Kaninchen Kralle Nerv Regeneration: Encephalitozoon Cuniculi und Therapieansätze

Einführung

Encephalitozoonose Cuniculi (E. Cuniculi), oft auch als "Schiefkopfkrankheit" bekannt, ist eine weit verbreitete Erkrankung bei Kaninchen, die durch den gleichnamigen Erreger verursacht wird. Die Krankheit kann verschiedene Organe betreffen, insbesondere das zentrale Nervensystem, die Augen und die Nieren. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von E. Cuniculi, von den Ursachen und Übertragungswegen bis hin zu den Symptomen, der Diagnose und den Behandlungsmöglichkeiten, einschließlich der Nervenregeneration.

Was ist E. Cuniculi?

Hinter dem komplizierten Namen „E. Cuniculi“ verbirgt sich ein Erreger, der bei Kaninchen recht häufig zu Erkrankungen führt. Typische Symptome betreffen vor allem gut durchblutete Organe, vorwiegend das Zentrale Nervensystem (Kopfschiefhaltung, Lähmungen, Rollen, Kreislaufen, unkontrollierte Augenbewegungen, Inkontinenz), die Augen (Katarakt, Uveitis, Glaukom) und die Nieren. Auch das Herz, die Verdauungsorgane, die Lunge und die Leber können betroffen sein. Weil die Krankheit manchmal mit einem schiefen Kopf verbunden ist, wird sie auch symptomatisch Schiefkopf-Krankheit, Sternengucker-Krankheit, Mondgucker, „head tilt“ oder Torticollis genannt.

Verbreitung von E. Cuniculi

Etwa 18-40% der gesunden Hauskaninchen in Deutschland tragen den Erreger in sich. Diese Tiere sind latent infiziert, d.h. der Erreger bzw. Antikörper gegen den Erreger sind nachweisbar, das sieht man ihnen allerdings nicht an. Unter gesunden Kaninchen ist die Durchseuchungsrate allerdings niedriger, eine Studie aus Bayern zeigt, dass 18% der Kaninchen infiziert sind. In Studien, bei denen sowohl kranke, als auch gesunde Kaninchen herangezogen wurden, war die Durchseuchungsrate niedriger (35-40%) als unter erkrankten Tieren (48-56%). In vielen Zuchten gelang es durch gezielte Zucht-Auslese eine Durchseuchungsrate von unter 10% zu realisieren. Da E. Cuniculi bereits im Mutterleib übertragen werden kann, ist eine Testung der Elterntiere wichtig. Auch in der Versuchskaninchenzucht wurde so die Rate auf unter 10% reduziert. Eine Studie von Meyer-Breckwoldt (1996) zeigt, dass Wildkaninchen in Deutschland nicht von E. Cuniculi betroffen sind, andere Untersuchungen zeigen auch EC-Infektionen bei Wildkaninchen, in Bayern wurde EC bei 15% der Wildkaninchen nachgewiesen.

Auslöser und Übertragungswege

Kaninchen mit einem normalen Immunsystem halten den Erreger so gut unter Kontrolle, dass er keine klinischen Symptome verursacht. Sollte jedoch eine Immunschwäche auftreten, kann sich der Erreger stark vermehren und es kommt zu Krankheitszeichen. Besonders gefährdet sind Kaninchen in Stresssituationen (Vergesellschaftungen, Verlust des Artgenossen, Unwetter, Gewitter, Silvester, Einzelhaltung oder schlechte Haltungsbedingungen…), wenn sie andere Erkrankungen haben oder bei der Verabreichung von Cortison. Dann kann es passieren, dass kurz danach oder erst Tage später, der Erreger sich vermehrt und durch Schäden im Zentralen Nervensystem oder an den Organen, Symptome verursacht. Auch alte Kaninchen sind statistisch stärker gefährdet als junge.

Hauptsächlich wird E. Cuniculi über den Urin übertragen. Infizierte Kaninchen scheiden immer wieder Sporen aus, auch wenn sie klinisch gesund sind. Auch andere Tiere sind als Überträger denkbar, z.B. Meerschweinchen. Durch Fellpflege und durch Urin verunreinigtes Futter nehmen die Kaninchen Sporen auf, die über den Darm das Kaninchen infizieren. Dadurch können sie sich zum Beispiel immer wieder neu infizieren, was den Befall verstärken kann. Ebenso ist eine Ansteckung im Mutterleib über die Plazenta möglich, oder auch durch die Einatmung von infizierten Tröpfchen oder Staubpartikeln. Die Übertragung mittels Kot ist umstritten. Einmal infizierte Kaninchen tragen den Erreger lebenslang in sich.

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Ansteckungsgefahr und Vorsorge

Der Großteil aller Kontaktiere von erkrankten Tieren trägt bereits den Erreger in sich, da er sich irgendwann angesteckt hat. Deshalb gelten ungetestete Artgenossen zunächst grundsätzlich als Träger. Die Ansteckungsgefahr ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht größer als die Jahre zuvor. Eine Trennung ist deshalb sinnfrei. Zudem braucht das kranke Kaninchen unbedingt seine Sozialpartner um gesund zu werden. Eine Separierung wird deshalb keinesfalls empfohlen. Einzige Ausnahme: Das erkrankte Kaninchen wird massiv gemobbt oder verletzt, so dass man noch einmal abwägen muss, ob der Stress durch den Partnerverlust geringer ist, als der Stress durch die Streitereien. Wenn man ein mit EC infiziertes Kaninchen hat, sollten auch nur infizierte Kaninchen dazu gesellt werden, um keine neuen Kaninchen anzustecken. Durch einen Blutcheck (IgG Titer) kann man herausfinden, welche Kaninchen EC-Träger sind und welche nicht.

Zoonotisches Potential

E. Cuniculi ist eine Zoonose, eine Ansteckung ist somit generell denkbar. Bisher sind Erkrankungen beim Menschen bei immunschwachen Menschen (HIV, Chemotherapie, Organtransplantation) bekannt. Halter dieser Personengruppe sollten möglichst keinen Kontakt zu Kaninchen pflegen, solange eine Infektion mittels Bluttest nicht ausgeschlossen wurde. Auch Altenheime, Kindergärten und vergleichbare Einrichtungen sollten nur nachweislich EC-freie Tiere halten. Eine Testung ist beim Menschen mittels Kot (Tropeninstitut) möglich. Klinisch gesunde Tiere sind ebenfalls Überträger! Für gesunde Menschen besteht bei normal Hygiene normalerweise keine Gefahr. Allgemein sind Kaninchen mit Symptomen nicht ansteckender als andere Kaninchen ohne Symptome, d.h. Ihr jetzt gerade erkranktes Kaninchen ist genauso ansteckend wie die Jahre davor, als sie die Erkrankung noch gar nicht kannten.

Symptome von E. Cuniculi

E. Cuniculi ist eine komplexe Erkrankung, die sich recht vielseitig auswirken kann. Am verbreitetsten ist eine Symptomatik des Zentralen Nervensystems, der Augen und der Nieren. Es besteht immer nur eines oder wenige Symptome. Bei einer Untersuchung durch die Tierklinik der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde festgestellt, dass von den 144 Kaninchen mit klinischen Anzeichen,75% neurologische Symptome,14,6% Uveitis und3,5% Nierenversagen als Symptomatik zeigten. Nur 6,9% der Tiere hatte mehrere Symptome kombiniert. Betroffene Kaninchen haben fast immer nur eines der möglichen Symptome (z.B. sind sie einfach nur unrein oder die Hinterbeine sind gelähmt).

Neurologische Symptome

  • Kopfschiefhaltung: Dieses Krankheitszeichen wird meistens als erstes mit E. Cuniculi verbunden, betrifft aber nur einen Teil der Kaninchen. Die betroffenen Kaninchen leiden unter einem zur Seite geneigten oder völlig vertreten Kopf, die Schiefstellung kann in ihrer Stärke von Stunde zu Stunde oder von Tag zu Tag erheblich schwanken. Bei manchen Kaninchen fällt auch nur gelegentlich ein schräger Kopf auf, während sie dazwischen eine normale Kopfstellung haben. Der Schiefkopf ist meistens auf eine Ohrenentzündung zurückzuführen, deutlich seltener auf eine reine EC-Erkrankung.
  • Lähmungserscheinungen: Besonders häufig sind gelähmte Hinterbeine, die nachgezogen werden, allerdings sind, anders als bei einer richtigen Lähmung, die Reflexe im Fuß noch vorhanden. Auch andere Lähmungserscheinungen sind möglich.
  • Anfälle & Krämpfe mit Orientierungslosigkeit: Oftmals kann man bei betroffenen Kaninchen Phasen beobachten, bei denen sie scheinbar die Orientierung verloren haben, nicht mehr, oder verzögert auf Reize von außen reagieren, ihren Körper völlig verdrehen, so dass sie nur noch herum kullern, die Augen nervös und unkontrolliert bewegen und vor sich hin starren oder krampfen.
  • Störungen der Bewegungs- und Haltungskoordination (Ataxie): Viele ECler sind tollpatschig, verletzen sich häufig oder bewegen sich im Vergleich zu Artgenossen sonderbaroder merkwürdig. Auch merkwürdige Körperhaltungen und eine hohe Körperspannung (z.B. Abspreizen der Beine beim Anheben) können Anzeichen sein.
  • Inkontinenz: Während der akuten Ausbrüche kommt es bei den betroffenen Kaninchen zu Inkontinenz, so werden zuvor stubenreine Kaninchen plötzlich unrein. Oft ist auch die Urinmenge stark erhöht, bzw. es wird deutlich mehr Wasser aufgenommen. Bei erfolgreicher Behandlung wird diese Unsauberkeit wieder weg gehen.

Augenerkrankungen

Augenerkrankungen (Uveitis, Katarakt, Glaukom), Augenzittern, verzögerter PupillenreflexAuch die Augen sind durch E. Cuniculi auf vielfältige Weise betroffen. Werden die Kaninchen bereits im Mutterleib durch E. Cuniculi infiziert, so kann sich der Erreger in die Linsenkasel, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll entwickelt ist, ansiedeln. Dies kann später zur Uveitis führen (weiße Augenschleier, auch vor der Pupille), auch rötlich-weiße Flecken im Auge sind möglich. Unbehandelt oder wenn die Behandlung schlecht anschlägt, sind auch weitere Erkrankungen (Katarakt oder Glaukom) möglich. Nystagmus (Augenbewegungen): Bei akuten Ausbrüchen kommt es oftmals zu unkontrollierten Augenzuckungen oder -bewegungen (Nystagmus) und einem verzögerten Pupillenreflex (die Pupille reagiert verzögert auf Bewegungen vor dem Auge). Bei EC ist der Nystagmus eher von oben nach unten (vertikal), bei einer Otitis horizontal (von links nach rechts und zurück), allerdings haben viele Kaninchen durch die Immunschwäche bei Otitis zusätzlich einen EC-Ausbruch! Eine vertikale Augenbewegung schließt somit eine Otitis nicht aus! Bei durch E. Cuniculi eingeschränkten Kaninchen kommt es häufig zu Verletzungen der Lider, Hornhaut und Bindehaut, da sie sich beim „Kullern“ am Untergrund die Augen verletzen!

Nierenerkrankungen

Niereninsuffizienz, Organschäden (z.B. vermehrter Durst, stumpfes Fell, Apathie, Nahrungsverweigerung…): E. Cuniculi befällt den gesamten Organismus und verursacht nicht selten Niereninsuffizienz und eine Schädigung des Herzmuskels und der Leber. Die Belastung der Nieren wird oftmals bei akuten Ausbrüchen durch vermehrte Wasseraufnahme deutlich. Dadurch wird auch mehr Urin ausgeschieden. Ein gesundes Kaninchen mit Grünfütterung trinkt kaum. Wenn ihr Kaninchen also „gut trinkt“, ist eine Niereninsuffizienz wahrscheinlich. Durch eine chronisch schlechte Nierenfunktion kann es zu Ablagerungen in den Harnwegen kommen, da sie dadurch weniger gut durchgespült werden. Bei EC-positiven Kaninchen ist es sinnvoll regelmäßig abszuklären, ob die Nieren geschädigt sind, da eine frühzeitige Therapie Leben rettet. Kaninchen sterben nicht „am E. Cuniculi“, aber häufig an unentdeckter oder erst zu spät festgestellter Niereninsuffizienz.

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Diagnose von E. Cuniculi

Die Diagnose von E. Cuniculi basiert auf verschiedenen Faktoren:

  • Klinische Anzeichen: Die beobachteten Symptome geben erste Hinweise.
  • Blutuntersuchung: Ein Titernachweis (IgG) im Blut kann Antikörper gegen E. Cuniculi nachweisen. Ein positiver Titer bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die aktuellen Symptome durch E. Cuniculi verursacht werden.
  • Ausschluss anderer Ursachen: Es ist wichtig, andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen, wie z.B. Ohrenentzündungen, Verletzungen, Tumore oder Vergiftungen. Bei Lähmungserscheinungen sind Röntgenbilder aus zwei verschiedenen Positionen und ein großes Blutbild mit Titer-Nachweis (IgG) unumgänglich. Ggf. ergänzende Untersuchungen. Bei Krämpfen ist die Diagnostik individuell abhängig von der genauen Symptomatik.
  • Allgemeinuntersuchung: Eine gründliche Allgemeinuntersuchung sollte selbstverständlich sein:
    • Kopfschiefhaltung: Ohren, Zähne, Maul, Kopf, Fieber?
    • Lähmung: Fußunterseite, Wirbelsäule, Herz, Fieber?

Behandlung von E. Cuniculi

Die Behandlung von E. Cuniculi zielt darauf ab, den Erreger zu bekämpfen, die Symptome zu lindern und die Nervenregeneration zu fördern. Die Therapie sollte so früh wie möglich begonnen werden, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

  • Fenbendazol (Panacur): Fenbendazol ist ein Wurmmittel, das auch gegen E. Cuniculi wirksam ist. Es wird in der Regel über einen Zeitraum von vier Wochen täglich verabreicht. Der Wirkstoff Fenbendazol ist vermutlich gehirngängig/liquorgängig (= Medikamente, die die Blut-Gehirn-Schranke überwinden) und verhindert eine Neuproduktion von Sporen. Oxfendazol und Albendazol wirken ebenfalls, sind aber schlechter verträglich als Fenbendazol. Gemischt mit Haferschmelzflocken oder Babygläschen der Geschmacksrichtung Banane-Apfel-Hafer oder in geraspelten Apfel wird Panacur oft selbständig gefressen.
  • Antibiotika: Antibiotika werden eingesetzt, um Sekundärinfektionen zu bekämpfen, die durch die Schwächung des Immunsystems entstehen können (Oxytetrazyklin, Chloramphenicol, Gyrasehemmer). Das Antibiotikum wird gegeben um Sekundärinfektionen vorzubeugen (z.B. Niereninfektionen, die damit häufig einher gehen), also Erkrankungen, die durch E. Cunculi in Folge entstehen. Normalerweise wird es min. 14 Tage lang gegeben, bei guter Verträglichkeit ggf. auch länger, bei schlechter Verträglichkeit evtl. kürzer. Je nach Ausprägungsform der Krankheit kann teilweise auf das Antibiotikum verzichtet werden.
  • Vitamin B: Hoch dosiertes Vitamin B12 oder Vitamin-B-Komplex (Apotheke, Internet) um die Nerven zu regenerieren (solange geben, bis Anfälle/Kopfschiefhaltung/Lähmungen vollständig weg sind, meist regenerieren sich die Symptome sogar noch nach Wochen Stück für Stück), am Anfang am besten hochdosiert gespritzt, später auch als Tropfen, z.B. mit dem Panacur-Brei verabreichen. Wenn Infusionen verabreicht werden, kann das Vitamin B in die Infusion gespritzt werden, so dass nur ein Einstich nötig ist und die Einstichstelle nicht brennt. Ganz wichtig ist hier das Vitamin B für die Regeneration der Nerven.
  • Infusionen: Fast immer sind bei einem akuten Ausbruch auch die Nieren betroffen, durch Infusionen lässt sich verhindern, dass sie versagen oder Schaden nehmen bzw. dass später als Folge Nierenerkrankungen auftreten. Bei Nahrungsverweigerung sollten unbedingt täglich Infusionen gegeben werden! Allerdings ist immer abzuwägen, ob der tägliche Tierarztstress mehr schadet als die Infusionen bringen. Nach Möglichkeit kann man Infusionen auch selbst zu Hause setzen, wenn es der Tierarzt zuvor zeigt. Die Eingabe oder das Angebot von verdünnten Gemüse- und Obstsaft (reiner Saft aus 100% Obst/Gemüse, kein Nektar) kann die Flüssigkeitszufuhr ebenfalls etwas erhöhen. Zum Beispiel eine Schale mit Karottensaft.
  • Homöopathische Mittel: Cerebrum comp. kann unterstützend eingesetzt werden. Bei epileptischen Anfällen und Krämpfen sollte neben Panacur und Bärenklau auf jeden Fall Vitamin B 12 gespritzt werden, zusätzlich werden oft Benzodiazepine (z.B.
  • SUC Therapie: Nierenschäden können mit täglichen Infusionen, dem Angebot von Säften und einer frischfutterreichen Ernährung therapiert werden. In den Sommermonaten sollten die betroffenen Meerschweinchen rein mit frischen Wildkräutern, Baumblättern und Gräsern ernährt werden. Besonders wertvoll sind dabei harntreibende Kräuter wie z.B. Löwenzahn, Liebstöckel, Birke, Petersilie, Dill, Ampfer, Brennnessel, Giersch usw. Zudem ist SUC (S = Solidago compositum, U = Ubichinon compositum, C = Coenzym compositum von Heel) als Therapie zu empfehlen. Auch frischer Nieren- und Blasentee kann angeboten werden.
  • Reizstromtherapie: Die Reizstromtherapie eignet sich zum Aufbau von Muskeln und zur Nervenstimulation nach Unfällen, Lähmungen durch Wirbelsäulenverletzungen (Bandscheibenvorfälle), Verletzungen der Rückenmarksnerven, Hüftgelenksarthrosen, Durchblutungsstörungen, bei akuten und chronischen Schmerzen. Die Reizstromtherapie darf nicht angewandt werden bei Tieren mit Herzerkrankungen (Herzrhythmusstörungen), Epilepsie, Hauterkrankungen, malignen Tumoren und trächtigen Tieren, da der Reizstrom eine Frühgeburt bzw. einen Abort (Abgang) auslösen könnte. Die Reizstromtherapie gilt als nebenwirkungsarm. Bei zu intensiver und zu langer Anwendung kann die Behandlung Schmerzen jedoch verstärken. In wenigen Fällen können auch Hautveränderungen durch die Elektroden oder das Kontaktspray auftreten (die zu behandelnden Stellen werden vorher abrasiert, um die Elektroden direkt auf der Haut anzubringen). Kontaktspray dient der besseren Leitung des Stroms. Auch können Muskelschmerzen („Muskelkater“) bei zu hoher Muskelstimulation auftreten.

Behandlung von anderen Symptomen

  • Schmerzmittel: Bei Schmerzen können Schmerzmittel wie Metacam eingesetzt werden.
  • Krampflösende Mittel: Bei Krämpfen können krampflösende Mittel wie Benzodiazepine eingesetzt werden.
  • Appetitanreger: Bei Appetitlosigkeit können Appetitanreger eingesetzt werden.

Die richtige Pflege

Kein Stress, denn dieser kann E. Cuniculi sehr stark beeinflussen und das Krankheitsbild rapide verschlechtern. Medikamente sollten zuhause verabreicht werden, häufige Tierarztbesuche führen oft zu einer Verschlechterung. Nach dem Ausmisten sollte alles wie vorher hingestellt werden, der Untergrund bzw. die Einstreu dürfen nicht stark verändert werden und ausmisten sollte man nur, wenn es nötig ist (täglich Futterreste und grobe Verschmutzungen entfernen, am besten immer nur ein Stück des Bereiches misten und nicht alles auf einmal). Bei der Einstreu-Wahl unbedingt auf die Verletzungsgefahr der Augen beim „purzeln“ achten. Die Medikamente müssen konsequent verabreicht werden. Das Meerschweinchen muss gepflegt werden, damit keine anderen Krankheiten entstehen (z.B. ggf. den Popo mit Babytüchern sauber machen, wenn es sich voll macht). Da meist eine Inkontinenz besteht, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es immer einen trockenen Untergrund hat, sonst bekommt es schnell Harnwegsinfekte. Das Handling von e. Cuniculi Meerschweinchen ist nicht einfach, da sie schnell die Orientierung verlieren, sollten sie nicht hochgehoben, umgesetzt oder getragen werden. Deshalb ist es sinnvoll, eine Transportbox oder Kiste im Gehege anzubieten, muss man es zum Tierarzt transportieren, kann es damit hochgenommen werden. Ein Tuch über der Kiste/Box wirkt beruhigend. Das vermittelt ihm auch die Sicherheit des gewohnten Umfeldes. Medikamente werden verabreicht, ohne das Meerschweinchen hochzunehmen. Sollte das Hochnehmen unumgänglich sein (z.B. um den Popo von Kot und Urin zu reinigen), so nehmen Sie das Meerschweinchen am besten ruhig aber bestimmt hoch und legen Sie vorher unbedingt eine Hand oder ein Tuch über die Augen, um es zu beruhigen.

Nervenregeneration und unterstützende Maßnahmen

Die Regeneration der Nerven ist ein wichtiger Aspekt bei der Behandlung von E. Cuniculi, insbesondere wenn neurologische Symptome wie Lähmungen oder Koordinationsstörungen auftreten.

  • Vitamin B-Komplex: Vitamin B-Vitamine spielen eine wichtige Rolle bei der Regeneration von Nervenzellen. Eine hochdosierte Gabe von Vitamin B-Komplex kann die Nervenregeneration unterstützen.
  • Homöopathische Mittel: Cerebrum compositum ist ein homöopathisches Mittel, das bei hirnorganischen Störungen eingesetzt wird und die Nervenregeneration fördern kann.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Koordination zu verbessern.
  • Reizstromtherapie: Die Reizstromtherapie kann die Nervenstimulation fördern und den Muskelaufbau unterstützen.

Wann sollte man ein Kaninchen erlösen?

Solange das Meerschweinchen selber gegen die Krankheit ankämpft, also Futter aufnimmt, wenn man es vor die Schnauze hält oder in der Spritze an der Schnauze anbietet, kämpft bitte mit eurem Tier zusammen und unterstützt es! E. Cuniculi ist schlimm mit anzusehen und auch schlimm auszuhalten, die Gedanken an eine „Erlösung“ bleiben da nie aus. Doch bei richtiger Medikation, der richtigen Pflege und wenig Stress (sehr wichtig bei e. Cuniculi!) schaffen es die meisten Meerschweinchen.

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