Bewegungstrainer in der neurologischen Rehabilitation: Eine umfassende Bewertung

Einführung

Bewegungstrainer sind vielseitige Therapiegeräte, die in der neurologischen Rehabilitation eine wichtige Rolle spielen. Sie ermöglichen es Patient:innen mit unterschiedlichen neurologischen Erkrankungen, ihre Mobilität, Muskelkraft und Koordination zu verbessern. Dieser Artikel bietet eine umfassende Bewertung von Bewegungstrainern im neurologischen Kontext, beleuchtet ihre Anwendungsbereiche, Vorteile und die wissenschaftliche Evidenz für ihre Wirksamkeit.

Anwendungsbereiche von Bewegungstrainern bei neurologischen Erkrankungen

Bewegungstrainer finden breite Anwendung bei einer Vielzahl neurologischer Erkrankungen, darunter:

  • Schlaganfall: Patient:innen nach einem Schlaganfall können den Tigo und ähnliche Geräte nutzen, um die Rehabilitation zu unterstützen, indem sie die Muskelfunktion und Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaßen verbessern. Studien belegen die positiven Auswirkungen des zyklischen Bewegungstrainings auf die motorische Erholung und die Aktivitäten des täglichen Lebens bei Schlaganfallpatient:innen.
  • Multiple Sklerose (MS): Der Tigo hilft, die Muskulatur zu stärken, die Mobilität zu verbessern und Spastiken zu reduzieren, was bei MS-Patient:innen besonders wichtig ist. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Biofeedback-gesteuertes Radfahrtraining die Gangfunktion bei MS-Patient:innen verbessern kann.
  • Parkinson: Bei Parkinson-Patient:innen kann der Bewegungstrainer zur Verbesserung der Bewegungskoordination und zur Verringerung der Muskelsteifigkeit beitragen. Studien haben gezeigt, dass forciertes Training, wie es mit dem MOTOmed möglich ist, die motorischen Symptome bei Parkinson verbessern kann.
  • Zerebralparese: Bei Patient:innen mit Zerebralparese kann der Tigo dazu beitragen, die Muskelspannung zu regulieren, die Bewegungsfähigkeit zu verbessern und Spastiken zu reduzieren.
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Bei ALS, einer degenerativen Erkrankung des Nervensystems, hilft der Bewegungstrainer, die Beweglichkeit so lange wie möglich zu erhalten und Muskelsteifigkeit zu verringern. Eine Studie zeigt, dass die Mehrheit der ALS-Patienten den Bewegungstrainer mindestens 5 Mal pro Woche nutzt, was auf eine hochfrequente, gerätegestützte Physiotherapie hinweist.
  • Rückenmarkverletzungen (Spinal Cord Injury): Patient:innen mit Verletzungen des Rückenmarks nutzen den Tigo, um Muskelatrophie zu verhindern und Spastiken zu kontrollieren. Passives oder assistiertes Training kann besonders wertvoll sein, wenn die eigene Muskelkraft stark eingeschränkt ist.
  • Polyneuropathie: Bei neurologischen Erkrankungen, die die peripheren Nerven betreffen, können Bewegungstrainer ebenfalls eingesetzt werden.

Arten von Bewegungstrainern

Es gibt verschiedene Arten von Bewegungstrainern, die jeweils auf unterschiedliche Bedürfnisse und Therapieziele zugeschnitten sind:

  • Bewegungstrainer für Beine und Oberkörper: Diese Geräte sind vielseitig einsetzbar und ermöglichen ein umfassendes Training sowohl der oberen als auch der unteren Extremitäten. Sie können aktiv (mit Muskelkraft), assistiv oder passiv (mit Motorkraft) genutzt werden. Beispiele hierfür sind der MOTOmed viva2 und der THERA-Trainer tigo.
  • Bettfahrräder: Diese robotikgestützten Geräte sind speziell für die Frühmobilisierung in der Intensiv- und Akutpflege konzipiert und können sowohl für Beine als auch für den Oberkörper eingesetzt werden. Sie eignen sich auch für das Training während der Dialyse.
  • Systeme für untere Gliedmaßen: Das Kinevia ist ein hochwertiges, intelligentes Bewegungstherapiesystem für die unteren Gliedmaßen, das eine breite Palette von Übungsmodi und Vorteilen für den Benutzer bietet.
  • Systeme für obere und untere Gliedmaßen: Das Kinevia Duo ist ein hochwertiges, intelligentes Bewegungstherapiesystem für die oberen und unteren Gliedmaßen, das eine breite Palette von Übungsmodi und Vorteilen für den Benutzer bietet.
  • Elliptische Pedaltrainer: Diese Geräte ermöglichen eine gute Mobilisierung der unteren Gliedmaßen im Sitzen und sind ideal für die Lymphdrainage, Nach-Unfall-Rehabilitation und Blutzirkulationsstimulation.
  • Oberkörper-Ergometer: Das Biodex Upper Body Cycle ist ein vielseitiges Ergometer, das in der orthopädischen Rehabilitation, in der Kardiologie, in der Sportmedizin, im Wellness-Bereich oder zu Hause eingesetzt werden kann. Der 8.5UE bietet einen sehr niedrigen Anfangswiderstand, um verschiedene Bewegungsbereiche zu ermöglichen und so sanfte und schonende Bewegungen für die oberen Gliedmaßen, Arme und Schultern zu gewährleisten.
  • Passive Assist Trainer: Der eTrainer Passive Assist Trainer bietet eine sanfte Mobilisierung und Bewegungstherapie für Ober- und Unterkörper zu Hause. Das unterstützte Training fördert die Durchblutung der Muskulatur.
  • Arm- und Beintrainer: FARMABIKE B-2 ist das neue Gerät für aktive und passive Rehabilitation für Beine und Hände. Stabil und widerstandsfähig, Farmabike B-2 arbeitet auf Hand und Handgelenk, Arme und Beine.
  • Pedaltrainer: Das Pedalinho Carci ist ein Trainingsgerät für Arme und Beine, das die Durchblutung verbessert, die Muskeln stärkt, die motorische Koordination schult und den Bewegungsumfang trainiert.
  • Bi-Directional Upper Body Ergometer (UBE): Das CanDo Bi-Directional Upper Body Ergometer (UBE) ebnet den Weg für Übungen für den Ober- und Unterkörper in einem Gerät. Sein innovatives Design ermöglicht die Verwendung auf einer Tischplatte für Oberkörperübungen oder auf dem Boden für Unterkörperübungen.

Vorteile von Bewegungstrainern

Bewegungstrainer bieten eine Vielzahl von Vorteilen für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen:

  • Verbesserung der Mobilität und Muskelkraft: Durch regelmäßiges Training können Patient:innen ihre Muskelkraft und Beweglichkeit verbessern, was zu einer größeren Unabhängigkeit im Alltag führt.
  • Reduktion von Spastiken und Muskelsteifigkeit: Bewegungstrainer können helfen, Spastiken und Muskelsteifigkeit zu reduzieren, was zu einer verbesserten Bewegungsfreiheit und weniger Schmerzen führt.
  • Förderung der Durchblutung: Das Training mit Bewegungstrainern fördert die Durchblutung der Muskulatur, was die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen verbessert und die Heilungsprozesse unterstützt.
  • Vorbeugung von Muskelatrophie und Kontrakturen: Durch die regelmäßige Bewegung werden Muskelatrophie und Gelenkversteifungen (Kontrakturen) vorgebeugt.
  • Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichts: Bewegungstrainer können helfen, die Koordination und das Gleichgewicht zu verbessern, was das Risiko von Stürzen reduziert.
  • Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensqualität: Viele Patient:innen berichten von einer Steigerung ihres allgemeinen Wohlbefindens und ihrer Lebensqualität durch das Training mit Bewegungstrainern.

Spezifische Vorteile bei ALS

Bei Patient:innen mit ALS können Bewegungstrainer folgende spezifische Vorteile bieten:

Lesen Sie auch: Finden Sie den richtigen Neurologen in Ulm

  • Stärkung der erhaltenen Muskelgruppen: Die erhaltenen Muskelgruppen der Arme und Beine können gestärkt werden.
  • Reduktion der Spastik: Die Spastik kann reduziert werden.
  • Erhaltung der Beweglichkeit der Gelenke: Die Beweglichkeit der Gelenke kann erhalten bleiben.
  • Förderung der Durchblutung: Die Durchblutung der Arme und Beine kann gefördert werden.
  • Reduktion des Thrombose- und Arthroserisikos: Das Thrombose- und Arthroserisiko kann reduziert werden.
  • Vermeidung von Gelenkversteifungen (Kontrakturen), Gelenkabnutzungen (Arthrosen) und Lymphödemen: Gelenk-, Kapsel- und Muskelschmerzen können reduziert oder verhindert werden.

Wissenschaftliche Evidenz

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit von Bewegungstrainern bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen. Einige Beispiele sind:

  • Schlaganfall: Studien haben gezeigt, dass zyklisches Bewegungstraining die motorische Erholung und die Aktivitäten des täglichen Lebens bei Schlaganfallpatient:innen verbessern kann.
  • Multiple Sklerose: Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Biofeedback-gesteuertes Radfahrtraining die Gangfunktion bei MS-Patient:innen verbessern kann.
  • Parkinson: Studien haben gezeigt, dass forciertes Training, wie es mit dem MOTOmed möglich ist, die motorischen Symptome bei Parkinson verbessern kann.
  • ALS: Eine Studie zeigt, dass die Mehrheit der ALS-Patienten den Bewegungstrainer mindestens 5 Mal pro Woche nutzt, was auf eine hochfrequente, gerätegestützte Physiotherapie hinweist. Die Patienten berichten von einer Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens, einer Verminderung des Gefühls der Bewegungslosigkeit und einer Reduktion der Muskelsteifigkeit.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Viele Bewegungstrainer sind als Hilfsmittel deklariert und daher von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Es ist jedoch ratsam, sich vor der Anschaffung eines Bewegungstrainers bei der Krankenkasse über die Möglichkeiten der Kostenübernahme zu informieren. Thera-Rent ist spezialisiert auf die Hilfsmittel der Firma RECK mit ihren MOTOmed Bewegungstrainern, so wie den Thera-Trainern der Firma medica. Das Angebotsportfolio umfasst keinerlei weitere Produkte. Dadurch gewährleisten wir eine hohe Güte an Gerätekenntnis und wissen, worauf es bei der Einweisung am Patienten ankommt.

Auswahl des richtigen Bewegungstrainers

Die Auswahl des richtigen Bewegungstrainers hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art der neurologischen Erkrankung, der Grad der Bewegungseinschränkung, die individuellen Therapieziele und die persönlichen Vorlieben. Es ist ratsam, sich vor der Anschaffung von einem Arzt oder Therapeuten beraten zu lassen. Das Sanitätshaus M + L aus Ochtrup steht Ihnen hier beratend zur Seite. Wir führen mehrere Bewegungstrainer (für Rollstuhlfahrer und andere Personengruppen), je nach Bedarf und Einschränkung.

Lesen Sie auch: Tagesklinik für Neurologie

Lesen Sie auch: Erfahren Sie mehr über Neuroteam Elmenhorst

tags: #bewegungstrainer #neurologische #bewertung