Jugendliches Verhalten im Schwimmbad: Sicherheit, Aufsicht und Prävention

Ein Schwimmbadbesuch ist für viele Jugendliche ein Highlight, besonders im Sommer. Ob Freibad oder Hallenbad, es verspricht Spaß, sportliche Aktivität und Erholung. Doch gerade für Jugendgruppen und ihre Betreuer birgt der Aufenthalt im Schwimmbad auch Herausforderungen. Dieser Artikel beleuchtet das Verhalten von Jugendlichen im Schwimmbad, die damit verbundenen Sicherheitsaspekte, die Aufsichtspflichten der Betreuer und gibt Empfehlungen zur Prävention von Unfällen und Problemen.

Gefahrenquellen im Schwimmbad

Obwohl Schwimmbäder im Allgemeinen sicherer sind als offene Gewässer wie Seen, Flüsse oder das Meer, gibt es auch hier potenzielle Gefahren.

  • Überfüllung: Besonders an heißen Sommertagen sind Schwimmbäder oft stark besucht. Dies erschwert die Aufsicht und erhöht das Risiko von Unfällen, beispielsweise wenn Einzelne im Übermut vom Beckenrand springen und andere im Wasser treffen.
  • Sprungbereiche: Sprünge von hohen Felsen oder Brücken stellen eine Mutprobe dar, bergen aber Gefahren durch versteckte Hindernisse unter Wasser wie Brückenverstrebungen, alte Holzpfähle oder Felsen. Auch das Springen in zu flaches Wasser kann zu Verletzungen führen.
  • Selbstüberschätzung: Jugendliche neigen manchmal zur Selbstüberschätzung ihrer Schwimmfähigkeiten. Dies kann besonders gefährlich werden, wenn sie zu weit hinausschwimmen und die Rückkehr unterschätzen. In offenen Gewässern können zusätzlich Strömungen oder Sog das Zurückschwimmen erschweren.
  • Gefahren durch andere Badegäste: Respektloses Verhalten anderer Badegäste, insbesondere von Jugendlichen, die sich danebenbenehmen und sich nichts sagen lassen wollen, kann zu gefährlichen Situationen führen.

Die Rolle des Gruppenleiters: Aufsichtspflicht und Vorbereitung

Für Gruppenleiter bedeutet das Baden mit einer Jugendgruppe oft Stress und Verantwortung. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Aufsichtspflicht, die sie unter keinen Umständen vernachlässigen dürfen. Eigene Interessen müssen stets hintenangestellt werden.

Vorbereitung ist das A und O

Das Abenteuer "Baden" mit der Jugendgruppe fängt für den Gruppenleiter bereits weit vorher an. Er sollte unbedingt die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Unfälle so weit wie möglich auszuschließen. Dazu gehören sowohl das Aufstellen von entsprechenden Regeln als auch das Einbinden weiterer Personen, etwa den Bademeister.

  • Regeln aufstellen: Bevor es ins Wasser geht, sollten klare Verhaltensregeln aufgestellt werden. Diese sollten im Vorfeld besprochen werden, da die Aufmerksamkeit im Becken oft auf den Schwimmspaß fokussiert ist.
  • Verbündete suchen: Um sich die Aufsicht zu erleichtern, kann es sinnvoll sein, einen Gruppenteilnehmer zum "Verbündeten" zu machen und ihm Aufgaben zu übertragen, insbesondere was das Aufpassen angeht. Die rechtliche Aufsichtspflicht bleibt jedoch beim Gruppenleiter.
  • Gruppe aufteilen: Bei großen Gruppen kann die Übersichtlichkeit erhöht werden, indem die Gruppe in Untergruppen eingeteilt wird, die nacheinander baden.
  • Anmeldung beim Bademeister: Bei Schwimmbädern und Badeseen mit Aufsicht sollte die Gruppe im Vorfeld beim Bademeister angemeldet werden.

Verhalten im Schwimmbad

  • Abkühlung: Vor dem Sprung ins Wasser sollte man sich abkühlen und nicht erhitzt ins Wasser springen.
  • Mäßigung: Nicht mit vollem Magen ins Wasser gehen und nicht zu lange im Wasser bleiben, bevor der Körper zu unterkühlen anfängt. Blaue Lippen und bibbernde Kinder sind ein Alarmzeichen. Ist der Körper unterkühlt, lässt auch die Schwimmkraft nach.

Verhalten von Jugendlichen im Schwimmbad

Der Bademeister Rico Curia hat den Eindruck, dass Jugendliche sich im Schwimmbad respektloser wie früher verhalten. Meistens seien es Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, die sich danebenbenehmen und sich nichts sagen lassen wollen. In der Regel greifen die Angestellten selbst durch und verweisen Rabauken des Bades.

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Positive Beispiele

Es gibt aber auch positive Beispiele, wie der Sozialarbeiter Murat Sözer zeigt. Er geht regelmäßig mit Jugendlichen ins Schwimmbad und achtet auf gutes Benehmen. Er vermittelt Respekt vor dem Bademeister und den anderen Badegästen. Die Jugendlichen halten sich an seine Regeln, weil er streng, aber fair ist und sich um sie kümmert.

Sicherheitstipps für den Schwimmbadbesuch mit Jugendlichen

  • Schwimmkenntnisse: Klären Sie im Vorfeld die Schwimmkenntnisse der Jugendlichen ab. Führen Sie gegebenenfalls einen Schwimmtest durch.
  • Schwimmhilfen: Stellen Sie sicher, dass nicht sichere Schwimmhilfen wie Luftmatratzen und Schwimmtiere nicht als Ersatz für Schwimmkenntnisse verwendet werden.
  • Wertsachen: Lassen Sie Wertsachen möglichst zu Hause oder deponieren Sie sie sicher. Der Betreiber des Bades haftet nicht für Diebstähle.
  • Hausordnung: Machen Sie sich mit der Hausordnung des Bades vertraut und achten Sie auf Hinweisschilder.
  • Rücksichtnahme: Nehmen Sie Rücksicht auf andere Badegäste. Vermeiden Sie Lärm und rücksichtsloses Verhalten.
  • Erste Hilfe: Informieren Sie sich über die Lage des Erste-Hilfe-Raums und die Ansprechpartner für Notfälle.

Die Rolle des Schwimmbadbetreibers

Der Badbetreiber hat eine Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet, er muss die Liegewiese regelmäßig kontrollieren und von Müll und Scherben befreien. Er muss den Badebetrieb beobachten und dabei insbesondere die Becken und den Bereich der Sprungtürme im Blick haben.

Regeln und Verbote

Der Betreiber kann Regeln aufstellen, beispielsweise ein Rauchverbot rund um das Nichtschwimmerbecken und die Spielanlagen für Kinder. Er kann auch Musik am Beckenrand verbieten oder hinsichtlich der Lautstärke einschränken.

Schwimmkurse und Wassergewöhnung

Eine europaweite Studie hat ergeben, dass Kinder zwar gut schwimmen können, aber zu leichtsinnig sind. Es ist daher wichtig, dass Kinder frühzeitig schwimmen lernen und das richtige Verhalten im Wasser trainieren. Schwimmkurse für Anfänger vermitteln nicht nur Schwimmtechniken, sondern auch das richtige Verhalten in unübersichtlichen Situationen.

Mangelnde Schwimmfähigkeit

Die DLRG schätzt, dass zum Abschluss der Grundschule rund 60 Prozent der Kinder keine sicheren Schwimmer sind. Gründe dafür sind fehlende Infrastruktur, verändertes Freizeitverhalten und soziale Ungleichheit.

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