Einführung
Die Frage, inwieweit Gene unser Wesen unveränderlich bestimmen, beschäftigt seit Jahrhunderten Philosophen, Soziologen und Psychologen. Das Wechselspiel zwischen Erbanlagen und Lebensumständen ist ein zentrales Forschungsfeld der modernen Medizin und Neurowissenschaften. Joachim Bauer, ein renommierter Psychoneuroimmunologe, beleuchtet diese Thematik und stellt das Wirken der Gene in den Kontext der wechselseitigen Einflüsse von Psyche, Nerven- und Immunsystem.
Joachim Bauer: Ein Leben für die Forschung
Joachim Bauer ist ein Bestsellerautor, der an der Uniklinik Freiburg forschte und lehrte. Seine Expertise umfasst ein breites Spektrum, darunter Neurobiologie, Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie. Er ist Experte für Themen wie Depression, Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung, Trauma und Burnout-Syndrom. Bauer hat sich intensiv mit den Auswirkungen von Beziehungen und Lebensstil auf unsere Gene auseinandergesetzt und die Bedeutung von Empathie, Kooperation und Kommunikation hervorgehoben. Aktuell lehrt er als Gastprofessor an der International Psychoanalytic University in Berlin und ist Lehrtherapeut sowie Supervisor an einem Psychotherapie-Ausbildungsinstitut.
Die Regulation der Gene durch psychische Ereignisse
Bauer betont, dass das Verhältnis von Genen und Körper bzw. Psyche keine deterministische Einbahnstraße ist. Die Gene selbst unterliegen der Regulation durch psychische Ereignisse, wie beispielsweise traumatische Erlebnisse in der Kindheit. Welches Gen zur Wirkung kommt, ist dabei beinahe wichtiger als sein schieres Vorhandensein. Die Umwelt hat einen beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung des Individuums, insbesondere auf die Aktivierung oder Deaktivierung von Genen. Bauer macht deutlich, dass die Seele und ihre Bedeutung sich auch und gerade aus der Sicht des Biologen nicht ohne weiteres wegerklären lassen.
Das Gehirn macht aus Psychologie Biologie
Zwischenmenschliche Beziehungen beeinflussen das Gehirn. Beziehungserfahrungen formen neuronale Strukturen und legen neuroendokrinologische Reaktionsmuster des Gesamtorganismus fest. Gene formen die grobe Struktur des Gehirns, doch die Erfahrungen des Kindes bestimmen die Feinregulierung bei den Nervenverbindungen, wovon die Funktionsweise des Gehirns abhängt. Diese Feinregulierung durch Erfahrungen in der Umwelt setzt sich auch im Erwachsenenalter fort.
Die Konstruktion des menschlichen Gehirns durch zwischenmenschliche Beziehungen
Leon Eisenbergs legendärer Beitrag zum Thema "Die Konstruktion des menschlichen Gehirns durch zwischenmenschliche Beziehungen" findet mittlerweile sogar Eingang in die Lehrbücher. Erfahrungen mit der Umwelt bestimmen seelisches Erleben und Verhalten. Sie spielen bereits bei der prä- und postnatalen Hirnentwicklung eine entscheidende Rolle und determinieren späteres Erleben und Verhalten.
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Genetisches Programm und neuronale Schaltkreise
Das genetische Programm beschränkt sich beim Gehirn auf die Bereitstellung der anatomischen Hirnanteile, vom Hirnstamm bis zum Großhirn, mit ihren jeweiligen Kerngebieten und spezifischen Transmitter-Systemen. Für die innere Repräsentation der Welt, für den Erwerb neuropsychologischer Programme sowie seelischer Interpretations- und Reaktionsmuster werden seitens des genetischen Apparates jedoch keine festinstallierten neuronalen Schaltkreise vorgegeben. Vorgegeben ist im Kortex lediglich ein eklatanter Überschuss an - zunächst weitgehend funktionslosen - neuronalen Verschaltungen (Synapsen) der Nervenzellen untereinander.
Die Bedeutung von Umwelterfahrungen für die Nervenzell-Anatomie
Die Nervenzell-Anatomie verändert sich unter jeweiligen Erfahrungen mit der Umwelt. Nach dem Prinzip "Benütze es oder Du verlierst es" kommt es unter dem prägenden Einfluss individueller Umwelterfahrungen zum "Imprinting", d.h. zur Herausbildung und Stabilisierung von Nervenzell-Netzwerken. "Die neuro-anatomischen Feinstrukturen im Gehirn werden durch seelische Aktivität festgelegt. Nervenzell-Verbindungen entstehen durch sozial vermittelte Erfahrungen in der Umwelt, Nervenzell-Verbindungen geben diese Erfahrungen wieder bzw. enthalten sie".
Störungen zwischenmenschlicher Beziehungen machen Seele und Gehirn krank
Zwischenmenschliche Beziehungen haben - über ihre psychobiologischen Effekte - klinische Folgen. Stimulusdeprivation, wie sie z. B. Säuglinge erleiden, deren Mütter an einer postpartalen Depression erkrankt sind, hat bei den betroffenen Kindern psychobiologische Beeinträchtigungen zur Folge, die nicht nur in einer späteren Einengung der seelischen Erlebnisbreite, sondern auch in neuropsychologischen Defiziten zum Ausdruck kommen können. Kinder, die unter benachteiligten Bedingungen aufgewachsen sind oder von manifesten Misshandlungen betroffen waren, zeigen - gegenüber Kontrollgruppen - nicht nur Beeinträchtigungen des seelischen Erlebens und Verhaltens, sondern testpsychologisch sowie elektro-enzephalographisch (im EEG) nachweisbare Störungen biologischer Hirnfunktionen.
Verheerende Gesundheitsschäden durch Traumatisierung in der Kindheit
In den letzten Jahren beschreiben weit über hundert Studien die verheerenden seelischen Gesundheitsschäden, die sich aus Traumatisierungen nicht nur in der Kindheit, sondern auch im Erwachsenenalter ergeben. Mindestens 10 % der Bevölkerung sind nach mehreren Untersuchungen während Kindheit und Jugend von massiven und anhaltenden Gewalterfahrungen betroffen. Deren Folgen sind empirisch belegt: Depressive Erkrankungen (Prävalenz 10%), körperliche Beschwerden ohne organischen Befund (Prävalenz 10%), dissoziative Störungen (Prävalenz 6%) und Borderline-Störungen (Prävalenz 1-2%).
Psychotherapie heilt seelische Erkrankungen und hat positive Effekte auf Gehirn und Körper
Seelische Erkrankungen bilden sich keineswegs von selbst zurück. Die empirische Datenlage darüber, dass Psychotherapie wirksam ist, ist erdrückend. Psychotherapie hilft nicht nur der Seele, sondern auch dem Körper, denn in einem lebenden Organismus sind alle biologischen Funktionen zutiefst "beseelt".
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Epigenetik: Der Einfluss sozialer und psychischer Faktoren auf die Gene
Daseinskampf, evolutionäre Konkurrenz - solche Schlagworte prägen verbreitete Vorstellungen über unser Erbgut. Zunehmend wird jedoch der Einfluss sozialer und psychischer Faktoren auf die Gene erforscht. Die neuen Erkenntnisse könnten uns helfen, gesund zu bleiben. Die Aktivität der Gene wird ganz wesentlich vom Informationsaustausch mit der Umwelt bestimmt. Epigenetik heißt dieses Forschungsgebiet, und dessen Ergebnisse haben es in sich: Nimmt man die Gesundheit als Maßstab für die menschliche Natur wie als Kompass der Lebensführung, dann ist heftiges Gegeneinander und der Kampf aller gegen alle der falsche Weg. Denn dabei werden Stressgene und proentzündliche Gene hochgefahren, während ein Miteinander und Empathie deren ungesunde Aktivität dämpfen.
Das empathische Gen: Eine Metapher für soziale Genomik
Der Buchtitel „Das empathische Gen“ ist eine Metapher. Gene sind faktisch weder egoistisch, noch sind sie sozial oder empathisch. Das Buch beschreibt die Ergebnisse eines neuen Forschungsgebietes mit der Bezeichnung „Social Genomics“. Neuere Studien zeigen, dass eine freundliche, prosoziale oder empathische Einstellung gegenüber Mitmenschen sich positiv auf die Aktivität bestimmter Gene auswirkt und dem Schutz der eigenen Gesundheit dient.
Gene als Kommunikatoren
Anders als seit mehr als einem Jahrhundert angenommen, sind Gene keine autonomen Akteure, die uns quasi im Blindflug in eine bestimmte Richtung steuern. Die Sichtweise, dass Gene vorherbestimmen, was aus einem Menschen wird, unabhängig von der Art, wie er lebt, ist falsch. Jedes Gen steht unter dem Kommando eines Genschalters, der den Kontakt zur Außenwelt herstellt. Abhängig davon, welche Signal-Botenstoffe - sogenannte Transkriptionsfaktoren - am Genschalter anlanden, wird das nachfolgende Gen aktiviert oder inaktiviert. Gene sind in diesem Sinn Kommunikatoren, sie kommunizieren ständig mit ihrer Umwelt. Das Erbgut ist also eine Art Klaviatur, die vom Leben bespielt wird.
Risikogene und chronische Entzündungen
Konkret geht es um rund 50 Gene, die als „Risikogene“ bezeichnet werden. Ihre Aktivität entscheidet darüber, ob sich im menschlichen Körper eine schleichende chronische Entzündung entwickelt. Alles, was wir im sozialen Umfeld erleben, wird vom Gehirn in biologische Signale übersetzt. Unser Gehirn verwandelt sozusagen Psychologie in Biologie. Daher können Erfahrungen, die wir mit Mitmenschen machen, durchschlagenden Effekt auf die körperliche Gesundheit haben. Folgen hat aber nicht nur, was uns von Anderen angetan wird, sondern auch, wie wir selbst uns anderen gegenüber verhalten.
Die Bedeutung der Psychosomatischen Medizin
Das psychische Befinden eines Menschen hat nachweislich Einfluss nicht nur auf seelische, sondern auch auf körperliche Erkrankungen. Daher sollte die Psychosomatische Medizin Teil einer evidenzbasierten Medizin sein und bleiben. Eine gute apparative Medizin und gute Pharmaka sind wichtig, aber wenn wir darüber die psychischen Einflussfaktoren vergessen, machen wir eine deutlich suboptimale Medizin.
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Die Arzt-Patienten-Beziehung und der Lebenswille
Die Beziehung zwischen Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient ist von eminenter Bedeutung. Es beginnt damit, dass der Arzt vom Patienten nicht alles erfahren wird, was für die Diagnose und die richtige Wahl der Behandlung von Bedeutung wäre, wenn kein Vertrauensverhältnis besteht. Wie der Arzt angesichts einer Diagnose reagiert, welche Resonanz er seinem erkrankten Patienten gibt, kann entscheidenden Einfluss auf den Willen des Patienten haben, seinen Lebensstil gesundheitsdienlich zu verändern, und kann damit den Erkrankungsverlauf beeinflussen. Wer dem Patienten eine Tumordiagnose wie eine hoffnungslose Nachricht mitteilt, wird ihn entmutigen, statt ihn zu Veränderungen zu motivieren. Für sich einen Sinn im eigenen Leben zu sehen und Lebenswillen in sich zu spüren, also Motivation zu erleben, hängt eng zusammen. Der stärkste Stimulus, um die Motivationssysteme des menschlichen Gehirns zu aktivieren, ist die Zuwendung und Sympathie anderer Menschen.
Empathie: Intuitive Einfühlung, rationale Gedanken und praktische Hilfeleistung
Nach dem heutigen Stand der Forschung zählen zur Empathie drei Komponenten. Die erste Komponente ist eine emotionale: die intuitive Einfühlung in einen anderen Menschen. Die zweite Komponente ist die Fähigkeit, sich bewusst und auf rationaler Grundlage Gedanken über die Motive oder Beweggründe eines anderen Menschen zu machen. Die dritte Komponente der Empathie ist die praktische Hilfeleistung. Alle drei Komponenten haben jeweils eine eigene neuronale Grundlage. Die intuitive Einfühlung basiert auf den Spiegelneuronen.
Kampf oder Verständigung: Die Wahl des Menschen
Der Mensch kann frei wählen, an welchen Grundsätzen er sein Verhalten und sein Leben orientieren möchte. Aus neurowissenschaftlich-medizinischer Sicht begünstigt ein andauernder Kampf ums Überleben verschiedene Erkrankungen. Gutes soziales Einvernehmen hingegen schützt die Gesundheit. Soziale Verträglichkeit bedeutet nicht Friede-Freude-Eierkuchen, sondern schließt das Anerkennen von Interessenunterschieden und Konflikte mit ein.
Gene und Genregulation
Ungesund können Gene nur dann sein, wenn sie in ihrer inneren Struktur gegenüber der Normalstruktur verändert sind, wenn also der sogenannte „genetische Code“ mutiert ist. Krankheiten, die auf Veränderungen der Struktur, also auf Mutationen des „Textes“ eines Gens beruhen, sind glücklicherweise sehr selten. Äußere Umstände können die Aktivität von Genen innerhalb von Minuten verändern, zum Beispiel nach der Aufnahme von Nahrung oder beim Auftreten eines psychischen Stressors oder bei einem Unfall. Hier spricht man von Genregulation.
Epigenetische Veränderungen und Traumatisierung
Psychische Traumatisierungen können epigenetische Veränderungen zur Folge haben, die an die nächste Generation von Nachkommen weitergegeben werden und bei Kindern eine erhöhte Ängstlichkeit verursachen können. Man kann Einfluss auf epigenetische Veränderungen nehmen, allerdings geht das im Moment noch nicht gezielt, sondern würde sich wie eine Art Rasenmäher auswirken. Medikamente mit Einfluss auf die Epigenetik würden - jedenfalls derzeit - alle Gene betreffen und mehr Schaden als Nutzen anrichten.
Überholte Überzeugungen über Gene und die Rolle von Richard Dawkins
Überholte, falsche Überzeugungen über Gene haben sich bis heute gehalten. Dazu beigetragen hat vor allem der Rassismus, aber auch der ein oder andere Buchautor, zum Beispiel Richard Dawkins mit seinem Buch „Das egoistische Gen“. Dawkins selbst hat übrigens nie an Genen geforscht, was entschuldigt, dass sich in seinem Weltbestseller jede Menge Unsinn finden lässt.
Die Bedeutung der Genregulation
Es kommt nicht nur auf die Existenz bestimmter Gene an, sondern darauf, wie Gene reguliert werden. Eine anregende Umwelt und Aktivität vermehren die Zahl der Neuronen und Synapsen im Gehirn.
Traumata bei Kindern und Dissoziation
Ein wichtiges Thema in Bauers Buch sind Traumata bei Kindern nach Gewalt und sexuellen Mißhandlungen. Es kommt in der Entwicklung zur sogenannten Dissoziation als Möglichkeit, seelischen oder körperlichen Schmerz auszuschalten. Patienten haben dabei das Gefühl, sich von sich selbst zu entfernen.
Spiegelneurone und intuitive Kommunikation
Joachim Bauer widmet sich der Frage, wie zwischenmenschliche Beziehungen durch die Biologie unseres Körpers (vorher-)bestimmt bzw. gesteuert werden. Er folgt der "intuitiven Kommunikation und dem Geheimnis der Spiegelneurone". Spiegelneurone ermöglichen in unserem Gehirn "Resonanzphänomene wie die intuitive Übertragung von Gefühlen oder körperlichen Gesten". Sie sind verantwortlich dafür, dass wir "aus dem Bauch heraus" Entscheidungen fällen, emotionales Verständnis aufbringen und Empathie zeigen.
Die Funktion der Spiegelneurone
Nervenzellen, die im eigenen Körper ein bestimmtes Programm realisieren können, die aber auch dann aktiv werden, wenn man beobachtet oder auf andere Weise miterlebt, wie ein anderes Individuum dieses Programm in die Tat umsetzt, werden als Spiegelneurone bezeichnet. Durch die Entdeckung der Spiegelneurone kann erklärt werden, was bisher nicht möglich war: intuitives Handeln. Die Beobachtung von Teilen einer Handlungssequenz eines anderen reicht aus, um im Beobachter dazu passende Spiegelneurone zu aktivieren, die ihrerseits aber die gesamte Handlungssequenz 'wissen'.
Intuition und Vorerfahrungen
Die Fähigkeit der Ergänzung ist besonders bei der Fähigkeit des Menschen zum intuitiven Verstehen "ein Geschenk". So werden im Alltag verschieden erlebte Szenen im Gehirn fortgesetzt, wodurch individuelle Vorerfahrungen eine enorme Bedeutung erhalten. Ob man positive oder negative Erfahrungen in diesen oder jenen Situationen gemacht hat, wird im Gehirn gespeichert und in ähnlichen Momenten wieder abgerufen beziehungsweise gespiegelt. Da die Intuition offensichtlich auch bewussten Täuschungen unterliegen kann, spielen ergänzend der Verstand und die rationale Analyse für die "richtige" Bewertung einer Situation eine wichtige Rolle.
Selbstgefühl, Kommunikation und Empathie
Selbstgefühl, Kommunikationsfähigkeit, Wissen und Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen entwickeln sich nicht von selbst, lassen sich auch nicht anordnen oder von der OECD oder von Kultusbürokratien zu Standards erklären. Vielmehr ist die "Entfaltung der neurobiologischen Grundausstattung des Menschen […] nur im Rahmen von zwischenmenschlichen Beziehungen möglich, Beziehungen, die aus dem persönlichen und sozialen Umfeld an das Kind herangetragen werden". Da Empathie nicht angeboren ist, muss das Kind früh Gelegenheit bekommen, Beziehungen einzugehen, die Vertrauen und Sicherheit im Umgang mit Bezugspersonen aufbauen.
Schlussfolgerung
Das Wissen um die neurobiologische Funktion der Spiegelneurone kann zwar helfen intuitives Handeln und Verstehen zu erklären, jedoch erst im Gleichgewicht mit "den intellektuellen Mitteln der Ratio", der vernünftigen Urteilsfähigkeit, entfalten sich die menschlichen Fähigkeiten in Situationen richtig zu kommunizieren sowie unseren Körper und mit ihm andere zu begreifen. Joachim Bauers Forschung und seine Bücher bieten wertvolle Einblicke in die komplexen Zusammenhänge zwischen Genen, Gehirn, Psyche und sozialer Interaktion und tragen dazu bei, ein umfassenderes Verständnis des menschlichen Wesens zu entwickeln. Seine Arbeit unterstreicht die Bedeutung von Empathie, Kooperation und positiven Beziehungen für die psychische und physische Gesundheit.
Bauers Kritik an der modernen Arbeitswelt
Bauers Werk "Arbeit - Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht" gibt einen Überblick über die Geschichte der menschlichen Arbeit und reflektiert den Wandel der Arbeit unter den Bedingungen der "Kultur des neuen Kapitalismus". Das Buch beschreibt die sich durch die Arbeit für den Menschen auftuenden Chancen und benennt die Kriterien, die darüber entscheiden, ob die Arbeit den Menschen gesund erhält oder krank werden lässt.
Die Bedeutung positiver Beziehungserfahrungen in der frühen Kindheit
Gute emotionale und soziale Erfahrungen bilden die Voraussetzung für eine gute soziale und intellektuelle Entwicklung. Positive Beziehungserfahrungen begünstigen das Hirnwachstum und die kognitive Entwicklung. Unterstützend wirken neben geschenkter Beachtung, Zugehörigkeitsgefühlen und zärtlichen Berührungen, die auf keinen Fall missbräuchlich sein dürfen, auch Musik und Bewegung.