Dieser Artikel beleuchtet die neurologische Forschung und das Behandlungsspektrum, insbesondere im Kontext von neuromuskulären Erkrankungen und der Zusammenarbeit der Hirnhälften beim Lernen von Tönen, unter Berücksichtigung von Institutionen wie dem Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen und der Arbeit von Forschern wie Dr. Katja Saldeitis.
Neuromuskuläre Zentren und Behandlungsangebote
Die Diagnose und Behandlung neuromuskulärer Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen findet in Deutschland in den Neuromuskulären Zentren (NMZ) statt, die auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) gegründet wurden. Diese Zentren bieten eine fachgerechte Versorgung und haben mitgeteilt, verschiedene Behandlungen anzubieten, darunter:
- Spinraza-Behandlung: Für Kinder und Erwachsene.
- Zolgensma-Behandlung: Für Kinder.
- Evrysdi-Behandlung: Für Kinder und Erwachsene.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen auf den Angaben der Kliniken beruhen und sich ändern können. Für aktuelle Informationen sollte man sich direkt an die jeweiligen Zentren wenden.
Forschungsschwerpunkt: Interhemisphärische Kommunikation beim Lernen von Tönen
Ein weiterer wichtiger Aspekt neurologischer Forschung ist das Verständnis der Zusammenarbeit zwischen den beiden Hirnhälften. Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Neurobiologie (LIN) Magdeburg, des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) in Göttingen und der Otto-von-Guericke-Universität (OVGU) Magdeburg untersuchte, wie die Hirnhälften beim Erlernen akustischer Reize zusammenarbeiten.
Die Arbeitsteilung der Hirnhälften
Das Gehirn besteht aus einer rechten und einer linken Hälfte, die unterschiedliche Aufgaben und Funktionen bei der Wahrnehmung und beim Lernen haben. Die Verteilung spezifischer Funktionen zwischen den Hemisphären ist ein grundlegendes neuronales Organisationsprinzip. Für die Tonverarbeitung ist die Hörrinde zuständig, die in beiden Hirnhemisphären liegt und Arbeitsteilung betreibt. Sprache wird hauptsächlich in der linken Großhirnhälfte verarbeitet, während Musik eher in der rechten Hälfte verarbeitet wird. Diese Spezialisierung basiert auf akustisch-physikalischen Parametern von Sprache und Musik, wie schnelle zeitliche Veränderungen bei Wort- und Satzanfängen oder kontinuierliche Veränderungen der Tonhöhe bei Musikmelodien.
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Die Bedeutung des Zusammenspiels
Die Studie des Teams um Prof. Dr. Eike Budinger vom LIN zeigte, dass nicht nur die beiden Gehirnhälften selbst, sondern auch ihr Zusammenspiel wesentlich am Erlernen akustischer Parameter beteiligt ist. Dr. Katja Saldeitis vom DPZ trainierte Mongolische Wüstenrennmäuse, deren Hörvermögen dem des Menschen relativ ähnlich ist, darauf, Schallreize mit absteigender oder aufsteigender Tonhöhe zu unterscheiden.
"Mäuse mit intakten Verbindungen zwischen den Hörrinden beider Hemisphären erlernten diese Aufgabe innerhalb weniger Tage. Mäuse mit gestörten interhemisphärischen Verbindungen benötigten dafür wesentlich länger und waren am Ende auch nicht so erfolgreich wie gesunde Mäuse", beschreibt Saldeitis. Interessanterweise war die Leistungsfähigkeit der Mäuse bei dieser Aufgabe nicht eingeschränkt, wenn die interhemisphärischen Verbindungen nach dem Erlernen gezielt unterbrochen wurden. Ebenso wenig beeinträchtigten gestörte interhemisphärische Verbindungen das Erkennen und Unterscheiden kurzer zeitlicher Änderungen in den Schallreizen, wie zum Beispiel Pausen.
Schlussfolgerungen und Therapieperspektiven
"Wir schlussfolgern aus den Ergebnissen unter anderem, dass die rechte Hemisphäre melodische Tonhöhenveränderungen zwar bevorzugt verarbeitet, für deren Erlernen aber Informationen aus der linken Hemisphäre benötigt. Umgekehrt benötigt die linke Hemisphäre, die bevorzugt zeitliche Veränderungen verarbeitet, aber keine zusätzlichen Informationen aus der rechten Hemisphäre", erklärt Budinger.
Die Studie gibt wichtige Hinweise für die Behandlung von Störungen der akustischen interhemisphärischen Kommunikation, wie sie beispielsweise bei Schizophrenie, Dyslexie und Tinnitus auftreten. Gezielte Trainingsprogramme könnten in Zukunft als Therapieansatz dienen.
Weitere Forschungseinrichtungen und Schwerpunkte in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Neben den bereits genannten Einrichtungen gibt es in Deutschland eine Vielzahl weiterer Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen, die sich mit Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie beschäftigen. Diese Einrichtungen tragen durch Forschung und Behandlung zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen bei. Einige Beispiele sind:
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- LMU Klinikum, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (München): Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne liegt ein Forschungsschwerpunkt auf der Entwicklung und Evaluation von Präventions- und Therapieprogrammen für psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter.
- Universitätsklinikum Erlangen, Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit: Unter der kommissarischen Leitung von Prof. Dr. med. Oliver Kratz werden unter anderem die Auswirkungen von Stress und Traumata auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen untersucht.
- Universitätsklinikum Regensburg, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Romuald Brunner liegt ein Fokus auf der Erforschung von Autismus-Spektrum-Störungen und deren Behandlung.
- Universitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Marcel Romanos werden unter anderem Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und deren neurobiologischen Grundlagen erforscht. Das Zentrum für Psychische Gesundheit und das Deutsche Zentrum für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP) sind hier ebenfalls angesiedelt.
- Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters: Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Christoph Corell werden unter anderem die psychischen Auswirkungen von chronischen Erkrankungen und Behinderungen im Kindes- und Jugendalter untersucht.
- Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Katja Becker liegt ein Forschungsschwerpunkt auf der Entwicklung und Evaluation von Therapieprogrammen für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Depressionsstörungen.
- Universitätsmedizin Rostock, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: Unter der Leitung von Dr. med. Christine M. Dr. med. Michael Kölch werden verschiedene psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter behandelt und erforscht.
- Universitätsmedizin Mainz, Klinik- und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie: Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl.-Psy. Michael Huss werden unter anderem die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Essstörungen im Kindes- und Jugendalter erforscht. Die Rheinhessen-Fachklinik Alzey unter der ärztlichen Direktion von Prof. Dr. med. Dipl.-Psy. Michael Huss ist ebenfalls in diesem Bereich aktiv.
- Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Eva Möhler werden unter anderem die Auswirkungen von elterlicher psychischer Erkrankung auf die Entwicklung von Kindern untersucht.
- Universitätsklinikum Magdeburg, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin des Kindes- und Jugendalters: Hier werden verschiedene psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter behandelt und erforscht.
Forschung zu KMT9 und Krebs
Die Forschung von Metzger, E., Wang, S., Urban, S., Willmann, D., Schmidt, A., Offermann, A., Allen, A., Sum, M., Obier, N., Cottard, F., Ulferts, S., Preca, B.-T., Hermann, B., Maurer, J., Greschik, H., Hornung, V., Einsle, O., Perne, S., Imhof, A., Jung, M. and Schüle R. konzentriert sich auf KMT9 und dessen Rolle bei der Proliferation von Prostatakrebszellen. Ihre Forschungsergebnisse zeigen, dass KMT9 Histon H4 Lysin 12 mono-methyliert und die Proliferation von Prostatakrebszellen kontrolliert.
Weitere Studien von Jia, Y., Wang, S., Urban, S., Müller, J., Sum, M., Wang, Q., Bauer, H., Schulte, U., Rampelt, H., Pfanner, N., Schüle, K.M., Imhof, A., Forné, I., Berlin, C., Sigle, A., Gratzke, C., Greschik, H., Metzger, E. and Schüle, R. zeigen, dass mitochondriales KMT9 DLAT methyliert, um die Pyruvatdehydrogenase-Aktivität und das Wachstum von Prostatakrebs zu kontrollieren.
Wang, S., Klein, S.O., Urban, S., Staudt, M., Barthes, N.P.F., Willmann, D., Bacher, J.,Sum, M., Bauer, H., Peng, L., Rennar, G.A., Gratzke, C., Schüle, K.M., Zhang, L., Einsle, O., Greschik, H., MacLeod, C., Thomson, C.G., Jung, M., Metzger, E. and Schüle, R. entwickelten einen selektiven Inhibitor der Methyltransferase KMT9 mit zellulärer Aktivität.
Zusätzlich zeigten Metzger, E., Willmann, D., McMillan, J., Forne, I., Petroll, K., Metzger, P., Gerhardt, S., Maessenhausen, A., Schott, A-K., Espejo, A., Eberlin, A., Wohlwend, D., Schüle, K.M., Schleicher, M., Perner, S., Bedford, M.T., Jung, M., Dengjel, J., Flaig, R., Imhof, A., Einsle, O. and Schüle, R., dass die Assemblierung von methyliertem KDM1 und CHD1 die AR-abhängige Transkription und Translokation antreibt.
Metzger, E., Imhof, A., Patel, D., Kahl, K., Hoffmeyer, K., Friedrichs, F., Müller, J.M., Greschik, H., Kirfel, J., Ji, S., Kunowska, N., Beisenherz-Huss, C., Günther, T., Buettner, R. and Schüle, R. fanden heraus, dass die Phosphorylierung von Histon H3T6 durch PKCbI die Demethylierung an Histon H3K4 kontrolliert.
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