migräne" eingesetzt.
- Sanguinaria canadensis (Kanadische Blutwurzel): Zeigt in potenzierter Form ihre Stärke bei rechtsseitiger Migräne, Menstruationsmigräne und Kopfneuralgie.
Ein weiteres homöopathisches Komplexmittel ist Antimigren® Tropfen, das folgende Wirkstoffe enthält:
- Iris Trit. D3
- Gelsemium Trit. D4
- Cyclamen Trit. D4
- Paris quadrifolia Trit. D4
Antimigren® Tropfen werden zur unterstützenden Behandlung migräneartiger Kopfschmerzen eingesetzt.
Einzelmittel in der Homöopathie
Neben Komplexmitteln gibt es auch eine Vielzahl von homöopathischen Einzelmitteln, die bei Migräne eingesetzt werden können. Die Wahl des richtigen Mittels hängt von den individuellen Symptomen des Patienten ab. Einige Beispiele sind:
- Iris versicolor: Wie bereits erwähnt, wird Iris versicolor häufig bei Migräne mit Verdauungsstörungen und "Wochenendmigräne" eingesetzt. Die Beschwerden treten meist plötzlich und anfallsartig auf. Schmerzen sind pulsierend oder brennend. Einseitige Kopfschmerzen, mit Erbrechen und Sehstörungen; Magen-Darm-Beschwerden ist die Säure und das Brennen, Sodbrennen und Übelkeit ohne Erbrechen.
- Belladonna: Wird bei pochenden und bohrenden Kopfschmerzen eingesetzt, die plötzlich auftreten und über den Augen lokalisiert sind.
- Cimicifuga racemosa: Das Mittel aus der Traubensilberkerze kommt vor allem bei Migräne in den Wechseljahren zum Einsatz, die von Schwindel und stechenden Augenschmerzen begleitet wird.
- Cyclamen europaeum: Die unterirdisch wachsenden Teile des Alpenveilchens können Migräneattacken mit Sehstörungen wie Doppeltsehen nach dem homöopathischen Arzneimittelbild lindern.
- Sanguinaria canadensis: Das homöopathische Präparat aus dem kanadischen Blutwurz ist überaus vielseitig und wird zur Linderung von Migräne-Schmerzen verwendet, die vor allem rechtsseitig auftreten.
Iris versicolor im Detail
Iris versicolor, auch bekannt als buntfarbige Schwertlilie, ist ein wichtiges homöopathisches Mittel bei Migräne. Es wird besonders bei rechtsseitigen Kopfschmerzen eingesetzt, die mit Verdauungsstörungen einhergehen.
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Anwendungsgebiete von Iris versicolor
- Kopfschmerzen: Besonders bei rechtsseitigen Kopfschmerzen, die sich durch Ruhe verschlimmern. Der Schmerzcharakter ist meist klopfend, pulsierend und einschnürend.
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen und saurer Geschmack im Mund. Die Zähne können sich stumpf anfühlen und empfindlich sein.
- Nervenschmerzen: Neuralgien, insbesondere Trigeminusneuralgie und Ischialgie.
- Hauterkrankungen: Trockene, schuppige Ekzeme, Flechten und Schorfe mit starkem Juckreiz.
Charakteristische Symptome von Iris versicolor
- Brennende Schmerzen
- Saurer Geschmack im Mund
- Trockene Schleimhäute
- Verschlimmerung durch Ruhe
- Rechtsseitige Beschwerden
Wo wirkt Iris versicolor?
Die Organe, bei denen Iris versicolor besonders ansetzt, sind Leber und Bauchspeicheldrüse sowie in Folge der gesamte Magen-Darm-Trakt mit seinen Schleimhäuten. Das Mittel wirkt auf das gesamte Nervensystem und insbesondere die Gefäßnerven (den Nervenstrukturen des Gehirns und Rückenmark; Nerven der Extremitäten).
Ähnliche Mittel
- Arsenicum album: Ähnelt Iris versicolor in Bezug auf brennende Schmerzen, trockene Schleimhäute und heftige Durchfälle, die sich in Ruhe und in der Nacht verschlimmern.
- Sanguinaria canadensis: Ähnelt Iris versicolor bei Kopfschmerzen, die rechtsseitig und pochend sind. Ein entscheidender Unterschied ist, dass Sanguinaria eine Linderung durch Ausruhen im dunklen Zimmer erfährt, während sich die Beschwerden bei Iris versicolor durch Ruhe verschlimmern.
- Phosphor: Ähnelt Iris versicolor in den meisten charakteristischen Beschwerden, wie dem empfindlichen Nervenkostüm, der Erschöpfung und dem brennenden Schmerzcharakter.
Anwendung von homöopathischen Mitteln
Homöopathische Mittel sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Globuli (kleine Kügelchen), Tabletten und Tropfen. Die Dosierung und Häufigkeit der Einnahme hängen von der Art des Mittels, der Potenz und den individuellen Symptomen ab.
- Globuli: Werden auf einem Plastiklöffel gegeben und langsam im Mund zergehen lassen.
- Tropfen (Dilution): Werden immer in Wasser gelöst und können auf einem Plastiklöffel oder mit einer Pipette eingenommen werden.
- Tabletten: Können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden.
Erstverschlimmerung
Bei der Einnahme eines homöopathischen Arzneimittels können sich die vorhandenen Beschwerden vorübergehend verschlimmern (Erstverschlimmerung). In diesem Fall sollte das Arzneimittel abgesetzt und ein Arzt oder Heilpraktiker befragt werden.
Weitere naturheilkundliche Ansätze bei Migräne
Neben der Homöopathie gibt es weitere naturheilkundliche Ansätze, die bei Migräne eingesetzt werden können:
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- Schüssler Salze: Nach der Lehre von Dr. Wilhelm Schüßler können Mineralstoffmängel in den Körperzellen negative Auswirkungen haben. Schüssler Salze sollen diese Mängel ausgleichen. Bei Migräne wird häufig Magnesium phosphoricum (Nr. 7) eingesetzt, das entspannend und schmerzlindernd wirken kann.
- Mikronährstoffe: Ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen wie B-Vitaminen und Magnesium kann Migräne begünstigen. Eine gezielteSupplementierung kann hier hilfreich sein.
- Phyto-Therapie: Pflanzliche Präparate wie Phyto-L®, Phytocortal® N und Phyto-C® können in Kombination mit homöopathischen Mitteln eingesetzt werden, insbesondere bei hormonell bedingter Migräne.
Wichtige Hinweise
- Die Homöopathie ist eine alternative Behandlungsmethode, deren Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten ist.
- Eine homöopathische Behandlung sollte immer von einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt werden.
- Die Selbstbehandlung von Migräne ist nicht empfehlenswert.
- Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden.
- Bei starken oder anhaltenden Kopfschmerzen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.