Fieber unbekannter Herkunft, das länger als zwei Wochen besteht, deutet in 40 Prozent der Fälle auf eine Infektionskrankheit hin. Die Immunisierung durch Impfungen ist eine der wichtigsten und wirksamsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Bei reisemedizinischen Fragen ist die Hausarztpraxis meist die erste Anlaufstelle. Immunität gegen Erkrankungen lässt sich passiv durch die Gabe von Immunglobulinen erreichen. Die aktive Immunisierung erfolgt durch die Gabe von Krankheitserregern. Impfstoffe sind biologische Arzneimittel, deren Herstellung strengen Hygienemaßnahmen und Kontrollen unterliegt. Die Impfstoffe müssen vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI), dem Bundesamt für Sera und Impfstoffe in Langen, zugelassen sein. Die Influenza gehört zu den viralen Infektionskrankheiten. Sie kann alle Abschnitte des Respirationstrakts betreffen. Der Wundstarrkrampf (Tetanus) ist eine lebensgefährliche Infektionskrankheit. Trotz moderner Behandlungsmethoden liegt die Sterblichkeit ungeimpfter Tetanuskranker noch immer bei mehr als 30 Prozent. Deshalb erfolgt in der Regel schon bei Kindern ab dem vollendeten 2. Masern werden auch heute vielfach noch als harmlose Kinderkrankheit angesehen. Dabei handelt es sich aber um eine hochansteckende, akute Virusinfektion. Das Humane Immunschwäche-Virus HIV-1 wurde 1983 entdeckt. Das Virus führt langfristig zur erworbenen Immunschwäche AIDS. Inzwischen leben geschätzt etwa 33 Millionen Menschen mit dem Virus, in Deutschland etwa 59.000 Menschen. Übertragen wird HIV vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Akute Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Krankheiten. Oft werden sie durch eine banale Erkältung ausgelöst. Der Infekt breitet sich dann über die engen Nasengänge in den benachbarten Hohlräumen aus. Weltweit erkranken jährlich etwa 200.000 Menschen an Gelbfieber, so die Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Gelbfieber ist eine Virus-Erkrankung, die durch Stechmücken (Aedes-Gattung) übertragen wird und in den tropischen Regionen Afrikas und Amerikas vorkommt. Oft zeigen sich nur milde bis gar keine Symptome. Hepatitis A ist eine hochansteckende Leberentzündung, die durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht wird. Das Virus kommt weltweit vor, vornehmlich jedoch dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. Die Japanische Enzephalitis ist eine virale Gehirnentzündung, die durch Mücken ausgelöst wird. Die Erkrankung tritt gehäuft in ganz Asien auf und kann sehr schwer verlaufen.
Dieser Artikel beleuchtet die Japanische Enzephalitis (JE), eine schwerwiegende virale Erkrankung des Gehirns, die durch Mücken übertragen wird und vor allem in Asien vorkommt. Des Weiteren wird der mögliche Zusammenhang zwischen Sinusitis und der Entstehung von Enzephalitis betrachtet.
Was ist Japanische Enzephalitis?
Bei einer Enzephalitis handelt es sich - wie auch bei einer Meningitis - um eine Entzündung im Bereich des zentralen Nervensystems. Eine Enzephalitis wird auch als Gehirnentzündung bezeichnet, bei der mehr oder weniger große Anteile des Gehirngewebes von der Entzündung betroffen sind. Die Experten der Schön Kliniken informieren Sie in diesem Ratgeber darüber, wie eine Enzephalitis entsteht, wie sie sich äußert und wie gefährlich die Erkrankung ist.
Ursachen und Auslöser
Prinzipiell ist unser Gehirn durch die Blut-Hirn-Schranke vor dem Eindringen krank machender Erreger geschützt. Eine Enzephalitis wird in den meisten Fällen von Viren - etwa dem Herpes-simplex-Virus oder dem West-Nil-Virus - ausgelöst, aber auch Bakterien oder Pilze können dafür verantwortlich sein. Personen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen, Zuckerkrankheit oder einer HIV-Infektion, sind tendenziell anfälliger für eine Infektion mit Bakterien, Pilzen und auch Viren. Von einer infektiösen Gehirnentzündung wird gesprochen, wenn Viren, Bakterien oder auch Pilze für die Entzündung verantwortlich sind.
Besonders häufig sind die folgenden Viren die Auslöser einer Enzephalitis:
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- Epstein-Barr-Virus: Es löst beispielsweise die Hand-Fuß-Mund-Krankheit aus.
- FSME-Virus: Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird vor allem von Zecken übertragen.
- Herpes-simplex-Virus: Er verursacht etwa Lippenherpes.
- West-Nil-Virus: Er löst das West-Nil-Fieber aus.
- Varizella-Zoster-Virus: Windpocken werden zum Beispiel von diesem Virus verursacht.
- SARS-CoV-2-Virus: Seltener ist COVID-19 Auslöser einer Enzephalitis.
- Influenzaviren: Grippeviren können eine Enzephalitis verursachen.
- Japanisches-Enzephalitis-Virus: Die japanische Enzephalitis wird durch ein Virus ausgelöst, das vor allem von Mücken im ländlichen Teil Asiens übertragen wird, und sorgt für eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten.
Die häufigste Ursache für eine Enzephalitis (etwa 70 %) sind Viren. Eine autoimmune Enzephalitis wird durch eine fehlerhafte Antwort des Immunsystems ausgelöst. Das bedeutet, dass die körpereigene Abwehr beginnt, Antikörper gegen Anteile der eigenen Nervenzellen zu bilden - diese werden dann Autoantikörper genannt. Diese Art der Enzephalitis kann sich ganz unterschiedlich präsentieren, am häufigsten aber mit Wesensänderungen und epileptischen Anfällen. Es handelt sich um eine Gruppe von Enzephalitiserkrankungen, die durch eine fehlgeleitete Immunreaktion ausgelöst werden. Je nach Ursache der Enzephalitis unterscheidet man zwischen verschiedenen Typen der Gehirnentzündung.
Folgende sind häufig:
- Primäre Enzephalitis: Von einer primären Enzephalitis wird dann gesprochen, wenn die Viren direkt in das Gehirn oder das Rückenmark eindringen. Auslöser sind häufig typische Kinderkrankheiten wie Mumps oder Masern, aber auch das West-Nil-Virus.
- Sekundäre Enzephalitis: Dieser Enzephalitis-Typ tritt ca. zwei bis drei Wochen nach einer Impfung oder Infektion mit einem Virus auf und ist eine Komplikation der körpereigenen Abwehr.
Symptome und Diagnose
Die Beschwerden bei einer Enzephalitis hängen von den Ursachen und dem Schweregrad der Erkrankung, von der betroffenen Gehirnregion sowie von der allgemeinen gesundheitlichen Verfassung ab.
Folgende Beschwerden können bei einer Enzephalitis auftreten:
- Kopfschmerz
- (hohes) Fieber
- grippeähnliche Symptome und Abgeschlagenheit
- Verwirrtheit
- epileptische Anfälle
- Bewusstseinsstörungen
- neurologische Symptome wie Lähmungen oder Sprachstörungen
- Denkstörungen (zum Beispiel Konzentrationsprobleme oder Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses)
- Veränderungen des Verhaltens
- Halluzinationen
Da die einzelnen Viren, die eine Enzephalitis auslösen können, verschiedene Areale des Gehirns betreffen, unterscheiden sich auch die Symptome je nach Erreger.
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Folgende Merkmale lassen sich prinzipiell festhalten:
- Herpes-simplex-Enzephalitis: Sprachstörungen und epileptische Anfälle treten hier besonders häufig auf.
- Arboviren: Diese Viren werden durch Insekten übertragen und führen oft zu Störungen im Bewegungsapparat.
Bei kleinen Kindern zeigen sich häufig unspezifische Symptome wie Teilnahmslosigkeit, Nackensteife, Fieber und fehlender Appetit. Eine Entzündung des Gehirns ist eine schwerwiegende Erkrankung, die in jedem Fall von einer Ärztin / einem Arzt untersucht und behandelt werden sollte. Handelt es sich um eine leichte Enzephalitis, heilt diese bei der richtigen Behandlung meist komplikationslos aus und hinterlässt keine Langzeitfolgen. Je nachdem, welcher Erreger die Erkrankung ausgelöst hat, sind Spätfolgen wie neurologische Defizite wahrscheinlich. Handelt es sich beispielsweise um eine Herpes-simplex-Enzephalitis, ist das Risiko für Komplikationen erhöht; und eine frühzeitige Behandlung ist besonders wichtig. Die Symptome einer Enzephalitis hängen von dem Erreger und der betroffenen Hirnregion ab. Deshalb ist eine Gehirnentzündung in manchen Fällen schwierig zu diagnostizieren und bedarf verschiedener Tests und Untersuchungen - nur so kann die passende Therapie eingeleitet werden.
In einem ausführlichen Anamnesegespräch klären Sie mit der Ärztin / dem Arzt nicht nur Ihre gesundheitliche Vorgeschichte. Um eine Enzephalitis diagnostizieren zu können, benötigt die behandelnde medizinische Fachkraft weitere Informationen. Auch eine körperliche Untersuchung unterstützt bei der Bestimmung der Erkrankung sowie des entsprechenden Erregers. Mithilfe einer Computertomografie (CT) sowie einer Magnetresonanztomografie (MRT) fertigt die Fachärztin / der Facharzt Schichtaufnahmen des Gehirns an. So kann festgestellt werden, wo genau die Entzündung liegt. Um herauszufinden, ob es sich um eine autoimmune Enzephalitis oder eine infektiöse Enzephalitis handelt und welcher Erreger die Gehirnentzündung ausgelöst hat, ist eine Lumbalpunktion notwendig. Eine Ärztin /ein Arzt entnimmt dafür etwas Liquor aus dem Rückenmarkskanal. Liquor ist die Flüssigkeit, die das Rückenmark und das Gehirn umgibt - in dieser Flüssigkeit kann man den für die Enzephalitis verantwortlichen Erreger nachweisen sowie etwaige Autoantikörper finden. Nach der Lumbalpunktion steht im Normalfall der passende Behandlungsweg fest.
Weitere diagnostische Maßnahmen sind:
- Blutprobe: Bakterielle Erreger und Entzündungsmarker finden sich auch in einer Blutuntersuchung (Blutkultur). Deshalb wird häufig zu Beginn der Diagnostik Blut entnommen.
- EEG: Sind häufige epileptische Anfälle ein Symptom der Enzephalitis, wird meist zusätzlich eine Elektroenzephalografie (EEG) durchgeführt.
Therapie und Prävention
Ein Patient mit Enzephalitis muss unbedingt stationär behandelt werden, und zwar idealerweise in einem spezialisierten Krankenhaus (Neurologische Abteilung einer Klinik oder spezialisierte Kinderklinik). Zusätzlich können Medikamente gegen epileptische Anfälle und Beruhigungsmittel gegeben werden. In schweren Fällen liegen Patienten während der Erkrankung auf einer Intensivstation.
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Gegen die Erreger verordnen Ärzte passende Medikamente:
- Bestimmte Formen der Virus-Enzephalitis (Herpes-Viren) müssen unverzüglich mit einem starken Virus-hemmenden Mittel (meistens Aciclovir) therapiert werden. Gegen andere Formen der Virus-Enzephalitis, wie zum Beispiel bei FSME, gibt es noch keine wirksamen Virus-hemmenden Medikamente.
- Bei einer durch Bakterien oder Parasiten verursachten Gehirnentzündung kommen Antibiotika beziehungsweise Pilzhemmende-Medikamente (Antimykotika) zum Einsatz.
- Ist die Enzephalitis durch eine Autoimmunreaktion entstanden, wird das Immunsystem durch die Gabe von Kortison in hoher Dosis über die Vene (intravenös) unterdrückt. Hinzu kommen weitere Verfahren wie die intravenöse Gabe von Immunglobulinen oder Blutwäsche-Verfahren.
Gegen viele Viren, die eine Enzephalitis auslösen können, gibt es wirksame Schutzimpfungen: Masern, Mumps, Röteln, Windpockenvirus (Zoster), Kinderlähmung, FSME, Influenza. Der Arzt berät dazu. Gegen die ebenfalls von Zecken übertragenen Borrelien kann man sich zwar nicht impfen lassen, hier hilft es jedoch, nach einem Tag an der frischen Luft die Haut nach Zecken abzusuchen. Wenn man sie möglichst früh entfernt, sinkt das Infektionsrisiko. Vor einem Urlaub sollte man sich genau informieren, welche Schutzimpfungen für das Reiseziel empfohlen werden.
Sinusitis und ihre mögliche Rolle bei Enzephalitis
Akute Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Krankheiten. Oft werden sie durch eine banale Erkältung ausgelöst. Der Infekt breitet sich dann über die engen Nasengänge in den benachbarten Hohlräumen aus.
Wie kann Sinusitis zu Enzephalitis führen?
In seltenen Fällen kann sich eine Sinusitis auf das Gehirn ausbreiten und zu einer Enzephalitis führen. Dies geschieht meist, wenn:
- Die Infektion sehr schwer ist und nicht behandelt wird.
- Die Infektion durch bestimmte aggressive Bakterien verursacht wird.
- Das Immunsystem des Patienten geschwächt ist.
Die Ausbreitung der Infektion kann direkt durch die Knochen der Schädelbasis oder indirekt über die Blutbahn erfolgen.
Symptome einer Enzephalitis als Folge von Sinusitis
Die Symptome einer Enzephalitis, die durch Sinusitis verursacht wird, ähneln denen anderer Enzephalitiden, können aber auch spezifische Anzeichen einer Sinusitis umfassen, wie:
- Starke Gesichtsschmerzen
- Eitriger Nasenausfluss
- Fieber
- Neurologische Symptome (Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Lähmungen)
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose einer Enzephalitis als Folge von Sinusitis erfordert eine gründliche Untersuchung, einschließlich:
- Neurologische Untersuchung
- Bildgebende Verfahren (CT oder MRT des Schädels)
- Lumbalpunktion zur Analyse des Liquors
- HNO-ärztliche Untersuchung zur Beurteilung der Nasennebenhöhlen
Die Behandlung umfasst in der Regel:
- Intravenöse Antibiotika zur Bekämpfung der bakteriellen Infektion
- Mögliche chirurgische Drainage der Nasennebenhöhlen
- Unterstützende Maßnahmen zur Linderung der Symptome und zur Stabilisierung des Patienten
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