Jacobs Therapie bei Migräne: Ein umfassender Überblick

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch heftige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und extremer Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Die Behandlung von Migräne ist komplex und erfordert oft einen multimodalen Ansatz, der sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien umfasst. Eine solche nicht-medikamentöse Therapie ist die von Stefan Jacobs entwickelte Therapie, die auf Selbsthypnose basiert. Dieser Artikel beleuchtet die Jacobs-Therapie bei Migräne, einschließlich ihrer Grundlagen, Anwendung und Wirksamkeit.

Dolormin® Produkte zur Schmerzlinderung

Bevor wir uns der Jacobs-Therapie zuwenden, ist es wichtig, die Rolle von Schmerzmitteln bei der Behandlung von Migräne zu erwähnen. Dolormin® bietet eine Reihe von Produkten zur Linderung von leichten bis mäßig starken Schmerzen, einschließlich Kopfschmerzen und Migräne. Zu den Produkten gehören:

  • Dolormin® Extra: Enthält Ibuprofen als Ibuprofen-DL-Lysin (1:1) zur symptomatischen Kurzzeitbehandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen und Fieber. Geeignet für Kinder ab 20 kg Körpergewicht (6 Jahre und älter), Jugendliche und Erwachsene.
  • Dolormin® Schmerztabletten: Enthält ebenfalls Ibuprofen als Ibuprofen-DL-Lysin (1:1) zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen und Fieber. Für Kinder ab 20 kg Körpergewicht (6 Jahre und älter), Jugendliche und Erwachsene.
  • Dolormin® Migräne Filmtabletten: Enthält Ibuprofen als Ibuprofen-DL-Lysin (1:1) zur symptomatischen Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit und ohne Aura. Geeignet für Kinder ab 20 kg Körpergewicht (6 Jahre und älter), Jugendliche und Erwachsene.
  • Dolortriptan bei Migräne®: Enthält Almotriptan zur akuten Behandlung von Kopfschmerzen bei Migräneanfällen mit oder ohne Aura. Für Erwachsene von 18 bis 65 Jahren.
  • Dolormin® für Frauen bei Menstruationsbeschwerden mit Naproxen: Enthält Naproxen zur Behandlung schmerzhafter Beschwerden während der Regelblutung.
  • Dolormin® GS mit Naproxen: Enthält Naproxen zur symptomatischen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen, z. B. bei bekannter Arthrose (Gelenkverschleiß).
  • Dolormin® für Kinder Ibuprofensaft 40 mg/ml: Enthält Ibuprofen zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen und Zahnschmerzen sowie Fieber. Für Kinder ab 10 kg (1 Jahr und älter), Jugendliche und Erwachsene.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Medikamente bei Schmerzen oder Fieber nicht länger als in der Packungsbeilage angegeben ohne ärztlichen Rat angewendet werden sollten.

Selbsthypnose als Therapieansatz

Die Jacobs-Therapie basiert auf dem Prinzip der Selbsthypnose, bei der Patienten lernen, sich in einen Zustand tiefer Entspannung zu versetzen, um Schmerzen zu lindern und das Wohlbefinden zu verbessern.

Grundlagen der Selbsthypnose

Selbsthypnose ist ein Zustand tiefer Entspannung und erhöhter Suggestibilität, in dem das Unterbewusstsein zugänglicher ist. Durch gezielte Suggestionen können positive Veränderungen im Denken, Fühlen und Verhalten bewirkt werden. Im Kontext der Schmerzbehandlung kann Selbsthypnose helfen, die Schmerzwahrnehmung zu reduzieren, die Entspannung zu fördern und die Bewältigungsstrategien zu verbessern.

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Die Jacobs-Therapie

Der Psychologe Stefan Jacobs und seine Kollegen von der Universität Göttingen haben eine Hypnosetherapie entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse von Schmerzpatienten zugeschnitten ist und die sie auch zu Hause anwenden können. Die Therapie umfasst in der Regel folgende Elemente:

  1. Vorbereitungsstunden: In diesen Sitzungen lernen die Patienten die Grundlagen der Hypnose und Selbsthypnose. Sie werden an Entspannungstechniken herangeführt und lernen, sich in einen hypnotischen Zustand zu versetzen.
  2. Individuelle Hypnoseinstruktionen: Der Therapeut erstellt individuelle Hypnoseinstruktionen, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Vorlieben des Patienten zugeschnitten sind. Diese Instruktionen werden auf eine Tonkassette (oder ein anderes Audioformat) aufgesprochen, so dass der Patient sie zu Hause abspielen kann.
  3. Regelmäßige Anwendung: Die Patienten werden angeleitet, die Selbsthypnose regelmäßig zu Hause zu praktizieren, idealerweise zwei Mal täglich oder bei Bedarf, wenn die Schmerzen zunehmen.
  4. Schmerztagebücher: Die Patienten führen Schmerztagebücher, um ihre Schmerzerfahrungen zu dokumentieren und den Fortschritt der Therapie zu verfolgen.
  5. Standardisierte Tests: Vor und nach der Therapie werden standardisierte Tests durchgeführt, um die Schmerzstärke, Depressivität und Funktionsfähigkeit zu messen.

Ablauf einer Selbsthypnose-Sitzung

Eine typische Selbsthypnose-Sitzung könnte wie folgt ablaufen:

  1. Der Patient sucht sich einen ruhigen und bequemen Ort, an dem er ungestört ist.
  2. Er setzt oder legt sich in eine entspannte Position.
  3. Er schließt die Augen und konzentriert sich auf seinen Atem.
  4. Er spielt die individuelle Hypnoseinstruktion ab, die ihn in einen Zustand tiefer Entspannung führt.
  5. Während der Hypnose werden positive Suggestionen gegeben, die auf die Schmerzlinderung, Entspannung und Verbesserung des Wohlbefindens abzielen.
  6. Am Ende der Sitzung wird der Patient langsam und sanft aus der Hypnose zurückgeführt.

Wirksamkeit der Jacobs-Therapie

Studien haben gezeigt, dass die Jacobs-Therapie bei der Behandlung von chronischen Schmerzen, einschließlich Migräne, wirksam sein kann. Eine Studie von Jacobs und seinen Kollegen ergab eine deutliche Reduktion der Schmerzstärke sowie Verbesserungen in den Bereichen Depressivität und Funktionsfähigkeit bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, Migräne oder Rheuma. Die Patienten, die regelmäßig ihre persönliche Fantasiereise praktizierten, profitierten dauerhaft von der Therapie.

Vorteile der Jacobs-Therapie

Die Jacobs-Therapie bietet mehrere Vorteile gegenüber anderen Schmerzbehandlungen:

  • Nicht-medikamentös: Sie ist eine nicht-medikamentöse Therapie, die keine Nebenwirkungen verursacht.
  • Selbstständig anwendbar: Sie kann selbstständig zu Hause angewendet werden, was sie flexibel und kostengünstig macht.
  • Individuell anpassbar: Sie kann individuell an die Bedürfnisse und Vorlieben des Patienten angepasst werden.
  • Nachhaltig: Sie kann langfristige Verbesserungen in der Schmerzwahrnehmung und Lebensqualität bewirken.
  • Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs: Studien deuten darauf hin, dass die Selbsthypnose den Verbrauch von Schmerzmitteln reduzieren kann.

Einschränkungen der Jacobs-Therapie

Es ist wichtig zu beachten, dass die Jacobs-Therapie nicht für jeden geeignet ist. Einige Menschen sprechen nicht auf Hypnose an, da ihre Suggestibilität zu gering ist. Zudem ist die Therapie zeitaufwendig und erfordert regelmäßige Übung, um wirksam zu sein.

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Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Neben der Selbsthypnose ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobson eine weitere wirksame Entspannungstechnik, die bei Migräne eingesetzt werden kann.

Grundlagen der progressiven Muskelentspannung

Die progressive Muskelentspannung (PMR) beruht auf dem Prinzip der willentlichen und bewussten An- und Entspannung verschiedener Muskelgruppen im Körper. Durch die Konzentration auf den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung lernen die Übenden, Verspannungen im Körper besser wahrzunehmen und gezielt abzubauen.

Anwendung bei Migräne

Die PMR kann bei Migräne sowohl zur Vorbeugung als auch zur Akutbehandlung eingesetzt werden. Regelmäßige Übung kann dazu beitragen, die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu reduzieren. Bei akuten Schmerzen kann die PMR ablenkend wirken und zur Entspannung beitragen.

Ablauf einer PMR-Übung

Eine typische PMR-Übung dauert etwa 20 bis 30 Minuten und umfasst folgende Schritte:

  1. Der Übende nimmt eine entspannte Position im Sitzen oder Liegen ein.
  2. Er schließt die Augen und konzentriert sich auf seinen Atem.
  3. Er spannt nacheinander verschiedene Muskelgruppen im Körper für etwa fünf Sekunden an und entspannt sie anschließend wieder.
  4. Er achtet auf den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung und spürt die wohlige Entspannung im Körper.
  5. Am Ende der Übung streckt er alle Gliedmaßen aus und führt seinen Tag aktiv und wach fort.

Tipps für die Anwendung der PMR

  • Nimm dir immer die gleiche Reihenfolge der Muskelgruppen vor.
  • Lege eine Pause von fünf bis zehn Sekunden zwischen den Muskelgruppen ein.
  • Wähle nach Möglichkeit immer denselben Raum und dieselbe Position.
  • Konzentriere dich auf den Wechsel von Anspannung zu Entspannung.
  • Spanne nicht zu fest an, die Muskeln sollen sich nicht verkrampft anfühlen.

Weitere Behandlungsansätze bei Migräne

Neben der Jacobs-Therapie und der progressiven Muskelentspannung gibt es weitere Behandlungsansätze bei Migräne, die je nach Bedarf eingesetzt werden können:

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  • Kognitive Verhaltenstherapie: Diese Therapie hilft, negative Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen und zu verändern, die Migräneattacken auslösen oder verstärken können.
  • Biofeedback: Diese Methode ermöglicht es, Körperfunktionen wie Herzfrequenz und Muskelspannung bewusst zu beeinflussen, um Stress abzubauen und Migräneattacken vorzubeugen.
  • Akupunktur: Diese traditionelle chinesische Behandlungsmethode kann bei einigen Menschen mit Migräne die Häufigkeit und Intensität der Attacken reduzieren.
  • Entspannungstraining: Verschiedene Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga und Meditation können helfen, Stress abzubauen und die Entspannung zu fördern.
  • Regelmäßiges Training: Regelmäßige körperliche Aktivität kann die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken reduzieren. Eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule beugen einer Migräne-Attacke vor.
  • Hormonelle Behandlung: Bei Frauen, bei denen Migräneattacken hormonell bedingt sind, kann eine hormonelle Behandlung in Erwägung gezogen werden, z. B. die Einnahme der Antibabypille.

Migräne und Hormone

Migränepatienten sind zu 75 % weiblich und zu 25 % männlich. Viele Frauen leiden insbesondere in den Tagen um ihre Menstruation an den Unannehmlichkeiten ihrer Migräneerkrankung. Wissenschaftler der Charité in Berlin weisen jetzt darauf hin, dass dieser Umstand auf einen speziellen Botenstoff zurückgeführt werden könnte. Schwankungen im weiblichen Hormonhaushalt sind mitverantwortlich dafür, dass es im Lebensverlauf einer Frau Zeiten gibt, in denen die Migräneattacken häufiger auftreten, so während der Menstruation oder der Wechseljahre. Rund um eine Schwangerschaft oder nach der Menopause nehmen sie jedoch ab.

Demnach ist bereits bekannt, dass Östrogen eine höhere Ausschüttung des Botenstoffes Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) veranlasst. Wird dieser Stoff vom Körper ausgeschüttet, so kommt es zur Erweiterung der Blutgefäße in der Gehirnregion. Ob sich dieser Zusammenhang auch tatsächlich so verhält, versuchten die Forscher zu klären.

Bei 180 Frauen wurde im etwa 14-tägigen Abstand der CGRP-Spiegel analysiert. Es zeigte sich, dass dieser bei den Migränepatientinnen zur Menstruation deutlich höher lag als bei den Frauen ohne Migräne. Diese vermehrte Ausschüttung jedoch erfolgte bei Einnahme der Antibabypille nicht. Sie trat ebenso nach den Wechseljahren nicht mehr ein.

Als mögliche Abhilfe gegen Migräne konnte also die Einnahme der Antibabypille diskutiert werden. Dafür seien aber noch weitere Untersuchungen notwendig. Außerdem gäbe es auch Fälle, bei denen die Migräneattacken hormonunabhängig eintreten. Dort scheinen also andere körperliche Ursachen zugrunde zu liegen, so die Studienverantwortlichen.

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