Kalziummangel als Ursache von Parkinson-Symptomen und Tremor

Wenn die Hand zittert, kann dies viele Ursachen haben. Manchmal sind es harmlose Gründe wie Kälte, Angst oder zu viel Kaffee. Ein deutlicher Tremor kann jedoch auch ein Symptom einer Erkrankung oder die Erkrankung selbst sein. In diesem Artikel werden die Zusammenhänge zwischen Kalziummangel, Parkinson und anderen Ursachen von Tremor beleuchtet.

Tremor: Eine Bewegungsstörung mit vielen Gesichtern

Ein Tremor ist eine Bewegungsstörung, die sich am häufigsten an Händen oder Armen äußert, aber auch Rumpf oder Kopf betreffen kann. Man unterscheidet verschiedene Arten von Tremor:

  • Ruhetremor: Tritt auf, wenn die Muskulatur vollkommen entspannt ist, z. B. wenn die Hand auf einem Tisch liegt.
  • Haltetremor: Tritt auf, wenn der Betroffene Kraft braucht, um Finger, Arm oder Bein in Position zu halten, z. B. beim Halten eines Wasserglases.
  • Bewegungstremor: Zeigt sich bei bestimmten Bewegungen, z. B. beim Schreiben oder Klavierspielen.
  • Intentionstremor: Verstärkt sich, wenn das Ziel einer bestimmten Bewegung erreicht oder "in greifbarer Nähe" ist.

Ursachen für Tremor

Die Ursachen für Tremor können vielfältig sein. Mindestens jeder Hundertste in Deutschland leidet unter einem essenziellen Tremor, einem Zittern ohne erkennbare neurologische Grunderkrankung. Bei dieser Form sind oft sogar mehrere Mitglieder der Familie betroffen.

Andere mögliche Ursachen sind:

  • Überfunktion der Schilddrüse oder Nebenschilddrüsen
  • Kalziummangel
  • Unterzucker
  • Vitamin-B12-Mangel
  • Störungen eines Nerven-Regelkreises zwischen Kleinhirn, Hirnstamm und Mittelhirn
  • Morbus Parkinson
  • Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Angstzustände
  • Stress
  • Durchblutungsstörungen

Kalziummangel als Tremor-Ursache

Ein Kalziummangel kann sich durch verschiedene Symptome äußern, darunter auch Tremor. Kalzium spielt eine wichtige Rolle bei der Erregungsleitung in Nerven und Muskeln. Ein Mangel kann daher zu einer erhöhten Erregbarkeit und unkontrollierten Muskelzuckungen führen, die sich als Zittern äußern können.

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Parkinson-Tremor

Das typische Zittern bei Parkinson-Patienten ist ein Ruhetremor. Manchmal kann auch ein Haltetremor dazukommen. Das Zittern betrifft vor allem Füße und Hände, aber nur selten den Kopf. Die Parkinson-Krankheit wird durch einen Mangel an dem Botenstoff Dopamin im Körper verursacht. Dieser Mangel führt dazu, dass die Betroffenen ihre Bewegungen nicht mehr richtig kontrollieren können.

Essentieller Tremor

Der essenzielle Tremor betrifft vor allem die Hände und Arme. Häufig beginnt er mit einem leichten Zittern in der dominanten Hand, später sind dann beide Hände betroffen. Die Schrift wird zunehmend unleserlich, Essen und Trinken bereiten immer größere Schwierigkeiten. Sind Kopf, Stimme oder Gesichtsmuskulatur betroffen, kommt es oft zu Verständigungsproblemen. Unter Stress können sich die Symptome zudem verschlimmern.

Diagnose von Tremor

Um den Ursachen eines Zitterns auf die Spur zu kommen, beobachtet der Arzt zunächst, ob es sich um einen Ruhe-, einen Halte- oder einen Bewegungstremor handelt. Dabei werden bestimmte Tätigkeiten ausgeführt, wie eine Tasse an den Mund zu führen und dort zu halten. Auch eine Schreibprobe kann Aufschlüsse geben. Bei Verdacht auf einen verstärkten physiologischen Tremor werden mithilfe von Laboruntersuchungen die zugrunde liegenden Stoffwechselstörungen festgestellt.

Parkinson-Demenz

Parkinson-Demenz ist eine Demenzerkrankung, die als Begleiterscheinung der Parkinson-Krankheit auftritt. Die Symptome umfassen verlangsamtes Denken, eine reduzierte Aufmerksamkeit und Einschränkungen der Wahrnehmung. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber es gibt Therapiemöglichkeiten.

Ursachen und Auswirkungen der Parkinson-Demenz

Es ist nicht vollständig klar, was genau die Parkinson-Demenz auslöst. Dopamin ist wichtig, um Bewegungen auszuführen und klar denken zu können, da dieser Botenstoff Prozesse im Gehirn an- und ausschaltet. Der Mangel an Acetylcholin führt dazu, dass sich das Denken verlangsamt und den Betroffenen kognitive Prozesse schwerfallen. Bei einer Parkinson-Demenz lagern sich so genannte Lewy-Körperchen im Mittelhirn in der Substantia nigra ab, was die Funktion des basalen Nervensystems weiter einschränkt.

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Vorbeugung und Therapie der Parkinson-Demenz

Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, einer Erkrankung an Parkinson und einer Parkinson-Demenz vorzubeugen. Eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit ist wichtig, und eine zu fettreiche Ernährung sollte vermieden werden. Besser ist es, sich abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähren und calciumreiche Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Auch ein gezieltes Training des Gehirns senkt das Risiko für eine Erkrankung.

Symptome und Diagnose der Parkinson-Demenz

Bei einer Parkinson-Demenz kommen zu den Beschwerden der Parkinson-Krankheit weitere Einschränkungen hinzu. Diese umfassen die allgemeine Fähigkeit zu denken, wahrzunehmen und sich auszudrücken. Typisch ist verlangsamtes Denken und Schwierigkeiten, Zusammenhänge zu erfassen. Auch der Schlafrhythmus kann beeinträchtigt sein. Um den Verdacht auf Parkinson-Demenz zu bestätigen, können Ärzte bildgebende Verfahren heranziehen.

Behandlungsmöglichkeiten der Parkinson-Demenz

Auch wenn die Erkrankung nicht heilbar ist, existiert eine Reihe von Therapiemöglichkeiten. Medikamente gegen Parkinson können die Demenz jedoch noch verstärken. Es gibt Präparate, die den Abbau von Acetylcholin hemmen, und Präparate, die eine Vorstufe von Dopamin enthalten. Auch nicht-medikamentöse Therapien wie Musiktherapie, Tanztherapie und Bewegungstherapie können helfen.

Aktuelle Forschung zur Parkinson-Demenz

Ein internationales Forscherteam hat die Gehirne von Parkinson-Patienten und einer gesunden Kontrollgruppe untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass Entzündungen im Gehirn bei Patienten mit Parkinson-Demenz eine Rolle spielen. Es könnte sich um eine universelle Entzündung im Körper handeln, die sowohl die Parkinson-Krankheit als auch die spätere Erkrankung an Parkinson-Demenz begünstigt.

Kalzium und Parkinson

Forscherinnen und Forscher der Universität Ulm haben einen Calcium-Kanal vom R-Typ (Cav2.3) identifiziert, der an den Prozessen beteiligt ist, die zum Absterben von Dopamin-produzierenden Nervenzellen bei Parkinson führen. Wird dieser Kanal geschlossen, schützt dies im Parkinson-Mausmodell die Nervenzellen vor dem Absterben.

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Was tun bei zitternden Händen?

Die Behandlung von zitternden Händen richtet sich nach der Ursache. Bei anhaltenden Funktionsstörungen der Nerven wie bei Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose ist noch keine Heiltherapie bekannt, allerdings gibt es verschiedene Medikamente und begleitende Therapien, die die Symptome lindern und zumindest die Verschlechterung verlangsamen oder aufschieben können. Andere Ursachen hingegen können teilweise vollständig behandelt oder sogar geheilt werden.

Hypoparathyreoidismus

Hypoparathyreoidismus (HypoPT) ist eine komplexe endokrine Störung, die durch einen Mangel an Parathormon (PTH) gekennzeichnet ist. PTH hat die Aufgabe, die Calcium- und Phosphat-Spiegel im Blut zu kontrollieren. Eine gestörte oder fehlende Produktion von PTH führt zu erniedrigten Blutspiegeln an Calcium (Hypocalcämie), verstärkter Calcium-Ausscheidung (Hypercalciurie) sowie erhöhtem Phosphat-Spiegel (Hyperphosphatämie).

Ursachen und Prävalenz des Hypoparathyreoidismus

Eine Halsoperation, bei der die Nebenschilddrüsen versehentlich verletzt, entfernt oder deren Blutversorgung unterbrochen wurde, ist die häufigste Ursache für eine HypoPT. Der Hypoparathyreoidismus zählt zur Gruppe der seltenen Erkrankungen.

Klinische Manifestationen des chronischen Hypoparathyreoidismus

Die erste Manifestation des postoperativen Hypoparathyreoidismus ist die Hypocalcämie. Da Calcium für die Funktion vieler Gewebe und Organe von zentraler Bedeutung ist, können die Folgen der Hypocalcämie gravierend sein.

Diagnose und Therapie des Hypoparathyreoidismus

Tritt eine symptomatische Hypocalcämie kurz nach einer Schilddrüsen-Operation auf, ist die Differenzialdiagnose meist leicht. Die Therapie zielt darauf ab, den Calciumspiegel im Serum im Bereich von 8,0-9,0 mg/dl bzw. 2,0-2,25 mmol zu halten und gleichzeitig das Calcium im Urin zu normalisieren. Die konventionelle Therapie besteht aus einer Kombination von möglichst niedrigen Dosen oralem Calcium und aktivem Vitamin D.

Problematik der konventionellen Therapie

Die Substitution von Calcium und Vitamin D (Calcitriol) ist kein vollständiger Ersatz für das fehlende PTH beim Hypoparathyreoidismus. Daher bestehen Bedenken hinsichtlich einer anhaltenden Anwendung von Calcium und aktivem Vitamin D in höheren Dosierungen, insbesondere hinsichtlich des erhöhten Risikos einer Hypercalciurie mit den Folgen von Nephrolithiasis und Nephrocalcinose.

Ernährung bei Parkinson

Es gibt keine spezielle Ernährung oder Diät, die bei Parkinson eine Heilung bewirken kann. Dennoch ist es mit einer zielgerichteten Kost und bestimmten Maßnahmen oft möglich, die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern und auch den Genuss und die Freude am Essen wiederzufinden.

Bedeutung einer gesunden Ernährung

Gesunde Ernährung ist vor allem entscheidend, um einer Mangelernährung vorzubeugen. Häufig verlieren Parkinson-Patientinnen und Patienten an Körpergewicht. Eine gesunde und ausgewogene Kost ist auch nötig, damit der Körper mit Ballaststoffen, wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen versorgt wird.

Verdauungsprobleme bei Parkinson

Die Parkinson-Krankheit kann verschiedene Verdauungsprobleme verursachen, darunter Schluckstörungen, Magenentleerungsstörungen und Verstopfung. Um den Verstopfungen entgegenzuwirken, ist die Aufnahme einer ballaststoffreichen Ernährung sinnvoll.

Verminderter Geruchs- und Geschmackssinn

Parkinson-Patientinnen und Patienten leiden aufgrund ihrer Krankheit häufig unter vermindertem Geruchs- und Geschmackssinn. Das schmälert den Appetit und den Genuss am Essen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Die Aufnahme der Parkinson-Medikation geschieht in aller Regel über den Magen und wird daher durch die Nahrungsaufnahme beeinflusst. Das gilt insbesondere für die Therapie mit L-Dopa, da dies selbst eine Aminosäure ist. Eine eiweißreiche Ernährung hat aus diesem Grund einen negativen Effekt auf die Aufnahme des L-Dopa.

Empfehlungen für die Ernährung

  • Ausreichend Ballaststoffe und dazu ausreichend trinken (2 bis 2 1/2 Liter pro Tag).
  • Fünf kleine Portionen Obst & Gemüse: Süßes nur in Maßen konsumieren.
  • Spinat enthält ein wenig Protein und zusätzlich jede Menge wichtige Nährstoffe.
  • Fleisch, Eier Wurst und Fisch nur ein bis zwei mal pro Woche (300 - 600 g).
  • Täglich Milchprodukte, um ausreichend Calcium aufzunehmen.
  • Mit Kräutern und Gewürzen arbeiten, aber nur mit wenig Salz.

Osteoporose-Risiko

Sowohl die motorischen als auch die nicht-motorischen kognitiven Parkinson-Symptome führen mit der Zeit häufig zu signifikantem Bewegungsmangel. Dieser erhöht die Anfälligkeit für Osteoporose, also die Degeneration der Knochen. Calcium spielt hierbei eine Schlüsselrolle, ebenso wie Vitamin D.

Milch: Gesund oder nicht?

Milch enthält viele essenzielle Nährstoffe wie Kalzium, Kalium und Phosphor und kann einen wertvollen Beitrag leisten. Trotzdem ist sie nicht zwingend nötig für eine gesunde Entwicklung, solange die Zufuhr der Vitamine B12 und D stimmt. Einen Schutz vor Knochenbrüchen durch das Kalzium in der Milch halten die Ernährungsexperten für abwegig.

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