Iris D6 bei Migräne: Anwendung und homöopathische Perspektive

Die Buntfarbige Schwertlilie (Iris versicolor) ist in der Homöopathie ein wichtiges Mittel, das bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt wird. Besonders bekannt ist ihre Anwendung bei Migräne, vor allem wenn diese mit Sehstörungen einhergeht. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Iris D6 bei Migräne unter Berücksichtigung der homöopathischen Prinzipien und der spezifischen Symptomatik, bei der dieses Mittel in Frage kommt.

Einführung in Iris versicolor

Iris versicolor, auch bekannt als Regenbogen-Schwertlilie oder Blue Flag, gehört zur Familie der Iridaceae und stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo sie vor allem in feuchten, sumpfigen Gebieten wächst. In der Homöopathie wird der Saft der frischen Wurzel verwendet, der das Alkaloid Iridin enthält. Dieses hat im Tierversuch eine anregende Wirkung auf die Leber gezeigt und beeinflusst die Verdauungsdrüsen. Je nach Dosierung kann es abführend oder, in sehr geringen Dosen, verstopfend wirken, da es die Darmtätigkeit herabsetzt.

Anwendungsgebiete von Iris versicolor

Iris versicolor wirkt besonders gut auf die Schleimhäute des Verdauungstrakts, die Speicheldrüsen, das Nervensystem und die Leber. Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet der Buntfarbigen Schwertlilie sind Migräneanfälle mit teilweiser oder vollständiger Sehkrafteinschränkung und Sitz auf der Augen- oder Schläfenpartie. Die Beschwerden treten vor allem rechtsseitig auf. Typische Iris-Patienten sind niedergeschlagen, erschöpft und leicht zu kränken. Die oben beschriebenen Beschwerden zehren sie körperlich aus und können von einer ölig glänzenden Nase oder einem Fettgeschmack im Mund begleitet sein. Die Hauptanwendungsgebiete sind rechtsseitige Kopfschmerzen. Diese Menschen haben zusätzlich eine Schwäche im Stoffwechsel der Leber und Bauchspeicheldrüse, was zu einer Vielzahl von Beschwerden führen kann. Bei Iris versicolor-Patienten sind es v.a. die Säuren, die sich bemerkbar machen, das bedeutet, dass die Kranken allgemein über brennende Beschwerden klagen. Auch der Speichel ist sauer und es entsteht ein stumpfes Gefühl an den Zähnen, der Geschmack im Mund ist säuerlich. Ein Überschuss an Säuren wirkt sich auch stark auf das Nervensystem aus, verursacht Nervenschmerzen (Neuralgien) und im Gehirn Kopfschmerzen.

Iris D6 bei Migräne: Spezifische Symptome

Die Anwendung von Iris D6 ist besonders angezeigt bei Migräne, die folgende Merkmale aufweist:

  • Rechtsseitige Kopfschmerzen: Die Schmerzen treten überwiegend rechtsseitig auf, oft über dem rechten Auge.
  • Pulsierender Schmerz: Der Schmerzcharakter ist meist klopfend, pulsierend und einschnürend.
  • Sehstörungen: Die Migräne geht mit teilweiser oder vollständiger Sehkrafteinschränkung einher.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Begleitend treten Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen auf.
  • Periodizität: Die Schmerzen erscheinen häufig periodisch, beispielsweise sonntags oder bevorzugt in Ruhephasen.

Zusätzlich können folgende Symptome auf die Indikation von Iris versicolor hinweisen:

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  • Ölig glänzende Nase
  • Fettgeschmack im Mund
  • Saurer Speichel und stumpfes Gefühl an den Zähnen
  • Brennende Beschwerden im Allgemeinen

Modalitäten: Wann verschlimmern oder verbessern sich die Beschwerden?

In der Homöopathie ist es wichtig, die Modalitäten zu berücksichtigen, also die Umstände, unter denen sich die Beschwerden verbessern oder verschlimmern. Bei Iris versicolor sind folgende Modalitäten typisch:

  • Verschlechterung: Jede Form von Ausruhen verschlimmert die Beschwerden.
  • Verbesserung: Bislang keine Informationen über Verbesserung bekannt.

Weitere Anwendungsgebiete von Iris versicolor

Neben Migräne kann Iris versicolor auch bei anderen Beschwerden hilfreich sein:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Sodbrennen, Übelkeit ohne Erbrechen, Verdauungsbeschwerden, die regelmäßig zu einer bestimmten Jahreszeit auftreten, wie Sommerdurchfall. Entzündungen der Darmschleimhaut mit grünen, wässrigen und sauren Stühlen, die am After brennen. Appetitlosigkeit, häufiges Aufstoßen, oft mit einem Übelkeit erregenden sauren oder süßlichen Geschmack.
  • Nervenschmerzen (Neuralgien): Besonders bei einer äußerst schmerzhaften Reizung des Gesichtsnervs (Trigeminusneuralgie) und bei Ischiasnerv. Auch bei Gürtelrose (Herpes Zoster) können als Langzeitfolge Neuralgien an den befallenen Körperstellen auftreten, selbst wenn sich der Ausschlag schon lange zurückgebildet hat.
  • Hautkrankheiten: Überwiegend trockener Natur, es treten schuppige Ekzeme (Psoriasis), Flechten und Schorfe auf, alles stark juckend. Pusteln um Nase und Wangen treten auf.
  • Rückenschmerzen: Überwiegend im unteren Rücken (Ischialgie). Diese krampfartigen Schmerzen können in Lähmungsgefühle übergehen. Solche können auch unabhängig von den Rückenschmerzen an den oberen Extremitäten auftreten. Schmerzen sind stechend, brennend, durchzuckend und treten oft wandernd auf. Sie strahlen in die Gelenke aus. Besonders auffallend sind Schmerzen der Hüfte.
  • Beschwerden im Mund- und Rachenraum: Die Mundschleimhaut ist trocken, trotz starkem Speichelfluss, es bestehen brennende Schmerzen, ein Geschmack wie verbrannt, oder alles schmeckt säuerlich. Die Zähne fühlen sich stumpf an, sie sind sehr empfindlich. Trockene Schleimhäute im Hals, die brennenden Halsschmerz und Schluckbeschwerden hervorrufen. Diese Trockenheit zieht sich die Speiseröhre hinunter, alles brennt und fühlt sich wund an.

Dosierung und Anwendung von Iris D6

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 - D12. Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können.

Hier sind allgemeine Richtlinien für die Dosierung:

  • Säuglinge (bis 12 Monate): 1 Kügelchen
  • Babys (2. bis 3. Jahr): 2 Globuli
  • Größere Kinder: 3 Globuli
  • Erwachsene: 3-5 Globuli

Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen.

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Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern.

Das homöopathische Prinzip und die Wirkung von Iris D6

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur).

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert.

Erstverschlimmerung und Spätverschlimmerung

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung).

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt.

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Ähnliche Mittel

Es gibt andere homöopathische Mittel, die ähnliche Symptome wie Iris versicolor aufweisen und daher in Frage kommen könnten:

  • Arsenicum album: Ähnelt Iris versicolor sehr. Auch hier finden wir das charakteristische Brennen und die trockenen Schleimhäute so wie heftige Durchfälle, die Verschlimmerung in Ruhe und in der Nacht.
  • Sanguinaria canadensis (Kanadische Blutwurz): Ähnelt bei den Kopfschmerzen der Symptomatik von Iris versicolor. Der Schmerz ist ähnlich, auch überwiegend rechtsseitig und pochend. Allerdings sind die Ursachen bei Sanguinaria eher im Gefäßsystem zu suchen, die Schmerzen entstehen durch erhöhten Blutandrang im Kopf. Ein entscheidender Unterschied ist, dass Sanguinaria eine Linderung durch Ausruhen im dunklen Zimmer erfährt, bei Iris versicolor ist es genau umgekehrt.
  • Phosphor: Ähnelt Iris versicolor in den meisten charakteristischen Beschwerden, wie dem empfindlichen Nervenkostüm, der Erschöpfung, und dem brennenden Schmerzcharakter.

Wichtiger Hinweis

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