Kalium ist ein essentieller Mineralstoff, der eine zentrale Rolle für die Gesundheit spielt. Es ist vor allem für die Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes und die Unterstützung der Nerven- und Muskelfunktionen bekannt. Kalium befindet sich im Körper vor allem im Inneren der Körperzellen - außerhalb der Zellen herrscht Natrium vor. Dass diese Stoffe richtig verteilt sind, ist für viele lebenswichtige Prozesse entscheidend. In diesem umfassenden Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen zu Kalium, seiner Wirkung, den besten natürlichen Quellen, sowie der richtigen Auswahl und Anwendung von Kaliumpräparaten.
Was ist Kalium?
Kalium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der in bestimmten Salzen vorkommt und über die Nahrung aufgenommen wird. Es ist ein positiv geladenes Ion (Kation), das hauptsächlich in den Zellen des Körpers vorkommt. Kalium ist in Wasser und Körperflüssigkeiten als positiv geladenes Teilchen gelöst. Es hilft dabei, die Flüssigkeitsbalance aufrechtzuerhalten, und unterstützt die Funktion von Nerven, Muskeln und des Herzens. Zusammen mit Natrium regelt Kalium den Flüssigkeitshaushalt und trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.
Die vielfältigen Aufgaben von Kalium im Körper
Kalium erfüllt im Körper vielseitige Aufgaben: Es ist zum Beispiel wichtig für die Reizweiterleitung der Nerven und steuert unter anderem das Anspannen (Aktivieren) der Muskeln. Es regelt aber auch, wie viel Flüssigkeit die Zellen enthalten. Weiterhin ist Kalium als Cofaktor von Enzymen an der Bildung von Proteinen und Glykogen beteiligt und somit für das Wachstum von großer Bedeutung. Kalium ist mitverantwortlich für die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks, der Elektrolythomöostase und des Säure-Basen-Haushalts. Kalium spielt weiterhin eine Rolle bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen und ist somit von Bedeutung für Muskelkontraktionen, Herzfunktion und die Regulation des Blutdrucks.
Kalium und die Nervenfunktion
Für eine normale Funktion des Nervensystems und der Muskeln sowie für die Regulierung des Blutdrucks ist Kalium wichtig und trägt zum Wohlbefinden bei. Starke Nerven und eine gesunde Psyche sind notwendig, um psychische Beschwerden wie Depressionen zu vermeiden.
Kalium und die Muskelgesundheit
Kalium ist essenziell für die Muskelkontraktion. Es sorgt dafür, dass die Reize an die Muskeln weitergeleitet werden und sich dadurch anspannen und auch wieder ausdehnen. Durch Kalium hat man genügend Kraft und Ausdauer für die Herausforderungen, denen man sich täglich stellt.
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Kalium und der Blutdruck
Kalium kann helfen, den Blutdruck zu senken, indem es die Wirkung von Natrium im Körper ausgleicht. Dies reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine hohe Kaliumzufuhr kann bei Personen mit Bluthochdruck blutdrucksenkend wirken und das Risiko für Schlaganfall reduzieren. Dabei ist der Zusammenhang bei einer Kaliumzufuhr von 3.500 mg bis 4.700 mg pro Tag am stärksten. Sinnvoll kann der Ersatz von Kochsalz (Natriumchlorid) durch Kalium-Salz (Kochsalzersatzmittel) sein.
Kalium und der Flüssigkeitshaushalt
Als Flüssigkeitsregulator ist Kalium ein wichtiger Bestandteil der Verdauungssäfte. Es hilft dabei, die Flüssigkeitsbalance aufrechtzuerhalten.
Die gesundheitlichen Vorteile von Kalium
Kalium bietet zahlreiche Vorteile für die Gesundheit, darunter:
- Regulierung des Blutdrucks: Kalium kann helfen, den Blutdruck zu senken, indem es die Wirkung von Natrium im Körper ausgleicht. Dies reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Unterstützung der Herzfunktion: Es hilft, den Herzrhythmus zu regulieren und die Kontraktion der Herzmuskeln zu fördern.
- Förderung der Knochengesundheit: Eine ausreichende Kaliumzufuhr kann das Risiko für Osteoporose senken, indem sie den Kalziumverlust in den Knochen reduziert.
- Verbesserung der Blutzuckerkontrolle: Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels, insbesondere bei Menschen mit Stoffwechselerkrankungen.
- Unterstützung der Muskel- und Nervenfunktion: Kalium erleichtert die Übertragung von Nervenimpulsen und ist essenziell für die Muskelkontraktion.
Wie wirkt sich ein Kaliummangel aus?
Ein Mangel an Kalium, auch Hypokaliämie genannt, kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen, darunter:
- Muskelschwäche: Schwierigkeiten bei der Muskelkontraktion.
- Müdigkeit: Ein andauerndes Gefühl von Erschöpfung.
- Herzrhythmusstörungen: Unregelmäßigkeiten im Herzschlag.
- Verdauungsprobleme: Verstopfung aufgrund einer beeinträchtigten Darmfunktion.
- Muskelkrämpfe: Besonders bei sportlicher Betätigung.
- Müdigkeit
- Konzentrationsstörungen
- Nervosität
- Appetitlosigkeit
- Darmträgheit
- Kopfschmerzen, Schwindel
- schnell ermüdende Muskeln
- trockene Haut mit höherer Neigung zu Akne
- Wundheilungsstörungen
Ein schwerer Kaliummangel kann ernste gesundheitliche Folgen haben und sollte ärztlich behandelt werden.
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Krankheiten, die mit einer niedrigen Kaliumaufnahme verbunden sind
Eine unzureichende Kaliumaufnahme kann das Risiko für verschiedene gesundheitliche Probleme erhöhen. Zu den wichtigsten Krankheiten, die mit einem Kaliumdefizit in Verbindung stehen, gehören:
- Bluthochdruck: Eine niedrige Kaliumzufuhr kann den Blutdruck erhöhen, da Kalium hilft, die Wirkung von Natrium zu regulieren. Ein hoher Blutdruck ist ein bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Typ-2-Diabetes: Ein Kaliummangel kann den Glukosestoffwechsel beeinträchtigen und das Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes erhöhen, da Kalium eine wichtige Rolle bei der Insulinempfindlichkeit spielt.
- Nierensteine: Ein niedriger Kaliumspiegel im Körper kann das Mineralgleichgewicht stören und die Bildung von Nierensteinen begünstigen, da Kalium hilft, den pH-Wert im Urin zu regulieren.
- Osteoporose: Ein langfristiger Mangel an Kalium kann zu einem Mineralverlust in den Knochen führen, was das Risiko für Osteoporose und Frakturen erhöht. Kalium trägt dazu bei, den Kalziumverlust zu minimieren und die Knochengesundheit zu unterstützen.
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Kaliumzufuhr ist entscheidend, um diese gesundheitlichen Risiken zu verringern und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.
Ursachen für Kaliummangel
Häufige Ursache für einen Kaliummangel (Hypokaliämie) sind starke Kaliumverluste durch z. B. Erbrechen, den Gebrauch von abführenden Mitteln, die Einnahme harntreibender Medikamente oder chronische Durchfälle. Außerdem kann ein Kaliummangel als Folge von langanhaltender Unterernährung und bei einer Überfunktion der Nebennieren (Conn-Syndrom) auftreten. Ein Kaliummangel infolge einer geringen Kaliumzufuhr über die Ernährung ist selten.
In vielen Fällen geht Kaliummangel auf die Einnahme von Medikamenten zurück. Das sind vor allem Medikamente, die die Nierentätigkeit anregen und entwässernd, also harntreibend, wirken. Bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten sind hier insbesondere Diuretika wie Thiazide und die besonders häufig verwendeten Schleifendiuretika wie Furosemid oder Torasemid zu nennen. Auch digitalishaltige Herzmedikamente begünstigen Kaliummangel. Aber auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente können zu Kaliummangel führen. Das gilt beispielsweise für die regelmäßige Einnahme von Abführmitteln.
Da der Kaliumhaushalt wesentlich von einer gesunden Nierenfunktion abhängt, gehen Erkrankungen der Niere zuweilen mit Kaliummangel einher. Auch bestimmte Hormonstörungen und Magnesiummangel erhöhen das Risiko für eine Hypokaliämie. Eine weitere Ursache sind starke Flüssigkeitsverluste durch Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen.
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Weitere Erkrankungen, die einen Kaliummangel begünstigen, sind Überfunktionen der Nebennierenrinde (mit einem Überschuss an Cortisol oder Aldosteron) oder insulinpflichtige Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).
Selten ist Fehlernährung (Unterernährung oder Mangelernährung) die Ursache von Kaliummangel. Davon betrofffen sind insbesondere Patienten mit Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie). Aber auch Senioren in Pflegeheimen, Alkoholkranke, Obdachlose oder stressgeplagte Menschen ernähren sich häufig mineralstoffarm.
Eine erhöhte Zufuhr von Salz kann ebenfalls für einen Kaliummangel verantwortlich sein. Denn eine stark salzhaltige Ernährung erhöht die Natriumkonzentration im Blut. Der Körper versucht nun, das Zuviel an Natrium über die Nieren auszuscheiden. Das geschieht allerdings nur in der Kombination mit Kalium - ein Kaliummangel ist die Folge.
Ebenso kann eine gestörte Aufnahme von Kalium aus dem Darm einen Kaliummangel bedingen. Hiervon sind insbesondere Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder auch mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) betroffen.
Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Cola bringen den Körper dazu, mehr Kalium auszuscheiden. Dementsprechend steigt der Bedarf an dem Mineralstoff. Wenn man auf seinen regelmäßigen Koffeinkick aber nicht verzichten will, sollte man den erhöhten Kaliumbedarf mit der passenden Ernährung ausgleichen. Starker Alkoholkonsum oder sogar Alkoholmissbrauch beeinflusst das Leben in vielen Bereichen, einschließlich der Ernährung. Dieser Einfluss kann bis zur Mangelernährung führen. Deshalb geht man davon aus, dass Kaliummangel eine der vielen Folgen von Alkoholmissbrauch ist.
Was sind die besten natürlichen Kaliumquellen?
Kalium ist in fast allen Lebensmitteln zu finden, sowohl in tierischen (Fleisch) als auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Dabei ist der Gehalt an Kalium in unverarbeiteten Lebensmitteln stets höher als in verarbeiteten. Bei Letzteren gehen nämlich häufig im Laufe des Verarbeitungsprozesses wasserlösliche Kaliumverbindungen verloren, so dass Kaliumverluste von 20 bis 50 Prozent zu verzeichnen sind. Kalium ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Hier sind die besten natürlichen Quellen:
- Obst und Gemüse: Bananen, Avocados, Tomaten, Kartoffeln, Spinat, Aprikosen, Karotten, Kürbis, Sellerie, Kohlrabi sind besonders reich an Kalium.
- Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen und Sojabohnen sind ebenfalls gute Kaliumlieferanten.
- Tierische Produkte: Milch, Joghurt, Fleisch und Fisch enthalten moderate Mengen an Kalium.
- Getränke: Fruchtsäfte wie Orangensaft sowie Kaffee und Tee sind ebenfalls kaliumreich.
- Nüsse und Samen: Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, Cashewkerne, Erdnüsse und Sonnenblumenkerne tragen ebenfalls zur Kaliumzufuhr bei.
- Weitere Quellen: Bitterschokolade und einige Mehlsorten (Dinkel-, Roggen-, Buchweizenvollkornmehl) besitzen einen hohen Kaliumgehalt.
Zu besonders kaliumreichen Obst- und Gemüsearten gehören Tomaten, Bananen, Mohrrüben und Aprikosen. Weiterhin kommt Kalium in einigen Nusssorten wie Erdnüssen, Mandeln und Cashew-Kernen vor. Auch bestimmte Mehle wie Roggen- und Dinkelmehl enthalten den Mineralstoff. Nicht zuletzt enthält Kakao sehr hohe Mengen an Kalium, weshalb auch der Genuss von Bitterschokolade zur Kaliumaufnahme beiträgt.
Beispiele für kaliumreiche Mahlzeiten
Der Schätzwert für die Kaliumzufuhr für Erwachsene und Schwangere von 4.000 mg/Tag sowie der Schätzwert für Stillende in Höhe von 4.400 mg/Tag können über eine ausgewogene Ernährung erreicht werden. Hier sind einige Beispiele für eine Kaliumzufuhr von 4.000 mg/Tag:
- 2 Scheiben Vollkornbrot (291 mg Kalium)
- 60 g Camembert (72 mg Kalium)
- 2 Stück Kiwi (288 mg Kalium)
- 1 Stück Banane (551 mg Kalium)
- 200 g Kartoffeln, geschält, gegart (680 mg Kalium)
- 2 Stück Karotte, roh (710 mg Kalium)
- 1 Stück Kohlrabi, roh (322 mg Kalium)
- 2 Stück Tomaten, roh (235 mg Kalium)
- 1 Stück Lachs, gegart (594 mg Kalium)
- 20 g Mandeln (135 mg Kalium)
- 1 kleiner Becher Fruchtjoghurt (201 mg Kalium)
Kaliumpräparate: Wann sind sie sinnvoll?
Kalium wird standardmäßig bei vielen Blutuntersuchungen bestimmt. Der Wert gibt Hinweise darauf, ob der Salz- und Wasserhaushalt sowie der Säure-Base-Haushalt des Körpers gestört sind. Das kann dabei helfen, Krankheiten festzustellen, aber auch zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand ändert oder ob eine Behandlung wirkt. Der Kalium-Spiegel wird zum Beispiel bei bestimmten Herzkrankheiten gemessen, da bei Abweichungen die Funktion des Herzmuskels gestört werden kann, oder bei einer Nierenschwäche. Auch bei der Einnahme von Abführmitteln oder entwässernden Mitteln (Diuretika) kann es sinnvoll sein, den Kalium-Spiegel zu kontrollieren. Anhaltendes Erbrechen oder Durchfall geben ebenfalls einen Anlass, den Kalium-Spiegel zu überprüfen.
Um den Kalium-Wert zu bestimmen, nimmt die Ärztin oder der Arzt etwas Blut ab, in der Regel aus der Armvene. Bei Säuglingen reichen auch ein paar Tropfen Blut aus der Ferse. Die Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden, da verschiedene Testverfahren eingesetzt werden. Daher gibt jedes Labor in seinem Bericht eigene Referenzbereiche an. Die Werte hängen auch davon ab, ob Kalium im Blutplasma oder im Blutserum bestimmt wird. Von einem Laborwert allein lässt sich meist nicht auf eine Krankheit schließen. Erst im Zusammenhang mit anderen Werten, Symptomen und Untersuchungen ergibt sich ein klares Bild. Zudem haben auch gesunde Menschen manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs.
Kaliumpräparate können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, beispielsweise bei einem diagnostizierten Kaliummangel, der nicht durch die Ernährung behoben werden kann. Ein akuter Mangel lässt sich durch eine Kalium-Infusion oder Kalium-Brausetabletten ausgleichen. Hauptsächlich geht es aber darum, die Ursache zu behandeln: Stecken beispielsweise Medikamente hinter dem erniedrigten Wert, können sie vielleicht in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt gewechselt oder anders dosiert werden. Wird nicht genügend Kalium aufgenommen, kann man sich kaliumreicher ernähren.
Wie wählt man ein Kaliumpräparat aus?
Beim Kauf eines Kaliumpräparats sollten Sie folgende Kriterien beachten:
- Menge an elementarem Kalium: Prüfen Sie die angegebene Kaliumdosis pro Portion auf dem Etikett.
- Form des Kaliums: Kaliumpräparate gibt es in verschiedenen Formen wie Kaliumcitrat, Kaliumchlorid oder Kaliumbicarbonat. Kaliumcitrat wird oft bevorzugt, da es gut verträglich ist.
- Qualitätsmerkmale: Achten Sie auf Produkte von vertrauenswürdigen Marken, die unabhängigen Qualitätsprüfungen unterzogen wurden.
- Spezifische Bedürfnisse: Wenn Sie Allergien haben oder eine vegane Lebensweise verfolgen, suchen Sie nach entsprechenden Kennzeichnungen.
- Ärztliche Beratung: Konsultieren Sie vor der Einnahme eines Präparats Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, insbesondere bei gesundheitlichen Vorbelastungen.
Empfohlene Tagesdosis
Die empfohlene tägliche Kaliumzufuhr beträgt:
- Erwachsene: 4.000 mg pro Tag
- Kinder: Die empfohlene Menge variiert je nach Alter und liegt unterhalb der Menge für Erwachsene.
Eine ausgewogene Ernährung, die reich an frischen Lebensmitteln ist, liefert in der Regel ausreichend Kalium.
Einnahme und Nebenwirkungen
Kaliumpräparate sollten idealerweise mit oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden, um mögliche Magenbeschwerden zu vermeiden. Befolgen Sie stets die Anweisungen auf dem Etikett oder die Empfehlungen Ihres Arztes.
Eine übermäßige Kaliumzufuhr kann zu Hyperkaliämie führen, einer gefährlichen Erhöhung des Kaliumspiegels im Blut. Symptome einer Hyperkaliämie können sein:
- Herzrhythmusstörungen
- Schwächegefühl
- Übelkeit
Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion oder anderen gesundheitlichen Problemen sollten Kaliumpräparate nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.
Wer sollte besonders vorsichtig mit Kalium sein?
Kaliumpräparate sind nicht für jeden geeignet. Vorsicht ist geboten bei:
- Personen mit Nierenerkrankungen
- Menschen, die kaliumsparende Diuretika einnehmen
- Patienten mit Herzinsuffizienz oder Diabetes
Konsultieren Sie einen Arzt oder eine Ärztin, bevor Sie ein Kaliumpräparat einnehmen.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Eine zu hohe Kalium-Zufuhr, also eine Überdosierung, kann sehr negative Folgen haben. Dazu gehören Schäden wie Darmverschluss, Herzrhythmusstörungen und Muskellähmungen. Zu den Risikogruppen zählen ältere Menschen, vor allem die große Zahl von Personen, denen nicht bekannt ist, dass sie eine Nierenfunktionsstörung haben. Aber auch Menschen mit Diabetes mellitus und Herzerkrankungen sind betroffen.
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sollte deshalb nicht mehr als 500 Milligramm Kalium in einer Tagesdosis Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein. Höher dosierte bzw. Kalium(Mono)-Präparate sollten Sie nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden. Wenn Sie Medikamente nehmen (egal ob verschreibungspflichtig oder nicht), sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt bevor Sie ein kaliumhaltiges Nahrungsergänzungsmittel verwenden, da gravierende Wechselwirkungen möglich sind.
Kaliummangel behandeln
Einen Kaliummangel diagnostiziert immer Ihr ärztliches Fachpersonal, denn die unspezifischen Symptome machen eine Selbstdiagnose eigentlich unmöglich. Wenn Sie also vermuten, dass Ihr Kaliumspiegel zu niedrig ist, wenden Sie sich an Ihre hausärztliche Praxis und lassen Sie sich gründlich durchchecken.
Bei der Diagnose eines Kaliummangels unterscheidet man zwischen einem akuten und einem chronischen Mangel. Ein akuter Kaliummangel kann mitunter problematisch werden und wird deshalb als Notfall gewertet. Eine Infusion mit Kaliumchlorid bringt den Kaliumspiegel dann möglichst schnell wieder auf ein gesundes Level. Ist der Wert auf diese Weise stabilisiert, wird man sich darum kümmern, den Grund für den Mangel herauszufinden und wenn möglich zu behandeln.
Ein chronischer Kaliummangel kann zum Beispiel durch Medikamente ausgelöst werden, durch die der Körper den Mineralstoff vermehrt ausscheidet. Betroffene, die auf ihre Medikamente angewiesen sind, müssen dieses Defizit dann mit einer kaliumreichen Ernährung oder Kalium-Präparaten ausgleichen. Mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Kartoffelprodukten, Obstsäften und Nüssen auf dem Speiseplan ist eine passende Ernährung ein einfacher und leckerer Weg, den Kaliumhaushalt im Lot zu halten.
Kaliumspiegel zu hoch: Was tun?
Ist zu viel Kalium im Blut, sprechen Fachleute von einer Hyperkaliämie. Häufig ist der Wert zu hoch, weil der Körper nicht genügend Kalium ausscheidet. Das kann einerseits an Erkrankungen wie Nierenversagen oder Hormonstörungen liegen - andererseits aber auch an verschiedenen Medikamenten wie sogenannten kaliumsparenden Diuretika und anderen Blutdrucksenkern.
Auch bei zu hohen Blutwerten kann es sein, dass das im Körper vorhandene Kalium ungünstig verteilt ist: Die Körperzellen geben dann zu viel Kalium ins Blut ab. Dazu kommt es, wenn das Blut übersäuert (Azidose). Eine Azidose entsteht unter anderem, wenn der Körper nicht genügend Sauerstoff bekommt. Es ist wichtig, einen erhöhten Wert von der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen. Dazu gehört dann auch die Untersuchung anderer Blut- und Urinwerte. Ist die Ursache bekannt, kann entsprechend behandelt werden: Beispielsweise können vielleicht Medikamente in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt gewechselt oder anders dosiert werden. Liegt eine Krankheit zugrunde, ist es wichtig, diese zu behandeln. Je nach Situation kann es auch sinnvoll sein, die Ernährung kaliumärmer zu gestalten.
Bei stark erhöhten Kalium-Werten ist schnelle ärztliche Hilfe wichtig, denn sie können zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen.