Iris bei Migräne: Homöopathische Ansätze zur Linderung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der in Deutschland knapp 10 Millionen Menschen betroffen sind. Frauen sind dabei etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer. Die Migräne gilt als eine die Lebensqualität stark einschränkende Krankheit, die etwa 14 Prozent der Erwachsenen betrifft. Typisch für Migräne ist der pulsierende, meist halbseitige (hemiplegische) Kopfschmerz. Oft treten als Begleiterscheinungen weitere Symptome wie Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Sehstörungen auf. Bei vielen Menschen sind die Kopfschmerzen so stark, dass sie sich in einem ruhigen, dunklen Raum hinlegen müssen und nicht mehr arbeiten können. Die Attacke bzw. die Kopfschmerzphase dauert länger als „normale“ Kopfschmerzen, in der Regel zwischen vier und 72 Stunden.

Die Naturheilkunde bietet verschiedene Therapie- und Prophylaxeansätze, um die Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle zu verringern, den Leidensdruck zu mindern und die Lebensqualität zu verbessern. Ein wichtiger Bestandteil davon ist die Homöopathie, die sich bei vielen Migränepatienten großer Beliebtheit erfreut. Umfragen zufolge haben rund 38 Prozent der Deutschen schon einmal ein homöopathisches Mittel angewandt.

Grundlagen der Homöopathie bei Migräne

Die Homöopathie folgt dem Leitsatz "Ähnliches soll mit Ähnlichem behandelt werden". Dies bedeutet, dass der Patient ein homöopathisches Mittel erhält, welches in seiner Reinform, etwa als Pflanzenextrakt, bei gesunden Menschen genau diese Beschwerden auslösen würde. Die Wirkstoffe werden in der Homöopathie stark verdünnt. Der Verdünnungsfaktor wird als Potenz auf der Verpackung der Globuli angegeben, meist liegt er zwischen D6 und D12. Dabei bedeutet D6 beispielsweise, dass der Wirkstoff sechsmal eins zu zehn verdünnt wurde.

Zweifelsfrei bewiesen ist die Heilkraft der Homöopathie - auch bei Migräne - jedoch nicht. Einige Menschen erfahren Linderung ihrer Beschwerden, andere nicht. Bei der Kopfschmerzerkrankung kommt noch erschwerend hinzu, dass sich die Symptome von Mensch zu Mensch unterscheiden und die neurologischen Migräne-Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Eine Migräne homöopathisch behandeln sollte deswegen nur ein erfahrener Mediziner. Eine Therapie in Eigenregie ist nicht empfehlenswert.

Homöopathische Einzelmittel bei Migräne

Welche Globuli gegen Kopfschmerzen und Migräne zum Einsatz kommen, lässt sich nicht einfach festlegen und kann von Patient zu Patient ganz unterschiedlich ausfallen. Die Auswahl des richtigen Homöopathikums ist komplex, denn für den Arzt oder Heilpraktiker zählt letztendlich nicht die reine „Migräne-Diagnose“. Einige der häufiger verwendeten Einzelmittel sind:

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  • Belladonna: Die Globuli mit dem Wirkstoff aus der Tollkirsche kommen bei pochenden und bohrenden Kopfschmerzen zum Einsatz, die plötzlich auftreten und über den Augen lokalisiert sind.
  • Bryonia (Zaunrübe): Lässt sich zur Behandlung verschiedener Aspekte der Migräne behandeln.
  • Cimicifuga racemosa: Das Mittel aus der Traubensilberkerze kommt vor allem bei Migräne in den Wechseljahren zum Einsatz, die von Schwindel und stechenden Augenschmerzen begleitet wird.
  • Cyclamen europaeum: Die unterirdisch wachsenden Teile des Alpenveilchens können Migräneattacken mit Sehstörungen wie Doppeltsehen nach dem homöopathischen Arzneimittelbild lindern.
  • Gelsemium (wilder Jasmin): Lässt sich zur Behandlung verschiedener Aspekte der Migräne behandeln.
  • Iris versicolor: Iris versicolor ist die schillernde Schwertlilie und wird gern bei der sogenannten „Wochenendmigräne“ eingesetzt - also dann, wenn die Migräne während Entspannungsphasen und durch Ruhe schlimmer wird.
  • Sanguinaria canadensis: Das homöopathische Präparat aus dem kanadischen Blutwurz ist überaus vielseitig und wird zur Linderung von Migräne-Schmerzen verwendet, die vor allem rechtsseitig auftreten.

Homöopathische Komplexmittel bei Migräne

Auch homöopathische Komplexmittel können bei einer Migräne hilfreich sein. Frühzeitig eingenommen, dämpft so z.B. Contramigren Hevert (ehemals Migräne Hevert N) bei Kopfschmerzen eine überschießende schmerzhafte Reaktion von Gefäßen und Nerven. Schwere, Dauer und Häufigkeit der Attacken sowie Begleiterscheinungen wie Übelkeit werden reduziert, quälende Kopfschmerzen gelindert.

Ein weiteres Beispiel ist Dolfin®, ein Komplexmittel, das Cyclamen purpurascens, Iris versicolor und Sanguinaria canadensis enthält.

  • Cyclamen purpurascens (Alpenveilchen): Cyclamen purpurascens wird in der Homöopathie geschätzt bei Migräne mit vorausgehenden Sehstörungen (Aura) sowie bei Kopfschmerzen. Es ist besonders für den weiblichen Organismus geeignet, da Cyclamen hilft den Menstruationszyklus zu normalisieren.
  • Iris versicolor (Buntfarbige Schwertlilie): Iris versicolor kommt in homöopathischer Zubereitung bei Migräne mit Verdauungsstörungen, v.a. Säurebeschwerden des Magens, großer Übelkeit und Erbrechen sowie bei der „Sonntags-Migräne“ (regelmäßig wiederkehrende Migräne als Folge geistiger Anstrengung) zur Anwendung.
  • Sanguinaria canadensis (Kanadische Blutwurzel): Sanguinaria canadensis zeigt in potenzierter Form ihre Stärke bei rechtsseitiger Migräne, Menstruationsmigräne und Kopfneuralgie.

Iris Similiaplex

Iris Similiaplex ist ein homöopathisches Arzneimittel, das zur Therapie von Kopfschmerzen, insbesondere bei akuter Migräne, angewendet wird.

Anwendung: Das homöopathische Arzneimittel dient der Therapie von Kopfschmerzen, es wird besonders bei akuter Migräne angewendet.

Gegenanzeigen: Bei einer Überempfindlichkeit gegen Arnica und andere Korbblütler darf das Präparat nicht verwendet werden. Aufgrund fehlender Erkenntnisse ist es nicht für Kinder unter 1 Jahr geeignet. Die Tropfen enthalten Alkohol und dürfen daher nicht von Alkoholkranken eingenommen werden.

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Nebenwirkungen: Es sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Wechselwirkungen: Es sind keine Wechselwirkungen bekannt.

Dosierung: Alle 30 bis 60 Minuten sind bei akuten Zuständen jeweils 5 Tropfen in etwas Flüssigkeit einzunehmen. Mehr als 6 mal am Tag darf die Anwendung nicht erfolgen. Länger als eine Woche darf das Arzneimittel nur nach Rücksprache mit einem homöopathisch erfahrenen Arzt oder Therapeuten angewendet werden. Patienten mit chronischen Kopfschmerzen nehmen 1 bis 3 mal täglich jeweils 5 Tropfen in etwas Wasser ein. Bei Kindern zwischen 1 und 6 Jahren ist höchstens die Hälfte, bei Kindern zwischen 6 und 12 Jahren sind höchstens zwei Drittel der Dosis für Erwachsene einzunehmen.

Weitere Informationen: Aufgrund fehlender dokumentierter Erfahrungen darf das Präparat während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Es ist für Kinder unzugänglich aufzubewahren.

Wichtige Hinweise zur Anwendung homöopathischer Mittel

Bei der Einnahme eines homöopathischen Arzneimittels können sich die vorhandenen Beschwerden vorübergehend verschlimmern (Erstverschlimmerung). In diesem Fall sollte das Arzneimittel abgesetzt und der Arzt befragt werden.

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Noch ein Tipp: Wenn du die Homöopathie gegen deine Migräne ausprobierst, kann es sinnvoll sein, parallel dazu auf verschiedene Genuss- und Lebensmittel zu verzichten, die die Behandlung stören könnten.

Ergänzende Maßnahmen bei Migräne

Neben der Homöopathie gibt es weitere Naturheilverfahren, die Häufigkeit und Verlauf von Migräneattacken beeinflussen können:

  • Akupunktur: Die Akupunktur gilt als effektives Verfahren in der Migränetherapie. Mit ihr können nicht nur Blockaden der Halswirbelsäule entfernt werden, sondern sie hat auch systemische, auf den ganzen Körper wirkende, schmerzlindernde Effekte.
  • Bewegungstherapie: Ausdauersport, Spaziergänge und auch schweißtreibende Aktivitäten sind nachweislich geeignet, die Intensität und Häufigkeit von Migräne zu verringern.
  • Magnesium, Riboflavin und Coenzym Q10: Migränepatienten haben nachweislich häufig erniedrigte Magnesium-, Riboflavin- und Coenzym Q10-Werte. Das Diätmanagement mit hochdosiertem Magnesium, Riboflavin und Coenzym Q10 gleicht dieses Defizit aus.
  • Osteopathie und Chirotherapie: Migräne geht nicht selten mit Blockaden der Halswirbelsäule einher.
  • Ordnungstherapie: Mithilfe eines Kopfschmerztagebuches lassen sich auslösende Faktoren ausfindig machen. Dabei notiert der Betroffene nicht nur seine Kopfschmerztage, sondern auch, welche anderen Ereignisse an den betreffenden Tagen vorgefallen sind und was auf dem Speiseplan stand.

Schüssler Salze bei Migräne

Schüssler Salze sind nach ihrem Erfinder Dr. Wilhelm Schüßler benannt. Er postulierte, dass schon geringe Mineralverluste in den Körperzellen negative Auswirkungen haben. Dafür hat er zwölf verschiedene Basissalze entwickelt, die auf unterschiedliche Körperbereiche einen besonderen Einfluss haben. Beispielsweise ist Nummer 7, Magnesium phosphoricum, das Salz der Muskeln und Nerven.

  • Schüssler Salz Nummer 7, Magnesium phosphoricum: kann bei Migräne und Kopfschmerzen entspannend und schmerzlindernd wirkend. Zudem ist es üblich, verschiedene Schüssler Salze zu kombinieren - bei Migräne zum Beispiel die Salze Nummer 7, 8 und 11.

Migräne mit Aura

Bei rund 10 bis 30 Prozent der Migränepatienten tritt eine sogenannte Migräne mit Aura auf. Dabei kommt es zu neurologischen Ausfällen, die vor dem Migräne-Kopfschmerz auftreten. Dazu gehören Kribbeln in Armen und Beinen, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen und Missempfindungen. Optische Phänomene wie veränderte Farbwahrnehmungen, Lichtblitze oder gezackte Linien kommen vor. Die Beschwerden treten einseitig am linken oder rechten Gesichtsfeldrand auf. Die Kopfschmerzphase kann bis zu 72 Stunden anhalten.

Ursachenforschung bei Migräne

Lange Zeit vermutete man als Ursache einer Migräne Durchblutungsstörungen des Gehirns. Jedoch weist die Migräne ohne Aura, die ebenfalls mit hämmernden Kopfschmerzen einhergeht, keine Durchblutungsveränderungen auf, was der vorherigen Annahme widerspricht. Manche Forscher vermuten, dass Nervenentzündungen die Ursache sind. Aktuelle Migränetheorien setzen an einer Reizverarbeitungsstörung im Gehirn an. Seit Jahren wir die Rolle eines wichtigen Botenstoffs erforscht, der Migräne auslösen könnte: Calcitonin Gene-Related Peptid (CGPR).

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