Leistungsfähigkeit des Gehirns bei Kindern steigern: Methoden und Übungen

Die Fähigkeit zur Konzentration ist entscheidend für den schulischen Erfolg und das spätere Leben von Kindern. Viele Eltern fragen sich, wie sie die Konzentrationsfähigkeit ihrer Kinder verbessern können. Es gibt verschiedene Methoden und Übungen, die helfen können, die Leistungsfähigkeit des Gehirns bei Kindern zu steigern.

Einführung

Kinder leben in einer Welt voller Ablenkungen. Bildschirme blinken überall, und Spiele und Videos bieten ständige Reize, die schnellere Belohnungen versprechen als konzentriertes Arbeiten an einer Schulaufgabe. Wenn die Konzentration ständig unterbrochen wird, entstehen schnell Frustration und Stress - sowohl bei deinem Kind als auch bei dir. Hausaufgaben ziehen sich unnötig in die Länge, das Lernen wird zur Last, und der Lernerfolg bleibt aus. Dein Kind fühlt sich überfordert, was die Motivation weiter sinken lässt. Es ist wichtig, Konzentration als eine Fähigkeit zu betrachten, die man gezielt trainieren kann.

Konzentrationsfähigkeit und ihre Bedeutung

Konzentration ist die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit gezielt auf eine Aufgabe oder Aktivität zu richten und diese Aufmerksamkeit über einen gewissen Zeitraum aufrechtzuerhalten. Bei Kindern, insbesondere im Grundschulalter (5-10 Jahre), ist diese Fähigkeit von entscheidender Bedeutung für das Lernen und die allgemeine Entwicklung. Kinder im Alter von 5-7 Jahren beginnen, ihre Aufmerksamkeit gezielter zu lenken, während Kinder zwischen 7 und 10 Jahren ihre Konzentrationsfähigkeit weiter ausbauen und verfeinern.

Ursachen für Konzentrationsprobleme bei Kindern

Konzentrationsprobleme bei Kindern können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden:

  1. Entwicklungsstadien: Kinder durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien, in denen sich auch ihre kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit entwickeln. Insbesondere bei jüngeren Kindern ist die Fähigkeit, sich über längere Zeit zu konzentrieren, noch nicht vollständig ausgebildet.
  2. Ablenkungen: Ablenkungen sind einer der Hauptgründe für Konzentrationsprobleme. In der heutigen Zeit sind Kinder einer ständigen Reizüberflutung ausgesetzt - sei es durch Fernsehen, Computerspiele, Smartphones oder andere Umweltfaktoren.
  3. Schlafmangel: Ausreichender Schlaf ist entscheidend für die kognitive Funktion und Konzentration. Schlafmangel kann die Aufmerksamkeitsspanne, das Gedächtnis und die Fähigkeit zur Problemlösung beeinträchtigen.
  4. Emotionale Faktoren: Emotionale Faktoren wie Stress, Angst oder auch familiäre Probleme können die Konzentration von Kindern beeinträchtigen.
  5. Lernstörungen: Matheschwäche, auch als Dyskalkulie bezeichnet, ist eine ernsthafte Lernstörung, die das Verständnis und die Anwendung mathematischer Konzepte stark beeinträchtigen kann.

Strategien zur Förderung der Konzentration

Um die Konzentration bei Kindern zu fördern, sind sowohl gezielte Konzentrationsübungen als auch ein unterstützendes Umfeld von großer Bedeutung.

Lesen Sie auch: Kann ein Anfall tödlich sein?

  1. Fester Tagesablauf: Ein fester Tagesablauf gibt Kindern Sicherheit und hilft ihnen, sich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren. Planen Sie feste Zeiten für Hausaufgaben, Spiel, Mahlzeiten und Schlaf ein.
  2. Kurze Lernintervalle: Die Konzentrationsfähigkeit von Kindern ist natürlich begrenzt. Setze auf kurze Lernintervalle von etwa 20-30 Minuten, gefolgt von kurzen Pausen.
  3. Ablenkungsfreie Lernumgebung: Minimiere Ablenkungen in der Lernumgebung. Ein ruhiger, aufgeräumter Arbeitsplatz, der frei von Spielzeug, elektronischen Geräten und anderen Ablenkungen ist, fördert die Konzentration.
  4. Bewegung und Sport: Regelmäßige Bewegung und Sport können die kognitive Leistung und Konzentrationsfähigkeit verbessern. Integrieren Sie körperliche Aktivitäten in den Alltag des Kindes, sei es durch Spielen im Freien, Sportvereine oder Familienwanderungen.
  5. Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Nährstoffen ist, unterstützt die Gehirnfunktion und Konzentration. Achte darauf, dass das Kind ausreichend Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und gesunde Fette zu sich nimmt.
  6. Spielerische Aktivitäten: Integrieren spielerische Aktivitäten, die die Konzentration fördern, in den Alltag. Spiele wie Memory, Puzzle oder Stille Post sind nicht nur unterhaltsam, sondern schulen auch gezielt die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis der Kinder.

Konzentrationsübungen für Kinder

Es gibt eine Vielzahl von Konzentrationsübungen, die speziell für Kinder entwickelt wurden:

  1. Flüsterpost: Ziel: Verbesserung der auditiven Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses. Ablauf: Die Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind flüstert eine kurze Geschichte oder einen Satz in das Ohr des nächsten Kindes. Dieses Kind flüstert die Nachricht weiter, bis sie einmal im Kreis herumgegangen ist. Das letzte Kind sagt die Nachricht laut. Zum Schluss wird verglichen, wie viel von der ursprünglichen Nachricht erhalten geblieben ist. Warum es hilft: Dieses Spiel fördert die Konzentration, da die Kinder genau zuhören müssen, um die Nachricht korrekt weitergeben zu können.
  2. Puzzles: Ziel: Förderung der visuellen Konzentration und des Problemlösungsvermögens. Ablauf: Wählen Sie Puzzles, die dem Alter und den Fähigkeiten der Kinder entsprechen. Die Aufgabe besteht darin, die Puzzle-Teile zu einem vollständigen Bild zusammenzusetzen. Warum es hilft: Puzzles erfordern Geduld und Aufmerksamkeit für Details.
  3. Memory: Ziel: Training des Kurzzeitgedächtnisses und der visuellen Wahrnehmung. Ablauf: Memory-Karten werden verdeckt aufgelegt. Die Spieler decken nacheinander zwei Karten auf, um Paare zu finden. Wer ein Paar findet, darf die Karten behalten und noch einmal spielen. Warum es hilft: Memory-Spiele verbessern die Merkfähigkeit und die Fähigkeit, sich visuelle Informationen einzuprägen.
  4. Ich packe meinen Koffer: Zuletzt kann auch ein Zähl- oder Rechenspiel als Training der Konzentrationsfähigkeit der Kinder betrachtet werden. Die Kinder können zum Beispiel alle anwesenden Kinder zählen und dann überlegen, wer fehlt. Eine solche Übung erfordert die volle Aufmerksamkeit der Kinder und macht ihnen zudem Spaß. Erzieher können die Kinder auch ihre Schritte zählen lassen oder die Stufen einer Treppe. Gerade, wenn die Kinder gerade erst das Zählen lernen, bereitet ihnen diese Übung besondere Freude.
  5. Mandalas ausmalen: Mandalas sind eine weitere hervorragende Konzentrationsübung für Kinder. Das Ausmalen benötigt viel Aufmerksamkeit, um nicht über die Linien zu malen. Gleichzeitig entspannt es die Kinder und verschafft ihnen Ruhe.

Brain Gym Übungen

Brain Gym umfasst eine Reihe von bewegungsbasierten Aktivitäten, die darauf ausgerichtet sind, kognitive Funktionen zu verbessern, die Konzentration zu steigern und die Gesamtleistung des Gehirns zu fördern. Diese Methode erweist sich als hilfreich für Menschen jeden Alters, insbesondere jedoch für Kinder und Jugendliche, indem sie das Lernen optimiert, Stress reduziert und die Aufmerksamkeit sowie Konzentrationssteigerung unterstützt. Die Wirksamkeit von Brain Gym-Übungen zur Verbesserung kognitiver Funktionen ist umstritten. Einige Studien deuten auf Vorteile hin, während andere argumentieren, dass die Vorteile möglicherweise auf einem Placebo-Effekt oder aufgrund erhöhter körperlicher Aktivität basieren. Trotz dieser gemischten Beweislage wurde in einer Studie von Silvia Konrad festgestellt, dass Brain Gym-Übungen dazu beitragen können, kognitive Prozesse zu automatisieren, um die intrinsische Motivation bei Schülern zu erhöhen.

Beispiele für Brain Gym Übungen:

  • Gehirnknöpfe rubbeln: Zeige- und Mittelfinger der einen Hand liegen auf dem Bauchnabel. Mit dem Daumen, dem Zeige- und dem Mittelfinger der anderen Hand massiert ein Kind die kleinen Einbuchtungen links und rechts seines Schlüsselbeins, am äußeren Rand seines Brustbeins.
  • Ohren ausrollen: Bei dieser Übung zieht ein Kind sich gleichzeitig mit seinen Händen sanft und vorsichtig die Ohren lang. Es beginnt dabei am oberen Ohrrand, arbeitet sich langsam bis zum Ohrläppchen vor und zieht dabei immer die Ohren vom Kopf weg. Diese sogenannte "Einschaltübung" lenkt die Aufmerksamkeit eines Kindes auf seine Ohren und sein Gehör und aktiviert nebenbei noch mehrere wichtige Akupunkturpunkte.
  • Liegende Acht zeichnen: Diese Übung lenkt die Aufmerksamkeit eines Kindes auf seine Augen und schult die Auge-Hand-Koordination. Das Kind stellt sich locker hin, die Beine ein wenig gespreizt, sodass die Füße mit den Schultern eine Linie bilden. Nun streckt es den linken Arm aus und schaut konzentriert auf seinen Daumen. Mit diesem malt es langsam eine Figur, wie eine liegende Acht, in die Luft und verfolgt die Bewegung konzentriert mit den Augen. Es beginnt dabei in der Körpermitte und zeichnet die Schleifen sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite. Die Augen verfolgen den Daumen möglichst unangestrengt. Nach zirka einer Minute werden die Arme gewechselt.

Edu-Kinestetik (Brain Gym)

Edu-Kinestetik, oft auch als "Lernen durch Bewegung" bezeichnet, ist ein Konzept, das von Paul Dennison, einem Experten in Pädagogik und Leseförderung, entwickelt wurde. Die Edu-Kinestetik betrachtet das menschliche Gehirn als grob in zwei unterschiedliche Hälften aufgeteilt, die verschiedene Aufgaben erfüllen. Die beste Lernleistung kann ein Kind erbringen, wenn beide Gehirnhälften integriert und gleichermaßen entspannt und aktiv sind. Edu-Kinestetik ist auf die praktischen Bedürfnisse der Pädagogik ausgerichtet und bietet spielerische Übungen an, die das Lernen erleichtern, beide Gehirnhälften integrieren und die Bildung von Lernblockaden verhindern soll. Durch eine Vielzahl von spielerischen, gymnastischen Übungen sollen unbewusste Spannungen und Stress bei Kindern aufgelöst werden. Blockaden zwischen den beiden Gehirnhälften werden durch die Aktivierung der Körperhälften und die Überkreuzung der Körpermitte gelockert, sodass der Lernende einen größeren Zugriff auf seine Kompetenzen erhält. Das bekannteste Übungsmittel dabei ist die "liegende Acht", die auf verschiedenste Art und Weise ausgeführt wird. Lerninhalte können anschließend besser und schneller aufgenommen und verarbeitet werden. Zu viel sollten Eltern aber nicht erwarten, wenn sie mit ihrem Kind einen Kinesiologen aufsuchen, denn wissenschaftlich ist diese Therapieform umstrittenen.

Bedeutung von Lob und Feedback

Um die Kinder zu Konzentrationsübungen zu animieren, müssen Erzieher häufig kreativ werden. Neben Spielen, die die Kinder spannend finden, ist auch das Feedback der pädagogischen Fachkräfte im Kindergarten wichtig. Die Rückmeldung von Erwachsenen liefert Kindern wichtige Anhaltspunkte. Aus diesem Grund ist auch das Feedback für Konzentrationsübungen relevant. Durch positive Rückmeldungen machen die Kinder günstige Erfahrungen. Werden sie für ihre Aufmerksamkeit gelobt, sind sie auch in der Zukunft bemüht, sich auf die anstehenden Aktivitäten zu konzentrieren. In diesem Fall wirkt Lob als Belohnung. Als pädagogische Fachkraft können Sie den Kindern auch andere Belohnungen in Aussicht stellen. Sie können den Kindern zum Beispiel anbieten, dass diese nach einem Konzentrationsspiel ein bestimmtes, besonders beliebtes Spielzeug benutzen dürfen.

Konzentrationsprobleme im Kindergarten

Während eines Konzentrationsspiels, aber auch im normalen Alltag im Kindergarten fällt ab und an ein Kind durch sein unkonzentriertes Verhalten auf. Eine solche Auffälligkeit kann durch verschiedene Faktoren bedingt sein. Erzieherinnen, Erzieher und pädagogische Fachkräfte sollten die Kinder über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten. Unter Umständen war die Unaufmerksamkeit des Kindes durch einen Mangel an Schlaf verursacht und gibt sich nach einer gewissen Zeit wieder von selbst. Um herauszufinden, ob ein Kind Probleme dabei hat, sich zu konzentrieren, sollten beeinträchtigende Faktoren von außen ausgeschlossen werden. Wenn Sie demnach ein Konzentrationsspiel im Kindergarten durchführen, können Sie die Umweltfaktoren variieren, um herauszufinden, was die Aufmerksamkeit der Kinder beeinflusst.

Lesen Sie auch: Sicher Autofahren mit Parkinson: Ein Leitfaden für Deutschland

Mögliche beeinträchtigende Faktoren:

  • Lärmpegel: Sowohl die anderen Kinder als auch Musik oder Geräusche von draußen können Lärm verursachen, der die Kinder ablenkt.
  • Schlaf: Gerade zukünftige Schulkinder machen in den meisten Fällen keinen Mittagsschlaf mehr. Für ihren Schlaf sind vor allem die Eltern zuständig. Bei kleineren Kindern sollte jedoch auch im Kindergarten auf ausreichend Schlaf geachtet werden.
  • Energie: Die Kinder benötigen Energie, um sich mit Konzentrationsspielen beschäftigen zu können. Diese erhalten sie durch eine ausgewogene Ernährung sowie durch Pausen. Scheinen die Kinder förmlich vor Energie zu sprühen, ist es gegebenenfalls hilfreich, mit ihnen ein Bewegungsspiel zu spielen. Lassen Sie die Kinder herumtollen, denn ihr Körper braucht die Bewegung.

Zusammenarbeit mit Eltern

Teilen Sie den Eltern mit, welche Übungen Sie im Kindergarten machen und worauf Sie achten. In den meisten Fällen kennen sich die Erwachsenen gut aus. Gerade wenn es um die Themen Schlaf und Ernährung geht, beeinflussen jedoch vor allem die Eltern das Verhalten der Kinder stark. Wenn Kinder regelmäßig durch ihr unaufmerksames Verhalten auffallen, bedeutet das nicht gleich, dass sie therapeutisch behandelt werden müssen. Gerade weil die Kinder noch im Kindergartenalter sind, entwickeln sich ihr Körper und ihr Gehirn noch weiter. Wichtig ist zunächst, dass das Kind die nötige Unterstützung erhält. Natürlich müssen die Kinder auch lernen, mit Misserfolgen umzugehen. Trotzdem darf die Frustration nicht überwiegen. Aus diesem Grund helfen Übungen und Aufgaben dabei, die Fähigkeiten und Kompetenzen des Kindes zu stärken. Schritt für Schritt sollte die Konzentrationsschwäche analysiert werden. Dieser kann die Ursache der Konzentrationsschwäche ergründen und gegebenenfalls eine Behandlung vorschlagen. In einigen Fällen rührt die Konzentrationsstörung von einer fehlerhaften Verarbeitung von Umweltreizen her. Eine solche Wahrnehmungsstörung kann auf verschiedene Art und Weise behandelt werden. Auch Probleme in der Feinmotorik oder das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom können dazu führen, dass ein Kind nicht lange bei der Sache bleibt. Anschließend kann auf die Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden. Erzieherinnen und Erzieher können verschiedene Methoden nutzen, um die Schwierigkeiten des Kindes zu verringern. Ziel ist es, die Ursachen der Konzentrationsprobleme in Angriff zu nehmen und das Kind gleichzeitig zu fördern. Den Kindern sollten die Übungen Spaß machen, damit sie sie regelmäßig und gerne ausführen und in ihren Alltag integrieren. So erzielen die Kinder schnell Erfolge. Um die Konzentrationsprobleme möglichst schnell in den Griff zu bekommen und das Kind optimal zu unterstützen, können pädagogische Fachkräfte einige Tipps beachten. Konzentrationsschwierigkeiten haben unterschiedliche Ursachen. Da die Kapazität der Erzieher im Kindergarten begrenzt ist, müssen auch die Eltern der Kinder in die Förderung miteinbezogen werden. Geduld und ein regelmäßiger Austausch sind an dieser Stelle die nötige Basis. So wie Lehrer in der Schule können die Erwachsenen den Kindern schon im Kindergarten Übungen näherbringen. Selbstverständlich sollten der Anspruch und der Inhalt der Aufgaben an das Alter der Kinder angepasst werden. Machen Sie sich gemeinsam mit den Eltern Gedanken über eine bestmögliche Methode, wie ihr Kind individuell gefördert werden kann. Das Leben der Kinder sollte sich nicht nur um ihre optimale Förderung drehen. Im Idealfall werden die Konzentrationsübungen in den Alltag eingeflochten, ohne dass es das Kind merkt. Die Kinder sollten sich vor allem mit Dingen beschäftigen dürfen, die ihre Entwicklung unterstützen und die sie interessieren. Viel Bewegung und Spiele, die die Wahrnehmung der Sinne der Kinder fordern, vermitteln den Kindern wichtige Erfahrungen, die auch ihre Konzentration stärken.

Gedächtnistraining für Kinder

Als Gedächtnistraining bezeichnet man Methoden oder Übungen, die unsere Merkfähigkeit verbessern können. Dabei werden die Durchblutung und der Stoffwechsel des Gehirns angeregt, was zur Verbesserung der Lernfähigkeit beiträgt und das Erinnerungsvermögen erhöht. Aufgrund dieser positiven Wirkung des Kinder Gedächtnistrainings sollte es regelmäßig durchgeführt werden. Ein weiterer Vorteil: dank spielerischen Übungen kann das Gedächtnistraining richtig Spaß machen.

Vorteile von Gedächtnistraining für Kinder:

  • Förderung des logischen Denkens
  • Verbesserung der Denkgeschwindigkeit
  • Förderung der Aufmerksamkeitsspanne

Beispiele für Gedächtnistraining Übungen:

  • Bilder-Memo: Beim Bilder-Memo wählst du zunächst einige Bilder aus. Diese sollten ein paar Details beinhalten. Je weiter ihr mit dem Gedächtnistraining seid, desto detailliertere Bilder kannst du wählen. Zeige deinem Kind nun das erste Bild für einige Sekunden. Im Anschluss daran soll dein Kind dir das Bild beschreiben und dabei so viele Details wie möglich nennen. Dein Kind malt gerne? Dann kann es natürlich auch gerne aufzeichnen, was es sich gemerkt hat!
  • Rhythmus-Spiele: Auch beim Musizieren lässt sich das Gedächtnis trainieren. Spiele beispielsweise auf einer Trommel einen bestimmten Rhythmus. Wähle zunächst am besten sehr kurze Melodien. Dein Kind soll diese dann nachspielen. Du hast kein Instrument zur Hand? Kein Problem! Gib einfach durch Klatschen einen Rhythmus vor.
  • Merkspiele mit Gegenständen: Leg verschiedene Gegenstände auf einen Tisch. Dein Kind darf sich diese für einen gewissen Zeitraum anschauen. Danach werden sie abgedeckt. Ziel ist es, dass dein Kind möglichst viele der gesehenen Gegenstände aufzählen kann. Hier kannst du leicht durch die Anzahl der Gegenstände den Schwierigkeitsgrad variieren.
  • Geschichte aus Wortketten: Diese Übung eignet sich vor alle dann, wenn ihr in einer größeren Gruppe üben wollt. Setzt euch gemeinsam, zum Beispiel als Familie oder mit den Freunden deines Kindes, in einen Kreis. Du gibst den Anfang eines Satzes vor. Beispielsweise „Ich gehe in den Supermarkt und sehe…“. Die Person oder das Kind, das neben dir sitzt, muss der Geschichte etwas hinzufügen. Beispielsweise: „Ich gehe in den Supermarkt und sehe einen Nachbarn…“ Nun ist die nächste Person dran, der Geschichte einen Teil hinzuzufügen. So geht es einmal den Kreis entlang, bis jeder einmal dran war.

Tipps zur Integration von Gedächtnistraining in den Alltag

  • Regelmäßigkeit: Wie andere Muskeln baut auch das Gehirn ohne Training ab. Je öfter ihr es also trainiert, desto besser.
  • Pausen einplanen: Neben dem Trainieren sind jedoch auch Lernpausen wichtig, damit neue Energie gesammelt werden kann. Besonders hilfreich ist ein Spaziergang an der frischen Luft, da das Gehirn so am besten mit Sauerstoff versorgt wird.
  • Abwechslung: Fordert euch immer wieder mit neuen Aufgabentypen heraus. Je mehr Abwechslung ihr einbaut, desto mehr Bereiche des Gehirns werden angesprochen und desto besser fällt die Gesamtleistung aus.
  • Familie und Freunde mit einbeziehen: Bittet Familienmitglieder oder Freunde 10 Begriffe zu nennen.

Der Einfluss der Ernährung auf die Konzentration

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an gesunden Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen ist, kann die Konzentrationsfähigkeit von Kindern unterstützen. Wichtigster Energielieferant des Gehirns ist Glukose (Einfachzucker). Sie ist in Haushaltszucker beziehungsweise Süßigkeiten schnell, jedoch nur kurzfristig, verfügbar. Deshalb bewirken Süßigkeiten oder reiner Traubenzucker ein schnelles „Hoch“, sie können aber nicht längerfristig die Konzentration steigern. Der Abfall des Blutzuckers führt sogar eher zu Müdigkeit und Konzentrationsproblemen. Eine bessere Alternative stellen Vollkorn-Produkte dar, in denen Glukose in Form von Stärke gebunden ist, die langsam im Körper abgebaut wird. Auch Omega-3-Fettsäuren können helfen. Sie sind unter anderem in Kaltwasserfischen wie Lachs, Makrele, Hering und in Ölen wie Leinöl, Rapsöl und Olivenöl enthalten sowie in Samen (Cashewkerne) und Nüssen (Walnüsse, Paranüsse). Sie können helfen, die Konzentration langfristig zu steigern. Das hilft, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche vorzubeugen.

Vermeidung von Multitasking

Auch wenn es verlockend erscheint, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, so ist es doch ein Mythos, dass Multitasking effektiv ist. Wer sich konzentrieren will, sollte also am besten das Smartphone in einem anderen Raum lassen, den Fernseher ausschalten und sich nur mit einer, einzigen Aufgabe beschäftigen - dafür aber richtig.

Achtsamkeitstechniken

Achtsamkeitstechniken helfen, den Moment bewusst wahrzunehmen und gedankliche Ablenkungen zu reduzieren. Durch Atemübungen oder kurze Meditationen kann dein Kind lernen, sich auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren und Gedanken, die abschweifen, bewusst zurückzuholen. Achtsamkeitsübungen können dabei helfen, die Aufmerksamkeit auch für den Rest des Tages zu steigern, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit gekonnt auf das Hier und Jetzt lenken. Setzen Sie sich dafür täglich für ein paar Minuten mit geschlossenen Augen bequem hin.

Lesen Sie auch: Corona und das Gehirn: Was wir wissen

tags: #kann #man #leistungsfahigkeit #gehirn #steigern #bei