Das St. Johannes Hospital in Arnsberg ist ein wichtiger Bestandteil der regionalen Gesundheitsversorgung. Um die Qualität der neurologischen Abteilung besser einschätzen zu können, wurden Patientenbewertungen analysiert. Diese Analyse soll ein umfassendes Bild der Erfahrungen von Patienten und Angehörigen vermitteln und sowohl positive als auch negative Aspekte beleuchten.
Vielfalt der Erfahrungen: Ein Überblick
Die vorliegenden Bewertungen des St. Johannes Hospitals in Arnsberg, insbesondere der neurologischen Abteilung, zeigen ein vielschichtiges Bild. Einige Patienten berichten von sehr positiven Erfahrungen, während andere deutliche Kritik äußern. Diese unterschiedlichen Wahrnehmungen sind wichtig, um ein umfassendes Bild der Klinik zu erhalten.
Positive Aspekte: Kompetenz, Freundlichkeit und schnelle Hilfe
Mehrere Patienten loben die schnelle Reaktion des medizinischen Personals bei Notfällen, insbesondere bei Schlaganfällen. So wird beispielsweise berichtet, dass ein Schlaganfall sofort erkannt und mittels Lyse behandelt wurde. Auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Pflegepersonals werden häufig hervorgehoben. Einige Patienten fühlen sich gut aufgehoben und berichten von einer umfassenden Betreuung durch Ärzte und Pflegekräfte. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit, beispielsweise bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen, wird ebenfalls positiv erwähnt.
Ein Patient schildert, dass er sich seit 2004 immer wieder in Behandlung befindet und sehr zufrieden ist. Er lobt das gute Essen und die vielfältigen Therapien, insbesondere die Ergotherapie. Ein anderer Patient berichtet von einer gelungenen Behandlung eines gebrochenen Handgelenks seiner Mutter durch Oberarzt Dr. Rosendahl und das Pflegepersonal der Station 4 A.
Negative Aspekte: Inkompetenz, Kommunikationsmängel und mangelnde Empathie
Auf der anderen Seite gibt es auch kritische Stimmen. Einige Patienten bemängeln die Inkompetenz einzelner Ärzte, insbesondere des Chefarztes der Neurologie. So wird beispielsweise geschildert, dass eine klare Schlaganfall-Symptomatik zunächst als Entzündung abgetan wurde. Auch die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten wird kritisiert. Es wird berichtet, dass Informationen nicht weitergeleitet werden und dass Ärzte unsachlich, gereizt und cholerisch reagieren. Einige Patienten fühlen sich nicht ernst genommen und müssen um Untersuchungen und Therapien kämpfen.
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Ein Patient berichtet, dass er nach der Einlieferung mit dem Rettungswagen am Folgetag komplett vergessen wurde: keine ärztliche Untersuchung, keine Blutabnahme, kein Essen trotz mehrfacher Nachfrage. Ein anderer Patient kritisiert das Personal beim MRT als hochnäsig. Wieder andere bemängeln die mangelnde Vorbereitung auf eine Biopsie und die Umwandlung von Zwei-Bett-Zimmern in Drei-Bett-Zimmer ohne zusätzlichen Schrankraum.
Detailkritik und Einzelfälle
Einige Bewertungen gehen ins Detail und schildern konkrete Vorfälle. So wird beispielsweise berichtet, dass ein ausländischer Arzt ohne Rücksprache mit dem behandelnden Neurologen die Medikamente eines Patienten umgestellt hat, was zu einem erneuten Anfall führte. Ein anderer Patient kritisiert, dass die Erstuntersuchungen im Patientenzimmer vor allen anderen stattfinden und dass zur ausgewiesenen Arztsprechstunde kein Arzt anzutreffen ist.
Ein besonders erschreckender Fall schildert, wie ein Verwandter mit Schlaganfall-Symptomen auf dem Krankenhausflur liegen gelassen wurde, ohne ärztliche Versorgung zu erhalten. Erst nach Intervention eines unbeteiligten Arztes wurden Maßnahmen ergriffen.
Psychiatrische Abteilung: Unterschiedliche Wahrnehmungen
Auch die psychiatrische Abteilung des St. Johannes Hospitals wird unterschiedlich bewertet. Einige Patienten loben die neu eingerichtete offene Station und die Physiotherapie, während andere die geschlossene Station als schlecht empfinden, da es dort zu wenig Bewegungsmöglichkeiten gibt und die Medikamente hoch dosiert sind. Ein Patient berichtet, dass er auf der psychiatrischen Station nicht ernst genommen wurde und dass sich niemand dafür interessierte, wie es im Zimmer oder mit anderen Patienten ist.
Würdigung des Pflegepersonals
Trotz der Kritik an einzelnen Ärzten wird das Pflegepersonal in den meisten Bewertungen positiv hervorgehoben. Die Schwestern und Pfleger werden als bemüht, freundlich und hilfsbereit beschrieben. Einige Patienten betonen, dass sie sich vom Pflegepersonal gut betreut und unterstützt gefühlt haben.
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Verbesserungsbedarf und Empfehlungen
Die Analyse der Patientenbewertungen zeigt, dass es im St. Johannes Hospital Arnsberg, insbesondere in der neurologischen Abteilung, Verbesserungsbedarf gibt. Es ist wichtig, dass die Klinikleitung die Kritik der Patienten ernst nimmt und Maßnahmen ergreift, um die Qualität der Versorgung zu verbessern. Dazu gehören unter anderem:
- Verbesserung der Kommunikation: Die Kommunikation zwischen Ärzten, Pflegepersonal und Patienten muss verbessert werden. Informationen müssen rechtzeitig und verständlich weitergegeben werden.
- Sensibilisierung der Ärzte: Die Ärzte müssen für die Bedürfnisse der Patienten sensibilisiert werden. Sie sollten empathischer und respektvoller auftreten und die Patienten ernst nehmen.
- Optimierung der Abläufe: Die Abläufe in der Klinik müssen optimiert werden, um Wartezeiten zu verkürzen und sicherzustellen, dass alle Patienten die notwendige Versorgung erhalten.
- Personalausstattung: Es sollte sichergestellt werden, dass ausreichend Personal vorhanden ist, um eine gute Patientenversorgung zu gewährleisten.
- Qualitätsmanagement: Ein umfassendes Qualitätsmanagement sollte eingeführt werden, um die Qualität der Versorgung kontinuierlich zu verbessern.
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