Das automatische Gehirn: Eine Reise in die Tiefen des Unbewussten

Über 90 Prozent unserer täglichen Handlungen laufen unbewusst ab. Unser Gehirn erledigt diese Aufgaben quasi ohne unser Zutun. Die Dokumentation "Das automatische Gehirn" wirft einen faszinierenden Blick auf diesen "inneren Autopiloten".

Die Magie des Unbewussten

Die Dokumentation "Das automatische Gehirn" beleuchtet am Beispiel von Martha und Jake, zwei Menschen, die sich zufällig begegnen, wie unser Gehirn uns im Alltag steuert. Sie zeigt, dass über 90 Prozent unserer täglichen Handlungen unbewusst ablaufen. Aufwendige 3D-Animationen geben Einblicke in die Köpfe der Beteiligten und verdeutlichen, dass der Verstand schnell überfordert ist, wenn es darum geht, uns sicher durch den Alltag zu navigieren.

Die Neurowissenschaftler Allan Snyder, John Bargh, Henrik Ehrsson und das Wissenschaftlerpaar Susana Martinez-Conde und Stephen Macknik werden bei ihren Experimenten begleitet. In Berlin weist John Dylan Haynes nach, dass unser Gehirn Entscheidungen bis zu sieben Sekunden vor uns fällt. Der Zuschauer erlebt, wie der Zauberkünstler Apollo Robbins in Las Vegas die Aufmerksamkeit argloser Passanten manipuliert und ihnen Wertsachen entwendet.

Die Macht des Unbewussten

Der zweite Teil der Dokumentation zeigt, wie viel Macht das Unbewusste über uns hat und wie wenig Einfluss der Verstand auf unsere Entscheidungen nimmt. Verliebtsein bedeutet für unser Gehirn regelrecht Stress. Es ist erstaunlich, wie wenig Einfluss der Verstand aber auch in anderen Situationen auf unsere Entscheidungen hat. Neurowissenschaftler John Bargh von der Universität Yale stellt fest, dass die Stühle, auf denen wir sitzen, unbewusst unseren Verhandlungsstil bestimmen. Allan Snyder ist heute überzeugt: „Bewusstsein ist nur eine PR-Aktion Ihres Gehirns, damit Sie denken, Sie hätten auch noch was zu sagen.“

Experimente und Erkenntnisse

Die Dokumentation begleitet Neurowissenschaftler bei ihren Experimenten.

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  • Allan Snyder lässt an der Universität Sydney im Dienst der Hirnforschung Streichhölzer legen.
  • John Bargh in Yale beweist, dass die Stühle, auf denen wir sitzen, unbewusst unseren Verhandlungsstil beeinflussen.
  • Henrik Ehrsson in Stockholm bringt Testpersonen dazu, ihren Körper zu verlassen.
  • Susana Martinez-Conde und Stephen Macknik erforschen in Phoenix, Arizona, die Neurologie von Zaubertricks.
  • John Dylan Haynes weist in Berlin nach, dass unser Gehirn bis zu sieben Sekunden vor uns Entscheidungen fällt.
  • Walter Mischel stellt in Stanford die Willenskraft von Vierjährigen mit „Mäusespeck“ auf die Probe.

Das Unterbewusstsein: Schneller und spontaner

Das Unterbewusstsein ist um ein Vielfaches schneller und spontaner als der Verstand. Es reagiert in 200 Millisekunden, während der Verstand deutlich langsamer ist und oft nur das begründet, was bereits "gefühlt" wird. Während der Verstand seriell arbeitet, kann das Unterbewusstsein parallel in rasender Geschwindigkeit komplexe Sachverhalte bewerten.

Das Unterbewusstsein wird auch als "emotionales Erfahrungsgedächtnis" bezeichnet. Hier sind auch vorgeburtliche Erfahrungen gespeichert, während bewusste Erlebnisse und Erfahrungen erst mit dem zweiten Lebensjahr einsetzen. Es meldet sich in Form von somatischen Markern, also dem, was wir im Volksmund als "Grummeln im Bauch" oder ein "schlechtes Gefühl" bezeichnen.

Kommunikation mit dem Unterbewusstsein

Das Unterbewusstsein kommuniziert in Bildern. Sprache ist ein abstraktes Konzept des Verstandes. Um erfolgreich mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren, braucht man Bilder. Das ist vor allem für die Ziel- und Visionsarbeit extrem relevant.

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