Dunkle Schokolade und Migräne: Auslöser oder Symptom?

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die das Leben vieler Menschen beeinträchtigt. Die Suche nach den Auslösern, die eine Migräneattacke „triggern“ können, ist oft mühsam. Ein Faktor, der immer wieder diskutiert wird, ist dunkle Schokolade. Doch ist dunkle Schokolade wirklich ein Auslöser für Migräne oder vielleicht doch nur ein Vorbote einer Attacke? Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen dunkler Schokolade und Migräne und gibt Einblicke in mögliche Ursachen, Vorbeugungsmaßnahmen und alternative Therapieansätze.

Migräne verstehen

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Es handelt sich um eine primäre Kopfschmerzerkrankung, also eine Erkrankung, die nicht als Folge einer anderen Grunderkrankung auftritt. Sie schränkt den Alltag der Betroffenen stark ein, da jede körperliche Aktivität den Schmerz noch verschlimmern kann. Verantwortlich für Migräne ist eine Funktionsstörung des Gehirns, insbesondere der Strukturen, die für die Schmerzentstehung und -verarbeitung zuständig sind. Bei Migränebetroffenen ist die Hirnrinde überempfindlich, was bedeutet, dass äußere Reize verstärkt wahrgenommen werden.

Symptome einer Migräne

Ein typisches Symptom für eine Migräne ist ein pulsierender, pochender oder stechender Schmerz, der von Betroffenen als moderat bis schwer empfunden wird. Er breitet sich anfallsartig von einer Kopfhälfte beginnend auf die andere aus. Anders als gewöhnliche Kopfschmerzen tritt eine Migräne anfallartig auf und kann bis zu drei Tage anhalten.

Einer Migräneattacke kann eine sogenannte Aura vorausgehen. Als Aura wird ein Gesichtsfeldausfall bezeichnet. Betroffene beschreiben eine Aura häufig als eine kleine Sonne oder ein Regenbogen, der sich über das eigentliche Bild legt. Die Aura wird immer größer, bis sie nach kurzer Zeit in den eigentlichen Kopfschmerz übergeht oder auch von ihm abgelöst wird.

Phasen einer Migräne

Eine Migräne kann in vier verschiedenen Phasen verlaufen - muss sie aber nicht:

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  1. Prodomalphase: Tage bevor die eigentlichen Kopfschmerzen beginnen, kündigt sich die Migräne durch die sogenannte Prodomalphase an. Betroffene sind dann vielleicht gereizt, gähnen häufig oder haben Lust auf Süßes. Manche sind müde, wieder andere extrem aufgedreht.
  2. Auraphase: Bei etwa 20 Prozent der Betroffenen kommt es zu einer Auraphase. In ihr entwickeln sich neurologische, also nervliche, Reize und Ausfallerscheinungen. Diese entwickeln sich in der Regel langsam und bilden sich danach wieder zurück.
  3. Kopfschmerzphase: In der Kopfschmerzphase treten dann die migränetypischen Symptome auf.
  4. Nach- oder Erholungsphase: Die Nach- oder Erholungsphase folgt nach dem Abklingen der Kopfschmerzphase. In ihr können die entgegengesetzten Symptome wie in der Vorphase auftreten.

Die Rolle von dunkler Schokolade

Auslöser oder Vorbote?

Viele Migränepatienten berichten von einem starken Verlangen nach Schokolade, insbesondere dunkler Schokolade, kurz vor einer Migräneattacke. Dies führt oft zu der Annahme, dass die Schokolade der Auslöser für die Migräne ist.

Es ist wichtig zu unterscheiden, ob die Schokolade tatsächlich der Auslöser ist oder ob das Verlangen nach Schokolade ein Vorbote der Migräne ist. In der Vorbotenphase, die einer Migräne-Attacke bis zu 48 Stunden vorausgehen kann, sind die Betroffenen oft auch besonders lichtempfindlich, selbst normale Lichtverhältnisse können als äußerst grell empfunden werden. Dieses subjektiv grelle Licht ist dann, wie die Lust auf Schokolade, nicht Trigger, sondern Symptom.

Tyramin als möglicher Schuldiger

Um das Thema zu verkomplizieren, kann es allerdings auch sein, dass Schokolade wirklich der Auslöser für Migräne ist. In diesem Fall ist dann das biogene Amin Tyramin schuld. Es entsteht beim Reifungs- oder Fermentierungsprozess von Lebensmitteln - oft ist es in Rotwein, gereiftem Käse oder gepökelten Würsten vorhanden.

Im Falle der Schokolade stammt das Tyramin aus dem Kakao. Deshalb vertragen viele Betroffene nicht so stark kakaohaltige Schokoladen, wie z.B. Vollmilchschokolade, besser als dunkle Schokolade, wie Zartbitter- oder Herrenschokolade. Noch besser wird meistens weiße Schokolade vertragen, da hier der Kakaomasse das Kakaopulver entzogen wird.

Histamin und Migräne

Aufgrund seines Histamingehalts steht besonders gereifter Käse, aber auch Rotwein und dunkle Schokolade, im Verdacht Migräneattacken auszulösen. Aber was ist eigentlich Histamin und was hat das Ganze mit Migräne zu tun?

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Histamin befindet sich auf natürliche Art und Weise in unserem Körper. Nämlich als sog. biogenes Amin, was durch enzymatische Reaktionen aus einer bestimmten Aminosäure (dem Histidin) entsteht und vor allem in den Lungen, der Haut und im Magen-Darm-Trakt zu finden ist. Dort wird Histamin vorwiegend in Immunzellen, den sog. Mastzellen und Basophilen, gespeichert. Histamin übernimmt somit einige immunologische und physiologische Aufgaben im Körper: so hilft es z.B. bei der Verdauung, lässt Muskeln kontrahieren, erweitert Blutgefäße und erhöht die Durchlässigkeit der Gefäßwände, was wiederum zu Entzündungsreaktionen führen kann.

Außerdem wirkt es als Neurotransmitter, also als Signalstoff im Gehirn, der Informationen zwischen Nervenzellen weiterleitet. Im Gehirn wird Histamin von speziellen Nervenzellen, den sog. histaminergen Neuronen, produziert. Diese Nervenzellen haben Verbindungen zu vielen weiteren Teilen des Gehirns.

Es gibt aber eben auch das Histamin, dass nicht eigen vom Körper produziert wird, sondern durch die Nahrung zugeführt wird. Dies spielt zum Beispiel bei der Histamin-Intoleranz eine entscheidende Rolle. Denn in diesen Fällen ist die Balance zwischen Histaminaufnahme und -abbau gestört, wodurch sich zu viel Histamin im Körper ansammelt. Die Ursache dafür liegt im Ausfall eines Enzyms (DAO), welches für den Abbau von Histamin aus der Nahrung zuständig ist. Dieser Ausfall kann durch Medikamente oder genetische Mutationen bedingt sein. Die Symptome, die durch eine zu hohe Histamin-Konzentration hervorgerufen werden, ähneln dabei denen einer allergischen Reaktion.

Betroffene einer Histamin-Intoleranz werden auch als „überempfindlich gegen Nahrungsmittelhistamin“ bezeichnet. Daher ist der Gold-Standard in der Therapie eine low-histamine Ernährung.

Schon 1926 beschäftigten sich Forschende mit dem Thema, ob Histamin Kopfschmerzen auslösen könnte. Dabei beobachteten sie, dass das Auftreten der Kopfschmerzen von der Dosis des Histamins abhängig war und dass sich die Reaktionen stark zwischen den Versuchspersonen unterschieden. Auffällig war, dass Personen mit Migräne anfälliger für diesen sog. Histamin-induzierten Kopfschmerz waren.

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Bis heute sind die genauen Zusammenhänge von Histamin und Migräne nicht abschließend geklärt. Als möglicher Mechanismus wird unter anderem diskutiert, dass Histamin die Blutgefäße im Gehirn weitet, was Entzündungsprozesse fördert und wiederum Migräneattacken auslösen kann. Es gibt auch neuste Studienergebnisse, die einen ähnlichen Zusammenhang zwischen Histamin und dem Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP) zeigen, dass ebenfalls an der Entstehung von Migräne beteiligt ist.

Des Weiteren wurde beobachtet, dass die Histamin-Konzentration im Blut während Migräneattacken erhöht ist und dass sich die Migräne Symptome bei Personen mit Histamin-Intoleranz verschlimmern können. Andere Studien zeigen aber auch, dass eine Einnahme von Antihistaminika keine Verbesserung der Migräne herbeiführt. Was genau das über den Zusammenhang von Migräne und Histamin aussagt, ist unklar. Insgesamt ist die Studienlage eher widersprüchlich bzw. die Zusammenhänge als uneindeutig zu bewerten, was auch an den komplexen Mechanismen von Migräne liegt. Festhalten kann man aber, dass Histamin an der Entstehung von Migräneattacken beteiligt sein könnte, aber eher als Mediator und nicht unbedingt als Auslöser, gerade wenn es um das Nahrungsmittel-Histamin geht.

Histamin-reiche Lebensmittel

Wie weiter oben bereits besprochen wird Histamin nicht nur im menschlichen Körper gebildet. Es gibt auch Lebensmittel die relevante Histamin-Konzentrationen enthalten und zum Beispiel bei einer low-histamine Ernährung eher vermieden werden sollten. Dazu gehören z.B.:

  • Käse
  • Thunfisch
  • Tomaten
  • Hefe
  • Schokolade
  • Rotwein
  • Sauerkraut

Viele Reifungs- und Gärungsprozesse (wie z.B. bei der Herstellung von Rotwein oder Sauerkraut) führen zu höheren Histamin-Konzentrationen. Daher gilt auch: je reifer oder „älter“ eines dieser Lebensmittel, desto höher ist der Histamingehalt - zum Beispiel beim Käse. Wenn du also möglichst wenig Histamin zu dir nehmen möchtest, solltest du möglichst frische bzw. „junge“ Lebensmittel verzehren.

Migräne-Trigger und individuelle Unterschiede

Was eine Migräne wirklich auslösen kann, ist individuell ganz verschieden. Generell gelten Unregelmäßigkeiten wie ein Wechsel in Anspannung & Entspannung, Änderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, Wetterwechsel, Hormon- und Blutzuckerschwankungen als gängige Auslöser.

Es ist wichtig zu beachten, dass Auslöser wahrscheinlich nur in der Vorbotenphase wirksam sind und außerhalb dieser Phase ungefährlich sind.

Die Kipppunkttheorie

Nahe an einem Kipppunkt, also kurz bevor das Gehirn von der schmerzfreien Zeit herüber in die Kopfschmerzphase der Migräne „kippt“, treten im ganzen Körper große Schwankungen auf. Diese Schwankungen betreffen physiologische, hormonelle und emotionale Veränderungen und äußern sich für Betroffenen durch verschiedene Vorboten.

In dieser Phase ist man für Auslöser sehr empfindlich. Die Überempfindlichkeit auf Reize und Reizüberflutung bilden einen sich selbst verstärkenden Prozess mit Henne-Ei-Problematik. Es wäre in etwa so, als wenn man zunächst nur ein bisschen Migräne-schwanger ist und durch das Essen von sauren Gurken noch schwangerer würde.

Ernährung als Migräneprophylaxe

Niedrig-glykämische Ernährung

Es gibt bestimmte Ernährungsansätze, die sich als nicht-medikamentöse Migräneprophylaxe bewiesen haben. Einer davon ist die niedrig-glykämische Ernährung, da sie starke Blutzuckerschwankungen vorbeugt, die wiederum Migräne auslösen können.

Starke Blutzuckerschwankungen nach einer Mahlzeit steigern das Risiko für eine Migräneattacke, ein stabiler Blutzuckerspiegel senkt das Risiko. Blutzuckerreaktionen sind jedoch sehr individuell und können nicht für bestimmte Lebensmittel verallgemeinernd vorhergesagt werden. Die Makronährstoffe eines Lebensmittels bzw. einer Mahlzeit sind für deine Blutzuckerreaktion von Bedeutung, also das Verhältnis zwischen Fetten, Proteinen und Kohlenhydraten. Stoffwechselreaktionen allgemein hängen nämlich auch von Deiner Genetik, Deinen Darmbakterien (dem Mikrobiom), Deinen Aktivitäten, Schlaf, Hormonstatus und vielem mehr ab.

Fettsäuren

Fettsäuren sind in allen Nahrungsmitteln enthalten. Sie bestimmen Konsistenz und Verdaulichkeit, beeinflussen in hohem Maß die Zusammensetzung der Blutfettwerte und die Bildung von Entzündungs- Mediatoren, die das Schmerzempfinden beeinflussen. Allerdings ist die Versorgung des menschlichen Organismus mit diesen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUFS) - beispielsweise Linolensäure - zumeist unzureichend. Der Bedarf liegt bei 27 g täglich, tatsächlich aber werden im Allgemeinen nur 13g eingenommen. Das bedeutet, dass zwar viel Fett verzehrt, aber zu wenige ungesättigten Fettsäuren zugeführt werden.

Um einen entzündungshemmenden Effekt zu erzielen, ist eine regelmäßige Zufuhr an alpha- und gamma-Linolensäure erforderlich, damit sich das Fettsäuremuster im Organismus entsprechend positiv verändert.

Der „Gegenspieler“ der für die Gesundheit wichtigen Linolensäure, die Arachidonsäure, findet sich ausschließlich in tierischen Fetten: im Fleisch von Schwein, Rind und Geflügel sowie in fettreichen Milchprodukten.

Serotonin

Serotonin ist eine lebenswichtiges Substanz, die der menschliche Organismus braucht, um bestimmte Regelungen bewerkstelligen zu könne. Serotonin ist am Blutdruckgeschehen beteiligt, regt die Darmtätigkeit an, signalisiert Sättigung, regelt den Schlaf-Wach- Rhythmus und spielt eine entscheidende Rolle für die jeweilige Stimmungslage. So ist beispielsweise die Lust auf Süßigkeiten eine Folge des Serotonin-Mangels im Gehirn, der durch eiweißreiche und kohlehydratarmer Kost ausgelöst werden kann. Serotonin ist abhängig von seiner Vorstufe, dem sogenannten Tryptophan, das besonders in Cashewnüssen, Haferflocken, Sojabohnen, Weizenkeimen und Käse enthalten ist. Es wird vermutet, dass Migräniker einen zu geringen Anteil an Tryptophan haben, da das Serotonin zu Beginn einer Migräne-Attacke sehr erniedrigt ist. Deshalb wird häufig Sumatriptan eingesetzt, da es Serotonin zusätzlich freisetzt.

Der tägliche Bedarf an Tryptophan wird in der Fachliteratur mit 210 mg pro Tag angegeben.

Amine

Amine beeinflussen die Gefäßdurchlässigkeit im menschlichen Körper und die Schmerzempfindung. Die biogenen Amine, die sowohl in pflanzlichen wie tierischen Lebensmitteln vorkommen, wirken als Hormone oder Neurotransmitter. Man unterteilt sie in psychoaktive Amine (Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin) und vasoaktive Amine (Histamin, Tyramin). Frische Lebensmittel enthalten keine oder nur äußerst geringe Mengen an biogenen Aminen, fermentierte pflanzliche und tierische Nahrungsmittel je nach dem Grad der Be- und Verarbeitung sowie Transport- und Lagerzeiten unterschiedlich hohe Amingehalte.

Weitere Auslöser und Risikofaktoren

Es gibt viele Faktoren, die eine Migräneattacke auslösen können. Insbesondere zu viel Kaffee kann Kopfschmerzen auslösen, plötzlicher Verzicht darauf allerdings auch. Migräneattacken treten zudem häufig am Wochenende oder im Urlaub auf, wenn sich der Körper nach anhaltendem Stress langsam entspannt.

Checkliste zu Auslösefaktoren für Migräne

  • Stress
  • Angst
  • Körperliche Überanstrengung
  • Unregelmäßigkeiten (zu spät ins Bett gehen, Reisen, Auslassen von Mahlzeiten etc.)
  • Physikalische Faktoren (Wetterumschwung)

Gemeinsamer Nenner all dieser Faktoren ist die Änderung. Was sich zu schnell, zu impulsiv, zu plötzlich ändert, beansprucht das Nervensystem.

Genetische Veranlagung

Bestimmte Risikogene in unseren Erbanlagen sind verantwortlich für eine hohe Migränebereitschaft. In der größten Migränestudie überhaupt mit über 375.000 Probanden, die an den weltweit führenden Zentren für Migräne durchgeführt worden ist, hat man 38 Risikogene und 44 Genvarianten entdeckt. Diese sind für zwei wesentliche Steuerungsmechanismen in unserem Körper verantwortlich: Einerseits betreffen diese das Herz-Kreislauf-System. Das führt auch dazu, dass das Risiko an Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken, bei Migränepatienten fast doppelt so hoch ist wie bei Nicht-Betroffenen. Das zweite große Thema andererseits sind psychische und sensorische Mechanismen, für die unser Nervensystem verantwortlich ist, also Wahrnehmung, Denken, Kognition und Gefühle. Migränepatienten nehmen schneller wahr und reagieren schneller auf Reize. Sie nehmen wiederkehrende Reize kontinuierlich auf und können diese nur schwer ausblenden.

Diagnose und Behandlung

Für die Diagnose der Migräne werden die Kriterien der International Headache Society herangezogen, auf deren Grundlage sich mehr als 95 Prozent aller Migränebetroffenen korrekt diagnostizieren lassen. Die Diagnose basiert auf einem ausführlichen Gespräch, in dem die Ärztin oder der Arzt die Häufigkeit, Dauer, Art und Stärke der Kopfschmerzen und möglicher Begleitsymptome erfragt. Die Diagnosefindung kann erleichtert werden, indem Sie selbst ein Kopfschmerztagebuch führen.

Medikamentöse Therapie

Bei der Behandlung von vestibulärer Migräne setzt man auch auf Substanzen, die bestimmte Symptome lindern. Antiemetika wie Metoclopramid und Domperidon wirken zum Beispiel gegen die Übelkeit, die das Schwindelgefühl oft begleitet.

Generell wirksam gegen Migräne sind Triptane. Diese Medikamente bekämpfen gezielt die Migräne und wirken nicht symptomatisch, indem sie beispielsweise den Schmerz betäuben wie übliche Analgetika.

Allerdings verbessern natürlich auch klassische Schmerzmittel (Analgetika) den akuten Zustand, indem sie die Schmerzen beseitigen. Zu den häufig eingesetzten Schmerzmitteln gehören vor allem Ibuprofen und ASS.

Prophylaxe

Zur Vorbeugung besonders häufiger oder schmerzhafter Migräneattacken können Medikamente verschrieben werden. Besonders geeignet zur Vorbeugung (Prophylaxe) ist der Calciumkanalblocker Flunarizin. Flunarizin blockiert besagten Calciumkanal im Innenohr und wirkt so direkt am Vestibularorgan. Als Nebenwirkungen können Gewichtszunahme, Müdigkeit und Appetitsteigerung auftreten. Patienten und Patientinnen, die an Depressionen leiden, dürfen Flunarizin nicht einnehmen.

Acetazolamid und Diclofenamid sind Carboanhydrasehemmer, die bei der Vorbeugung von vestibulärer Migräne ebenfalls gute Ergebnisse erzielen.

Zur Vorbeugung sind grundsätzlich alle Methoden geeignet, die generell bei Migräne eingesetzt werden. Man sollte sich aber bewusst machen, dass Prophylaxe-Maßnahmen die Migräne-Tage zwar um etwa die Hälfte reduzieren, aber die Migräne meist nicht komplett verhindern können.

Alternative Therapieansätze

  • Akupunktur
  • Leichter Ausdauersport
  • Entspannungstechniken (Stressbewältigungstraining oder eine Verhaltenstherapie)
  • Probiotika (Bestimmte Darmbakterien produzieren Stoffe wie Buttersäure (Butyrate), die zum einen die Darmschleimhaut füttern und so „dicht“ halten, zum anderen aber auch als Futter für die Mikroglia-Zellen im Gehirn wichtig sind! Diese speziellen Zellen sind verantwortlich für die immunologische Abwehr im Gehirn!)
  • Vitamin-D3-Mangel ausgleichen
  • Coenzym Q10 als Bio-Ubiquinon „Q10 Green“
  • Magnesium entspannt die Muskulatur und stärkt die Nerven, ist aber auch an der Energieproduktion in der Körperzelle beteiligt.

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