Druck bei der Arbeit, eine bevorstehende Prüfung oder die plötzliche Erkrankung des Kindes - stressige Momente kennt jeder. Für Migränepatienten können diese Situationen jedoch besonders belastend sein, da Stress eine Attacke oder Spannungskopfschmerzen auslösen kann. Hinzu kommt oft die Angst vor einer Migräne, die die Psyche so stark beeinträchtigt, dass sie selbst Kopfschmerzen verursacht. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Stress und Migräne, untersucht die zugrunde liegenden Mechanismen und bietet praktische Tipps zur Vorbeugung und Bewältigung.
Der Zusammenhang zwischen Migräne und seelischen Ursachen
Stress wird von Patienten am häufigsten als Auslöser (Triggerfaktor) von Migräne genannt. Vor allem Belastungen im Beruf, aber auch Druck in der Freizeit sind Gründe, weshalb sich Befragte oft gestresst fühlen. Dabei fällt auf, dass eine Migräneattacke bei vielen Patienten meist nicht während der akut stressigen Situation auftritt, sondern erst in der nachfolgenden Entspannungsphase. Da die Erholung oft mit dem lang ersehnten Wochenende zusammenfällt, bezeichnen Mediziner diese Art von Migräne auch als „Wochenendmigräne“. Aber warum kommt es dazu?
In emotional belastenden Situationen reagiert der Körper, indem er vermehrt das Hormon Cortisol ausschüttet. Dieses hat eine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem und wird in der Medizin deshalb häufig auch zur Hemmung von Entzündungen verwendet. Mediziner vermuten, dass Schwankungen im Cortisol-Spiegel dafür verantwortlich sind, dass beim Nachlassen von Stress eine Migräne eintreten kann. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Menschen am Wochenende einen anderen Schlafrhythmus haben. Für Migräne-Patienten ist das ebenfalls ein möglicher Trigger.
Nicht das absolute Stressniveau entscheidet, ob sich eine Migräne durch Stress anbahnt, sondern die Veränderung des Stressniveaus.
Was ist Stress überhaupt?
Um den Migräne-Auslöser Stress besser zu verstehen und psychosomatische Ursachen zu ergründen, ist vor allem eine Frage entscheidend: Was ist Stress eigentlich genau?
Lesen Sie auch: Ursachen und Behandlung von Migräne mit Kortison
Stress meint einen körperlichen Spannungszustand, der durch verschiedene Reize (wie die Angst, etwas nicht zu schaffen) ausgelöst werden kann. Der Körper versetzt sich in Alarmbereitschaft, indem er den Herzschlag beschleunigt, die Muskeln anspannt und die Durchblutung im Gehirn erhöht. Eigentlich sind das nützliche Reaktionen des Körpers, um akut die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Nimmt der Stress jedoch überhand und/oder bleibt er über einen längeren Zeitraum bestehen, kann er uns krankmachen.
Wann diese Belastungsgrenze erreicht ist, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab - unter anderem von der Persönlichkeit oder dem erlernten Umgang mit Stresssituationen. Beispielsweise kann das gleiche Geschäftsessen für die eine Person anstrengend sein, während sich die andere wohlfühlt.
Stress ist folglich ein sehr subjektives Empfinden, was die Untersuchung von seelischen Ursachen bei Migräne nicht unbedingt erleichtert. Gerade weil Stress für jeden etwas anderes bedeutet, ist es also wichtig, dass du deine individuellen Stressfaktoren ausfindig machst.
Migräne durch Stress - das kannst du tun
Die Fähigkeit, Stress zu bewältigen, ist eine wesentliche Maßnahme zur Vorbeugung von Migräne. Aber wie gehst du im Alltag am besten damit um?
Struktur
Für Migränepatienten kann ein strikt geplanter Tagesablauf bei der Strukturierung der Aufgaben helfen. Achte jedoch darauf, dir nicht zu viel zuzumuten. Am besten planst du zwischendurch kleine Pausen ein - zum Beispiel für einen kurzen Spaziergang in der Mittagspause.
Lesen Sie auch: Mehr erfahren über Rheuma und Migräne
Unterstützung im Alltag
Gerade für Eltern ist es nicht einfach, Migräne und Kinder gleichzeitig zu bewältigen. Im Notfall, zum Beispiel wenn das Kind krank ist, ist es deshalb wichtig, wenn du dich auf Personen in deinem Umfeld, zum Beispiel die Großeltern oder gute Freunde, verlassen kannst.
Bewegung
Daneben ist regelmäßiger Ausdauersport wie Walking oder Joggen - etwa drei bis viermal in der Woche - eine gute Möglichkeit, um Stress abzubauen.
Entspannung
Außerdem kannst du Entspannungsübungen wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson erlernen, um für Körper und Geist etwas Gutes zu tun. Weiterhin kann es hilfreich sein, sich vertraute Personen zu suchen, um über deine Unsicherheiten zu sprechen. Zusätzlich stehen spezielle Stressbewältigungskurse zur Verfügung, wo die psychosomatischen Ursachen deiner Migräne identifiziert werden und in denen du Verfahren kennenlernst, um stressigen Situationen gelassener zu begegnen.
Wenn die Angst vor Migräne zur Attacke führt
Die ständige Angst vor der Migräne begleitet viele Patienten und belastet die Psyche. Denn die heftigen Kopfschmerzen, gepaart mit Übelkeit oder visuellen Störungen, werden oftmals zur Qual. Das kann soweit führen, dass die Betroffenen direkt nach einer überstandenen Migräne-Attacke Ängste entwickeln, dass bald eine neue ins Haus steht. In einer Untersuchung kam heraus, dass die Ängste umso größer sind, je häufiger Migräne-Attacken auftreten. Daher kann Angst durchaus als Triggerfaktor für Migräne fungieren. Durch die Empfindung gerät der Körper in eine Stresssituation, was wiederrum zu den Kopfschmerzen führt. Betroffene machen sich beispielsweise in folgenden Situationen angstvolle Gedanken:
- Es steht ein wichtiger Termin auf der Arbeit an. Die Angst, dass eine Migräne-Attacke zum Ausfall führt, steigt so weit, dass es tatsächlich dazu kommt.
- Ein schöner Abend mit Freunden wird die ganze Zeit durch die Angst begleitet, dass sich die späte Uhrzeit oder das Gläschen Sekt am nächsten Tag rächen werden.
- Etwas im Leben verändert sich: Ein neuer Job oder ein Umzug kann durch ständige Angst begleitet werden, dass sich eine schmerzhafte Migräne ausbildet.
So entwickeln sich Ängste oftmals zur selbsterfüllenden Prophezeiung: Sie lösen einen derartigen Stress aus und belasten die Psyche, sodass eine Migräne-Attacke tatsächlich eintritt. Bei manchen Personen entstehen aus den Ängsten psychische Erkrankungen. Bei diesen Angststörungen nimmt die Furcht übermäßige Ausmaße an, die Betroffenen leiden unter Panikattacken oder Phobien. Weitere Zusammenhänge bestehen zu Depressionen und bipolaren Störungen.
Lesen Sie auch: Migräne und Nasenspray
Tipps gegen die Migräne-Angst: Was kann man tun?
Wenn du ständig Angst vor Migräne hast oder gar Panik entwickelst, scheu dich nicht und such unbedingt einen Arzt auf. Es gibt eine Vielzahl an Therapien, die zur Behandlung infrage kommen. Dazu gehören zum Beispiel Psycho- und Verhaltenstherapien oder auch Medikamente.
Darüber hinaus gibt es einige Dinge, die du selbst gegen Angst vor Migräne tun kannst:
Mehr Gelassenheit:
Versuche, dein Leben nicht komplett nach deinen Ängsten zu gestalten. Wenn du Verabredungen absagst oder auf jede kleine Sünde verzichtest, weil du Angst vor Migräne hast, leiden Sozialleben und die Lebensqualität. Das führt wiederum zu Verspannungen und Unzufriedenheit. Stattdessen ist es ratsam zu lernen, mit den Triggern umzugehen und sich ihnen in kleinen Dosen immer mal wieder auszusetzen. So besteht die Chance, dass sich dein Körper daran gewöhnt.
Sport:
Kopfschmerzexperten sind überzeugt davon, dass regelmäßiger Sport eine Möglichkeit bietet, den Teufelskreis zu durchbrechen. Zwei- bis viermal Bewegung pro Woche von mindestens einer halben Stunde wird empfohlen. Ideal: Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Walking.
Entspannungsübungen:
Um die Angst vor Migräne zu bewältigen, lassen sich die gleichen Techniken wie zum Stressabbau verwenden. Entspannungsverfahren wie autogenes Training, aber auch Yoga oder Meditationen stehen zur Auswahl. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction - MBSR). Studien haben bestätigt, dass das Programm zur Stressbewältigung helfen kann, mit der Krankheit besser umzugehen und Stress, Angst und Depressionen zu reduzieren.
Eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule beugen einer Migräne-Attacke vor.
Was ist Migräne und welche Rolle spielt Stress?
Migräne wird zu den sogenannten neurologischen Erkrankungen gezählt. Wer an Migräne leidet, kennt Symptome wie heftige Kopfschmerzen, die einseitig, pulsierend oder pochend auftreten, Licht- und Geruchsempfindlichkeit und Übelkeit bis hin zu Erbrechen. Dabei kann Migräne viele Ursachen haben. Häufig gehören dazu psychische Faktoren. Ein nicht zu unterschätzender Migräne-Auslöser kann Stress sein.
Bei einer Migräne treten sehr starke Kopfschmerzen auf, die sich klassischerweise in Form von Migräneattacken äußern. Unabhängig von den Migräne-Ursachen verläuft eine solche neurobiologisch bedingte Funktionsstörung des Gehirns in der Regel in mehreren Phasen. Früher ging man davon aus, dass Migräne entsteht, wenn sich die Blutgefäße im Gehirn aufgrund einer Fehlsteuerung verengen, sodass es zu einer kurzzeitigen Durchblutungsstörung in betroffenen Hirnarealen kommt. Heute geht man davon aus, dass es sich bei Migräne um ein Ungleichgewicht der Schmerzzentren, die im Hirnstamm liegen, handelt. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Betroffenen das genannte Migräne-Zentrum sehr stark durchblutet und damit aktiv ist. So soll nach neuesten Erkenntnissen eine Überaktivität der Nervenzellen im Hirnstamm ein Migräne-Auslöser sein bzw. an deren Entstehung beteiligt, was zu einer Fehlfunktion schmerzregulierender Systeme führt. Infolgedessen reagieren Betroffene vorübergehend überempfindlich auf bestimmte Reize.
Neben der „klassischen“ Migräne leiden bis zu 20 % der Betroffenen an der sogenannten Migräne mit Aura. In dem Fall kündigt sich eine Migräneattacke mit Symptomen wie Sehstörungen, darunter Lichtblitze oder Doppelbilder, Taubheit oder ein kribbliges Gefühl im Gesicht, Sprachstörungen, Schwindel oder Schwierigkeiten beim Gehen an, um nur einige zu nennen. Die Gründe für Migräne mit Aura sind ebenso vielfältig wie die Ursachen einer Migräne ohne Aura. Allen voran steht der Botenstoff Serotonin in Verdacht, eine tragende Rolle bei Migräne Ursachen zu spielen. Bei Botenstoffen oder auch Neurotransmittern handelt es sich um chemische Substanzen, die an vielen unterschiedlichen Funktionen im menschlichen Körper und dem Gehirn beteiligt sind. Sie leiten unter anderem Nervensignale, steuern aber auch die Blutgefäßverengung und -ausdehnung und können Schmerzsignale aussenden. Da Serotonin fast alle Gehirnfunktionen mittelbar oder unmittelbar beeinflusst, kann eine starke Schwankung des Serotoninspiegels eine Migräneattacke auslösen. Dies wäre zumindest eine mögliche Erklärung, warum Frauen im Zuge ihres weiblichen Zyklus vermehrt an Migräne leiden.
Die Entstehung und der Verlauf einer Migräne sind ein komplexer Prozess. Wie bereits erwähnt sind ihre Ursachen bis heute nicht vollständig erforscht. Es gibt viele Vermutungen und Theorien über Migräne-Auslöser. Als einer der häufigsten Migräne-Gründe wird Stress genannt. Hierbei spielt die beschriebene Stoffwechselstörung der Hirnzellen eine Rolle, wodurch die Schmerzareale getriggert und aktiviert werden. Wie genau Migräne und Stress zusammenhängen können, verraten wir Ihnen nachfolgend.
Trigger beschreiben innere und äußere Faktoren, die zu einer Migräne führen können. Es sind also potentielle Migräne-Ursachen, die das Entstehen einer Attacke begünstigen können. Trigger unterscheiden sich von Patient zu Patient und lassen sich nur mit einer guten Selbstbeobachtung identifizieren. Die Identifikation der individuellen Migräne-Ursachen ist für eine professionelle Behandlung unabdingbar und hat großen Einfluss auf den Behandlungserfolg. Nur so lassen sich Maßnahmen gezielt auf die Migräne-Auslöser abstimmen und prophylaktische Lösungen finden. Eine psychotherapeutische Behandlung kann beispielsweise bei Migräne hilfreich sein, da sie Ihnen im Rahmen einer Verhaltenstherapie hilft, innere und exogene Stressoren zu erkennen und Ihnen die nötigen Hilfswerkzeuge zur Seite stellt, um mit diesen Stressoren besser umzugehen.
So unterschiedlich die Migräne-Ursachen auch sein mögen - es gibt einige Migräne-Symptome, die bei den meisten Betroffenen auftreten und sich klar einer Migräne-Erkrankung zuordnen lassen. Ja. Die Wissenschaft geht davon aus, dass eine der Ursachen Stress sein kann. Warum aber kann Migräne bei Stress ausgelöst werden? Hier ist es wichtig zu wissen, dass Migräne nicht innerhalb einer akuten Stress-Situation auftritt, sondern vielmehr in der Entspannungsphase danach. Studien zeigen zudem, dass es dabei nicht auf den Grad des Stresses ankommt, sondern vielmehr auf die plötzlichen Veränderungen von einer „normalen“ zu einer „stressigen“ Situation und andersherum, also von der „stressigen“ zur „normalen“ Situation. Auch eine Ende 2014 veröffentlichte Studie im Journal Neurology zeigt, dass Stress durch Migräne erst in den Tagen nach einer Stressphase auftritt. So gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Entspannung nach dem Stress mit größter Wahrscheinlichkeit die eigentliche Migräne-Ursache ist und nicht der Stress per se.
Davon ausgehend, dass eine Migräne durch Stress ausgelöst bzw. begünstigt wird, zielt eine Behandlung darauf ab, langfristig den Niveauunterschied zwischen Normalzustand und Stress zu reduzieren. Vor jeder Behandlung einer Migräne steht eine genaue Diagnostik der Migräne-Ursachen im Vordergrund. Darauf aufbauend kann ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden. Eine akute Migräne lässt sich meist mit Medikamenten reduzieren. Neben Migräne gelten auch Depressionen, Burnout und zahlreiche andere psychosomatische Beschwerden als stressassoziiert. In unserer Fachklinik stellen wir gemeinsam mit jedem Patienten einen maßgeschneiderten Therapieplan auf, sodass gezielt die Ursachen von stressassoziierten Beschwerden behandelt und nicht nur die Symptome gelindert werden können.
Kopfschmerzen durch Stress: Ein Teufelskreis
Der Kopf hämmert, der Nacken ist verspannt und der Stress am Arbeitsplatz scheint kein Ende zu nehmen. Das ist kein Zufall, denn Kopfschmerzen und Stress hängen oft eng zusammen. Stress gehört zu unserem Leben - doch wie genau löst er Kopfschmerzen aus? Die Antwort liegt in unserer biologischen Stressreaktion. Sobald unser Körper Stress wahrnimmt, schüttet er Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus. Diese treiben uns zwar kurzfristig zu Höchstleistungen an, haben aber auch ihre Schattenseiten: Wir verkrampfen, der Blutdruck steigt, Körperbedürfnisse wie Durst oder Warnsignale wie Schmerz werden unterdrückt. Die Folgen können Verspannungen der Muskulatur, insbesondere im Nacken- und Schulterbereich, mit nachfolgenden (Kopf-)Schmerzen sein. Vor allem die verspannte Nackenmuskulatur strahlt häufig in den Kopf aus und verursacht pochende Spannungskopfschmerzen. Doch damit nicht genug: Wer unter Kopfschmerzen leidet, ist weniger belastbar und reagiert empfindlicher auf Stress. Ein Teufelskreis beginnt, denn die Angst vor dem nächsten Schmerz erzeugt zusätzlichen Stress.
Bei stressbedingten Kopfschmerzen handelt es sich meist um Spannungskopfschmerzen. Davon zu unterscheiden ist die Migräne. Diese kann zwar auch durch Stress als Auslöser ausgelöst werden, ist aber in der Regel nicht allein stressbedingt und zeichnet sich durch völlig andere Symptome aus. Spannungskopfschmerzen äußern sich meist als leichte bis mittelstarke, dumpfe, drückende Schmerzen, die sich wie ein enges Band um den Kopf legen. Typisch ist, dass die Schmerzen im Laufe des Tages zunehmen und häufig von Verspannungen der Nackenmuskulatur begleitet werden. Im Gegensatz zur Migräne gehen Spannungskopfschmerzen in der Regel nicht mit Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher. Aktivitäten und Leistungsfähigkeit sind bei Spannungskopfschmerzen meist weniger eingeschränkt als bei Migräne. Stress kann auch Migräne auslösen oder verschlimmern. Besonders tückisch ist, dass Migräne oft nicht in der Stressphase auftritt, sondern erst in der Entspannungsphase danach - zum Beispiel am Wochenende oder im Urlaub. Dieses Phänomen ist als „Wochenend-Migräne-Syndrom“ bekannt. Beide Kopfschmerzarten können chronisch werden, wenn der auslösende Stress zu lange anhält. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren und Auslöser zu kennen, die Kopfschmerzen begünstigen.
Verschiedene Faktoren können den Zusammenhang zwischen Stress und Kopfschmerzen verstärken. Beruflicher Stress ist einer der häufigsten Auslöser von Kopfschmerzen. Ständige Erreichbarkeit, Termindruck und hohe Arbeitsbelastung fordern ihren Tribut vom Körper. Besonders häufig treten die Beschwerden bei intensiver Bildschirmarbeit und langem Aufenthalt in klimatisierten Räumen auf. Zu wenig Schlaf macht uns nicht nur müde, sondern auch schmerzempfindlicher. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Sowohl kurzzeitiger als auch chronischer Schlafmangel erhöht die Schmerzempfindlichkeit des Körpers. Wer gestresst ist, schläft oft schlechter - und wer schlecht schläft, reagiert empfindlicher auf Stress und Schmerzen.
Folgende Verhaltensweisen stehen in Zusammenhang mit Stress und können Kopfschmerzen begünstigen: übermäßiger Kaffeekonsum, Bewegungsmangel und unregelmäßige und ungesunde Mahlzeiten. Auch ständiges Scrollen auf dem Smartphone, zu wenig Pausen im Arbeitsalltag, mangelnde Work-Life-Balance sowie Perfektionismus und zu hohe Ansprüche an sich selbst können stressbedingte Kopfschmerzen verschlimmern.
Strategien zur Durchbrechung des Teufelskreises
Gegen stressbedingte Kopfschmerzen gibt es Strategien. Die Kombination verschiedener Methoden verspricht dabei den größten Erfolg. Ein erholsamer Schlaf ist die Grundlage für eine bessere Stressresistenz und weniger Kopfschmerzen. Wichtig sind regelmäßige Schlafenszeiten und eine entspannende Abendroutine. Experten empfehlen sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht, um die Schmerzempfindlichkeit des Körpers zu reduzieren. Strukturieren Sie Ihren Tag und setzen Sie Prioritäten. Erledigen Sie wichtige Aufgaben in den produktivsten Stunden, planen Sie regelmäßige Pausen und reduzieren Sie die Bildschirmzeiten. Auch wenn es nicht immer einfach ist: Lernen Sie, „Nein“ zu sagen und Ihre Grenzen zu kommunizieren.
Verschiedene Entspannungstechniken können Verspannungen lösen und Kopfschmerzen vorbeugen: Progressive Muskelentspannung für einen entspannten Nacken, Achtsamkeitsübungen zum Stressabbau, gezielte Atemtechniken in akuten Stressphasen und autogenes Training zur Verbesserung der Körperwahrnehmung.
Schmerzmittel können bei akuten Kopfschmerzen Linderung verschaffen, sollten aber nicht zum Dauerzustand werden. Nehmen Sie Schmerzmittel nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat ein. Bei häufigen oder besonders starken Kopfschmerzen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen abzuklären. Oft reichen schon kleine Veränderungen im Alltag aus, um die Häufigkeit und Intensität der Beschwerden deutlich zu reduzieren.
Migräne und Psyche: Auswirkungen auf deine mentale Gesundheit
Migräneattacken wirbeln dein Leben plötzlich durcheinander und können zusätzlich Auswirkungen auf deine mentale Gesundheit haben. Es kommt darum nicht selten vor, dass durch Migräne seelische Belastungen und sogar Depressionen entstehen können. Die seelische Belastung durch Migräne führt oft zu Gefühlen von Deprimiertheit, Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit. Migräne tritt sogar häufig zusammen mit Depressionen auf. Der Zusammenhang von psychischer Belastung und Migräne konnte auch in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden. Menschen, die mit Migräne leben, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Depressionen als Menschen ohne Migräne. Die Wissenschaft geht davon aus, dass Migräne und Depressionen ähnliche Ursachen und Auslöser haben, die unter anderem genetisch bedingt sein können.
Die Schmerzen, der Stress durch Einschränkungen in Job, Familie und Alltag, Depressionen - das zusammen kann zu viel sein. Und dann noch die Unsicherheit, wann die nächste Attacke kommen wird.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die dazu beitragen können, dass du dein Leben so leben kannst, wie du es möchtest - auch mit deiner Migräne. Suche professionelle Unterstützung: Im ersten Schritt kannst du dich an eine Patientenorganisation der Deutschen Schmerzgesellschaft wenden. Danach wäre es hilfreich, mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt über deine Situation zu sprechen. Auch ein Gespräch mit einer Neurologin oder einem Neurologen kann wertvolle Einblicke in deine Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bieten. Es gibt verschiedene vorbeugende Ansätze, die dir zu mehr migränefreien Tagen verhelfen können. Zusätzlich kann psychologische Unterstützung nützlich sein, um mit den emotionalen Belastungen bei Migräne besser umzugehen. Versuche, dich nicht zurückzuziehen und abzukapseln: Teile deine Erfahrungen und Empfindungen mit Migräne im Freundeskreis, in der Familie oder über den Social-Media-Kanal von Migräne verstehen. Es tut gut, von anderen verstanden zu werden und sich mit Menschen auszutauschen, denen es so ähnlich geht wie dir. Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Achterbahn im Kopf für eine kurze Zeit zu stoppen. Du kannst hierdurch auch die eine oder andere Situation im Leben mit weniger Stress im Kopf bewältigen. Einen Versuch ist es wert. Sport und Bewegung haben nachweislich eine positive Wirkung auf dein mentales Befinden. Jede Art von Bewegung kann dir kurzfristig dabei helfen, Stress zu reduzieren und deine Stimmung zu heben. Wenn du dich regelmäßig bewegst, kannst du damit deine Kopfschmerztage reduzieren und dein Befinden insgesamt verbessern. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und ein geregelter Tagesablauf können ebenfalls dazu beitragen, dass du dich wohler fühlst.