Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch bestimmte Mikronährstoffe gelindert werden kann. Dieser Artikel beleuchtet die Behandlung von Migräne, insbesondere im Kontext der Empfehlungen und Ansichten von Jörg Spitz, einem Nuklearmediziner und Autor, der sich intensiv mit Vitamin D und anderen Nahrungsergänzungsmitteln beschäftigt. Dabei werden wissenschaftliche Erkenntnisse und verschiedene Perspektiven berücksichtigt, um ein umfassendes Bild zu vermitteln.
Die Rolle von Jörg Spitz und der SonnenAllianz
Jörg Spitz ist in Deutschland bekannt als Befürworter von Vitamin D und anderen Nahrungsergänzungsmitteln. Er betreibt ein Netzwerk von Internetseiten, darunter die SonnenAllianz und die Akademie für menschliche Medizin (AMM), die sich mit diesen Themen auseinandersetzen. Spitz hat mehrere Ratgeber zu Vitamin D veröffentlicht und setzt sich für dessen präventiven Nutzen ein.
Die Webseite SonnenAllianz, hinter der Spitz steht, verspricht "wissenschaftliche Fakten - klar und übersichtlich zusammengefasst" und die Hinterfragung von Behauptungen auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Allerdings gibt es Kritik an der Art und Weise, wie die SonnenAllianz Studien interpretiert und darstellt.
Vitamin D und seine Wirkung: Fakten und Kontroversen
Vitamin D ist ein Oberbegriff für Calciferole, eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, die an Stoffwechselvorgängen beteiligt sind, auf das Immunsystem wirken und die Kalziumaufnahme im Knochen fördern. Der Körper produziert Vitamin D durch die UV-B-Strahlung der Sonne, während ein geringerer Teil über die Ernährung aufgenommen wird.
Spitz und seine Autoren der SonnenAllianz betonen den präventiven Nutzen von Vitamin D und belegen dies mit zahlreichen Studien. Kritiker wie Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein weisen jedoch darauf hin, dass es sich oft um reine Beobachtungsstudien handelt, aus denen keine Kausalitäten abgeleitet werden können. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel bei Krebspatienten bedeutet nicht zwangsläufig, dass dieser den Tumor verursacht hat. Genauso gut könnte der Mangel durch die Erkrankung auftreten.
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Vitamin D und Krebs
Es gibt Hinweise darauf, dass ein geringer Vitamin-D-Spiegel bei einigen Krebsarten häufiger auftritt, aber die Kausalität ist unklar. Studien haben gezeigt, dass die Sterblichkeit bei Frauen mit Brustkrebs und niedrigem Vitamin-D-Status höher war. Ob eine prophylaktische Vitamin-D-Einnahme vor Krebs schützt, ist jedoch nicht bewiesen.
Vitamin D und COVID-19
Auf der Webseite der SonnenAllianz findet sich ein "Corona Spezial", in dem der präventive Nutzen von Vitamin D im Falle einer COVID-19-Infektion hervorgehoben wird. Eine "Echtzeit-Metaanalyse" wird zitiert, die angeblich zeigt, dass Vitamin D die Anzahl der Toten und kritischen Verläufe deutlich senken kann.
Smollich hat diese Metaanalyse genauer untersucht und festgestellt, dass in einer Studie Patienten mit mehr Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes in der Kontrollgruppe waren, die kein Vitamin D erhielt. Dies wurde in der Metaanalyse nicht berücksichtigt. Zudem ist die Transparenz der Metaanalyse fraglich, da die Studienautoren anonym bleiben.
Die Komplexität der Vitamin-D-Forschung
"Das Problem ist, dass Vitamin D direkt oder indirekt an jedem Prozess im Körper beteiligt ist", sagt Smollich. Studien zeigen daher oft einen Effekt, aber die Interpretation dieses Effekts ist entscheidend. Untersuchungen an Mäusen oder Zellkulturen lassen sich nicht einfach auf den Menschen übertragen, und Beobachtungsstudien dienen lediglich dazu, Hypothesen zu generieren. Diese müssen dann in größeren Settings und mit klinischen, randomisierten und kontrollierten Doppelblindstudien überprüft werden.
Mikronährstoffe und Migräne
Migräne kann durch bestimmte Mikronährstoffe gelindert werden. Zu diesen Mikronährstoffen gehören:
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- Magnesium: Magnesium wird bei Verstopfung, Kopfschmerzen, Migräne, Erschöpfung, Energiemangel, Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Zuckerstoffwechsel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nerven- und Muskelerregung, bei Muskelkrämpfen, Knochenstoffwechsel und Gedächtnisleistung eingesetzt
- Coenzym Q10: Coenzym Q10 spielt eine Rolle im Energiestoffwechsel und kann die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken verringern.
- Vitamin D: Studien untersuchen, ob Vitamin D3 neben den positiven Wirkungen auch bei Migräne helfen kann.
- Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren können ebenfalls die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken verringern.
Integrative Medizin und ganzheitliche Ansätze
Dr. med. Heinz Lüscher von WiseMedicine in Winterthur, Schweiz, praktiziert integrative Medizin und kombiniert schulmedizinische und komplementärmedizinische Ansätze. Auch er betont die Bedeutung von Vitalstoffen, ohne die Schulmedizin zu vernachlässigen.
Die primäre Präventionsmedizin zielt darauf ab, Krankheiten zu vermeiden und das natürliche Gleichgewicht des Körpers zu erhalten. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitalstoffen ist dabei essenziell. Eine spezielle Vitalstoffmessung kann helfen, Mängel zu erkennen und gezielt auszugleichen.
Zellgesundheit als Grundlage
Die Gesundheit der Zellen ist Grundvoraussetzung für die Gesundheit des Körpers insgesamt. Zellen benötigen Vitamine, Spurenelemente, Fettsäuren und Aminosäuren, um ihre Funktionen zu erfüllen. Stress, sei er körperlich oder geistig, erhöht den Bedarf an Vitalstoffen.
Maßnahmen zur Förderung der Zellgesundheit umfassen eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und den Verzicht auf Zellgifte wie Nikotin und Alkohol.
Die Bedeutung von Blutbildern
Blutbilder können Hinweise auf den Gesamtzustand des Patienten geben, etwa über das Vorhandensein von Mineralien und Salzen. Entzündungswerte, Leber- und Gallenwerte lassen sich ebenfalls im Blutbild überprüfen.
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Wichtige Blutwerte umfassen:
- ASLO-Titer: Antikörper gegen Streptolysin O (Streptokokken), ein Indikator für das Immunsystem.
- Blutsenkung: Die Geschwindigkeit, mit der die zellulären Bestandteile des Blutes nach unten sinken, deutet auf eine Entzündung im Körper hin.
- Cholesterin: Ein hoher Cholesterinspiegel deutet auf eine unausgewogene Ernährung hin und erhöht das Risiko von Arteriosklerose und Herzinfarkt.
- DAO: Diaminoxidase, ein Enzym, das Histamin abbaut.
- Ferritin: Der Eisenspeicher im Blut.
- Hämoglobin: Der Blutfarbstoff.
- Harnsäure: Ein Gichtparameter.
- Homocystein: Ein erhöhter Homocysteinwert kann Schädigungen der Blutgefäße zur Folge haben und wird in Zusammenhang mit Depressionen und Demenz gebracht.
- CRP: C-Reaktives Protein, ein Entzündungsmarker.
- IGF-1: Insulinähnliche Wachstumsfaktoren, die Fett abbauen und Muskeln aufbauen.
- Kreatinin: Ein im Blut befindliches Kreatinin zeigt Nierenbelastungen an.
- Leukozyten: Weiße Blutkörperchen, deren erhöhte Anzahl ein Zeichen für einen Infekt oder Entzündungsherd sein kann.
- Triglyceride: Blutfette, die auf eine Fettstoffwechselstörung oder Übergewicht hinweisen können.
- TSH: Schilddrüsen-stimulierendes Hormon, das die Jodaufnahme und die Hormonbildung der Schilddrüse stimuliert.