Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis, das das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen grundlegend verändert. Umso wichtiger ist es, die Ursachen und Folgen eines Schlaganfalls zu verstehen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall (Apoplex) entsteht, wenn die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen wird. Dies kann durch ein verstopftes Blutgefäß (ischämischer Schlaganfall, ca. 80 % der Fälle) oder durch ein geplatztes Blutgefäß (hämorrhagischer Schlaganfall, ca. 20 % der Fälle) verursacht werden. In beiden Fällen werden die Gehirnzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was zu Schädigungen führen kann.
Ursachen und Risikofaktoren
Es gibt eine Vielzahl von Risikofaktoren, die einen Schlaganfall begünstigen können. Einige davon sind vermeidbar und können durch einen gesunden Lebensstil beeinflusst werden:
- Bluthochdruck: Erhöht den Druck auf die Gefäßwände und kann langfristig zu Schäden und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) führen. Langfristig können sich daraus schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall entwickeln.
- Rauchen: Das Nikotin in Zigaretten verengt die Blutgefäße, erhöht den Blutdruck und fördert die Bildung von Ablagerungen in den Gefäßen. Der Tabakrauch besteht aus zahlreichen giftigen Substanzen, die miteinander in Wechselwirkung treten und sich auch in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.
- Diabetes mellitus: Schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Arteriosklerose. Wir möchten Ihnen helfen, mit Diabetes mellitus besser leben zu können und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Dazu bieten wir Ihnen neben der Sprechstunde auch Seminare in Gruppen oder Einzelgesprächen durch unser Diabetesteam an. Während der Sprechstunden ist eine Diabetesberaterin oder Assistentin anwesend.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Vorhofflimmern, Herzklappenfehler oder eine koronare Herzkrankheit können das Schlaganfallrisiko erhöhen. Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind in den westlichen Ländern die Hauptursache für Krankheit und Tod.
- Erhöhte Blutfettwerte: Fördern die Bildung von Ablagerungen in den Gefäßen. Das Nikotin verengt über die Ausschüttung von Botenstoffen die Blutgefäße und weitere Tabakbestandteile verändern die Blutfette negativ. So werden mehr schlechte Blutfettwerte gefördert und die Blutplättchen verklebt, sodass infolgedessen die Blutgefäße verstopfen. Zudem verursachen die Schadstoffe aus der Zigarette kleinere Verletzungen an der inneren Schicht der Blutgefäße und es entstehen Ablagerungen, die wiederum die Gefäße weiter verengen.
- Übergewicht und Bewegungsmangel: Begünstigen Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Blutfettwerte.
- Stress: Dauerhafter Stress kann den Blutdruck erhöhen und das Immunsystem schwächen. Dauerstress begünstigt die Entstehung nicht nur von kardiovaskulären Erkrankungen und Atherosklerose mit der Folge von Schlaganfall und Herzinfarkt, sondern auch chronischer Erkrankungen wie Depressionen, Angst, Schlafstörungen, Magen-Darm-Erkrankungen oder aber des metabolischen Syndroms (14).
- Alter: Das Schlaganfallrisiko steigt mit zunehmendem Alter.
- Genetische Veranlagung: In manchen Familien treten Schlaganfälle gehäuft auf.
Folgen eines Schlaganfalls
Die Folgen eines Schlaganfalls sind vielfältig und hängen davon ab, welche Hirnregionen betroffen sind und wie schnell die Behandlung erfolgt. Mögliche Folgen sind:
- Lähmungen: Häufig treten Lähmungen einer Körperseite auf (Hemiparese oder Hemiplegie).
- Sprachstörungen (Aphasie): Schwierigkeiten, sich auszudrücken oder Gesprochenes zu verstehen. Wie Du mit Sprach-, Bewegungs- oder Gedächtniseinschränkungen umgehst.
- Sehstörungen: Einschränkungen des Gesichtsfelds oder Doppelbilder.
- Schluckstörungen (Dysphagie): Schwierigkeiten beim Schlucken von Nahrung und Flüssigkeiten.
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen: Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten. Wie Du mit Sprach-, Bewegungs- oder Gedächtniseinschränkungen umgehst.
- Sensibilitätsstörungen: Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den betroffenen Körperregionen.
- Psychische Veränderungen: Depressionen, Angstzustände oder Wesensveränderungen.
- Schmerzen: Chronische Schmerzen in den gelähmten Körperteilen.
Prävention
Ein gesunder Lebensstil kann das Schlaganfallrisiko deutlich senken:
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- Regelmäßige Blutdruckkontrolle: Bluthochdruck frühzeitig erkennen und behandeln.
- Nichtrauchen: Ein Rauchstopp ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Schlaganfallprävention.
- Gesunde Ernährung: Viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und wenig gesättigte Fette.
- Regelmäßige Bewegung: Fördert die Durchblutung und senkt den Blutdruck.
- Gewichtsreduktion: Übergewicht abbauen, um Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Blutfettwerte zu vermeiden.
- Stress vermeiden: Entspannungstechniken erlernen und Stressoren reduzieren.
- Regelmäßige ärztliche Untersuchungen: Risikofaktoren frühzeitig erkennen und behandeln.
Online-Pflegekurs für Angehörige
Für pflegende Angehörige von Schlaganfallpatienten gibt es spezielle Online-Pflegekurse, die umfassendes Wissen und praktische Tipps vermitteln. Diese Kurse helfen, die Auswirkungen und Folgen eines Schlaganfalls besser zu verstehen und den Alltag mit den Betroffenen besser zu meistern.
Inhalte des Kurses:
- Grundwissen: Ursachen, Risikofaktoren und Warnzeichen erkennen und verstehen.
- Akutsituation & Erste Hilfe: Was im Notfall zu tun ist und wie Du besonnen reagieren kannst.
- Kommunikation & Alltag: Wie Du mit Sprach-, Bewegungs- oder Gedächtniseinschränkungen umgehst.
- Nachsorge & Pflege zuhause: Reha, Hilfsmittel und Pflege - wie Du den Alltag besser meistern kannst.
Vorteile des Online-Pflegekurses:
- Kostenfreie Teilnahme für gesetzlich versicherte Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und Interessierte.
- Flexible Zeiteinteilung.
- DSGVO-konform.
- Geprüfte Inhalte.
- Teilnahmebescheinigung zum Ausdrucken.
- Immer und von überall aus verfügbar.
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