Crowdfunding hat sich als eine populäre Methode etabliert, um innovative Produkte und Projekte zu finanzieren. Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo ermöglichen es, Ideen durch Schwarmfinanzierung Wirklichkeit werden zu lassen. Doch diese Art der Finanzierung birgt auch Risiken, die vor einer Investition bedacht werden sollten.
Die Anfänge des Crowdfunding
Das relativ junge Phänomen des Crowdfunding begann im Jahr 2003 mit der Plattform ArtistShare. In den Jahren 2008 und 2009 etablierten sich schließlich die heute maßgeblichen Plattformen Indiegogo und Kickstarter. Beide Crowdfunding-Plattformen bieten die Möglichkeit, mit Hilfe von Schwarmfinanzierung innovative Produkte oder Ideen in die Tat umzusetzen.
Wie Kickstarter funktioniert
Kickstarter gilt als eine der erfolgreichsten Crowdfunding-Plattformen. Hier finden sich zahlreiche Produkte, die sonst keine Webseite - geschweige denn ein stationäres Geschäft - im Angebot hat. Auf Kickstarter investiert man in die Umsetzung einer Produktidee, die sich noch in der Entwicklungsphase befindet.
Beim ersten Besuch auf Kickstarter könnte man den Eindruck gewinnen, der Ablauf wäre der gleiche wie bei Amazon, Ebay und Co. - ist aber nicht so. Bis das Auge das erste interessante Produkt ausgemacht hat, dauert es in der Regel jedoch auch im Fall von Kickstarter nicht allzu lange - egal ob es das kleinste Fahrrad-Smartlock der Welt, eine japanische Katzenbibel oder eine neue Zuckerbäckerei in der Nachbarschaft sein soll. Bevor Sie jedoch investieren, sollten Sie Ihren Blick auf folgende Punkte richten:
- Welcher Betrag ist als Kampagnenziel ausgegeben?
- Wie ist der aktuelle Stand der Zielerreichung?
- Wie viel Zeit ist noch bis zum Kampagnenende?
Risiken beim "Shopping" auf Kickstarter
Crowdfunding ist keinesfalls mit Onlineshopping gleichzusetzen - denn beim “Kauf” von Produkten auf Kickstarter bestehen etliche Risiken. Deswegen sollten Sie vor der Überweisung einige Überlegungen anstellen.
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Die gängigsten Probleme, die bei einer Investition in ein Kickstarter-Projekt auftreten können, sind:
- Enttäuschende Endprodukte durch unvorhergesehene Änderungen im Produktionsprozess
- Projekte, die trotz Zielerreichung nicht realisiert werden (z. B. durch Bankrott oder andere Probleme)
Ein prominentes Beispiel, das gleich beide Fails miteinander kombiniert, ist die ZANO-Drohne. Das Projekt konnte insgesamt drei Millionen Dollar Investitionsvolumen generieren - die Macher waren allerdings nicht in der Lage, ein funktionierendes Produkt zu produzieren, bevor der Schuldenberg ins Unermessliche wuchs. Zwar erhielten einige wenige Investoren Drohnen, allerdings war es um deren Einsatzfähigkeit eher nicht so gut bestellt.
Wie The Guardian berichtet, liegt der Prozentsatz der Projekt-Fails auf Kickstarter bei circa neun Prozent. Was im Umkehrschluss hieße, dass es 91 Prozent aller Projekte auf den Markt schaffen. Kein schlechter Schnitt - bis man die Perspektive des Endkonsumenten einnimmt: Wie verführerisch wäre für Sie eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 10, dass das von ihnen bestellte und bezahlte Produkt jemals bei Ihnen ankommt? Und selbst wenn es ankommt: In Zeiten von Next und Same Day Delivery müssen Sie sich darauf gefasst machen, dass es etliche Tage oder auch Monate dauern kann, bis Sie Ihr Objekt der Begierde in den Händen halten dürfen.
Eine Rückerstattung von Investitionen ist bei Kickstarter ebenfalls nicht vorgesehen - zumindest nicht von Seiten der Plattform selbst. Die Transaktionen finden direkt zwischen Investor und Anbieter statt. Ob bereits geleistete Zahlungen (teil-)rückerstattet werden können, entscheiden die jeweiligen Anbieter allein. Projekte, die länger dauern als angekündigt, sind nicht selten - aber kein Grund für eine Rückerstattung. Lediglich, wenn ein Projekt sein Finanzierungsziel nicht schafft, wird Ihr Konto gar nicht erst belastet - Kapital aus noch laufenden Kampagnen dürfen die Anbieter nämlich nicht verwenden.
Wie Indiegogo funktioniert
Wie bei Kickstarter geht es auch bei Indiegogo darum, Schwarmfinanzierungen für neue, innovative Produkte zu realisieren. Eine weitere Ähnlichkeit zur maßgeblichen Crowdfunding-Konkurrenz ist, dass Sie auch über Indiegogo keine fertigen Produkte erwerben, sondern in ambitionierte Projekte investieren. Dafür bekommen Sie (im Idealfall) das Produkt selbst - und je nachdem wieviel Sie investieren, spezielle, projektindividuelle Benefits.
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Im Vergleich zu Kickstarter deckt Indiegogo ein noch breitgefächerteres Produkt- und Projektportfolio ab. Hier finden Sie beispielsweise den kleinsten mobilen Farbdrucker der Welt, Massagepistolen, Comics, Musikprojekte oder auch Spezial-Kaffeemaschinen. Auch im Fall von Indiegogo sollten Sie bei interessanten Produkten oder Projekten folgende Aspekte beachten:
- Welcher Betrag ist als Kampagnenziel ausgegeben?
- Wie ist der aktuelle Stand der Zielerreichung?
- Wie viel Zeit ist noch bis zum Kampagnenende?
Zusätzlich unterscheidet Indiegogo zwischen flexibler und starrer Finanzierung: Mit flexiblem Finanzierungsziel fließen bei Nichterreichung dieses Ziels trotzdem alle bis dahin getätigten Investitionen in das Projekt. Das Modell der fixen Finanzierung spielt hingegen bei Nichterreichung des Finanzierungsziels alle Gelder an die Investoren zurück.
Crowdfunding-Risiken bei Indiegogo
Auch Indiegogo lehnt es grundsätzlich ab, selbst tätig zu werden, um Rückerstattungen zu veranlassen. Es gibt jedoch auch bei dieser Crowdfunding-Plattform Ausnahmen - insofern:
- die Investitionssumme noch nicht an den Kampagnen-Besitzer ausgezahlt wurde,
- die Laufzeit der Kampagne noch nicht beendet ist,
- und sich das Produkt noch nicht in der Auslieferungsphase befindet.
Sollten Sie sich also während einer noch laufenden Kampagne umentscheiden, besteht die Möglichkeit einer Rückerstattung durch Indiegogo. Danach müssten Sie mit dem Besitzer der Kampagne in individuelle Verhandlungen über den Sachverhalt eintreten. Sollte der Produktionsprozess bereits im Gange sein, sinken die Chancen auf Erfolg bei diesen Verhandlungen allerdings auf ein Minimum.
Kickstarter vs. Indiegogo: Ein Vergleich
Die Unterschiede für Investoren halten sich - abgesehen von den Finanzierungsoptionen auf Indiegogo - stark in Grenzen. Auf Anbieterseite sieht das Ganze schon anders aus.
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Persönliche Erfahrungen und Warnungen
Das Angebot ist verlockend. Forge 1 heißt er, ein 3D-Drucker, der nach dem SLA-Verfahren arbeitet - also eine Kunststoff-Flüssigkeit durch Licht gezielt aushärtet. Damit sind deutlich höhere Auflösungen und schönere Ergebnisse möglich als bei den verbreiteten FDM-Druckern, die geschmolzenen Kunststoff Schicht für Schicht aufeinander auftragen. Nachteil sind die hohen Kosten für Hardware und Druckmittel sowie die kleinen Druckraumgrößen der bezahlbaren Modelle.
Indiegogo könnte meine Lösung sein. Wer schnell ist, kann den Forge 1 dort für 999 US-Dollar „backen“. Ja, backen - nicht vorbestellen, nicht kaufen. Man zahlt das Geld, damit der Anbieter der Kampagne sein Produkt fertig designen und die Kleinserien- oder Massenproduktion in Auftrag geben kann. Ein grundsätzlich tolles Prinzip, das allerdings auf Vertrauen basiert: Kommt nichts, hat man Pech. Und im Gegensatz zu anderen Diensten, die im Web auf Vertrauen basieren - eBay zum Beispiel - gibt es bei Kickstarter, Indiegogo & Co. kein einfaches Bewertungssystem. Die Macher dieser Kampagne bekommen ihr Geld auch dann, wenn das Ziel nicht erreicht wird.
In der Vergangenheit war mein Vertrauen groß. Bei etlichen Kampagnen habe ich mitgemacht, Türklingeln mit WLAN und Kamera, Kamera-Drohnen mit Handy-Steuerung, ein Plasma-Feuerzeug mit USB-Antrieb. Cooles Zeug, das es so einfach noch nicht im Laden gibt - oder zum Zeitpunkt der Kampagne gab.
Von diesen drei Beispielen habe ich nur die WLAN-Türklingel bekommen. Der 3D-Pocketcopter war ein großes Desaster, das Volt-Feuerzeug scheint auch eins zu werden. Die Männer hinter den Kampagnen haben das Geld bekommen und vermutlich sogar versucht, das Produkt zu realisieren. Sie sind gescheitert. Laut Aussagen der Macher war in beiden Fällen die Produktion in China das Problem. Aber wer weiß es schon.
Für den 3D-Pocketcopter habe ich 90 Euro bezahlt - die sind weg. Bekommen habe ich nichts. Die letzte Info des Machers ist fast ein Jahr alt, seitdem beschweren sich nur noch Unterstützer, die ebenfalls nichts bekommen haben. Versteht mich nicht falsch. Ich will niemandem etwas böses vorwerfen. Aber meine Erfahrungen sind einfach schlecht, ich habe inzwischen zu viel Geld in den Sand gesetzt. Das gar nicht mal so kleine Risiko, 1000 Euro zu verlieren, ist es mir nicht wert, ein paar hundert Euro gegenüber eines fertigen, kommerziellen und bestellbaren Produkts zu sparen.
Beispiele für gescheiterte Kickstarter-Projekte
In den letzten Jahren gab es einige berühmte Fälle von Crowdfunding-Pleiten. „Berühmt“ wurden diese Fälle meist deswegen, weil die Macher hinter den Kampagnen gleich Millionenbeträge in den Sand gesetzt haben. Dazu gehört die Mini-Drohne Zano - 2,5 Millionen Pfund eingenommen, einige hundert statt etliche tausend ausgelieferte Produkte, die nie wirklich funkioniert haben, Insolvenz. Der Laser-Rasierer Skarp hat bei Kickstarter 4 Millionen Dollar eingesammelt. Kickstarter selbst hatte wohl kein gutes Gefühl, hat die Kampagne eingestellt und die Nutzer wieder ausbezahlt. Die Macher des Skarp haben die Kampagne dann bei Indiegogo eingestellt. Fertige Produkte gibt es bis heute nicht, obwohl die Auslieferung für Dezember 2016 angekündigt war.
Dazu gehört die coole E-Paper-Uhr CST-01 , mehr als eine Million Dollar, etliche tausende Unterstützer - das Produkt kam nie. Und auch, wenn der Laser-Rasierer Skarp bislang noch kein eindeutiger Fail ist, sehen auch hier die Vorzeichen nicht sonderlich gut aus. Die Kampagne machte auf Kickstarter über 4 Millionen Dollar , wurde dann von Kickstarter selbst gesperrt - und lief danach auf Indiegogo, wo sie immerhin noch eine halbe Million Dollar einnahm . Die Auslieferung der ersten Rasierer hätte im Dezember erfolgen sollen, passiert ist bislang: nichts.
Kritik von Nutzern
Viele Nutzer berichten von negativen Erfahrungen mit Kickstarter. Einige der häufigsten Kritikpunkte sind:
- Mangelnde Unterstützung: Kickstarter steht nicht auf der Seite der Unterstützer, sondern ausschließlich auf der Seite der Projektentwickler.
- Regelverstöße: Projektentwickler brechen Regeln (z. B. verpflichtende monatliche Updates), ohne dass Konsequenzen folgen.
- Keine Antwort: Als Unterstützer hat man keine Chance, eine Antwort zu erzwingen - wenn der Entwickler nicht reagiert, bleibt man im Dunkeln.
- Anonyme Beschwerden: Beschwerden bei Kickstarter laufen nur über ein anonymes Formular. Man erfährt nie, ob überhaupt Maßnahmen ergriffen werden.
- Geringe Strafen: Die „größte Strafe“ für Projektentwickler ist ein Verbot, ein neues Projekt zu starten - was in der Praxis kaum abschreckend wirkt.
- Unseriöse Projekte: So entsteht ein System, in dem unseriöse Projekte ohne echte Konsequenzen Geld einsammeln können.
- Keine Verantwortung: Kickstarter übernimmt keinerlei Verantwortung, schützt Unterstützer nicht und verschließt sich jeder direkten Kommunikation.
- Betrugsverdacht: Viele Projekte werben mit innovativen Produkten, die es oft längst am Markt gibt - in solchen Fällen ist der Verdacht auf Betrug hoch.
- Keine Garantie: Die Höhe der Investition spielt keine Rolle: Selbst wenn ein Projekt mehrere hunderttausend Euro einsammelt, heißt das nicht, dass es jemals umgesetzt wird.
- Hohe Wahrscheinlichkeit des Scheiterns: Es spielt keine Rolle, ob du 50 €, 500 € oder 5.000 € investierst - die Wahrscheinlichkeit, dass ein Projekt scheitert oder nie umgesetzt wird, bleibt gleich hoch.
- Keine Dokumentation: Gescheiterte Projekte werden nie offen dokumentiert oder zugegeben - sie verschwinden einfach sang- und klanglos. Das sorgt für einen extrem hohen Frustrationsfaktor bei Unterstützern.
- Abzocke: Man wird komplett alleine gelassen! Abzocke vor den Augen von Kickstarter aber sie unternehmen nichts!
- Unterstützung von Betrügern: Kickstarter ermöglicht Verbrechern die Kampagnen zu führen.
- Keine Rückmeldung: Keine Rückmeldung, keinerlei Hilfe, keine Schutzmechanismen, einfach nur enttäuschend.
- Betrügerische Firmen: Viele betrügerische Firmen sind auf Kickstarter unterwegs. Wenn sie ihr Geld haben, melden sie sich nie mehr und als Unterstützer schaut man in die Röhre. Die Plattform Kickstarter unternimmt nie etwas gegen die Betrüger, sodass es dort immer mehr Betrüger gibt
- Schlechter Support: Kickstarter bzw Marco vom Support ist phänomenal schlecht. Inkompetent, bevormundend, abwatschend. Es ist krass, mit welcher Selbstherrlichkeit dieser Typ für seinen Arbeitgeber auftritt.
- Schlechteste Plattform: Kickstarter ist eine der schlechtesten Crowdfounding Plattformen wenn nicht sogar die schlechteste. Kickstarter ist nur darauf ausgelegt Geld zu machen. Es interessiert nicht ob Betrüger unterwegs sind und den Leuten Geld aus den Taschen ziehen. Denn Kickstarter verdient ja auch bei sowas immer einen Anteil.
- Keine Maßnahmen gegen Betrug: Kickstarter bietet zwar die Möglichkeit, innovative Projekte und Start-ups zu unterstützen, aber die Plattform unternimmt keinerlei Maßnahmen, um Unterstützer vor Betrügern zu schützen. Leider gibt es mittlerweile viel zu viele unseriöse Kampagnen, bei denen Geld kassiert wird, ohne dass die versprochenen Produkte oder Ergebnisse geliefert werden.
- Keine Qualitätskontrolle: Nicht nur ein Mindestmaß an Qualitätskontrolle. Unterstützen vorbehaltslos jeden dahergelaufenen Betrüger und kümmern sich nicht.
- Keine Rückendeckung: Unterstützen Betrüger, leider keine Rückendeckung für die Unterstützer.
- Kein Interesse an Sicherheit: Kickstarter selbst ist eine Plattform, die leider kein Interesse an der Sicherheit für Investoren hat.
- Keine Transparenz: Kickstarter macht aktiv Werbung für Projekte, kassiert seinen Anteil - und lässt Unterstützer danach im Stich. Die schönen Versprechen und Marketingkampagnen rund um neue Projekte täuschen leider oft über diese Realität hinweg.
Viele Projekte laufen deshalb nach einem ähnlichen Muster ab: starke Werbung, erfolgreiche Finanzierung, dann abnehmende Kommunikation, Projekt tot, Geld weg.
Die "EU-Friendly Shipping"-Debatte
Auf Boardgamegeek.com ist im Forum eine lebhafte Diskussion gestartet, nachdem das aktuelle Projekt „Stefan Feld City Collection: Chichén Itzá & Valencia“ auf Kickstarter das Logo „EU-Friendly Shipping“ trägt. Friendly Shipping bedeutet, dass der Verlag sich um Zoll und MwSt. kümmert und die Spiele direkt in die Zielregion importiert, wo sie dann einfach zugestellt werden kann. In den letzten Jahren hat sich in der Crowdfunding-Szene einiges getan. Die Verlage schauen mittlerweile rechtlich korrekt zu handeln und in jedem Land die anfallenden MwSt. und Zölle einzuziehen und abzuführen. Nach einem ersten Schock in der Szene, wo es vielen nicht bekannt war, gab es in den letzten Jahren einen etablierten Rahmen: Die einen Verlage, kassieren Steuern ein und geben diese hoffentlich an das Land des Versandziels weiter. Sinn des Logos ist es (oder war es) anzuzeigen, dass keine weiteren Steuern oder Zölle berechnet werden und nur der Versand extra zu zahlen ist. Nun hat Queen Games mit dieser stillen Absprache der Verlage gebrochen und als Erweiterte Definition angeben: „Freundlicher Versand bedeutet, dass die Versandkosten enthalten sind. Wenn man es spitz formulieren will, kann gesagt werden, dass Queen Games in die EU liefern. Mehr nicht! Die Versandkosten für Deutschland sind zwar leicht reduziert worden (bei angekündigten Preisehöhungen von DHL in 2025, denen auch andere Anbieter folgen werden - Anm. d. Nehmen wir einmal andere Stefan Feld „Classic“ Spiele. Diese kosteten in 2022 noch 75 € pro Box „Amsterdam“, „New York City“ oder „Hamburg“. Darauf wurden dann beim Kauf einer Box noch 10 € Versandkosten gerechnet, also 85 € inkl. Bei der aktuellen Kampagne werden nur 55 € für die Classic-Box von „Valencia" verlangt. Dazu kommen dann 6 € Versand und auf die 55€ 19% MwSt. was 10,45 € sind. Unterm Strich bleiben dann 71,45 €, was unter allen drei anderen Boxen aus 2022 liegt. Obwohl die Kampagne die üblichen Symbole für US/Kanada/EU/UK "freundlichen Versand" zeigt, wird im Versandabschnitt erläutert, dass "freundlicher Versand bedeutet, dass die Versandkosten enthalten sind. Jason empfindet dies als irreführend, da "freundlicher Versand" historisch bedeutete, dass Unterstützer keine zusätzlichen Kosten für Zoll oder Mehrwertsteuer erwarten mussten. Insgesamt dreht sich die Diskussion um die Frage, ob Queen Games mit ihrer neuen Definition von "freundlichem Versand" die Unterstützer in die Irre führt und ob dies akzeptabel ist.
Positive Aspekte von Crowdfunding
Trotz der genannten Risiken und Kritikpunkte bietet Crowdfunding auch Vorteile:
- Realisierung von Projekten: Mit den Finanzmitteln der Masse lassen sich Dinge realisieren, für die man auf normalem Weg vielleicht keinen Investor gefunden hätte.
- Finanzierungsdruck: Crowdfunding-Plattformen nehmen sehr viel vom Finanzierungsdruck.
- Einblick in den Bedarf: Crowdfunding gibt einen sehr guten Einblick in den Bedarf für ein Produkt.
Zufriedenheit trotz Scheiterns
Interessant ist auch, dass Backer auch bei einem gescheiterten Projekt zufrieden sein können. Immerhin würden 73 Prozent der Backer eines gescheiterten Projekts erneut ein Kickstarter-Projekt unterstützen, allerdings nur 19 Prozent, wenn es vom gleichen Ersteller kommt. Versteht der Nutzer, warum ein Projekt gescheitert ist, kann er auch zufrieden sein, das zeigen diese Zahlen.
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