Mumps-Meningitis: Ursachen, Symptome und Behandlung

Mumps ist eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem durch die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen bekannt ist. In einigen Fällen kann Mumps jedoch auch zu schwerwiegenden Komplikationen führen, darunter die Mumps-Meningitis, eine Entzündung der Hirnhäute.

Was ist Mumps und wie kommt es zur Meningitis?

Mumps, im Volksmund auch Ziegenpeter genannt, wird durch das Mumpsvirus (Paramyxovirus parotitis) verursacht. Die Übertragung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder Sprechen. Seltener ist eine Ansteckung über Speichelkontakt oder gemeinsam genutzte Gegenstände möglich.

Das Mumpsvirus befällt vor allem die Ohrspeicheldrüsen, kann sich aber auch auf andere Organe ausbreiten, darunter das zentrale Nervensystem (ZNS). In etwa 10 % der Fälle kommt es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis), die in der Regel 4-5 Tage nach der Drüsenschwellung auftritt.

Ursachen der Mumps-Meningitis

Die Mumps-Meningitis entsteht, wenn das Mumpsvirus in die Hirnhäute eindringt und dort eine Entzündung auslöst. Das Virus kann sich auf verschiedenen Wegen ausbreiten:

  • Direkte Ausbreitung: Das Virus gelangt direkt von den Ohrspeicheldrüsen zu den Hirnhäuten.
  • Hämatogene Streuung: Das Virus verbreitet sich über den Blutkreislauf und erreicht so das ZNS.
  • Neuronaler Transport: Das Virus wandert entlang von Nervenbahnen zum Gehirn.

Symptome der Mumps-Meningitis

Die Symptome einer Mumps-Meningitis können variieren, sind aber oft ähnlich wie bei anderen Formen der viralen Meningitis. Typische Anzeichen sind:

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  • Fieber: Oftmals begleitet von Schüttelfrost.
  • Kopfschmerzen: Starke, anhaltende Kopfschmerzen, die sich beim Bewegen des Kopfes verstärken können.
  • Nackensteifigkeit: Schwierigkeiten, den Kopf nach vorne zu beugen.
  • Lichtempfindlichkeit: Unangenehmes Gefühl bei hellem Licht.
  • Übelkeit und Erbrechen: Häufig in Verbindung mit den Kopfschmerzen.
  • Benommenheit oder Verwirrtheit: In schweren Fällen kann es zu Bewusstseinsstörungen kommen.
  • Krampfanfälle: Selten, aber möglich.

Bei Säuglingen und Kleinkindern können die Symptome unspezifischer sein:

  • Schrilles Schreien: Ungewöhnlich hohes oder schrilles Schreien.
  • Appetitlosigkeit: Verweigerung von Nahrung oder Flüssigkeit.
  • Schläfrigkeit: Ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwierigkeiten, wach zu bleiben.
  • Gewölbte Fontanelle: Vorwölbung der weichen Stelle am Kopf (Fontanelle).

Diagnose der Mumps-Meningitis

Bei Verdacht auf eine Mumps-Meningitis ist eine rasche Diagnose entscheidend. Der Arzt wird zunächst eine körperliche Untersuchung durchführen und die Krankengeschichte erfragen. Wichtige diagnostische Maßnahmen sind:

  • Lumbalpunktion (Liquorpunktion): Entnahme von Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmarkskanal zur Untersuchung. Bei einer Meningitis finden sich vermehrt weiße Blutkörperchen in der Flüssigkeit. Moderne PCR-Tests können das Mumpsvirus nachweisen.
  • Blutuntersuchung: Nachweis von Mumps-spezifischen Antikörpern im Blut.
  • Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) des Gehirns, um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen oder eine Beteiligung des Gehirns selbst (Enzephalitis) festzustellen.

Behandlung der Mumps-Meningitis

Da es keine spezifische antivirale Therapie gegen das Mumpsvirus gibt, konzentriert sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome und die Unterstützung des Körpers bei der Bekämpfung der Infektion.

  • Symptomatische Behandlung:
    • Bettruhe: Körperliche Schonung in einem abgedunkelten Raum.
    • Schmerzmittel: Gegen Kopfschmerzen und Fieber, z.B. Paracetamol oder Ibuprofen.
    • Fiebersenkende Mittel: Bei hohem Fieber.
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Um Austrocknung zu vermeiden.
    • Kühlung: Kühlende Umschläge können bei geschwollenen Ohrspeicheldrüsen helfen.
  • Behandlung von Komplikationen: Sollten Komplikationen wie eine Enzephalitis oder eine Hodenentzündung auftreten, werden diese entsprechend behandelt.

Prognose der Mumps-Meningitis

Die Prognose der Mumps-Meningitis ist in den meisten Fällen gut. Die Erkrankung heilt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen folgenlos aus. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Komplikationen kommen, wie z.B.:

  • Hörverlust: In sehr seltenen Fällen kann es zu einer dauerhaften Schwerhörigkeit kommen.
  • Enzephalitis: Eine Entzündung des Gehirns kann neurologische Schäden verursachen.
  • Unfruchtbarkeit: Bei Jungen und Männern kann eine Hodenentzündung (Orchitis) zu Unfruchtbarkeit führen.
  • Neurologische Ausfälle: In seltenen Fällen können bleibende neurologische Schäden zurückbleiben.

Vorbeugung der Mumps-Meningitis

Die beste Vorbeugung gegen Mumps und damit auch gegen die Mumps-Meningitis ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Mumps-Impfung für alle Kinder als Teil der Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfung.

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  • MMR-Impfung: Die erste Impfung erfolgt im Alter von 11 Monaten, die zweite Impfung mit 15 Monaten.
  • Impfung für Erwachsene: Nach 1970 geborene Erwachsene, die in medizinischen Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Gemeinschaftseinrichtungen sowie an Fach-, Berufs- und Hochschulen arbeiten, sollten ebenfalls eine 2-malige Impfung mit einem MMR-Impfstoff erhalten, wenn sie keinen ausreichenden Impfschutz haben.
  • Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen kann die Ausbreitung von Mumpsviren verhindern.

Mumps-Meningitis und virale Meningitis im Allgemeinen

Die Mumps-Meningitis ist eine spezifische Form der viralen Meningitis, die durch das Mumpsvirus verursacht wird. Eine virale Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die durch verschiedene Viren ausgelöst werden kann.

Weitere mögliche Auslöser einer viralen Meningitis:

  • Enteroviren (z.B. Coxsackie- und Echoviren)
  • Herpesviren (z.B. Herpes-simplex-Virus Typ 2, Varizella-Zoster-Virus)
  • FSME-Virus
  • Masern- und Rötelnviren

Die Symptome einer viralen Meningitis ähneln denen der Mumps-Meningitis, die Diagnose erfolgt ebenfalls durch Lumbalpunktion und Blutuntersuchung. Die Behandlung ist in der Regel symptomatisch, bei Herpesviren kann Aciclovir eingesetzt werden.

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