Klassische Homöopathie zur Behandlung von Migräne

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das in verschiedenen Formen auftritt und vielfältige Ursachen haben kann. In Deutschland leiden etwa 40 Prozent der Erwachsenen gelegentlich an Kopfschmerzen, 10 Prozent an Migräne, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die renommierte Internationale Kopfschmerz Gesellschaft (International Headache Society, IHS) unterscheidet über 200 Typen von Kopfschmerz.

Primäre und sekundäre Kopfschmerzen

Die Medizin unterscheidet grundsätzlich zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Bei primären Kopfschmerzen liegt keine zugrunde liegende Erkrankung vor, weshalb sie auch als „idiopathisch“ bezeichnet werden. Zu den primären Kopfschmerzen zählen Migräne, Spannungskopfschmerzen und Clusterkopfschmerzen. Sekundäre Kopfschmerzen hingegen werden durch bestimmte Krankheitsbilder verursacht, wie z.B. Infektionen, Verletzungen des Kopfes, Erkrankungen der Halswirbelsäule, Medikamente oder Nervenschäden.

Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen

Neben dem Spannungskopfschmerz ist die Migräne eines der häufigsten Krankheitsbilder. Oft erkranken Betroffene bereits im Kindes- oder Jugendalter. Die Migräne unterscheidet sich von anderen Kopfschmerzen durch starke Schmerzattacken. Der Schmerz beschränkt sich meist auf eine Kopfseite, pulsiert und wird durch körperliche Aktivität verstärkt. Hinzu kommen Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Übelkeit. Betroffene sind in ihrem Alltag erheblich eingeschränkt und müssen strikte Ruhe halten, um den Schmerz nicht zu verstärken. Bei etwa 20 Prozent der Migräne-Patienten kündigt sich eine Attacke durch die sogenannte „Aura“ an. Dabei treten beispielsweise Sehstörungen, Lichtblitze und Taubheitsgefühle auf. Diese Symptome können fünf bis 60 Minuten anhalten, bevor die Migräne eintritt.

Ursachen und Auslöser von Migräne

Anders als bei „normalen“ Kopfschmerzen spielen bei der Migräne auch die Gene eine Rolle und führen zu familiären Häufungen. Eine weitere Ursache ist ein Ungleichgewicht von Botenstoffen wie Serotonin, Noradrenalin und CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptide). Diese Stoffe haben Einfluss auf die Schmerzempfindlichkeit von Blutgefäßen im Kopf und können so eine Migräne begünstigen. Wie bei „normalen“ Kopfschmerzen sind auch bei der Migräne viele Trigger bekannt, dazu zählen Hormonschwankungen bei Frauen.

Diagnose und Behandlung von Migräne

Die Medizin kann heute sehr präzise die verschiedenen Schmerztypen diagnostizieren und behandeln. Kopfschmerzexperten können den Betroffenen durch ausführliche Patientengespräche und anschließende Untersuchungen effektiv helfen. Hilfreich bei der Diagnose sind zudem Kopfschmerz-Tagebücher, in denen Patienten über eine Zeit lang die Art und Intensität des Schmerzes notieren.

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Homöopathie als Behandlungsansatz bei Migräne

Viele Migräne-Patienten suchen nach Behandlungsalternativen zur klassischen medikamentösen Therapie. Die Homöopathie gehört zu den beliebtesten alternativen Heilverfahren, bei dem der Patient ein homöopathisches Mittel erhält, welches in seiner Reinform bei gesunden Menschen ähnliche Beschwerden auslösen würde. Die Homöopathie zielt nicht auf eine schnelle Schmerzlinderung, sondern auf eine nachhaltige Regulation des Körpers.

Die Wahl des richtigen homöopathischen Mittels

Die Auswahl des richtigen Homöopathikums ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, wie die Art des Kopfschmerzes, die Lokalisation des Schmerzes und die Begleitbeschwerden.

Einige häufig verwendete homöopathische Mittel bei Migräne sind:

  • Belladonna: Bei pochenden und bohrenden Kopfschmerzen, die plötzlich auftreten und über den Augen lokalisiert sind.
  • Cimicifuga racemosa: Bei Migräne in den Wechseljahren, die von Schwindel und stechenden Augenschmerzen begleitet wird.
  • Cyclamen europaeum: Bei Migräneattacken mit Sehstörungen wie Doppeltsehen.
  • Iris versicolor: Bei der sogenannten „Wochenendmigräne“, wenn die Migräne während Entspannungsphasen und durch Ruhe schlimmer wird.
  • Sanguinaria canadensis: Bei Migräne-Schmerzen, die vor allem rechtsseitig auftreten.
  • Migräne-Gastreu® M R16 Tropfen: Ein homöopathisches Kombinationsarzneimittel, dessen Zusammensetzung auf praktischer Erfahrung homöopathischer Ärzte basiert.

Schüssler Salze bei Migräne

Auch Schüssler Salze können begleitend zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden. Besonders das Schüssler Salz Nummer 7, Magnesium phosphoricum, kann bei Migräne und Kopfschmerzen entspannend und schmerzlindernd wirken. Es ist üblich, verschiedene Schüssler Salze zu kombinieren, zum Beispiel die Salze Nummer 7, 8 und 11.

Anwendung und Dosierung homöopathischer Mittel

Homöopathische Mittel sind in verschiedenen Potenzen erhältlich. Für homöopathisch weniger erfahrene Anwender bietet sich eine D12-Potenz an. Bei akuten Erkrankungen können am ersten Tag drei Globuli ca. alle zwei Stunden bis zu einer eindeutigen Besserungstendenz eingenommen werden. Wenn das Mittel richtig gewählt wurde, sollte diese spätestens am Folgetag erkennbar sein. Dann kann der Patient die nächsten zwei bis drei Tage immer dann eine weitere Dosis einnehmen, wenn die Besserungstendenz stagniert. Dabei sollten nicht mehr als drei bis vier Einzelgaben pro Tag erforderlich sein.

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Wichtige Hinweise zur homöopathischen Behandlung von Migräne

  • Eine homöopathische Behandlung von Migräne sollte nur von einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt werden.
  • Eine Therapie in Eigenregie ist nicht empfehlenswert.
  • Bei chronischen Kopfschmerzen ist es wichtig, die Einnahme von Akutschmerzmitteln auf weniger als 10 Tage im Monat zu begrenzen, da es sonst zum Medikamentenübergebrauchskopfschmerz kommen kann.
  • Bei der Einnahme eines homöopathischen Mittels kann es zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen. In diesem Fall sollte das Mittel abgesetzt und nach Abklingen der Symptome in einer höheren Potenz erneut eingenommen werden.
  • Es kann sinnvoll sein, parallel zur homöopathischen Behandlung auf bestimmte Genuss- und Lebensmittel zu verzichten, die die Behandlung stören könnten.

Weitere unterstützende Maßnahmen bei Migräne

Neben der homöopathischen Behandlung gibt es weitere Maßnahmen, die bei Migräne unterstützend wirken können:

  • Entspannungsübungen: Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training können helfen, Muskelverspannungen zu lösen und Stress abzubauen.
  • Bewegung und Sport: Regelmäßige Bewegung und Sport an der frischen Luft, wie Walken, Joggen, Schwimmen oder Fahrradfahren, können sich positiv auf Migräne auswirken.
  • Pfefferminzöl: Pfefferminzöl wirkt auf die Schläfen und den Nacken aufgetragen kühlend und kann so die Schmerzen lindern.
  • Kühlende oder wärmende Umschläge: Als Hausmittel gegen Kopfschmerzen helfen ebenfalls kühlende oder wärmende Umschläge auf Stirn und Nacken.
  • Akupressur: Gemäß der traditionellen chinesischen Energielehre kann Akupressur - die Anregung der Energiepunkte mittels Massage - helfen, Kopfschmerzen zu lindern.
  • Bewusstes Atmen: Bewusstes Atmen, z. B. mittels yogischer Wechselatmung, ein paar Lockerungsübungen oder ein paar gezielte Yogaübungen für Schulter, Nacken und Kopfbereich tragen zum Stressabbau und zur Entspannung bei.
  • Ausreichend Schlaf: Studien empfehlen eine Schlafdauer von 7 - 9 Stunden pro Nacht für Erwachsene.
  • Regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit: Der Mensch besteht zu 60 - 80 % aus Wasser. Regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit sind wichtig, um den Körper optimal zu versorgen.
  • Vermeidung von Triggern: Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln können Kopfschmerzen triggern. So sollten Fertigprodukte dringend gemieden werden. Auch eine Histaminunverträglichkeit kommt in Betracht.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Wer viel am Bildschirm arbeitet, sollte seinen Augen ausreichende Pausen gönnen und ganz bewusst den Fokus auf verschiedene Distanzen lenken.

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