Katharina Turner: Nichts für schwache Nerven – Eine Reise durch die Welt der Bücher

Die Welt der Bücher ist vielfältig und bietet für jeden Geschmack etwas. Von spannenden Thrillern über humorvolle Alltagsgeschichten bis hin zu tiefgründigen Romanen, die zum Nachdenken anregen, ist alles dabei. Einige Bücher sind jedoch besonders fesselnd und nichts für schwache Nerven. Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Reise durch einige dieser Werke und beleuchtet, was sie so besonders macht.

Geschichten, die unter die Haut gehen

Robert Louis Stevenson: "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde"

Ein Klassiker der Weltliteratur, neu übersetzt für junge Leser ab 12 Jahren. Die Geschichte um den angesehenen Dr. Jekyll, der eine dunkle Seite in sich entdeckt und als Mr. Hyde zum Leben erweckt, ist nichts für schwache Nerven. Stevenson thematisiert das Böse, das in jedem Menschen schlummert und die Frage, wie man dessen Herr werden kann. Die genialen Schwarz-Weiß-Illustrationen von Senastien Mourrain verstärken die düstere Atmosphäre zusätzlich.

Lords Bücher: Nervenkitzel und Gänsehaut pur

Die Bücher der Lords liefern mal wieder Nervenkitzel und Gänsehaut pur. Jupiter wächst einem in diesem Band, welches man gerade beendet hat, besonders ans Herz. Wie kann es den Lords dieses Mal gelingen, Joaquims Leben zu retten? Mit dieser Frage spannt D.C. den Leser an.

Ein Dorf voller Abgründe

Ein sehr, sehr schönes Buch über ein Dorf, seine Bewohner und seine Regeln, eng und wichtig, nach außen abgeschirmt, mit vielen Abgründen und in eine Schneeidylle eingebettet. Sehr viel Tiefe hat die Geschichte über den Tod des alten Freundes und der Totenwacht, bei der das ganze Dorfleben aufgeblättert wird.

Bücher, die emotional mitnehmen

Eins der berührensten Bücher, das man je gelesen hat, auch wenn es nichts für schwache Nerven ist und einen emotional sehr mitgenommen hat. Umgeben von Armut und Unsicherheit kämpft June tagtäglich für ein besseres Leben. Ihr größtes Ziel ist das Sorgerecht für ihre jüngeren Geschwister, dann kann sie dem Trailerpark und ihrem gewalttätigen Stiefbruder endlich den Rücken kehren. Bis es so weit ist, bleibt ihr in schlimmen Situationen nur die Flucht in ihre Gedanken. Sie träumt sich in ihr Nachtblütenreich, einen Zufluchtsort in ihrer Fantasie. Das alles ändert sich jedoch, als sie bei einem Kunstwettbewerb auf Jesse trifft. Jesse, für den sie bereits lange schwärmt, den sie aber auf Distanz hält, um ihr wichtigstes Vorhaben nicht zu gefährden: Holly und Noah aus dem Elend herauszuholen. Doch Jesse lässt nicht locker. Seit sein Bruder im Koma liegt, ist auch seine Familie zerrüttet, und er spürt genau, dass etwas nicht stimmt. Einfühlsam, wie er ist, gewinnt er schließlich Junes Vertrauen. Doch ausgerechnet da holt ihre Vergangenheit sie ein. Gelingt es Jesse, June zu retten?

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Thriller, die fesseln

Elina Backman: Brandmal

Als Saana Havas ihren Job als Journalistin verliert, kommt sie bei ihrer Tante auf dem Land unter. Dort stößt sie auf einen alten Fall aus dem Jahr 1989: Die 15-jährige Helena wurde tot in den Stromschnellen des Flusses aufgefunden, man ging von einem Unfall oder Selbstmord aus. Saana beginnt, Nachforschungen anzustellen, da wird ein Mann aus dem Ort ermordet und mit einem Brandmal in Form einer Dornenkrone gezeichnet. Kommissar Jan Leino aus Helsinki schaltet sich ein, denn in der Hauptstadt wurde kurz zuvor eine Leiche mit einer eingebrannten Krone gefunden. Die Thriller-Sensation von der neuen skandinavischen Krimikönigin.

Trude Teige: Der Junge, der Rache schwor

Als ein älteres Ehepaar ermordet auf seinem Hof aufgefunden wird, ist die Journalistin Kajsa Coren sofort vor Ort. Die beiden Ermordeten wohnten nicht weit von ihrem eigenen Haus entfernt. Treibt ein Killer in der Nachbarschaft sein Unwesen? Eigentlich recherchiert Kajsa gerade zu Missbrauchsfällen in Kinderheimen. Hängen die Verbrechen zusammen? Während sie die Puzzleteile ineinanderfügt, kommt Kajsa dem Täter gefährlich nahe …

Michael Robotham: Der Erstgeborene

Der Psychologe Cyrus Haven berät die Polizei in Nottingham bei der Aufklärung von Straftaten. Dabei wurde er als Jugendlicher selbst Opfer eines Verbrechens: Sein geistig verwirrter Bruder Elias ermordete die gesamte Familie, nur Cyrus überlebte das Massaker. Zudem muss der Psychologe sich noch um sein Mündel Evie Cormac kümmern: eine aufsässige Teenagerin mit der Gabe, jede Lüge zu enttarnen. Sehr tief gehende Beschreibung der Charaktere, durchgehende Hochspannung, wunderbare Sprache. Sehr empfehlenswert.

Psychothriller, die den Leser in Atem halten

Die dunkle Seite der Vorurteile

Niko ist ziemlich dick und unförmig und daher oft Opfer von Mobbing-Attacken seiner Mitschüler. Sera ist seine schöne, beliebte Mitschülerin. Beide haben nicht viel miteinander zu tun. Bis Nico Sera auf der Klassenfahrt vor dem übergriffigen Marko rettet. Zum Dank fordert Sera Niko daraufhin zum Tanzen auf. Und damit beginnt ein verrückt-aufregendes Roadmovie, das vom Beginn einer Freundschaft erzählt, über den Mut im entscheidenden Moment das Richtige zu tun und über den schlimmen Unsinn den Vorurteile mit sich bringen. Das alles wird so lakonisch, treffend, authentisch und feinsinnig erzählt, dass man dieses Buch nur lieben kann.

Ein Buch über Merritt

Das Buch über Merritt, die den Tod ihrer Großmutter nicht verwinden kann und die deshalb im Erziehungsheim "Good Fences" landet, ist als Urlaubslektüre genau richtig. Denn im Heim für "schwierige" Mädchen trifft sie auf das "schwierige" Pferd Red. Die beiden sind für einander gemacht - und retten sich zeitweise gegenseitig. Das alles ist gepfeffert mit einer riesigen Portion Liebe, Eifersucht und Abenteuer. Erzählt aus der Perspektive des Mädchen - und des Pferdes! Kurz: Pferdebuch trifft auf Schmalzschmonzette trifft auf Thriller. Klingt schlimm, tatsächlich aber ist das Buch ein Pageturner. Und damit für den Urlaub genau richtig.

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Krimis, die überraschen

Ella Hansen & Tom Hansen: Die Föhr-Krimis

Die Krimis von Ella und Tom Hansen, wie "Nordlist", "Nordhass" und "Nordsühne", bieten spannende Unterhaltung mit Lokalkolorit. Die Fälle rund um die Inselpolizei auf Föhr sind gut konstruiert und die Charaktere glaubwürdig gezeichnet.

  • Nordlist: Die ganze Insel fiebert der Show des bekannten Illusionisten Fred Keller entgegen, aber der große Trick misslingt. ‚Magic Fred‘ und seine Helfer beteuern ihre Unschuld. Doch beim Blick hinter die Kulissen wird Hilla und dem Team der Inselpolizei schnell klar, dass dieser Fall mehr als nur einen doppelten Boden besitzt.
  • Nordhass: Ganz Föhr ist mit den Vorbereitungen zum Hafenfest beschäftigt, als sich ein tragisches Unglück ereignet: Die Fähre rammt den Anleger. Während Hilla und das Team der Inselpolizei versuchen, die chaotische Lage in den Griff zu bekommen, widmet sich Hauptkommissar David Kern von der Kripo Flensburg der Aufklärung des heimtückischen Mordes. Angesichts der Vielzahl der beteiligten Personen gerät der erfahrene Ermittler diesmal jedoch an seine Grenzen. Nur eines ist klar: Irgendjemand lügt.
  • Nordsühne: Bei einer Beerdigungsfeier wird Polizeiobermeisterin Hilla Petersen von einer Föhrer Künstlerin um ein dringendes Gespräch gebeten. Während David in einem anderen Fall hinter berüchtigten Kunstdieben her ist, geht Hilla der vermeintliche Selbstmord nicht aus dem Kopf. Unterdessen sitzt einer der Inselbewohner für einen Mord in Untersuchungshaft. Die Unbekannte gibt Hilla Petersen von der Inselpolizei und Kriminalhauptkommissar David Kern Rätsel auf. Wie es scheint, hat die Frau in der einsamen Treibholz-Hütte gewohnt - ohne fließendes Wasser, ohne Strom oder Heizung. Wie eine Obdachlose sieht sie jedoch nicht aus. Warum also hat sie sich längere Zeit dort aufgehalten? Wollte sie sich verstecken? Zunächst gibt es weder Hinweise noch Zeugen, geschweige denn ein Motiv. Stück für Stück fügen die Ermittler die Puzzleteile zusammen.

Andreas Eschbach: Die Auferstehung

Wer in Arizona als verschollen gilt, kehrt nicht mehr zurück. Tracy aber steht sieben Jahre nach ihrem Verschwinden wieder vor der Tür ihres Elternhauses. Ein gelungenes Porträt der in zwischen in die Jahre gekommenen "Drei???". Spannende, lesenswerte Unterhaltung.

Bücher, die zum Nachdenken anregen

Franzobel: Historische Stoffe meisterhaft verarbeitet

Franzobel ist ein Meister darin, etwas abgelegene historische Stoffe auszugraben, die er dann akribischst recherchiert. Hier sind es die miteinander verbundenen Schicksale zweier unterschiedlicher Männer. Einmal Robert Peary, der die Erst"besteigung" des Nordpols für sich reklamiert (was nicht stimmt), und dann Minik, ein junger Inughuit aus dem Volk der Inuit, der Peary nach New York folgt und dort auf ein besseres Leben hofft. Beide Männer scheitern. Franzobels Sprache ist ebenfalls meisterhaft, wendig, sicher, treffgenau.

Niviaq Korneliussen: Das Tal der Blumen

Wie lässt sich damit umgehen, wenn die Lebensfreude plötzlich gedämpft wird und die Sorge überhandnimmt? Eine junge Grönländerin hat noch ihr ganzes Leben vor sich und hadert dennoch mit vielem: Sie hat eine Freundin, die sie liebt. Ihre Familie ist fürsorglich - vielleicht zu sehr. Sie wird demnächst Grönland verlassen, um in Dänemark zu studieren. Und doch fühlt sie sich fehl am Platz: zu dick und nicht gewürdigt in ihrer Kultur, die so viele Demütigungen erlitten hat. Was bedeutet das für den eigenen Blick auf das Leben? Als erste grönländische Autorin ausgezeichnet mit dem Nordischen Literaturpreis - ein Roman, der noch lange nachhallt, voller Dringlichkeit und Poesie.

Bea Uusma: Die Expedition - Eine Liebesgeschichte

Die Andrée-Expedition: Drei Männer machen sich mittels Heißluftballon auf den Weg zum Nordpol und verschwinden spurlos. 33 Jahre später werden Überreste ihres Lagers gefunden. Die Autorin versucht, durch intensive Recherche, auch vor Ort, das Rätsel zu lösen. - Ein überaus schön gestaltetes und sehr lesenswertes Buch.

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James Wilson: Der Schatten des Malers - Das geheime Doppelleben von William Turner

Förderer und Ehrenmann oder verrückt und bösartig? Walter Hartright und Marian Halcombe stoßen auf Widersprüche im Leben des William Turner. Sogar einen Mord soll der berühmte Maler begangen haben. - Lesenswerte Intrigantengeschichte - mit viel Nebel über der Themse.

Maud Ventura: Mein Mann

Sie führt ein perfektes Leben mit dem perfekten Mann. Doch liebt er sie genau so sehr, wie sie ihn liebt? Sie muss es herausfinden. Sie ist eine Frau, die alles hat: eine Karriere, ein schönes Haus, zwei wunderbare Kinder und den perfekten Ehemann, den sie nach 15 Ehejahren liebt wie am ersten Tag. Alles ist zu schön, um wahr zu sein. Und vielleicht ist es das auch gar nicht: Liebt auch ihr Mann sie so wie am ersten Tag? Und wird er sie immer lieben? Wie sicher kann sie sich sein? Sie will es wissen - und beginnt, ihren Mann auf die Probe zu stellen. Erst nur ein bisschen. Dann immer mehr.

Walter Isaacson: Elon Musk - Die Biografie

Heute gilt Elon Musk als Visionär, der sich über alle Regeln hinwegsetzt und der unsere Welt ins Zeitalter der Elektromobilität, der privaten Weltraumfahrt und der künstlichen Intelligenz geführt hat. Dabei waren seine Anfänge weitaus bescheidener. Als Kind auf den Spielplätzen Südafrikas regelmäßig von jugendlichen Schlägern verprügelt, musste Musk sich auch zuhause gegen seinen gewalttätigen Vater behaupten und lernte so schon früh, sich allein auf sich selbst zu verlassen. In seinen dunkelsten Stunden sollte Musk sich noch über Jahre daran erinnern, wie er auf dem Spielplatz und zuhause von seinem Vater gepeinigt wurde. Zwei Jahre lang konnte der Autor Walter Isaacson Elon Musk aus unmittelbarer Nähe beobachten, nahm an seinen Meetings teil, ging mit ihm durch seine Fabriken und verbrachte Stunden damit, ihn selbst, seine Familie, Freunde, Kollegen und Gegner zu interviewen. Aufschlussreiche Beschreibung eines Charakterkopfes, interessant nicht nur (aber auch!) für Psychoanalytiker.

Humorvolle Geschichten für zwischendurch

Alice Pantermüller & Daniela Koch: Mein Lotta Leben

Die Bücher von Alice Pantermüller und Daniela Koch rund um Lotta sind "zu lustig, zu schräg, zu genial". In diesen monster-witzigen Tagebuchaufzeichnungen wird der Countdown für das Unterhaltungsprogramm zur Turnhallen-Einweihung Lotta-mäßig schief geht, detailliert festgehalten. Das Ganze gibt es auch als Hörbuch, was jede Urlaubsfahrt verkürzt.

Martin Buchholz erzählt die Schöpfungsgeschichte auf seine Art.

Er geht virtuos mit der Sprache um und zaubert Bilder zu wegwerfen in den Kopf. Ich musste immer wieder grinsen. Ich habe ihn bis jetzt einmal live erlebt und habe mich geärgert, das ich die Lesung zu diesen Buch verpasst habe.

Bücher, die Freude machen

Gaea Schoeters: Das Geschenk

Botswanas Präsident schickt (dank magischer Kräfte) 20.000 Elefanten nach Deutschland - als "Retourkutsche" für ein gegen Botswana verhängtes Jagdverbot. Anfangs von den Bundesbürgern willkommen geheißen und gehätschelt, werden die Tiere alsbald zum Problem. Die Bundesregierung gerät immer mehr in die Kritik. Ein amüsantes Buch über Postkolonialismus, Bevormundung von Entwicklungsländern mit originellen Parallelen, das Thema Migration betreffend.

Jochen Gutsch & Maxim Leo: Frankie

Ein Straßenkater (Frankie) trifft auf den depressiven Herrn Gold, der per Strick aus dem Leben scheiden will. Er bricht sein Tun ab, weil der dürre Frankie durchs Fenster glotzt und einen neuen Futtergeber sucht. - Eine berührende und urkomische Story von Frankie, der die menschchliche Sprache beherrscht und seine persönlichen philosophischen Betrachtungen zum Allerbesten gibt. - Eine schnell konsumierte Unterhaltungslektüre. Zu empfehlen.

Sachbücher, die informieren

Lydia Benecke: Psychopathinnen - Die Psychologie des weiblich Bösen

Frauen sind nicht nur raffinierter, sie sind auch gewalttätiger, als man denkt. Benecke zeigt und analysiert Fallbeispiele über skrupellose Gewalttäterinnen. - Sehr gut geschrieben, unbedingt lesen.

Michael Kempe: Die Beste aller möglichen Welten - Leibniz in seiner Zeit

Sieben Tage im Leben dieses Universalgenies. Das Buch verrät viel über das Wirken dieses Ausnahme-Gelehrten, fast zuviel, um alles verstehen und durchdringen zu können. Ein bemerkenswertes Buch, das sich mitunter etwas anstrengend liest.

Niko Tinbergen: Eskimoland - Ein Bericht aus der Arktis

Der Verhaltensforscher Niko Tinbergen verbrachte 1932/33 vierzehn Monate bei den grönländischen Inuit, die damals noch als Jäger und Sammler lebten. Sein faszinierender Bericht, der 2017 wiederentdeckt wurde, fesselt bis heute durch die genaue Beobachtung von Menschen und Tieren in einer lebensfeindlichen Umgebung und ist zugleich ein Lehrstück über die Beschränktheit des modernen Europäers.

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